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Full text of "Ausgewählte Dialoge;"

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Ausgewählte Dialoge, erklärt 
von Schmelzer. 
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-GYMNASIALDIREKTOR IN HAMM IN WESTFALEN. 


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VIERTERBAND. 


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PLATOS) 
AUSGEWÄHLTE DIALOGE. 


ERKLÄRT 
VON 


C. SCHMELZER, 


GYMNASIALDIREKTOR IN HAMM IN WESTFALEN. 


VIERTER BAND. 


APOLOGIE. KRITVO. 


BERLIN 
WEIDMANNSCHE BUCHHANDLUNG. 
1883. 


VORWORT. 


Ich wulste, dals ich bei meiner Erklärung des Plato scharfen 
Angriffen ausgesetzt sein würde; wer von der breiten Heerstrafse 
abzuweichen wagt, muls auf Tadel immer gefalst sein. Ich erwar- 
tete, dals man mir Irrtümer, Fehler nachweisen würde, konnte 
dem aber ruhig entgegensehen; denn ich war mir bewulst, mit 
Fleifs gearbeitet zu haben, und ein fleifsiger Arbeiter wird für 
jede Zurechtweisung dankbar sein, auch wenn ihm das Bekennt- 
nis, geirrt zu haben, nicht angenehm ist. Ich habe aber nicht 
geahnt, dals man mir mit so wenig logischer Schärfe entgegen- 
treten würde, wie es der Recensent meiner Ausgabe des Sym- 
posion im litterarischen Centralblatt gethan hat. 

Was soll es heilsen, wenn der Recensent an meine Worte, 
ich wolle bei der Erklärung des Plato die Pfade der Gelehrsam- 
keit, philologischer zumal und auch philosophischer, meiden, 
anknüpfend sagt: „Wer das erste Mal das Symposion liest, wird 
auf viele Stellen stolsen, deren Verständnis ihm nur philolo- 
gische und philosophische Gelehrsamkeit erschliefst?“ Der Re- 
censent führt ja doch selbst an, dafs ich als Gegensatz der ge- 
lehrt-philologischen und der gelehrt-philosophischen Erklärung 
die populär-ästhetische hinstelle. Eine ästhetische Erklärung 
des Plato ohne philologische oder philosophische Klarstellung 
giebt es selbstverständlich nicht, und ich will dankbar sein, wenn 
man mir nachweist, dafs ich Stellen, welche eine philologische 
oder eine philosophische Erklärung erheischen, in meinem Kom- 
mentar zu erklären unterlassen habe. Freilich habe ich so wenig 
zum Kommentar Lexikon und Grammatik ausschreiben zu müs- 
sen geglaubt, wie ich aus früheren Kommentatoren allen Ballast 
gesammelt habe; freilich habe ich keine Anmerkungen gegeben 
aus der philologischen Sammelbüchse des Recensenten, Anmer- 
kungen zu einzelnen Worten, welche man, so oft das Wort wie- 
derkehrt, zu jedem Schriftsteller wiederholen kann. 

Der Recensent fügt dann an meine Worte, dafs ich durch 
meine Erklärung propädeutisch für ein tieferes Studium der 
Platonischen Philosophie wirken möchte, die Frage: „Aber wer 
wird zu diesem Zwecke den Phädrus und das Symposion wäh- 
len ?* Hat er wirklich nicht begriffen, dafs ich meine Ansicht da- 
hin geäufsert habe, ein jeder Dialog Platos müsse, wenn man 
zu einem tieferen Studium des Philosophen reizen wolle, zu- 


nächst populär-ästhetisch erklärt werden? Glaubt der Recensent, 
1* 


4 | VORWORT. 


ich sei der Ansicht, wer Plato verstehen lernen wolle, müsse zuerst 
den Phädrus und dann das Symposion lesen? Dann ist das eine 
gewils geistreiche Annahme, an welcher ich aber schuldlos bin. 

Die nächste Bemerkung lautet: „Ob überdies bei Werken, 
wie die genannten, die schwerlich jemand populär nennen kann, 
eine populär-ästhetische Erklärung angebracht sei, unterliegt 
sehr erheblichen Zweifeln.“ Ich fürchte, hinter diesen Worten 
birgt sich der schöne Gedanke: nur populäre Werke dürfen po- 
pulär -ästhetisch erklärt werden — und bitte den Recensenten 
um Verzeihung, wenn ich ihn falsch verstanden habe. 

Mit der folgenden Bemerkung: „Wer sich der neuen Aus- 
gabe bedient, kann gewisse, vielleicht selbst erhebende Ahnungen 
und Eindrücke vom Symposion empfangen, eine klare Einsicht 
in dasselbe wird er nicht gewinnen“, kann ich zufrieden sein, 
wenn auch aus den letzten "Worten hervorzugehen scheint, dafs 
Rec. an einen bekannten Satz Herbarts dabei nicht gedacht hat. 

Für das Citat: οἰόμενος μὲν εἰδέναι τε, εἰδιὼδ δὲ ὀλίγα 
ἢ οὐδέν danke ich verbindlichst. 

Weiterhin sagt dann die Recension: -„Man kann den Kom- 
mentar selbst geistreich finden.“ Ich bedaure lebhaft, dafs Re- 
censent diesen Satz nicht etwas ausgeführt hat; ich hätte so gern 
erfahren, was Leute wie er für geistreich halten. 

Unter den „vielfach nicht unerheblichen Bedenken, die sich 
geltend machen lielsen“ führt Recensent eines an, das sich für 
jeden, der meinen Kommentar zu lesen versteht, von selbst er- 
ledigt. Zum Schlufs heifst es: „Auch philologische Akribie ver- 
mifst man vielfach. So ist aus dem διοεχεσμός Mantineas eine 
διοίχησις geworden“. Ich frage: „in wessen.Kopfe?* Yioi- 
xnoıg ist von mir in einer Bedeutung gebraucht worden, welche 
die Lexika, weil sie keine Beispiele dafür anführen können, nicht 
angeben, die aber deswegen so gewils richtig. ist, wie δεθεκῶῖν 
„abgesondert, vereinzelt wohnen“ heifst. Das scheint die philo- 
logische Akribie des Recensenten übersehen zu haben. 

Dem Inhalte der Kritik entspricht die Art der Unterschrift: 
M. W.hlr.b. So versteckt sich ein Kind hinter einer Glasscheibe. 

Will nun der Recensent noch einmal mit mir einen kri- 
tischen Gang machen, so bin ich gern erbötig mich ihm zu stel- 
len, mufs aber dringend bitten, dafs er mich dann nicht wieder 
mit einem Faschingsscherz angreife. Für solche Spälse werde 
ich nichts mehr übrig haben als ein Lächeln. 

Hamm im März 1883. 

C. Schmelzer. 


AUHOAOTIA Z2KPATOY2. 


"πᾷ 53 , > we , 
1. Ὅ τι μὲν ὑμεῖς, ὦ ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, 7τεττόν-- 


ϑατε ὑπὸ τῶν ἐμῶν χατηγόρων, οὐχ οἶδα" 


Kap. 1. Sokrates verteidigt sich 
vor einem Gerichtshofe von 500 Ge- 
schworenen, einer Abteilung der 
jährlich in Athen durchs Los be- 
stimmten 6000 geschworenen Rich- 
ter. Der Vorsitzende des Gerichts- 
hofes war der ἄρχων βασιλεὺς; 
denn ‚es handelte sich um eine 
γραφῆ͵ ἀσεβείας. Die Anklage Jau- 
tete: Αδικεῖ Doxgarns, οὺς μὲν ἢ 
πόλις νομίζει “ϑεοὺς οὐ νομίζων, 
ἕτερα δὲ χαινὰ δαιμόνια εἰσηγού- 
μενος" ἀδικεῖ δὲ χαὶ τοὺς γέους 
διαφϑείρων" τίμημα ϑάνατος. 

Die Ankläger hiefsen Meletos, 
Anytos und Lykon. Von ersterem 
läfst Plato den Sokrates im Euthy- 
phron sagen: Οὐδ᾽ αὐτὸς πάνυ τι 


γιγνώσχω τὸν ἀνδρα᾿ “νέος γάρ. 


τίς μοι φαίνεται 
ὀνομάζουσι μέντοι αὐτόν, ὡς 
ἐγῷμαι. Μέλητον. ἔστι δὲ τῶν 
δήμων Πιτϑεύς. εἴ τινὰ νῷ ἔχεις 
Πιτϑέα Μέλητον, οἷον τετανό- 
τριχαὰ καὶ οὐ navv εὐγένειον, ἐπί- 
γρυπον δέ. Anytos war unter den 
Dreifsig geflüchtet und kehrte mit 
Thrasybul zurück ; er soll unter den 
drei Klägern der einflufsreichste ge- 
wesen sein. Dafs auch Lykon ein 
πολιτευόμενος gewesen sei, deutet 
Sokrates selbst an Kap. 10: Me- 
Amtos μοι ἐπέϑετο ὑπὲρ τῶν 
ποιητῶν. ἀχϑόμενος, ᾿ἄνυτος δὲ 
ὑπὲρ τῶν δημιουργῶν zul τῶν 
πολιτικῶν, Avzov δὲ ὑπὲρ τῶν 
ῥητόρων. ΟΡ übrigens Meletos 
selbst Dichter oder der Sohn eines 


καὶ ἀγνώς" 


"kaum anzunehmen; 


ἐγὰ δ᾽ οὖν 


Dichters gewesen sei, steht nicht 
fest. 

Wie weit die Rede der von So- 
krates wirklich gehaltenen ent- 
spricht, wird sich schwerlich dar- 
legen lassen. Dafs sie, wie Schleier- 
macher und Stallbaum annehmen, 
eine möglichst genaue Wiedergabe 
der Rede des Sokrates sei, ist wohl 
Plato hat ge- 
wils bei Abfassung der Apologie 
nicht blofs ein historisches Akten- 
stück für die Nachwelt retten wol- 
len. Dafs sie allzusehr von dem 
Gedankengange der von Sokrates 
gesprochenen abweiche, ist auch 
nicht denkbar: die Pietät gegen 
seinen Lehrer dürfte dem Plato 
solche Abweichungen verboten ha- 
ben. Ich möchte Steinhart beistim- 
men, wenn er sagt, Plato habe die 
wirklich gehaltene Rede nach Art 
des :Thucydides mit dichterischer 
Freiheit umgebildet. 

Von den Geschworenen stehen 
dem Sokrates so entgegen, dafs sie 
gar nicht oder doch nur durch einen 
glücklichen Zufall, durch eine glück- 
liche Stimmung, gewonnen werden 
konnten, einmal natürlich die per- 
sönlichen Anhänger der Ankläger, 
ihre persönlichen Freunde oder die 
Mitglieder ihrer Hetärie, sodann die 
beschränkten Köpfe, die eine Er- 
scheinung wie die des Sokrates 
nicht fassen konnten, endlich alle 
diejenigen, welche den Groll über 
das Schicksal ihrer Vaterstadt in 


8 h ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


\ ἜΝ EL m DW, > ν κα ͵ ἌΓΕΙ, 
χαὶ αὐτὸς in’ αὐτῶν ὀλίγου ἐμαυτοῦ ἐττελαϑόμην" οὕτω 
χειϑανῶς ἔλεγον. χαί τοι ἄληϑές γε, ὡς ἔπος εἰπεῖν, 
οὐδὲν εἰρήχασι. μάλιστα δὲ αὐτῶν ἕν ἐθαύμασα τῶν 
σιολλῶν ὧν ἐψεύσαντο, τοῦτο ἐν ᾧ ἔλεγον ὡς χρῆν ὑμᾶς 

2 Ps \ ς > > - Φ “ ς --- ᾿»᾿ 
εὐλαβεῖσϑαι, un vr ἐμοῦ ξξαττατηϑῆτε, ὡς δεινοῦ ὃν- 
τος λέγειν. τὸ γὰρ μὴ αἰσχυνϑῆναι, ὅτι αὐτίχα ὑτε᾽ ἐμοῦ 
ἐξελεγχϑήσονται ἔργῳ, ἐπειδὰν μηδ᾽ ὁπωστιοῦν φαίνω- 
μαι δεινὸς λέγειν, τοῦτό μοι ἔδοξεν αὐτῶν ἀναισχυντό- 
τατον εἶναι, εἰ μὴ ἄρα δεινὸν χαλοῦσιν οὗτοι λέγειν τὸν 
τἀληϑῆ λέγοντα" εἰ μὲν γὰρ τοῦτο λέγουσιν, ὁμολογοίην 

4 5 ΄ T 5 
ἂν ἔγωγε οὐ κατὰ τούτους εἶναι δήτωρ. οὗτοι μὲν οὖν, 

) EN , ” γ, BURN > \ IR; et lee 
ὥστεερ ἐγὼ λέγω, ἤ τι ἢ οὐδὲν ἀληϑὲς εἰρήκασιν" ὑμεῖς 


ungerechter, aber 
leicht erklärbarer Weise auf ein- 
zelne Persönlichkeiten zu übertra- 
gen, das Unglück des Vaterlandes 
an einzelnen Personen zu rächen 
geneigt waren. Wir dürfen uns 
durch den objektiven Wert der herr- 
lichen Darlegung nicht täuschen 
lassen über die Bedeutung, welche 
sie den athenischen Geschworenen 
des Jahres 399 a. Chr. gegenüber 
hatte. Auch der banausisch oder nur 
pessimistisch empfindende Mensch 
unserer Zeit hat kein Verständnis 


für eine ideale Auffassung‘ der . 


Lebensaufgabe. 


Die ersten Worte der Verteidi- 


gung verraten den tiefen Eindruck, 
welchen die Reden der Ankläger 
gemacht hatten. Sokrates sieht, 
wie viele, von der Anklage hinge- 
rissen, gewonnen sind und sagt 
nun mit ironischer Bitterkeit: „Wie 
es euch ergeht mit meinen Anklä- 
gern, kann ich nicht wissen: ich 
habe mich fast selbst bei ihren Re- 
den vergessen: mit so überzeugen- 
der Wärme suchten sie zu spre- 
chen“ (ἔλεγον). Die Ironie liegt in 
der vox media πάσχειν und in dem 
ἐμαυτοῦ ἐπελαϑόμην. Das 1. Ka- 
pitel bietet sodann dreierlei: ein- 
mal ein summarisches Urteil über 
die den Sokrates anklagenden Per- 


psychologisch ᾿ 


σαντο: 


sönlichkeiten; sodann. eine Erklä- 
rung der Eigenart des Angeklagten 
und endlich einen Appell an die 
Geschworenen. Das Urteil über die 
Ankläger wird mit schneidender 
Härte eingeleitet: auf ein schein- 
bares Zugeständnis -- οὕτω πιϑα- 
vos ἔλεγον -- folgt in knappen 
Worten, denen das ὡς ἔπος εἰπεῖν 
wie ein bedauerndes Wort einge- 
fügt ist, das niederschmetternde 
Verdikt: ἀληϑὲς οὐδὲν εἰρήχασιν. 
Diese verblüffende Wendung muls 
den Erfolg haben, dem Redner die 
Aufmerksamkeit der Geschworenen 
zu gewinnen. Mit einer ähnlichen 
Wendung leitet er das Urteil ein: 
das scheinbar lobende ἐθαύμασα 
läuft überraschend aus in das &wev- 
„ich bewunderte“ und „sie 
logen“. Das Urteil gipfelt in. dem 
μὴ αἰσχυνϑῆναι und dem avaı- 


᾿σχυντότατον und die Verachtung 


des Sokrates giebt sich darin zu 
erkennen, dafs er den Namen kei- 
nes der Ankläger in den Mund 
nimmt, sondern sie nur mit οὗτοι 
bezeichnet: καλοῦσιν οὗτοι τὸν 
τἀληϑῆ λέγοντα, οὐ κατὰ τού- 
τους, οὗτοι “μὲν οὖν, ὠσπερ οἵ 
τούτων. Die Verachtung seiner 
Feinde begründet, rechtfertigt er 
mit dem verächtlichen Inhalt ihrer 
Reden, der Unwahrheit derselben, 


, 


AHOAOTIA ZQKPATOTYE. 9 


δ᾽ ἐμοῦ ἀχούσεσϑε πᾶσαν τὴν ἀλήϑειαν. οὐ μέντοι μὰ 
NM, ὦ ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, κεχαλλιεπημένους γε λόγους, 
ὥσττερ οἵ τούτων, ῥήμασί τε χαὶ ὀνόμασιν, οὐδὲ κεχο- 
σμημένους, ἀλλ᾽ ἀχούσεσϑε εἰχῇ λεγόμενα τοῖς ἐπιτυχοῦ- 
σιν ὀνόμασι" πιστεύω γὰρ δίχαια εἶναι ἃ λέγω, χαὶ μη- 
δεὶς ὑμῶν προσδοχησάτω ἄλλως" οὐδὲ γὰρ ἂν δήπου 
χερέποι, ὦ ἄνδρες, τῇδε τῇ ἡλικίᾳ ὥσττερ μειρακίῳ πλάτ- 
τοντι λόγους εἰς ὑμᾶς εἰσιέναι. καὶ μέντοι χαὶ πάνυ, ὦ 
ἄνδρες ᾿ϑηναῖοι, τοῦτο ὑμῶν δέομαι χαὶ παρίεμαι" ἐὰν 
διὰ τῶν αὐτῶν λόγων ἀχούητέ μου ἀπολογουμένου, δι᾽ 
ὧνπερ εἴωϑα λέγειν χαὶ ἐν ἀγορᾷ ἐπὶ τῶν τραπεζῶν, 
ἵνα ὑμῶν πολλοὶ ἀχηχόασι, χαὶ ἄλλοϑι, μήτε ϑαυμάζειν 
μήτε ϑορυβεῖν τούτου ἕνεχα. ἔχει γὰρ οὑτωσί. νῦν ἐγὼ 
πρῶτον Ertl δικαστήριον ἀναβέβηχα, ἔτη γεγονὼς πλείω 
ἑβδομήκοντα" ἀτεχνῶς οὖν ξένως ἔχω τῆς ἐνϑάδε λέξεως. 
ὥστεερ οὖν ἄν, εἰ τῷ ὄντι ξένος ἐτύγχανον ὦν, ξυνεγιγνώ- 
σχετεὲ δήπου ἂν μοι, εἶ ἐν Exeivn τῇ φωνῇ τε χαὶ τῷ 
τρόπῳ ἔλεγον, ἐν oloreg ἐτεϑράμμην, χαὶ δὴ καὶ νῦν 
τοῦτο ὑμῶν δέομαι δίκαιον, ὥς γ᾽ ἐμοὶ δοχῶ, τὸν μὲν 
τρόπον τῆς λέξεως ἐᾶν" ἴσως μὲν γὰρ χείρων, ἴσως δὲ 
βελτίων ἂν εἴη" αὐτὸ δὲ τοῦτο σχοπιεῖν χαὶ τούτῳ τὸν 
γοῦν προσέχειν, εἰ δίχαια λέγω ἢ μή" δικαστοῦ μὲν γὰρ 
αὕτη ἀρετή, δήτορος δὲ τἀληϑῆ λέγειν. 


und mit der verächtlichen Form 
derselben: κεκαλλιεπημένους λό- 
yovs ῥήμασί τε καὶ ὀνόμασιν, 
welcher er, zur Entschuldigung sei- 
ner Eigenart übergehend, die ein 
λεγόμενα τοῖς ἐπιτυχοῦσιν ὀνό- 
μᾶσι entgegenhält, das was für 
sein Alter ein πρέπον sei gegen- 
über der jugendlichen Spielerei, der 
Künstelei jener (ὥσπερ μειρακίῳ 
πλάττοντι λόγους). Seine Eigen- 
art ist aber nicht allein ein πρέ- 
πον, sondern sie ist für ihn be- 
rechtigt, wie die Ausdrucksweise 
eines Fremden, der Dialekt eines 
Ausländers (τρόπος und φωνή); 
denn er ist in der That ein ξένος 


vor dem Gerichte, da er mehr als 
70 Jahre alt zum erstenmale vor 
ihm erscheint, Worte, die wieder 
auf seine jugendlichen Ankläger ge- 
münzt, packen mufsten. Von den 
Richtern erbittet er zuerst das 
un ϑορυβεῖν., die immer wieder- 
kehrende Forderung auch des De- 
mosthenes, die dem Thucydides 
noch nicht geläufig ist, und ver- 
langt dann, von ihnen als ein 
Recht, τοῦτο ὑμῶν δέομαι δίκαιον, 
ihm seine Sprechweise zu gestatten 
und nur im Auge zu haben, εἰ di- 
χαιὰ λέγω ἢ un. Die kraftvolle, 
männlich stolze Einleitung der Rede 
schliefst dann nach Art des Thu- 


10 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


2. Πρῶτον μιὲν οὖν δίχαιός εἶμι ἀπολογήσασϑαι, 


ὠ ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, 


πρὸς τὰ πρῶτά μου τϑνευδῆ χατη- 


γορημένα χαὶ τοὺς πρώτους χατηγόρους, ἔπειτα δὲ πρὸς 


eydides, dem auch hierin Demo- 
sthenes folgt, mit einer unanfecht- 
baren Sentenz: δικαστοῦ μὲν γὰρ 
αὕτη ἀρετή, ῥήτορος δὲ τἀληϑῆ 
λέγειν. 

Die Schwäche des Proömiums 
liegt in dem Versuche, die War- 
nung der Ankläger vor der δεινό- 
της des Sokrates zurückzuweisen; 
denn das Proömium selbst zeigt den 
δεινότατος λέγειν. Freilich ist die 
Satzbildung ganz ungesucht und die 
Wortstellung ganz "einfach natür- 
lich. 
Form mit der einer Rede des De- 
mosthenes; dort findet man die- 
selbe einfache Natürlichkeit: Red- 
ner wie Thucydides und Demosthe- 
nes, und denen ist Plato ebenbürtig 
zur Seite zu stellen, lachen der 
Kunst der Schule. Die Einfachheit 
der Form macht den kunstvollen 
Angriff auf die ψυχαὶ der Zuhörer 
nur wirksamer. Die schulgemäfse 
Kunstform erweckt ein Gefallen an 
der Kunstleistung, ein Behagen; der 
gewaltige Redner wünscht das 


nicht, er will vielmehr seine Zu-._- 
hörer leidenschaftlich erregen, fort- 


reifsen mit sich und zu sich hin- 
über. Das Ziel, welches sich unser 
Proömium -gesteckt hat, ist, die 
Richter an ihre Pflicht zu erinnern. 
Der Redner geht nun so vor, dafs 
er zunächst mit dem ersten Satze 
den Eindruck, den die Anklage ge- 
macht hat, scheinbar anerkennt. Er 
wirkt sodann mit dem καίτοι ἀλη- 
ϑὲς οὐδὲν εἰρήχασιν überraschend, 
die beste Art, die Aufmerksamkeit 
zu gewinnen. Beschämend wirkt 
er durch die Charakterisierung der 
Ankläger: wie konnte man sich von 
unverschämten Lügnern und ju- 
gendlichen Schwätzern so hinreifsen 
Jassen! Er weckt dann zunächst das 
Billigkeitsgefühl, wenn er hinweist 


‚abweisbaren 
yap avım ἀρετή x. 7. £. 


Man vergleiche aber diese 


auf seine Jahre und das Recht eines 
ξένος vor Gericht fordert, und dann 
erst wendet er sich an das Pflicht- 
gefühl, seinen Appell an dasselbe 
schliefsend mit der Form eines un- 
Gebotes: διχαστοῦ 


Ἢ τι ἢ οὐδὲν λέγειν heilst „we- 
nig oder nichts vorbringen“. Der 
Deutsche drückt sich in der Um- 
gangssprache ebenso aus: „sie sagen 
was (etwas) und nichts“. 

Kap. 2. Die Aufgabe des ersten 
Teiles der Verteidigung ist es, der 
Anklage die historische Grundlage 
zu entziehen. Der Redner thut dies 
mit drastischer Lebendigkeit, wenn 
er seinen ‚jetzigen Anklägern ge- 
genüber frühere Ankläger fingiert. 
Rein logisch ausgedrückt hätte der 
erste Satz der Verteidigung gelau- 
tet: Meine drei Ankläger stützen 
sich, natürlich ohne das zu ver- 
raten, zuerst auf die Meinung, wel- 
che die grofse Menge von mir hat. 
Sie rechnen weniger auf das Durch- 
schlagende, Überzeugende ihrer 
Gründe, als auf die Stimmung der 
Geschworenen, die in ihrer Mehr- 
heit gegen den Angeklagten einge- 
nommen sind. Von diesem dürren 
logischen Felde .spielt Sokrates 


- durch die Personifikation der An- 


klage, der ihm gemachten Vorwürfe 


die Frage hinüber auf das lebens- 


frischere psychologische Gebiet. Die. 
Anklage, abstrakt hingestellt, hätte _ 
nur mit logischen Gründen sich an 
die Denkkraft der Geschworenen 
wenden können; dadurch aber dafs 
statt der Anklage Ankläger gesetzt 
werden, läfst sich auch an das Herz 
des Richters appellieren. Durch die 
Personifizierung wird das unge- 
rechte Urteil als unbillige That em- 
pfunden. Es ist zur Empfindung 
geredet, wenn Sokrates diese 5 seine; 


ἈΠΟΛΟΓΙᾺ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 11 


τὰ ὕστερα χαὶ τοὺς ὑστέρους. ἐμοῦ γὰρ πολλοὶ xarr- 
γοροι γεγόνασι πρὸς ὑμᾶς χαὶ πάλαι ττολλὰ ἤδη ἔτη χαὶ 
οὐδὲν ἀληϑὲς λέγοντες, οὺς ἐγὼ μᾶλλον φοβοῦμαι ἢ τοὺς 
ἀμφὶ ἄνυτον, καίττερ ὄντας καὶ τούτους δεινούς" ἀλλ᾽ 
ἐχεῖνοι δεινότεροι, ὦ ἄνδρες, οἱ ὑμῶν τοὺς ττολλοὺς ἐν 
παίδων παραλαμβάνοντες ἔπειϑόν τε χαὶ χατηγόρουν 
ἐμοῦ οὐδὲν ἀληϑές, ὡς ἔστι τις Σωχράτης, σοφὸς ἀνήρ, 
τά TE μετέωρα φροντιστὴς χαὶ τὰ ὑπὸ γῆς ἅπαντα ἄνε- 
ζητηκὼς καὶ τὸν ἥττω λόγον χρείττω ποιῶν. οὗτοι, ὦ 
ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, οἱ ταύτην τὴν φήμην κατασχεδάσαν- 
τες, οἱ δεινοί εἰσί μου χατήγοροι" οἱ γὰρ ἀχούοντες ἡγοῦν- 
ται τοὺς ταῦτα ζητοῦντας οὐδὲ ϑεοὺς νομίζειν. ἔπειτά 
εἶσιν οὗτοι οἱ κατήγοροι πολλοὶ χαὶ πολὺν χρόνον ἤδη 
χατηγορηχότες, ἔτι δὲ χαὶ ἐν ταύτῃ τῇ ἡλιχίᾳ λέγοντες 
πρὸς ὑμᾶς, ἐν ἡ ἂν μάλιστα ἐπιστεύσατε, παῖδες ὄντες. 
ἔνιοι δ᾽ ὑμῶν χαὶ μειράκια, ἀτεχνῶς ἐρήμην χκατηγοροῦν- 


Ankläger πολλοί nennt, wenn er 
sagt, dals sie lange Jahre schon 
gegen ihn agitieren, wenn er ihnen 
dem Anytos gegenüber die stärkere 
δεινότης zuspricht und dies damit 
begründet, dals er behauptet, sie 
hätten die grofse Menge gewonnen 
zu einer Zeit, wo die Menschen 
allen Einflüsterungen leicht zugäng- 
lich sind — τοὺς πολλοὺς ἐκ παί- 
δων παραλαμβάνοντες ---: „nein, 
jene sind schlimmer, ihr Männer, 
welche die meisten von euch in 
euren Knabenjahren bei Seite nah- 
men (παραλαμβάνοντες) und da 
auf euch einzureden suchten und 
mich zu verklagen.“ Das ἐχ παί- 
dwv παραλαμβάνοντες darf man 
nicht vergessen, wenn man die For- 
mulierung der Anklage würdigen 
will. Sie beginnt, wie ein Ammen- 
märchen, und endet auch so: „Da 
lebt einer, Sokrates heilst er, ein 
weiser Mann, macht sich über den 
Himmel Sorge und sucht, was die 
Erde birgt, alles zu erforschen, und 
der schwächeren Sache kann er zum 
Siege verhelfen“. Die Naivität die- 


ser Anklage liegt in der erzählen- 
den Form, welcher das „weil“ der 
ernsten Anklage fehlt, in den über- 
treibenden Worten φροντιστής und 
ἅπαντα und in der äufseren Gleich- 
stellung des Gedankens der letzten 
Worte τὸν ἥττω λόγον χρείττω 
ποιῶν mit dem Gedanken der vor- 


᾿ hergehenden Worte, in dem zei, 


das den letzten Gedanken dem ihm 
nicht homogenen ersten anschlielst. 
Die Hinterlist dieser Anklageformel 
aber kennzeichnet sich eben durch 
das verschwiegene «dızsi. Einen 
überraschenden Eindruck macht 
nach dieser halb spalshaften, ironi- 
schen Klageformel der schnelle 
Übergang zum tiefen Ernst, wie er 
aus den Worten οἱ γὰρ ἀκούοντες 
— οὐδὲ ϑεοὺς νομίζειν spricht. Sie 
enthalten den eigentlichen Kern der 
Klage der πρῶτοι κατήγοροι. Die 
Schwierigkeit, diesem Kern beizu- 
kommen, legt die zweite Hälfte des 
Kapitels dar. „Die Leute, die mich 
vor euch anklagten, hatten eine 
leichte Aufgabe; denn sie fanden 
keinen Gegner — ἐρήμην sc. δίκην 


12 [ ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


> 2 > [4 a \ 4 > ΄ 

τὲς ἀπολογουμένου οὐδενός. ὃ δὲ πάντων ἀλογώτατον, 
ὅτι οὐδὲ τὰ ὀνόματα οἷόν τε αὐτῶν εἰδέναι χαὶ εἰτπεεῖν, 

\ , ’ για, ὮΝ 
σελὴν εἴ τις κωμῳδιοτεοιὸς τυγχάνει ὦν" ὅσοι δὲ φϑόνῳ 

x - , ς - , ς κ 
χαὶ διαβολῇ χρώμενοι ὑμᾶς ἀνέπειϑον, οἱ δὲ καὶ αὐτοὶ 
σεεπεεισμένοι ἄλλους πείϑοντες, οὗτοι ττάντες ἀπορώτατοί 
2 2 \ N 3 4 7. > > x > - > 
εἰσιν" οὐδὲ γὰρ ἀναβιβάσασϑαι οἷόν τ᾿ ἐστὶν αὐτῶν ἐν- 

ἘΝ NEL γκ, > DL > _ “ 

ταυϑοῖ οὐδ᾽ ἐλέγξαι οὐδένα, ἀλλ᾽ ἀνάγχη ἀτεχνῶς ὥσπερ 
σχιαμαχεῖν ἀπολογούμενόν τε χαὶ ἐλέγχειν μηδενὸς ἄπο- 
χρινομένου. ἀξιώσατε οὖν καὶ ὑμεῖς, ὥσπερ ἐγὼ λέγω, 
διττούς μου τοὺς κατηγόρους γεγονέναι, ἑτέρους μὲν τοὺς 
ἄρτι κατηγορήσαντας, ἑτέρους δὲ τοὺς πάλαι, οὺς ἐγὼ 
’ὔ [4 » 1 - ΄ = > 
λέγω, xal οἰήϑητε δεῖν πρὸς ἐχείνους τιρῶτόν μὲ ἄστο- 
λογήσασϑαι᾽ χαὶ γὰρ ὑμεῖς ἐχείνων πρότερον ἠχούσατε 
κατηγορούντων, χαὶ πολὺ μᾶλλον ἢ τῶνδε τῶν ὕστερον. 
5 = 2 , ,’ 5 »” E. Be 
εἶεν" ἀπολογητέον δή, ὦ ἄνδρες Admvaioı, καὶ ἐπιχειρη- 
τέον ὑμῶν ἐξελέσϑαι τὴν διαβολήν, ἣν ὑμεῖς ἐν σπτολλῷ 
χρόνῳ ἔσχετε, ταύτην ἐν οὕτως ὀλίγῳ χρόνῳ. βουλοίμην 


χατήῆγο οὔντες 1. 6. ἀπολογουμέ- 
vov οὐδενός. In der Kinderstube 
und in der Schule impfte man euch 
den Hafs gegen Gottesleugner ein 
und identifizierte mich ungerechter 
Weise mit diesen. Ich soll mich 
jetzt verteidigen und stehe vor der 


thörichten (ἀλογώτατον) Sachlage, - 
dafs ich nicht einmal den Namen ΄ 


eines Anklägers nennen kann, höch- 
stens einen Namen wie den des 
Aristophanes oder anderer Lust- 
spieldichter, die mit mir ihren Scherz 
getrieben haben“. Das ist gewils 
der Sinn der Worte πλὴν ‚El τίς 
χωμῳδιοποιὸς τυγχάνει ὦν. Es 
beweist das der Gegensatz zu dem 
κωμφῳδιοποιός: die Männer, ὅσοι 
φϑόνῳ. καὶ διαβολῇ χρώμενοι 
ὑμᾶς ᾿ἀνέπειϑον. Den Aristopha- 
nes wegen der Art, wie’er (gleich 
andern Lustspieldichtern seiner Zeit) 
den Sokrates in den „Wolken“ mit- 
nahm, zu tadeln ist philisterhaft. 
Dafs der Lustspieldichter und So- 
krates nicht blofs gute Freunde wa- 
ren, sondern manchen verwandten 


‚klatschen lälfst. 


Zug gehabt haben, beweist zur Ge- 
nüge Platos Symposion. Hier 
spricht Plato selbst den Dichter von 
jedem φϑόνος und jeder διαβολή 
frei und lehrt uns damit, dals es 
in Athen erlaubt war, in tollster 
Laune selbst den originellen Freund 
auf die Bühne zu bringen und 
öffentlich zum besten zu haben. 
Und der originelle Freund verstand 
das nicht falsch, wie die sehr tref- 
fende Anekdote zeigt, die den So- 


-krates im Zuschauerraum sein köst- 


liches Ebenbild auf der Bühne be- 
Wenn irgendein 
Athener, so würde gewils Plato an 
dieser Stelle den Dichter getadelt _ 
haben; statt dessen weist er ge- 
radezu jeden Vorwurf zurück. 
Sokrates schliefst die Darlegung 
von der Schwierigkeit seiner Auf- 
gabe sehr gut mit einer Wendung 
zum Ethischen, berechnet, wie mir 
scheint, vornehmlich auf diejenigen 
seiner Zuhörer, die sein Wesen ver- 
standen und eine Apologie nicht 
nötig hatten: βουλοίμην μὲν οὖν 


ἈΠΟΛΟΓῚΑ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 13 


μὲν οὖν ἂν τοῦτο οὕτω γενέσϑαι, εἴ τι ἄμεινον χαὶ ὑμῖν 
xal ἐμοί, καὶ τιλέον τέ μὲ ποιῆσαι ἀπολογούμενον" οἶμαι 
δὲ αὐτὸ χαλεττὸν εἶναι, xal οὐ πάνυ με λανϑᾶνει οἷόν 
ἐστιν. ὅμως τοῦτο μὲν ἴτω ὅπῃ τῷ ϑεῷ φίλον, τῷ δὲ 
γόμῳ τιξιστέον καὶ ἀπτολογητέον. 

8. ἀναλάβωμεν οὖν ἐξ ἀρχῆς, τίς ἡ κατηγορία 
ἐστίν, ἐξ ἧς ἡ ἐμὴ διαβολὴ γέγονεν, ἡ δὴ καὶ πιστεύων 
Ἰπέλητός με ἐγράψατο τὴν γραφὴν ταύτην. εἶεν" τί δὴ 
λέγοντες διέβαλλον οἱ διαβάλλοντες; ὥσττερ οὖν κατηγό- 
ρων τὴν ἀντωμοσίαν δεῖ ἀναγνῶναι αὐτῶν" Σωχράτης 
ἀδιχεῖ xal περιεργάζεται ζητῶν τά τε ὑπὸ γῆς χαὶ τὰ 
ἐπουράνια, καὶ τὸν ἥττω λόγον χρείττω ποιῶν, καὶ ἄλ- 
λους ταὐτὰ ταῦτα διδάσχων. τοιαύτη τίς ἐστι ταῦτα γὰρ 
ἑωρᾶτε καὶ αὐτοὶ ἐν τῇ ᾿α“ριστοφάνους κωμῳδίᾳ, Σω- 
χράτη τινὰ ἐχεῖ ττεριφερόμενον, φάσχοντά τε ἀεροβατεῖν 


— ἀπολογούμενον und τοῦτο ἴτω 
πῃ τῷ ϑεῷ φίλον, τῷ δὲ νόμῳ 
πειστέον χαὶ ἀπολογητέον. 
Kap. 3. Sokrates giebt den Vor- 
würfen, welche ihm die grofse 
Menge macht, die zweite Anklage- 
form, die Form, unter welcher ei- 
gentlich seine Ankläger hätten vor- 
gehen müssen, wenn sie sich einzig 
auf das Gerede über ihn hätten 
stützen wollen. SENT 
Kapitel (οὺς ἐγὼ μᾶλλον φοβοῦ- 
μαι ἢ τοὺς ἀμφὲ Ανυτον), behält 
er dabei immer seine jetzigen An- 
kläger im Auge, wirft hier dem 
Meletos geschickt in einem Neben- 
satze, wie in einer beiläufigen Be- 
merkung, Unehrlichkeit, das zı- 
στεύειν τῇ διαβολῇ vor. Die An- 
klageformel steht der offiziellen 
Formulierung der Anklage des Me- 
letos eigentümlich gegenüber; sie 
ist ungleich milder als diese, und 
ein τίμημα ϑάνατος würde als 
Schlufs lächerlich klingen. Das ἀδι- 
χεῖ der Anklage des Meletos ist hier 
erklärt durch das χαὲ περιεργάζε- 
ται „und zwar treibt er unnütze 
Dinge“; von einer ἀσέβεια, wie sie 
das οὗς ἡ πόλις νομίζει ϑεοὺς οὐ 


Wie im vorigen - 


νομίζων, ἕτερα δὲ καινὰ δαιμό- 
για εἰσηγούμενος so scharf betont, 
ist hier keine Rede; ein διαφϑεί- 
ρειν τοὺς νέους wird schwach an- 
gedeutet. Die ἀντωμοσία des Me- 
letos und seiner Genossen stützt 
sich, wie der Redner sagt, auf diese, 
fast unschuldige διαβολή ἃ. h. sie 
zieht aus ihr ganz und gar unbe- 
rechtigte Folgerungen, aus dem ζη- 
τεῖν τά TE ὑπὸ τῆς γῆς χαὶ τὰ 
υπουρανιὰ und dem τὸν ἥττω 
λόγον χρείττω ποιεῖν die Folge- 
rung der Gottesleugnung und aus 
dem διδάσχειν ταῦτα die des staats- 
gefährlichen Einflusses auf die Ju- 
gend. Während also die eigentliche 
διαβολή den Sokrates nur zu einem 
περιεργαζόμενος oder περιφερό- 
μενος, zu einem Tagedieb und Her- 
umtreiber macht, versteigen sich 
Meletos und Genossen bis zum Got- 
tesleugner und Jugendverderber. 
Und doch sind es nichts als pAve- 
olcı, die man mir vorwirft, fährt 
den Redner fort, Narrenspossen, 
wie mein Freund Aristophanes sie 
richtig gezeichnet hat, wenn er 
mich sagen läfst: ἀεροβατῶ „ich 
wandele auf Wolken“. Mit bitte- 


14 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


χαὶ ἄλλην πολλὴν φλυαρίαν φλυαροῦντα, ὧν ἐγὼ οὐδὲν 
οὔτε μέγα οὔτε σμιχρὸν πέρε ἐτεαΐω. καὶ οὐχ ὡς ἀτιμά- 
ζων λέγω τὴν τοιαύτην ἐπιστήμην, εἴ τις περὶ τῶν τοιού- 
των σοφός ἐστι μή zcwg ἐγὼ ὑπὸ Meintov τοσαύτας 
δίκας φύγοιμι" ἀλλὰ γὰρ ἐμοὶ τούτων, ὦ ἄνδρες Asn- 
γαῖοι, οὐδὲν μέτεστι. μάρτυρας δ᾽ αὐτοὺς ὑμῶν τοὺς 
σεολλοὺς παρέχομαι, καὶ ἀξιῶ ὑμᾶς ἀλλήλους διδάσκειν 
τε χαὶ φράζειν, ὅσοι ἐμοῦ πώποτε ἀχηκόατε διαλεγομέ- 
γου" πολλοὶ δὲ ὑμῶν οἱ τοιοῦτοί εἰσι φράζετε οὖν ἀλλή- 
λοις, εἰ πώποτε ἢ σμιχρὸν ἢ μέγα ἤχουσέ τις ὑμῶν ἐμοῦ 
σεερὶ τῶν τοιούτων διαλεγομένου" χαὶ ἐχ τούτου γνώσεσϑε 
ὅτι τοιαῦτ᾽ ἐστὶ καὶ τἄλλα περὶ ἐμοῦ ἃ οἱ πολλοὶ λέ- 
γουσιν. | 

4. ᾿Αλλὰ γὰρ οὔτε τούτων οὐδέν ἔστιν, οὐδέ γ᾽ εἴ 
τινος ἀχηχόατε ὡς ἐγὼ παιδεύειν ἐπιχειρῶ ἀνθρώπους ' 
χαὶ χρήματα πράττομαι, οὐδὲ τοῦτο ἀληϑές. ἐπεὶ χαὶ 
τοῦτό γέ μοι δοχεῖ χαλὸν εἶναι, εἴ τις οἷός τ᾽ εἴη παι- 
δεύειν ἀνθρώπους ὥσπερ Γοργίας τε ὃ Asovrivog χαὶ 
Πρόδιχος ὃ Κεῖος χαὶ Ἱππίας ὃ Ἠλεῖος. τούτων γὰρ ἕχα- 


rem Hohn erklärt er dann: Freilich 
 muls es eine schöne Wissenschaft 

sein, dies Luftwandeln:: möchte nur 
Meletos nicht auf diese φλυαρία 


eine so gewaltige Anklage auf- - 


bauen (un τοσαύτας δίχας φύ- 
yoıuı)! denn ich verstehe ja leider 
von der Kunst nichts! Diesem Hohn 
folgt dann eine captatio des Billig- 
keitsgefühls, der Ehrlichkeit der 
Geschworenen: „eurer sind so viele, 
die mich kennen, so viele, die mich 
oft haben reden hören: hat jemals 
einer gehört, dafs ich von τὰ ὑπὸ 
γῆς oder τὰ ὑπουράνια gesprochen, 
dafs ich mich gerühmt, mit meiner 
Dialektik der schwächeren Sache 
zum Siege verhelfen zu können 
oder gar imstande zu sein, andere 
dies zu lehren? Ist das aber nicht 
der Fall, dann gebraucht euren Ver- 
stand bei der Beurteilung alles an- 
dern, was man von mir redet. 


Kap. 4. Der Gedanke ist: die 
Kunst, die Jugend zu belehren, und 
damit Geld zu verdienen, ist, wenn 


. sie nicht mit Schwindelei verknüpft 


ist, gar nicht zu tadeln; ich aber 
habe mich nie darin versucht, son- 
dern mich trifft hier in ganz un- 
gerechtfertigter Weise ein Vorwurf, 


den man anderen Männern machen 


mufs. Diese andern freilich,- ein 
Gorgias und Prodikos und Hippias 


haben ihr Geschäft hier in toller 


Weise betrieben: gegen sie ist aber 
ein Ankläger nicht aufgetreten. Die- 
ser letzte Gedanke, welcher ein 
Vorwurf gegen die Ankläger des 
Sokrates ist, wird lustig ein- und 
lustig. durchgeführt. Er führt ihn 
scherzend ein damit, dafs er das 
οἷός τε aus el τις οἷος τε εἴη — 
man beachte den Optativ — mit dem 
Indikativ zu dem folgenden ἕχα- 
στος wiederholt und dadurch, dafs 


AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 1ὅ 


στος, ὦ ἄνδρες, οἷός τ᾽ ἐστὶν ἰὼν εἰς ἑχάστην τῶν τιό- 
λεων τοὺς νέους, οἷς ἔξεστι τῶν ἑαυτῶν ᾽τολιτῶν τιροῖχα 
ξυγεῖναι ᾧ ἂν βούλωνται, τούτους τιεέ --- ϑουσι τὰς ἐχεί- 
γων ξυνουσίας ἀτιολιτεόντας σφίσι ξυνεῖναι χρήματα δι- 
δόντας καὶ χάριν τεροσειδέναι. ἐτιεὶ καὶ ἄλλος ἀνήρ ἔστι 
Πάριος ἐνθάδε σοφός, ὃν ἐγὼ ἠσθϑόμην ἐπιδημοῦντα" 
ἔτυχον γὰρ τιροσελϑὼν ἀνδρὶ ὃς τετέλεχε χρήματα σο- 
φισταῖς τιλείω 7 ξύμτεαντες oi ἄλλοι, Καλλίᾳ τῷ Leno- 
γέκου" τοῦτον οὖν ἀνηρόμην - ἐστὸν γὰρ αὐτῷ δύο vide 
— ὦ Καλλία, ἦν δ᾽ ἐγώ, εἰ μέν σου τὼ υἱέε Wim ἢ 
μόσχω ἐγενέσθην, εἴχομεν ἂν αὐτοῖν ἐτιιστάτην λαβεῖν 
χαὶ μισϑώσασϑαι, ὃς ἔμελλεν αὐτὰ χαλώ τε χἀγαϑὼ 
ποιήσειν τὴν τιροσήχουσαν ἀρετήν" ἣν δ᾽ ἂν οὗτος ἢ 
τῶν ἱχετεικῶν τις ἢ τῶν γεωργιχῶν᾽ νῦν δ᾽ ἐπειδὴ ἂν- 
ϑρώτσιω ἐστόν, τίνα αὐτοῖν ἐν νῷ ἔχεις ἐπιστάτην λα- 
βεῖν; τίς τῆς τοιαύτης ἀρετῆς, τῆς ἀνϑρωπίνης τὲ καὶ 


er mit dem πείϑουσι spielt. Der 
Zuhörer erwartet nach ᾧ ἂν Bov- 
λωνται die Worte: τούτους σαι- 
δεύων χρήματα 1 πράττεσϑαι; 50- 
krates beginnt auch: τούτους πει--- 
(im Klange = nze«ı), macht dann 
aber eine” kleine Pause, wie ich sie 
durch die Trennung der Silben in 
πεί — ϑουσι anzudeuten versucht 
habe, und giebt nun statt des παι- 
δεύειν das schnöde πείϑειν mit 
seinem Objekt ξυνεῖναι, das ehren- 
werte παιδεύειν geradezu um- 
gehend und mit dem χάριν προ- 
σειδέναι seinen Ausspruch satirisch 
abschlielsend. Er führt den Gedan- 
ken mit gröfster Komik durch in 
dem Beispiel, das er giebt, in der 
Erzählung von Kallias. Ein ver- 
steckter Vorwurf gegen Anytos und 
Genossen liegt in der Nennung ge- 
rade dieses Namens. Kallias war 
der vornehmste Beschützer der 
Hauptvertreter der Sophistik. Bei 
ihm kehrten, wie wir aus Platos 
Protagoras erfahren, diese Männer 
ein, fanden bei ihm gastliche Auf- 
nahme und Gesinnungsgenossen, 


Dafür plünderten sie, wie es heilfst, 
den reichen Mäcen so aus, dals er 
als armer Mann gestorben ist. 
Wollte man also der Sophistik bei- 
kommen, so hätte man vielmehr 
einen Kallias als einen Sokrates an- 
greifen müssen. Die Komik liegt 
einmal in der Derbheit der Frage, 


‚welche er dem Patron der Sophi- 


sten vorgelegt haben will: ω Καλ- 
λέα, εἰ μέν σου τὼ ὑεέε πώλω ἢ 
μόσχω ἐγενέσϑην κ. τ. &., ἴῃ dieser 
höchst spafshaften Annahme, die ja, 
auf Kallias gemünzt, auch lauten 
könnte: wenn du ein Rols oder 
ein Öchse wärest — ; sie liegt ferner 
in den Worten γῦν δ᾽ ἐπειδὴ ἀν- 
ϑρώπω ἐστόν, welche nach dem 
ersten Teile der Frage, dem εἰ μέν 
σου τὼ ὑιέε κ. τ. δ. wie ein Aus- 
druck des Bedauerns klingen: „jetzt 
aber, da sie — leider — Menschen 
sind u. s. w.; sie liegt ferner in 
der satirischen Frage τίς τῆς ἀρε- 
τῆς τῆς ἀνθρωπίνης TE καὶ πολι- 
τικῆς (die Tugend, welche den 
Menschen als Einzelwesen und als 
Mitglied einer Gemeinde ziert, also 


10 | ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


πολιτεχῆς, ἐτειστήμων ἐστίν; οἶμαι γάρ σε ἐσχέφϑαι διὰ 
τὴν τῶν υἱέων κτῆσιν. ἔστι τις, ἔφην ἐγώ, ἢ οὔ; Πάνυ 
γε, ἦ δ᾽ ὅς. Τίς, ἦν δ᾽ ἐγώ, καὶ ποδαπός; καὶ τόσου 
διδάσχει; Εὐηνός, ἔφη, ὦ Σώχρατες, Πάριος, πέντε μνῶν" 
χαὶ ἐγὼ τὸν Εὐηνὸν ἐμαχάρισα, εἰ ὡς ἀληϑῶς ἔχει ταύ- 
τὴν τὴν τέχνην χαὶ οὕτως ἐμμελῶς διδάσκει. ἔγωγ᾽ οὖν 
χαὶ αὐτὸς ἐχαλλυνόμην τὲ καὶ ἡβρυνόμην ἄν, εἰ ἠτειστά- 
μὴν ταῦτα᾽ ἀλλ᾽ οὐ γὰρ ἐπίσταμαι, ὦ ἄνδρες ᾿49η- 
γαῖοι. | 

5. Ὑπολάβοι ἂν οὖν τις ὑμῶν ἴσως" ἀλλ᾽, ὦ Σώ- 
χρατες, τὸ σὸν τί ἔστι πρᾶγμα; πόϑεν αἱ διαβολαί σοι 
αὗται γεγόνασιν; οὐ γὰρ δήπου σοῦ γε οὐδὲν τῶν ἄλ- 
λων πεεριττότερον πραγματευομένου ἔπειτα τοσαύτη φήμη 
τε χαὶ λόγος γέγονεν, εἰ μή τι ἔπραττες ἀλλοῖον ἢ oi 
γτολλοί" λέγε οὖν ἡμῖν, τί ἐστιν, ἵνα μὴ ἡμεῖς περὶ σοῦ 
αὐτοσχεδιάζωμεν. ταυτί μοι δοκεῖ δίκαια λέγειν ὃ λέγων, 
χἀγὼ ὑμῖν πειράσομαι ἀποδεῖξαι, τί ποτ᾽ ἔστι τοῦτο ὃ 
ἐμοὶ ττεττοέηχε τό τε ὄνομα καὶ τὴν διαβολήν. ἀκούετε δή. 


der Inbegriff, der Ausbund. aller 
Tugend) “ἐπιστήμων ἐστίν; auf 
welche jedermann antworten mufs: 
einen solchen Lehrer giebt es nicht; 
sie liegt weiter in dem schnöden 
Zusatze zu τίς, dem ποδαπός, 
πόσου διδάσχει und in der korrek- 
ten Antwort des Thoren Kallias: 
Evnvos, ein ziemlich obskurer So- 
phist, Πάριος, ein Mann, der von 


der kleinen Insel Paros nach dem. 


ruhmreichen Athen kommt, πέντε 
uvov, und der das höchste, das 


ein Mensch geben kann, die Lehre 


von der ἀνϑρωτπίνη zei πολιτιχὴ 

ἀρεξή ; für hundert Thaler feilbietet! 

Wie lachend klingt danach das: zei 
ἐγὼ τὸν Εὐηνὸν ἐμαχάρισα und 
wie komisch schmerzlich die be- 
dauernden, die mit komischem 
Ernst gesprochenen _ Worte: ἀλλ᾽ 
οὐ γὰρ ἐπίσταμαι, ὦ ἄνδρες Ἀϑη- 
γαῖοι. Das ist allerdings keine 
Schulrhetorik, aber man darf be- 
haupten: selbst Demosthenes hat es 


zul. 


nicht besser verstanden, eine an 
sich eigentlich einfache Erzählung 
so trefflich auszunutzen. 

Kap. 5. Sokrates erkennt den 
Haupteinwurf, welchen man gegen 


‚seine bisherige Auseinandersetzung 


machen kann, an, den Einwurf: 
worin liegt dann aber der Grund zu 
deiner Gehässigkeit? Er giebt ihn 
in der Form der dringenden Frage 
d. h. durch zwei Fragen und der 
ebenso eindringlichen Begrün- 
dung, die sich ebenfalls wiederholt: 
σοῦ οὐδὲν τῶν ἄλλων περιττό- 
τερον “πραγματευομένου, und εἶ 
μή τι ἔπραττες ἀλλοῖον ἢ n οἱ πολ: 
λοί. Man hat deshalb mit Unrecht 
die letzteren Worte eingeklammert. 
Er schlie(st dem Einwurfe nicht so- 
fort die Widerlegung an, sondern 
läfst dem Zuhörer zunächst Zeit, 
demselben nachzudenken, wenn er 
sagt, er wolle die Entstehung sei- 
nes Beinamens (ὃ σοφός) und sei- 
nes Rufes. erklären, und er spannt 


ἈΠΟΛΟΓΙΑ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 17 


καὶ ἴσως μὲν δόξω τισὶν ὑμῶν παίζειν, εὖ μέντοι ἴστε, 
πᾶσαν ὑμῖν τὴν ἀλήϑειαν ἐρῶ. ἐγὼ γάρ, ὦ ἄνδρες ϑη- 
- > > \ 2 2 ὃν \ , x - WEL, 
vaioı, δι᾿ οὐδὲν ἀλλ᾽ ἢ διὰ σοφίαν τινὰ τοῦτο τὸ Ovoua 
ἔσχηχα. ποίαν δὴ σοφίαν ταύτην; ἥπερ ἔστιν ἴσως av- 
ϑρωπίνη σοφία. τῷ ὄντι γὰρ κινδυνεύω ταύτην εἶναι 
͵ ’ a ἢ x 
σοφός" οὗτοι δὲ τάχ᾽ ἂν, οὺς ἄρτι ἔλεγον, μείζω τινὰ 
ἢ κατ᾿ ἄνϑρωπον σοφίαν σοφοὶ εἶεν, ἢ οὐκ ἔχω τέ λέγω" 
> \ 2 ἜΝ τ 3 ’ı.@ is ‚ 
οὐ γὰρ δὴ ἔγωγε αὐτὴν ἐπίσταμαι, ἀλλ᾽ ὅστις φησὶ ψεύ- 
derai τε καὶ ἐπὶ διαβολῇ τῇ ἐμῇ λέγει. καί μοι, ὠ ἄν- 
does ᾿Αϑηναῖοι, μὴ ϑορυβήσητε, und’ ξὰν δίξω τι ὑμῖν 
μέγα λέγειν. οὐ γὰρ ἐμὸν ἐρῶ τὸν λόγον, ὃν ἂν λέγω, 
ἀλλ᾽ εἰς ἀξιόχρεων ὑμῖν τὸν λέγοντα ἀνοίσω. τῆς γὰρ 
ἐμῆς, εἰ δή τίς ἐστι σοφία καὶ οἵα, μάρτυρα ὑμῖν πιαρέ- 
ξομαι τὸν ϑεὸν τὸν ἐν Δελφοῖς. Χαιρεφῶντα γὰρ ἴστε 
που. οὗτος ἐμός τε ἑταῖρος ἣν Ex νέου, καὶ ὑμῶν τῷ 


ihre Aufmerksamkeit mit den Wor- 
ten: χαὲ ἔσως δόξω τισὶν ὑμῶν 
παίζειν. Er giebt dann die Ant- 
wort auf die obigen Fragen in der 
That in der Form eines Scherzes, 
also in einer überraschenden Form: 
ἔσχηχα τὸ ὄνομα τοῦ σοφοῦ διὰ 
σοφίαν τινά, und steigert die Über- 
raschung durch ein scheinbar prah- 


lendes Beiwort, welches er seiner . 


σοφία mit satirischem Rückblick 
auf die im vorigen Kapitel erwähnte 
ἀνϑρωπίνη ἀρετή giebt. Dort hatte 
er zweifelnd gefragt: τίς τῆς τοι- 
αὐτης ἀρετῆς ἐπιστήμων ἐστίν, 
hier nennt er sich den ἐπιστήμων: 
meine Weisheit ist wirklich (daher 
ἔστιν zu accentuieren) eine ἀν- 
ϑρωπίνη σοφία. Wer nun den So- 
krates nicht genauer kennt, wohl 
aber das prahlende Wesen eines der 
Sophisten, der wird natürlich jetzt 
sich auf ein bombastisches Selbst- 
lob des Redners gefalst machen. 
Statt dessen folgt das Gegenteil: 
Sokrates setzt sich in scharfen Ge- 
gensatz zu den Sophisten, mit denen 
man ihn in eine Kategorie stellt 
und nennt deren Weisheit gegen- 
Plato, Apologie. Krito. 


über der seinigen eine übermensch- 
liche, μείζω ἢ zart’ ἀνϑρωπον. 
Was ist denn nun aber die Wahr- 
heit? Woher hat Sokrates den Bei- 
namen σοφός bekommen? Der be- 
kannte Spruch des delphischen Ora- 
kels: σοφὸς Σοφοχλῆς, σοφώτε- 
ρος Εὐριπίδης, ἀνδρῶν δ᾽ anav- 
των Σωχράτης σοφώτατος trägt 
offenbar die Schuld an diesem Bei- 
namen. Hätte er dies schlicht zu- 
gestanden und auf den delphischen 
Gott sich berufen, wie wenig wirk- 
sam würde das gewesen sein, und 
wie ganz anders macht sich jetzt 
die Erzählung vom Chärephon, nach- 
dem die Auseinandersetzung von 
der hausbacknen, von der durchaus 
nicht wunderbaren, sondern dem 
Menschen als solchem zukommen- 
den Weisheit vorangegangen ist! 
So schwächt ein weiser Redner ein 
Zugeständnis, das er nicht umgehen 
kann, ab, nimmt ihm von vorn- 
herein das Verletzende. Auch die 
Erzählung selbst hat noch manch 
abschwächendes Moment. Sie trägt 
die Form der schlichtesten Darstel- 
lung, sie ist schmucklos; sie nennt 


2 


18 IAATQNOE 


σπλήϑει ἑταῖρός τε καὶ ξυνέφυγε τὴν φυγὴν ταύτην καὶ 
us? ὑμῶν χατῆλϑε. καὶ ἴστε δὴ οἷος ἣν Χαιρεφῶν, ὡς 
σφοδρὸς ἐφ᾽ ὅ τι ὁρμήσειε. χαὶ δή ποτε καὶ εἰς “΄ελ- 
φοὺς ἐλθὼν ἐτόλμησε τοῦτο μαντεύσασθαι" χαί, ὅπερ 
λέγω, μὴ ϑορυβεῖτε, ὦ ἄνδρες" ἤρετο γὰρ δή, εἴ τις 
ἐμοῦ εἴη σοφώτερος. ἀνεῖλεν οὖν ἡ Πυϑία μηδένα σοφώ- 
τερον εἶναι. χαὶ τούτων πέρι ὃ ἀδελφὸς ὑμῖν αὐτοῦ οὗ- 
τοσὶ μαρτυρήσει, ἐπειδὴ ἐκεῖνος τετελεύτηκεν. 

6. Σχέψασϑε δὲ ὧν ἕνεκα ταῦτα λέγω" μέλλω γὰρ 
ὑμᾶς διδάξειν, ὅϑεν μοι ἡ διαβολὴ γέγονε. ταῦτα γὰρ 
ἐγὼ ἀκούσας ἐνεϑυμούμην οὑτωσί" τί score λέγει ὃ ϑεός, 
χαὶ τέ ποτε αἰνίττεται; ἐγὼ γὰρ δὴ οὔτε μέγα οὔτε σμι- 
χρὸν ξύνοιδα ἐμαυτῷ σοφὸς ὧν" τί οὖν ποτὲ λέγει φά- 
σχων ἐμὲ σοφώτατον εἶναι; οὐ γὰρ δήπου ψεύδεταέ γε" 
οὐ γὰρ ϑέμις αὐτῷ. „al πολὺν μὲν χρόνον ἠτεόρουν, τέ 


den Chärephon einen übereifrigen 
Menschen — ὡς σφοδρὸς ἐφ 
ὅτι δρμήσειε —; sie nennt die 
Frage an die Py thia eine Kühnheit, 
ein Wagnis: ἐτόλμησε τοῦτο 
μαντεύσασϑαι; sie sucht, ehe sie 
die an die Pythia gestellte Frage 
mitteilt, die Gemüter der Geschwo- 
renen durch ein un ϑορυβεῖτε, ὦ 
ἄνδρες, τὰ beschwichtigen; 516 giebt 


endlich die Antwort des Orakels ° 
nicht so, wie sie gelautet hat, 'son- 


dern in einer weit milderen Fassung. 

Kap. 6. Nachdem er die Ent- 
stehung seines Beinamens so er- 
klärt hat, geht er dazu über zu 
zeigen, ὅϑεν ἡ διαβολὴ γέγονεν, 
schwächt aber auch bei dieser Ge- 
legenheit in gescheitester Weise das 
Gehässige seines Beinamens ab. Ja, 
das letztere zu erreichen, ist ihm 
wohl Hauptsache. Wie klug ist es 
nun, dem Begriffe σοφός die ob- 
jektive Giltigkeit zu nehmen und 
ihm nur relative Bedeutung zuzu- 
messen! Diese Klugheit ist dazu 
angethan, nicht nur dem Neide, der 
Scheelsucht die Grundlage fortzu- 
ziehen, sondern das Ubelwollen in 
Wohlwollen zu verwandeln. Ich 


- ohne Schuld gekommen ist. 


kenne bei keinem Redner eine so 
klassisch kluge Stelle, ‚wie die 
Worte κινδυνεύει μὲν͵ “γὰρ ἡμῶν 
οὐδέτερος — ὥσπε πεν οὖν οὐχ οἶδα, 
οὐδὲ οἴομαι. welche tiefe 
Wahrheit eh sich dabei hin- 
ter dieser geradezu komischen Wen- 
dung! Erinnert sie nicht jeden un- 
willkürlich an das Wort des Apo- 
stels: Unser Wissen ist Stückwerk 
und unser Weissagen ist Stück- 
werk!? Wie kunstvoll aber geht 
er wieder seinem Ziele entgegen! 
Er hat im vorigen Kapitel gezeigt, 
wie er zu seinem: Beinamen: ganz 
Damit 
hat er aber die Mifsgunst der Leute 


‚nicht überwunden; es kann ihren 


Neid vielmehr erhöhen, dafs die 
Weisheit des delphischen Gottes - 
den Namen gegeben hat. Da stellt 
er sich nun, als hätte des Gottes 
Spruch ihn in Verlegenheit gesetzt; 
statt sich durch ihn gehoben zu 
fühlen, sagt er bescheiden: Ich bin 
nicht weise; dennoch sagt es der 
Gott in Delphi; lügen kann der 
nicht: wie rette ich mich aus die- 
sem Irrgange? Hal πολὺν μὲν 
χρόνον ἡπόρουν, τί ποτε λέγει 


AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 19 


ποτε λέγει, ἔπειτα μόγις scavv Ent ζήτησιν αὐτοῦ τοιαύ- 
τὴν τινὰ ἐτραπόμην. ηλϑὸον ἐπί τινα τῶν δοκούντων σο- 
- 5 ς » -ν 
φῶν εἶναι, ag ἐνταῦϑα, εἴ πέρ που, ἐλέγξων τὸ μαντεῖον 
χαὶ ἀποφανῶν τῷ χρησμῷ ὅτι οὑτοσὶ ἐμοῦ σοφώτερός 
ἐστι, σὺ δ᾽ ἐμὲ ἔφησϑα. διασκοττῶν οὖν τοῦτον — ὃνό- 
ματι γὰρ οὐδὲν δέομαι λέγειν, nv δέ τις τῶν πολιτιχῶν, 
\ a | - ER ; 2} ε΄. 2 
χερὸς ὃν ἐγὼ σχοπῶν τοιοῦτον τι ἔπταϑον, ὦ ἄνδρες AIN- 
ἂς ’ - ’ € 
valoı — καὶ διαλεγόμενος αὐτῷ, ἔδοξέ μοι οὗτος ὃ ἀνὴρ 
δοκεῖν μὲν εἶναι σοφὸς ἄλλοις τε πολλοῖς ἀνϑρώποις 
χαὶ μάλιστα ἑαυτῷ, εἶναι δ᾽ οὔ χἄπειτα ἐτπεειρώμην 
αὐτῷ δεικνύναι, ὅτι οἴοιτο μὲν εἶναι σοφός, εἴη δ᾽ οὔ. 
ἐντεῦϑεν οὖν τούτῳ τε ἀπηχϑόμην καὶ πολλοῖς τῶν παρ- 
ὄντων, πρὸς ἐμαυτὸν δ᾽ οὖν ἀπιὼν ἐλογιζόμην ὅτι τού- 
του μὲν τοῦ ἀνθρώπου ἐγὼ σοφώτερός εἰμι" κινδυνεύει 
x ΕΝ ς - > ’, I N... \ > Ἁ 2 4 
μὲν γὰρ ἡμῶν οὐδέτερος οὐδὲν καλὸν χἀγαϑὸν εἰδέναι, 
> 2 Φ' \ ΡῚ 2 2 ᾽, 2 > [4 > \ 4 
ἀλλ᾽ οὗτος μὲν olerai τι εἰδέναι οὐκ εἰδώς, ἐγὼ δέ, 
ὥσττερ οὺὐν οὐχ οἶδα, οὐδὲ οἴομαι" ἔοικα γοῦν τούτου γε 
σμικρῷ τινι αὐτῷ τούτῳ σοφώτερος εἶναι, ὅτι ἃ μὴ οἶδα 
) οι » 25) > - ΠΣ 3 3 ἢ , 
οὐδὲ οἴομαι εἰδέναι. ἐντεῦϑεν ἐπ᾽ ἄλλον na τῶν Exeivov 
δοκούντων σοφωτέρων εἶναι, καί μοι ταὐτὰ ταῦτα ἔδοξε" 
75) -" I , VD ps I 7 
χαὶ ἐνταῦϑα χἀχείνῳ χαὶ ἄλλοις πολλοῖς ἀπηχϑόμην. 
4. Μετὰ ταῦτ᾽ ovv ἤδη ἐφεξῆς na, αἰσϑανόμενος 
μὲν — χαὶ λυπούμενος χαὶ δεδιὼς --- ὅτε ἀπηχϑανόμην, 


di. „der Spruch des Gottes hat 
mir lange Zeit Kopfzerbrechen ge- 
macht“, Dann hilft er sich mit 


einem Entschlusse von jugendlicher 


Frische: „Ich werde weisere Män- 
ner als ich bin, aufsuchen und dann 
den Gott fragen: warum nennst du 
mich weiser als den und jenen?“ 
Und nun besucht er einen πολιτι- 
χός, einen Mann, der anderen für 
weise gilt und sich selbst am mei- 
sten, ἃ. 1. einen jener Männer, die 
es sich, wie seine Ankläger, zur 
Lebensaufgabe gemacht haben, den 
Staat zu retten. Und was findet 
er? Das überraschendste Resultat, 
das man sich denken kann: sie sind 


beide unwissende Gesellen, aber der 
eine ist wenigstens nicht so thö- 
richt, sich für klug zu halten. Zu 
dieser Erkenntnis läfst er sich auch 
nicht plötzlich kommen, sondern: 
πρὸς ἐμαυτὸν δ᾽ οὖν anımv ἐλο- 
γιζόμην „ich ging also nach Hause 
und kalkulierte“ oder, wie wir sagen 
würden: „und zog die Moral“ u.s.w.; 
denn auch das Wort λογίζεσϑαε 
ist ironisch gebraucht worden. 
Kap. 7. Die Partieipia za? Av- 
πούμενος χαὶ δεδιώς im Anfange 
des Kapitels vertreten die Stelle 
eines eingeschalteten Satzes: „ich 
merkte zu meiner Betrübnis, wie 
zu meiner Besorgnis, dafs ich in 


ΔῈ 


20 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ὅμως δὲ ἀναγχαῖον ἐδόχει εἶναι τὸ τοῦ ϑεοῦ πεερὶ τελεί- 
στου ποιεῖσϑαι" ἰτέον οὖν σχοτιοῦντε τὸν χρησμόν, τί 
λέγει, ἐπὶ ἅπαντας τούς τι δοχοῦντας εἰδέναι. καὶ νὴ 
τὸν χύνα, ὦ ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι᾽ δεῖ γὰρ πρὸς ὑμᾶς taln- 
ϑῆ λέγειν" ἡ μὴν ἐγὼ ἔπαϑόν τι τοιοῦτον" οἱ μὲν ud- 
λιστα εὐδοκιμοῦντες ἔδοξάν μοι ὀλίγου δεῖν τοῦ πλεί- 
στου ἐνδεεῖς εἶναι ζητοῦντι χατὰ τὸν ϑεόν, ἄλλοι δὲ 
δοχοῦντες φαυλότεροι ἐπιειχέστεροι εἶναι ἄνδρες πρὸς 
τὸ φρονίμως ἔχειν. δεῖ δὴ ὑμῖν τὴν ἐμὴν πλάνην ἐπι- 
δεῖξαι ὥσττερ πόνους τινὰς πονοῦντος, ἵνα μοι χαὶ ἂν- 
ελεγχτὸς ἡ μαντεία γένοιτο. μετὰ γὰρ τοὺς πολιτιχοὺς 
na ἐπὶ τοὺς ποιητὰς τούς τε τῶν τραγῳδιῶν καὶ τοὺς 


Gehässigkeit geriet“; die Worte ὅτι 
ἀπηχϑανόμην sind also Objekt zu 
αἰσϑανόμενος. Es liegt wohl zu 
tage, dals die Ankläger in ihren 
Reden den Sokrates als einen mit 
Recht in der ganzen Stadt gehalsten 
Bürger charakterisiert oder zu zeich- 
nen versucht hatten. Ein weniger 
geschickter Anwalt, als Sokrates 
und Plato, würde sich da leicht 
haben verleiten lassen, die ἀπέ- 
χϑεια überhaupt zu leugnen, und 
auch für Sokrates hätte eine solche 
Zurückweisung gar nicht so- fern 


gelegen; denn er konnte ja auch 
“Das 


sich vieler Freunde rühmen. 
absolute Leugnen der Berechtigung 
der Klage ist aber nicht immer die 
beste Art der Verteidigung. So- 
krates weist deswegen nicht die 
Gehässigkeit zurück, sondern ent- 
zieht ihr nur die vernünftige Be- 
gründung. Er gesteht selbst zu, 
dafs er nicht blind in den Hafs 
hineingerannt, dals er vielmehr mit 
offenem Auge und selbst mit Be- 
trübnis ihm entgegen gegangen sei. 
Das giebt dem Zwange, der ihn sei- 
ner Darstellung nach zu seiner Le- 
bensweise nötigte = ἀναγκαῖον 
ἐδόχει εἶναι, ἰτέον οὐν σχοποῦντι 
τὸν χρησμόν -- ein ganz anderes 
Aussehen ; das bedeutet: „ich stellte 
des Gottes Befehl höher, als alle 


Unbill, die mir von Menschen wi- 
derfahren konnte“. 

‚Zu der Schwurformel νὴ τὸν 
χύνα bemerkt Cron: „Dieser Be- 
teuerungsform bedient sich Sokra- 
krates mit Vorliebe. Die Uberlie- 
ferung giebt ihm hierin den Rha- 
damanthys zum Vorgänger, der zu- 
erst οὐχ εἴα ὅρκους ποιεῖσϑαι 
χατὰ ϑεῶν, ἀλλ᾽ ὀμνύναι χῆνα 
χαὶ κύνα καὶ κριὸν καὶ τὰ ὅμοια, 
und zwar ὑπὲρ τοῦ um τοὺς ϑεοὺς 
ἐπὶ πᾶσιν ὀνομάζειν. δυϊά.“ Mir er- 
scheint diese Erklärung zu gesucht: 
ich möchte den Schwur mit dem 
deutschen: dafs dich das Mäuslein 
beilse! zusammenstellen und vielen 
anderen Versicherungsformeln des 
Altertums und unserer Zeit, bei de- 
nen niemand daran gedacht hat, 
dafs er mit ihrer Hilfe dem ‘Vor- 


-wurfe, den Namen Gottes zu mils- 


brauchen, entgehen könne. 

In den Worten ἵνα μοι καὶ ἄνε- 
λεγχτὸς ἡ μαντεία γένοιτο hat 
C. F. Hermann die Lesart geändert 
und za» ἐλεγχτός geschrieben, weil 
er, wie mir scheint, mit vollem 
Recht an dem Gedanken Anstofs 
nahm, Sokrates habe den delphi- 
schen Spruch als unwiderleglich, 
also als durchaus der Wahrheit ent- 
sprechend erweisen wollen. Hatte 
doch Sokrates vor kaum einer Mi- 


- 


AHOAOTIA ZQKPATOTE. 


21 


τῶν διϑυράμβων. xal τοὺς ἄλλους, ὡς ἐνταῦϑα ἐπ᾽ αὖ- 
τοφώρῳ καταληψόμενος ἐμαυτὸν ἀμαϑέστερον ἐχείνων 
ὄντα. ἀναλαμβάνων οὖν αὐτῶν τὰ ποιήματα, ἅ μοι 
ἐδόκει μάλιστα πεπραγματεῦσϑαι αὑτοῖς, διηρώτων ἂν 
αὐτοὺς τί λέγοιεν, ἵν᾽ ἅμα τι nal μανϑάνοιμι σαρ᾽ αὖ- 
τῶν. αἰσχύνομαι οὖν ὑμῖν εἰπεῖν, ὠ ἄνδρες, ‚and 
ὅμως δὲ Ömteov. ὡς ἔπος γὰρ εἰπεῖν ὀλίγου αὐτῶν Arav- 
τες οἱ παρόντες ἂν βέλτιον ἔλεγον περὶ ὧν αὐτοί ἔτπτεττοι- 


ἥκεσαν. ἔγνων οὖν καὶ περὶ τῶν ποιητῶν Evi λόγῳ τοῦτο, 


ὅτι οὗ σοφίᾳ ποιοῖεν ἃ τστοιοῖεν, ἀλλὰ φύσει τινὶ χαὶ 
ἐνθουσιάζοντες, ὥσπερ οἱ ϑεομάντεις καὶ οἵ χρησμῳδοί" 
καὶ, γὰρ οὗτοι λέγουσι μὲν πολλὰ καὶ καλά, ἴσασι δὲ οὐ- 
δὲν ὧν λέγουσι. τοιοῦτόν τί μοι ἐφάνησαν πάϑος χαὶ 
οἱ ποιηταὶ χεεπονϑότες" nal ἅμα ἠσϑόμην αὐτῶν διὰ τὴν 
ποίησιν οἰομένων καὶ τάλλα σοφωτάτων εἶναι ἀνϑρώ- 
σων, ἃ οὐκ ἢσαν. ἀπῇα οὖν χαὶ ἐντεῦϑεν τῷ αὐτῷ οἷό- 
μενος περιγεγονέναι, “ᾧπερ χαὶ τῶν πολιτικῶν. 

8. Τελευτῶν οὖν ἐπὶ τοὺς χειροτέχνας Πα" ἐμαυ- 
τῷ γὰρ ξυνήδειν οὐδὲν ἐπεισταμένῳ, ὡς ἔπος εἰτιεῖν, τού- 
τους δέ γ᾽ ἤδειν ὅτι εὑρήσοιμι zrolla χαὶ καλὰ ἐπιστα- 
μένους. χαὶ τούτου μὲν οὐκ ἐψεύσθην, ἀλλ᾽ ἠπίσταντο 
ἃ ἐγὼ οὐκ ἠπιστάμην καί μου ταύτῃ σοφώτεροι ἦσαν. 


nute das gerade Gegenteil gesagt: 
ὡς ἐνταῦϑα ἐλέγξων τὸ μαντεῖον. 
Dennoch dürfte die allgemein über- 
lieferte Lesart nicht zu ändern sein: 
in dem ἀν- des Wortes ἄνελεγ- 
χτὸς steckt hier kein «& privati- 
vum, sondern die Präposition ἀνά 
und diese heifst, wie oft in Kom- 
positis „wiederum, von neuem“. So 
heilst auch ἀνελέγχω bei Eurip. 
Ion 1470 „von neuem erforschen“. 
Der Gedanke unserer Stelle ist also: 
„ich mühte mich ab, um wieder 
und wieder das Orakel zu über- 
führen, dafs ich nicht der σοφώ- 
τατος Sei. 

Die hier ausgesprochene Ansicht 
über die Dichter, dafs sie φύσει 
τινὲ xal ἐνθουσιάζοντες, infolge 


einer Naturanlage und weil ein Gott 
aus ihnen rede, Dichter seien, ist 
nicht etwa- ein mit Ironie ausge- 
sprochener Satz. Sokrates äulsert 
sich bei Plato öfter ähnlich und 
giebt dem Dichter in der Rangord- 
nung der Geister, welche er im 
Phädrus aufstellt, eine ziemlich tiefe 
Stellung. 

Kap. 8. Von den Männern des 
Geistes wendet er sich zu den Hand- 
werkern und schont auch sie nicht, 
sondern sucht auch die Gegner, 
welche er unter ihnen hatte, lächer- 
lich zu machen, und gerade hier 
ergeht er sich mehr als vorher in 
mild-ironischen Worten. Solcher 
Ausdrücke sind: χαί μου ταύτῃ 
σοφώτεροι ἤσαν, ein Wort, das 


22 IAATQNOE 


ἀλλ᾽, ὦ ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, ταὐτόν μοι ἔδοξαν ἔχειν ἅμάρ- 
τημα, ὅπερ χαὶ οἱ ποιηταί, καὶ ol ἀγαϑοὶ δημιουργοί" 
διὰ τὸ τὴν τέχνην χαλῶς ἐξεργάζεσϑαι ἕκαστος ἠξίου 
καὶ τἄλλα τὰ μέγιστα σοφώτατος εἶναι, χαὶ αὐτῶν αὕτη 
ἡ πλημμέλεια ἐχείνην τὴν σοφίαν ἀπέχρυτιτεν᾽ ὥστ᾽ 
ἐμὲ ἐμαυτὸν ἀνερωτᾶν ὑττὲρ τοῦ χρησμοῦ, πότερα δεξαί- 
μην ἂν οὕτως ὥσπερ ἔχω ἔχειν, μήτε τι σοφὸς ὧν τὴν 
ἐχείνων σοφία μήτε ἀμαϑὴς τὴν ἀμαϑίαν, ἢ ἀμφότερα 
ἃ ἐχεῖνοι ἔχουσιν ἔχειν. ἀπεχρινάμην οὖν ἐμαυτῷ al 
τῷ χρησμῷ, ὅτι μοι λυσιτελοῖ ὥστεερ ἔχω ἔχειν. 

9. Er ταυτησὶ δὴ τῆς ἐξετάσεως, ὦ ἄνδρες ᾿49ϑη- 
γαῖοι, πολλαὶ μὲν ἀπέχϑειαέ μοι γεγόνασι χαὶ οἷαι χαλε- 
σεώταται χαὶ βαρύταται, ὥστε πολλὰς διαβολὰς ar’ αὖ- 
τῶν γεγονέναι, ὄνομα δὲ τοῦτο λέγεσϑαι, σοφὸς εἶναι. 
οἴονται γάρ μὲ ἑἕχάστοτε οἱ παρόντες ταῦτα αὐτὸν εἶναι 
σοφόν, ἃ ἂν ἄλλον ἐξελέγξω" τὸ δὲ κινδυνεύει, ὦ ἄνδρες, 
τῷ ὄντι ὃ ϑεὸς σοφὸς εἶναι, χαὶ ἐν τῷ χρησμῷ τούτῳ 


er, als er von den Dichtern sprach, 
verschmähte und das vom Hand- 
werker gebraucht, von der Hand- 
fertigkeit, schelmisch klingt, Fer- 
ner das Epitheton in οἱ ἀγαϑοὶ 
δημιουργοί, die Phrase ἡ πλημμέ- 


λεια (eigentlich: der Milston, der- 
Fehler im Gesang) τὴν σοφίαν᾽ 


ἀπέχκρυπτεν, sodann das «ve- 
ἔγεν ὑπὲρ τοῦ χρησμοῦ d. 1. im 

teresse des Orakelspruches, und 
endlich das λυσιτελοῖ in den letz- 
ten Worten. 

Kap. 9. Die Worte des ὄνομα 
ὁὲ τοῦτο λέγεσϑαι, σοφὸς εἰναι 
sind in der lockeren Weise der Um- 
gangssprache in die Konstruktion 
des ὥστε πολλὰς διαβολὰς ἀπ᾿ 
αὐτῶν γενέσϑαι hineingezogen. 
Streng logisch hätte Sokrates nicht 
λέγεσϑαι, sondern ἐλέγετο oder 
λέγεται sagen müssen, das Verbum 
in Verbindung mit ἐκ ταυτησὶ τῆς 
ἐξετάσεως bringen müssen. Denn 
der Beiname ist nach des Redners 
Darstellung, nach der folgenden 


Begründung οἴονται γάρ με χ.τ. ἕ. 
nicht infolge der ἀπέχϑειαι, wie 
die διαβολαί, entstanden, sondern 
er ist eine Folge seiner ἐξετάσεις: 
wenn er einem anderen nachwies, 
er verstehe nicht, was er zu ver- 
stehen wähne (ἃ - ἂν ἄλλον ἐξε- 
λέγξωγ), dann glaubten die Anwe- 
senden, er sei ein σοφός in diesem 
Punkte. 

Zu den kunstreichsten Wendun- 
gen der Rede gehört die Erklärung 
der Wahrheit des Orakelspruches. 


. Sie kommt überraschend; „man er- 


wartet nach den Worten ἃ ἄν ab 


λον ἐξελέγξω etwa: ἀλλ᾽ ἔγωγε 


οὐχ εἰμι ταῦτα σοφός. Sein Ge- 
dankengang ist: ἀλλ᾽ οὐχ ἔγωγε 
σοφός εἰμι, ἀλλὰ ὃ ϑεὸς μόνος. 
Er giebt den letzten Satz ohne das 
vermittelnde οὐχ ἔγωγε und zwar 
giebt er ihn zögernd: τὸ δὲ χιν- 
δυνεύει, ὦ ἄνδρες, τῷ ὄντι — 
Worte, die man sich langsam ge- 
sprochen denken mufs, die, weil 
man sich bei ihnen nichts denken 


y ANOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 23 


ς 3 


τοῦτο λέγειν, ὅτι. ἡ ἀνϑρωπίνη σοφία ὀλίγου τινὸς ἀξία 
ἐστὶ xal οὐδενός" χαὶ φαίνεται τοῦτ᾽ οὐ λέγειν τὸν 
Σωχράτη, προσχεχρῆσϑαι δὲ τῷ ἐμῷ ὀνόματι, ἐμὲ παρά- 
δειγμα ποιούμενος, ὥσπερ ἂν εἰ εἴποι ὅτε οὗτος ὑμῶν, 
ὦ ἄνθρωποι, σοφώτατός ἐστιν, ὅστις ὥσπερ Σωχράτης 
ἔγνωχεν ὅτι οὐδενὸς ἄξιός ἐστι τῇ ἀληϑείᾳ πρὸς σοφίαν. 
ταῦτ᾽ οὖν ἐγὼ μὲν ἔτι χαὶ νῦν περιιὼν ζητῶ χαὶ ἐρευνῶ 
χατὰ τὸν ϑεόν, χαὶ τῶν ἀστῶν χαὶ τῶν ξένων ἂν τινὰ 
οἴωμαι σοφὸν εἶναι" καὶ ἐπειδάν μοι μὴ δοχῇ, τῷ ϑεῷ 
βοηϑῶν ἐνδείχνυμαι ὅτι οὐκ ἔστι σοφός. Hal ὑπὸ ταύ- 
τῆς τῆς ἀσχολίας οὔτε τι τῶν τῆς πόλεως πρᾶξαί μοι 
σχολὴ γέγονεν ἄξιον λόγου οὔτε τῶν οἰκείων, ἀλλ᾽ ἐν 


΄ ,ὔ ἑν ΝΥΝ \ - - N 
πενίᾳ μυρίᾳ εἰμὶ διὰ τὴν τοῦ ϑεοῦ λατρείαν. 

10. Πρὸς δὲ τούτοις οἱ νέοι μοι ἐτταχολουϑοῦντες, 
οἷς μάλιστα σχολή ἐστιν, οἱ τῶν πλουσιωτάτων, αὐτό- 


kann, auf den Gedanken spannen, 
der nun endlich kommen soll. Bei 
Demosthenes finden sich ähnliche 
Wendungen häufig. Sokrates giebt 
dann zunächst den allgemeinen Ge- 
danken: ἡ ἀνϑρωπίνη σοφία ὀλί- 
yov τινὸς ἀξία ἐστὶ καὶ οὐδενός, 
der besonders von dem Σωχράτης 
ὃ σοφός gesprochen so schön 


klingt; denn er kennzeichnet ihn: 


als den entschiedensten Gegner der 
Sophisten, als den edeln, beschei- 
. denen Mann gegenüber der frivolen 
Unbescheidenheit vieler Sophisten. 
Er erklärt dann den Ausspruch des 
Gottes etwa wie ein Dichterwort 
und mit der behaglichen Breite des 
docierenden Lehrers, der zu Schü- 
lern redet, die ihn nicht immer 
schnell verstehen: „der Gott meint 
(λέγειν) nicht den Sokrates, er hat 
sich nur meines Namens bedient, 
mich als Beispiel angeführt, wie 
wenn er sagte“. Er legt endlich 
die Erklärung des Orakels dem Gotte 
selbst in den Mund, läfst diesen 
selbst reden und zwar nicht, als 
gäbe er dem Chärephon auf seine 
Frage eine Antwort, sondern als 


biete er allen Menschen eine Lehre: 
οὗτος ὑμῶν, © ἄνϑρῳποι, σο- 
φώτατός ἔστιν, ὁστις ὥσπερ Σω- 
HORTNG χε αι €. 

Der letzte Satz des Kapitels ent- 
hält eine stolze Zurückweisung des 
Vorwurfes der Anklage, Sokrates 
sei ein schlechter Bürger. Meine 
Ankläger nennen mich, sagt er, 
einen σχολαῖος, einen Mülsiggän- 
ger. Ich gebe ihnen mehr zu; auch 
um mein Hauswesen habe ich mich 
zu wenig bekümmert und lebe des- 
halb in gröfster Dürftigkeit. Aber 
der Grund dieser angeblichen σχολή 
ist eine ἀσχολία, die durch keine 
ἀσέβεια, wie die Anklage behauptet, 
sondern vielmehr durch eine fromme 
λατρεία τοῦ ϑεοῦ bedingt ist. 

ap. 10. Der erste Satz des Ka- 
pitels hebt das oben Gesagte her- 
vor: scherzend im Hinblick auf 
seine Schüler sagt er: ich verkehre 
mit vielen jungen Leuten, die σχολὴ 
zur Genüge haben, lebe aber dabei 
in einer steten ἀσχολία, und: die 
Söhne der reichsten Männer suchen 
mich täglich auf und dennoch bin 
ich ἐν πενίᾳ μυρίᾳ geblieben. Er 


24 NAATQNOZ 


ματοι χαίρουσιν ἀχούοντες ἐξεταζομένων τῶν ἀνϑρώπων, 
χαὶ αὐτοὶ πολλάκις ἐμὲ μιμούμενοι εἶτ᾽ ἐπειχειροῦσιν 
ἄλλους ἐξετάζειν" κἄπειτα, οἶμαι, εὑρίσκουσι πολλὴν 
ἀφϑονίαν οἰομένων μὲν εἰδέναι τε ἀνθρώπων, εἰδότων 
δὲ ὀλίγα ἢ οὐδέν. ἐντεῦϑεν οὖν οἱ ὕπ᾽ αὐτῶν ἐξεταζό- 
uevoı ἐμοὶ ὀργίζονται, ἀλλ᾽ οὐχ αὑτοῖς, χαὶ λέγουσιν 
ὡς Σωχράτης τίς ἐστι μιαρώτατος χαὶ διαφϑεέρει τοὺς 
γέους᾽ χαὶ ἐπειδάν τις αὐτοὺς ἐρωτᾷ, ὅ τι ποιῶν χαὶ ὅ 
τι διδάσχων, ἔχουσι μὲν οὐδὲν εἰπεῖν, ἀλλ᾽ ἀγνοοῦσιν, 
ἵνα δὲ μὴ δοχῶσιν ἀπορεῖν, τὰ κατὰ πάντων τῶν φιλο- 
σοφούντων πρόχειρα ταῦτα λέγουσιν, ὅτι τὰ μετέωρα 
χαὶ τὰ ὑπὸ γῆς, καὶ ϑεοὺς μὴ νομίζειν, καὶ τὸν ἥττω 
λόγον χρείττω ποιεῖν. τὰ γὰρ ἀληϑῆ, οἶμαι, οὐκ ἂν ἐϑέ- 
λοιὲν λέγειν, ὅτι χατάδηλοι γίγνονται προσποιούμενοι 
μὲν εἰδέναι, εἰδότες δὲ οὐδέν. ἅτε οὖν, οἶμαι, φιλότιμοι 
ὄντες χαὶ σφοδροὶ καὶ πολλοί, καὶ -ξυντεταμένως χαὶ 
πιϑανῶς λέγοντες περὶ ἐμοῦ, ἐμπεπλήχασιν ὑμῶν τὰ 


wra χαὶ πάλαι χαὶ σφοδρῶς διαβάλλοντες. 


deutet damit wieder an, in welchem 
Gegensatz er zu den Sophisten steht, 
mit denen die Anklage ihn auf die- 
. selbe Stufe stellt. Diese reiche Ju- 
gend folgt nun seinem Beispiele und, 
da sie einen grofsen Überfluls — so 
dürfte ἀφϑονία am besten wieder- 

zugeben sein — von Thoren findet, 
ist gerade sie es, sind es gerade 
seine Schüler, welche ihn immer 
mehr in Gehässigkeit bringen. Denn 
statt sich selbst zu zürnen, wenn 
sie ihrer Thorheit überführt wer- 
den, zürnen die Leute ihm als dem 
geistigen Urheber dieser Art des 
Verkehrs. Die Lesart ἐμοὶ ὀργί- 
ζονται, ἀλλ᾽ οὐχ αὑτοῖς verteidigt 
Stallbaum treffend: quwod se erru- 
ris et inscitiae ab illis coargui pa- 
tiantur. Gravi cum ironia haec 
dieta sunt. Mihi, inquit, isti sue- 
censeni, quum tamen sibi potius 
debeant, ut qui se patiantur refu- 
tari ab illis adolescentulis. In den 
Worten Σωχράτης ἱτίς ἐστι we- 


ἐχ τούτων 


ρώτατος gehört τις zum Prädikat 
= Σωκράτης μιαρώτατός τίς 
ἐστι. Hieron. Müller übersetzt also 
falsch: „ein gewisser Sokrates ist 
ein höchst nichtswürdiger Mensch“. 


-Sehr geschickt ist dann erklärt, 
wie die διὰ ολή 


en δια- 
tung: τοὺς via entstanden ist. 

ie Schüler des Sokrates halten 
den Leuten deren Thorheit νοῦ." Die 
Leute ärgern sich, weil sie in ihrem 
Selbstbewufstsein gekränkt wer- 
den. Sie sagen deshalb: die jungen 
Männer sind Taugenichtse und ihr 
Muster, Sokrates, verdirbt sie. 
Fragt man sie nun, wodurch, mit 
welchen Lehren, so erwidern sie 
natürlich nicht: ἐξετάζειν ἡμᾶς 
διδάσχων; denn mit einer solchen 
Antwort würden sie sich blofsstel- 
len. Sie bringen vielmehr jene 
vagen Reden vor, die der Unge- 
bildete gegen alle Philosophen zu 
führen pflegt d. h. sie verleumden 
munter drauf los (σφοδρῶς δια- 


ἈΠΟΛΟΓῚΑ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 25 


χαὶ Πέλητός μοι ἐπέϑετο καὶ ’Avvrog καὶ Avzwv, Mein- 
τος μὲν ὑπὲρ τῶν ποιητῶν ἀχϑόμενος, Avvrog δὲ ὑττὲρ 
τῶν δημιουργῶν xal τῶν πολιτικῶν, Avawy δὲ ὑπὲρ τῶν 
ῥητόρων" ὥστε, ὅτεερ ἀρχόμενος ἐγὼ ἔλεγον, ϑαυμάζοιμ᾽ 
RN > [4 2 » > \ ς - ’ \ \ > 
ἂν εἰ οἷός τ᾿ εἴην ἐγὼ ὑμῶν ταύτην τὴν διαβολὴν ἐξε- 
λέσϑαι ἐν οὕτως ὀλίγῳ χρόνῳ οὕτω πολλὴν γεγονυῖαν. 
ke Zn 3 PU 3 - 2 - \ c - 
ταῦτ᾽ ἔστιν ὑμῖν, ὦ ἄνδρες ᾿Αϑηναῖοι, τἀληϑῆ, καὶ ὑμᾶς 
οὔτε μέγα οὔτε σμιχρὸν ἀποχρυψάμενος ἐγὼ λέγω οὐδ᾽ 
, 5 - 3 » 
ὑποστειλάμενος. χαί τοι οἶδα σχεδὸν ὅτι τοῖς αὑτοῖς 
3 ,ὔ a \ , ΄“ ἿΝ - ’ \ ca 
ἀπεχϑανομαι" ὃ καὶ τεχμήριον ὅτε ἀληϑῆ λέγω χαὶ ὅτι 
ca > \ ς \ ς 3 \ \ \ > - , > 
αὕτη ἐστὶν ἡ διαβολὴ ἢ ἐμὴ χαὶ τὰ airıa ταῦτα ἔστι. 
χαὶ ἐάν τε νῦν ἐάν τε αὖὐϑις ζητήσητε ταῦτα, οὕτως 


εὑρήσετε. 


11. Περὶ μὲν οὖν ὧν οἱ τιρῶτοί μου κατήγοροι χκα- 
τηγόρουν αὕτη ἔστω ἱκανὴ ἀπολογία πρὸς ὑμᾶς" πρὸς 


βάλλειν). Es ist nun ganz der Sitte 
des Plato oder des Sokrates ge- 
mäls, dafs er die Klassifizierung der 
Menschen, welche er ad absurdum 
geführt, nicht nach den Charakteren, 
welche ihn angeklagt haben, zuge- 
schnitten hat: das wäre schulmäfsig 
gewesen und diese Schulmälsigkeit 
der Darstellung weist Plato überall 
zurück. Dennoch kann man die 
beiden Genossen des Meletos gar 
wohl unterbringen. Anytos, der 
Staatsmann, geht ärgerlich vor im 
Interesse, zu gunsten der δημίουρ- 
yol und der πολιτικοί, weil er 
selbst ein πολιτιχός ist und als 
solcher gewohnt ist die δημιουργοί 
zu haranguieren: ob er dabei eine 
Gerberei besessen hat oder nicht, 
ist gleichgiltig. Lykon aber ist 
wohl einer der vielen Lehrer der 
Rhetorik gewesen, die ja Plato und 
Sokrates so oft lächerlich machen 
und als deren Typus Lysias dem 
Sokrates galt. Dann steckt er als 
ποιητὴς τῶν λόγων oder Aoyo- 
ποιὸς unter den ποιηταὶ τῶν τρα- 


γῳδιῶν καὶ τῶν διϑυράμβων zul 


οἱ ἄλλοι, von denen im 7. Ka- 


pitel die Rede war. Die Ruhe und 
das stolze Selbstbewulstsein des 
Redners kennzeichnet der Schlufs 
des ersten Teiles der Rede, das 
ϑαυμάζοιμ᾽ ἂν εἰ οἷός τ᾽ εἴην 
ἐγὼ ὑμῶν ταύτην τὴν διαβολὴν 
ἐξελέσϑαι x. τ. ξ. Dals Sokrates 
mit seinem Zweifel an dem Erfolg 
seiner Rede recht hatte, kann man 


sich auch sagen, ohne den Aus- 


gang des Prozesses zu kennen: ein 
gewöhnlicher Geist vermag die Be- 
rechtigung einer Erscheinung, wie 
die des athenischen Weisen ist, 
nicht zu begreifen. Würde Sokra- 
tes in unseren Tagen von 500 Ge- 
schworenen freigesprochen sein, 
wenn man die Anklage zu einer 
Frage der sogenannten höheren Po- 
litik gemacht hätte? Würde man 
ihn etwa nach dem Kriege von 
1870—1871 in Frankreich freige- 
sprochen haben, wenn es seine An- 
kläger verstanden hätten, den tief- 
gekränkten Nationalstolz gegen ihn 
aufzuregen? Ich glaube kaum. Wir 
Wilden sind nicht etwa bessere 
Menschen! 


20 ΠΛΑΤΏΩΝΟΣ 


δὲ έλητον τὸν ἀγαϑόν τε καὶ φιλόττολιν, ὥς φησι, καὶ 
τοὺς ὑστέρους μετὰ ταῦτα πειράσομαι ἀπολογεῖσϑαι. 
αὖὐϑις γὰρ δή, ὥσπερ ἑτέρων τούτων ὄντων χατηγόρων, 
λάβωμεν av τὴν τούτων ἀντωμοσίαν. ἔχει δέ πως ὧδε" 
Σωχράτη φησὶν ἀδικεῖν τούς τε νέους διαφϑεέροντα χαὶ 
ϑεοὺς οὖς ἡ ττόλις νομίζει οὐ νομίζοντα, ἕτερα δὲ δαι- 
μόνια χαινά. τὸ μὲν δὴ ἔγκλημα τοιοῦτόν ἐστε τούτου 
δὲ τοῦ ἐγχλήματος ἕν ἕχαστον ἐξετάσωμεν. φησὶ γὰρ 
δὴ τοὺς νέους ἀδιχεῖν μὲ διαφϑείροντα. ἐγὰ δέ, ὦ ἄν- 
does ᾿4ϑηναῖοι, adızeiv φημὶ ἸΠέλητον, ὅτι σπουδῇ χα- 
ριεγτίζεται, ῥᾳδίως εἰς ἀγῶνας χαϑιστὰς ἀνϑρώπους, 
zregl πραγμάτων τιροσποιούμεγνος σπουδάζειν καὶ κήδε- 
σϑαι, ὧν οὐδὲν τούτῳ πώποτε ἐμέλησεν. εἷς δὲ τοῦτο 


οὕτως ἔχει, πειράσομαι καὶ ὑμῖν ἐπιδεῖξαι. 


12. Καί μοι δεῦρο, ὦ Μέλητε, εἰπέ" ἄλλο τι ἢ 


Kap. 11. Die Worte ὥς φησι 
zu Meintov τὸν ἀγαϑόν τε χαὶ 
φιλόπολιν sagen deutlich, dafs die 
Ankläger den Sokrates einen χα- 
χὸς πολίτης genannt hatten, der 
sich um das Wohl des Staates nicht 
kümmere. Natürlich haben sie sich 
selbst dabei nicht als gute und va- 
terlandsliebende Männer gepriesen, 


sondern Sokrates legt ihnen sar- 
kastisch die Epitheta bei: ‘wenn 


sie, sagt er, es für ihre Pflicht er- 
achten, einen schlechten Bürger, 
der sein Vaterland vernachlässigt, 


anzuklagen, dann müssen sie sich Ὁ 


doch für Musterbürger halten. Höh- 


nisch verliest er dann die Anklage, - 


deren einzelne Teile ja bereits als 
haltlos hingestellt worden sind, und 
dreht nunin überraschendster Weise 
den Spies um, macht aus dem ἀδι- 
κεῖ Σωχράτης ein ἀδικεῖ Πέλη- 
τος. Er begründet dann das ἀδι- 
κεῖ mit dem bittersten Sarkasmus, 
wenn er den Meletos Ernst erheu- 
cheln läfst (σπουδῇ χαριεντίζεσθϑαι 
„mit ernster Miene Scherz und Spott 
treiben“), wenn er ihm Leichtfertig- 
keit vorwirft, mit der er Leute vor 


Gericht ziehe (εἰς ἀγῶνας καϑι- 
στάναι) und wenn er sagt, er si- 
muliere ernstliche Sorge (σπονδά- 
ζειν καὶ χήδεσϑαι) um Dinge, die 
ihn gar nicht kümmern, eine Sorge, 
an die zu glauben schon sein Name 
verbietet; denn in, den Worten ὧν 
οὐδὲν τούτῳ πώποτε ἐμέλησεν 
weist das ἐμέλησεν ironisch auf 


den Namen M&)nrtog zurück. 


Kap. 12. Die Anspielung des 
μέλει auf den Namen M&Antog geht 
durch das ganze Kapitel, und man 
fühlt die Wirkung dieses Hohnes 
recht, wenn man die so oft wie- 
derholte Anrede ® “Μέλητε etwa 
mit „Freund Kummer“ übersetzt. 
Zumal der Schlufs des Kapitels 
klingt dann sehr wirkungsvoll: „Ja, - 
Freund Kummer, du zeigst zur Ge- 
nüge, dals du niemals besorgt warst 
um die Jugend und beweisest klar 
deine Kummerlosigkeit; denn du 
hast dich gar nicht gekümmert um 
die einzelnen Klagepunkte.“ 

Der Satz, dafs man einen Poli- 
tiker am sichersten zu grunde 
richte, wenn man ihn lächerlich 
mache, dürfte sich auch auf einen 


ANOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 27 


\ - - ς, ς , en , ᾿ 
περὶ ττολλοῦ ποιεῖ, ὅπως ὡς βέλτιστοι οἱ νεώτεροι ἔσον- 
> ”w \ - 3 \ 4 , > x 
ται; Ἔγωγε. Ἴϑι δὴ νῦν eine τούτοις, τίς αὐτοὺς βελ- 
τίους ποιεῖ; δῆλον γὰρ ὅτι οἶσϑα, μέλον γέ σοι. τὸν μὲν 
. ,ὔ ’ 

γὰρ διαφϑείροντα ἐξευρών, ὡς φής, ἐμὲ εἰσάγεις Tov- 
τοισὶ καὶ χατηγορεῖς" τὸν δὲ δὴ βελτίους ποιοῦντα ἴϑι 
eirte καὶ μήνυσον αὐτοῖς, τίς ἔστιν. δρᾷς, ὦ Πέλητε, 
ὅτι σιγᾷς καὶ οὐκ ἔχεις εἰπεῖν; καί τοι οὐκ αἰσχρόν σοι 
δοχεῖ εἶναι nal ἱχανὸν τεχμήριον οὗ δὴ ἐγὼ λέγω, ὅτι 
; > φὰ , > 3 2 , we: 7, , 2 \ 

σοι οὐδὲν μεμέληκεν; ἀλλ᾽ εἶπέ, ὦ ᾿γαϑέ, τίς αὑτοὺς 
ἀμείνους ποιεῖ; Οἱ νόμοι. AAN οὐ τοῦτο ἐρωτῶ, ὦ βέλ- 
τιστε, ἀλλὰ τές ἄνϑρωπος, ὅστις πρῶτον καὶ αὐτὸ τοῦτο 
οἷδε, τοὺς νόμους. Οὗτοι, ὦ Σώχρατες, οἱ δικασταί. 
Πῶς λέγεις, ὦ Μέλητε; οἵδε τοὺς νέους τταιδεύειν οἷοί 

΄ 2 \ , ω ‚ ’ Ω 
τέ εἶσι χαὶ βελτίους ποιοῦσι; άλιστα. Πότερον arıav- 
δ. ς \ > α c > “᾽ Ὁ ὦ τι \ \ 
τες, ἢ οἱ μὲν αὑτῶν, οἱ δ᾽ οὖ; Anavreg. Ev γε νὴ τὴν 
Ἥραν λέγεις, καὶ πολλὴν ἀφϑονίαν τῶν ὠφελούντων. 
’ \ , [4] ς 2 \ ὔ » > 2 
τέ δὲ δή; οἵδε οἱ ἀχροαταὶ βελτίους ποιοῦσιν, ἡ οὔ; 


v4 
Καὶ ovüroı. 


Ti δὲ οἱ βουλευταί; Καὶ οἱ βουλευταί. 


Al) ἄρα, ὦ Μέλητε, μὴ οἱ ἐν τῇ ἐκκλησίᾳ, οἱ ἐκκλη- 


Ankläger anwenden lassen; denn 
die erste Voraussetzung der An- 
klage ist der Ernst; sobald ihr da- 
her die Schellenkappe aufgesetzt 
wird, mufs sie verloren sein. Die 
drastische Komik unseres Kapitels 
spricht nun fast aus jedem Worte. 
Spafshaft sind in ihrem Hohne 
gleich die ersten Worte: χαΐί μοι 
δεῦρο, ὦ Μέλητε, eine. Denn das 
δεῦρο ist natürlich nicht zu eine 
zu ziehen, sondern bildet einen 
Ausruf, eine Aufforderung für sich, 
der das Verbum der Bewegung, das 
2198, fehlt. In dieser Weise redet 
man aber niemand an, den man 
achtet, sondern höchstens jemand, 
den man blofsstellen und den man 
von vornherein seine Überlegenheit 
fühlen lassen will. Höhnisch ist 
dann das lange Zaudern mit der 
Antwort auf die im Hinblick auf 
die Anklage überraschende Frage: 


τίς αὐτοὺς βελτίους ποιεῖ; die 
Worte: „du weifst’s ja natürlich, 


du kümmerst dich ja drum“ u. 5. w. 


Höhnisch ist die dem Meletos zu- 
erst untergeschobene Antwort: οἱ 
vouoı, denn sie klingt schlau und 
ist dabei doch einfältig, weil sie 
eine ausweichende Antwort ist; und 
dann die Art, wie Sokrates ihn 
zwingt Schritt vor Schritt dem Ge- 
ständnis zuzueilen, dafs alle Welt 
aufser dem Angeklagten die Ju- 
gend besser mache. Darf er doch 
nicht nein sagen, auch nicht auf 
die Frage ἅπαντα; Denn sonst 
wird ihm entgegengehalten: Warum 
klagst du denn allein den Sokrates 
an? Bitter ironisch ist ferner das 
Staunen, welches der Redner simu- 
liert, die Frage: πῶς λέγεις; der 
Schwur: εὖ γε νὴ τὴν "Hoav λέ- 
γεις, die verwunderten Ausrufe: 
χαὶ πολλὴν ἀφϑονίαν τῶν ὠφε- 


28 ΠΑΑΤΏΩΝΟΣ 


σιασταί, διαφϑείρουσι τοὺς νεωτέρους; ἢ κἀκεῖνοι βελ- 
τίους ποιοῦσιν ἅπαντες; Καἀχεῖνοι. Πάντες ἄρα, ὡς 
»Ἤ > «, x > ᾿ - \ 3 - 
ἔοικεν, ᾿ϑηναῖοι καλοὺς κἀγαϑοὺς ποιοῦσι τιλὴν ἐμοῦ, 
ἐγὼ δὲ μόνος διαφϑείρω. οὕτω λέγεις; Πάνυ σφόδρα 
ταῦτα λέγω. Πολλήν γ᾽ ἐμοῦ χατέγνωχας δυστυχίαν. 
xal μοι ἀπόχριναι" ἡ xal περὶ ἵππους οὕτω σοι δοχεῖ 
ἔχειν" οἱ μὲν βελτίους τπτοιοῦντες αὐτοὺς πάντες ἄνϑρω- 
σοι εἶναι, εἷς δέ τις ὃ διαφϑείρων; ἢ τοὐναντίον τούτου 
χετᾶν εἷς μέν τις ὃ βελτίους οἷός τ᾽ ὧν ποιεῖν ἢ πάνυ 
2927 ξι En ς x nen 7 - x - 
ὀλίγοι, οἱ ἱππιικοί" οἱ δὲ στολλοὶ ἐάνπερ ξυνῶσι καὶ χρῶν- 
cr , 2 a ar 3 
ται ἵπποις, διαφϑείρουσιν; οὐχ οὕτως ἔχει, ὦ Meinre, 
καὶ πιερὶ ἵπτων καὶ τῶν ἄλλων ἁπάντων ζώων; πάντως 
δήπου, ἐάν τε σὺ καὶ Avvrog οὐ φῆτε ἐάν τὲ φῆτε" 
χτολλὴ γὰρ ἄν τις εὐδαιμονία εἴη περὶ τοὺς νέους, εἰ εἷς 
x ΄ > x , ς 3 2 > - 
μὲν μόνος αὐτοὺς διαφϑείρει, οἱ δ᾽ ἄλλοι ὠφελοῦσιν. 
7 x 3 5 ς - 2 ΓΝ ε 3 ’ὔ 
ἀλλὰ γάρ, ὦ Πέλητε, ἱκανῶς ἐπιδείχνυσαι ὅτι οὐδεπώ- 
στοτε ἐφρόντισας τῶν νέων, καὶ σαφῶς ἀποφαίνεις τὴν 
σαυτοῦ ἀμέλειαν, ὅτε οὐδέν σοι μεμέληκε περὶ ὧν ἐμὲ 
εἰσάγεις. | 
13. Ἔτι δὲ ἡμῖν eine, ὦ πρὸς Διὸς ἸΠέλητε, πό- 
’ ἘΞ ’ ᾿ - P}} 
τερον ἔστιν οἰχεῖν ἄμεινον ἐν πολίταις χρηστοῖς ἢ πο- 


λούντων und πολλήν γ᾽ ἐμοῦ zu-, 


τέγνωχας δυστυχίαν d. h. „grols 
ist das Unglück, auf welches du 
gegen mich erkennst“; denn χα- 
ταγιγνώσχειν ist hier gewils mit 
einem Anklang an die gerichtliche 
Bedeutung des Wortes gebraucht. 
Und nun die echt sokratische Wi- 
derlegung: Ist’s mit den Pferden 
ebenso? machen alle Menschen sie 
besser und nur einer verdirbt sie? 
u.s. w. Fragen, denen dann mit 
schneidender Kürze die Antwort an- 
gefügt wird, die Antwort, die jede 
Widerrede zurückweist: πάντως 
δήπου, ἐάν τε σὺ zul "Avvroc οὐ 
φῆτε ἐᾶν τε φῆτε. : 
Kap. 13. Und doch ist die ganz 

Beweisführung des vorigen Kapi- 
tels nichts als ein Scherz, bei wel- 


chem nicht dialektische Schärfe, 
sondern einzig Spott, Ironie, Sar- 
kasmus das Wort der Widerlegung 
geführt haben. Es scheint, dafs 
Meletos in seiner gewils prunk- 


haften Rede die Gesetze angerufen, 


sich in deklamatorischer Weise 


nicht allein an die δικασταί, Son- 


dern auch an die βουλευταί und 
selbst an die ἐχχλησιαστιχοί ge- ὁ 
wendet habe, dafs er sich etwa ge- 
äufsert habe: „Welcher δικαστής, 
welcher βουλευτής, ja welcher £x- 
χλησιαστικός wird den Angeklag- 
ten freisprechen können!“ Sonst 
würde Plato kaum so wenig logisch 
scharf gesprochen haben. Denn der 
eine Einwurf schlägt ja den Sokra- 
tes: „Ich weifs nicht, ob unter den 
Leuten, welche du anführst, sich 


ἈΠΟΛΟΓῚᾺ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 29 


m 


3 


γηροῖς; ὦ ᾽τᾶν, ἀπόκριναι" οὐδὲν γάρ τοι χαλεττὸν ἐρωτῶ. 
οὐχ οἱ μὲν πονηροὶ κακόν τι ἐργάζονται τοὺς ἀεὶ ἐγγυ- 
τάτω ἑαυτῶν ὄντας, οἱ δ᾽ ἀγαϑοὶ ἀγαϑόν τι; Πάνυ γε. 
Ἔστιν οὖν ὕστις βούλεται ὑπὸ τῶν ξυνόντων βλάπτεσϑαι 
μᾶλλον 7 ὠφελεῖσϑαι; ἀπόκριναι, ὦ ᾽γαϑέ" καὶ γὰρ ( 
γόμος κελεύει ἀττοχρίνεσϑαι. ἔσϑ᾽ ὅστις βούλεται βλά- 
πτεσϑαι; Οὐ δῆτα. Φέρε δή, πέτερον ἐμὲ εἰσάγεις 
δεῦρο ὡς διαφϑείροντα τοὺς νεωτέρους χαὶ πονηροτέ- 
ρους ποιοῦντα Exovra ἢ ἄκοντα; Ἑχόντα ἔγωγε. Τί δῆτα, 
ὦ Μέλητε; τοσοῦτον σὺ ἐμοῦ σοφώτερος εἶ τηλικούτου 
ὄντος τηλικόσδε ὥν, ὥστε σὺ μὲν ἔγνωχας ὅτι οἱ μὲν 
χαχοὶ χαχόν τι ἐργάζονται ἀεὶ τοὺς μάλιστα πλησίον 
ἑαυτῶν, οἱ δὲ ἀγαϑοὶ ἀγαθόν" ἐγὼ δὲ δὴ εἰς τοσοῦτον 
ἀμαϑίας ἥκω, ὥστε καὶ τοῦτ᾽ ἀγνοῶ, ὅτι, ἐάν τινα μο- 


Männer befinden, welche die Ju- 
gend verderben, und kann solche 
deshalb nicht verfolgen; von dir 
aber glaube ich zu wissen, dafs 
deine Lehre schädlich auf die Jüng- 
linge wirkt“. Denn es ist wohl 
kaum zu denken, dafs Meletos die 
Antworten, welche Plato ihm in 
den Mund legt, gegeben habe, trotz 
der Worte: ἀπόχριναι, ὦ ᾽γαϑέ, 
zul γὰρ ὃ νόμος χελεύει ἀποκχρί- 
γνεσϑαι. Mag immerhin ein Gesetz, 
wie es zu einer Rede des Demo- 
sthenes angegeben wird, in Athen 
giltig gewesen sein: τοῖν avrıdi- 
χκοιν ἐπάναγχες εἶναι ἀποχρίνα- 
σϑαι ἀλλήλοις τὸ ἐρωτώμενον, 
μαρτυρεῖν δὲ um, so ist es doch 
durchaus nicht wahrscheinlich, dafs 
ein Kläger auf so schnöde Fragen 
des Angeklagten zu erwidern ge- 
zwungen gewesen wäre, dals er 
auf Fragen hätte antworten müs- 
sen, welche wie die des vorigen 
Kapitels gar nicht zur Sache ge- 
hören, wie die: Machen die Richter 
die Jünglinge besser? und dafs Me- 
letos und Anytos so dumm ge- 
wesen wären zu antworten, wie 
das vorige Kapitel angiebt. Nein, 
die Ironie liegt wohl gerade darin, 


dafs der Redner seinen Gegnern 
solche Antworten unterschiebt. 
Die Logik unseres Kapitels ist 
zwingender: οὗ πονηροὶ χαχόν τι 
ἐργάζονται τοὺς ἀεὶ ἐγγυτάτω 
ἑαυτῶν ὄντας οὐχ ἔστιν θστις 
βουλεται ὑπὸ τῶν Suvovrov βλα- 
πτεσϑαι᾿ διὸ διαφϑείρων ἔγω 
τοὺς νεωτέρους ἄχων διαφϑείρω. 
καὶ προσήχει Μελήτῳ ἰδίᾳ λα- 


‚Bovu ἐμὲ διδάσκειν, ἀλλὰ μὴ 


δεῦρο εἰσάγειν. Dennoch läfst sich 
auch dagegen sagen: Kann man 
nicht den Umgang aufgeben, sobald 
die νεώτεροι verdorben worden 
sind, wie Sokrates sicher den Um- 
gang mit Kritias in dessen letzter 
Zeit aufgegeben hatte? und sodann: 
Soll denn eine gottlose, die Jugend 
verderbende Lehre deshalb nicht 
geahnt werden, weil der Lehrende 
sie im guten Glauben verbreitet? 
Nein, mit der Wendung: εἰ δὲ ἄκων 
διαφϑείρω x. τ. &. und der vor- 
hergehenden: τοσοῦτον σὺ ἐμοῦ 
σοφώτερος εἶ x. τ. δ. kann der 
Redner den Charakter des Anklägers 
herabsetzen, den Richter bestimmen 
kann er damit wohl kaum. 


90 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


χϑηρὸν ποιήσω τῶν ξυνόντων, κινδυνεύσω χαχόν τι λα- 
βεῖν ἀπ᾿ αὐτοῦ, ὥστε τοῦτο τὸ τοσοῦτον χαχὸν ἑχὼν 
ποιῶ, ὡς φὴς σύ; ταῦτα ἐγώ σοι οὐ meidouaı, ὦ Me- 
λητε, οἶμαι δὲ οὐδὲ ἄλλον ἀνθρώπων οὐδένα" ἀλλ᾿ ἢ 
οὐ διαφϑείρω, ἢ εἰ διαφϑείρω, ἄχων, ὥστε σύ γε κατ᾽ 
ἀμφότερα ψεύδει. εἰ δὲ ἄχων διαφϑείρω, τῶν τοιούτων 
χαὶ ἀχουσίων ἁμαρτημάτων οὐ δεῦρο νόμος εἰσάγειν 
ἐστίν, ἀλλ᾽ ἰδίᾳ λαβόντα διδάσκειν καὶ νουϑετεῖν" δῆλον 
γὰρ ὅτι, ἐὰν μάϑω, παύσομαι ὅ γε ἄκων ποιῶ. σὺ δὲ 
ξυγγενέσϑαι μέν μοι καὶ διδάξαι ἔφυγες καὶ οὐκ ἠϑέλη- 
σας, δεῦρο δὲ εἰσάγεις, οἵ νόμος ἐστὶν εἰσάγειν τοὺς 
κολάσεως δεομένους, ἀλλ᾽ οὐ μαϑήσεως. 

14. ᾿Αλλὰ γάρ, ὠ ἄνδρες ᾿41ϑηναῖοι, τοῦτο μὲν 
δῆλον ἤδη ἐστίν, ὃ ἐγὼ ἔλεγον, ὅτι Πελήτῳ τούτων 
οὔτε μέγα οὔτε σμιχρὸν τειώττοτε ἐμέλησεν ὅμως δὲ δὴ 
λέγε ἡμῖν, πῶς μὲ φὴς διαφϑείρειν, ὦ Μέλητε, τοὺς 
γεωτέρους; ἢ δῆλον δὴ ὅτι χατὰ τὴν γραφήν, ἣν ἐγράψω, 
ϑεοὺς διδάσχοντα μὴ νομίζειν οὺς ἡ στόλις νομίζει, ἕτερα 
δὲ δαιμόνια χαινά; οὐ ταῦτα λέγεις ὅτι διδάσκων δια- 
φϑείρω; Πάνυ μὲν οὖν σφόδρα ταῦτα λέγω. Πρὸς αὐτῶν 


Kap. 14. Nachdem Sokrates noch 


einmal im Eingange den Meletos . 
einen leichtfertigen Mann genannt. 


hat (ὅτι Μελήτῳ τούτων οὔτε 
μέγα οὔτε σμιχρὸν πώποτε ἐμέ- 
λησεν), zerlegt er, immer sarka- 
stisch auf den anwesenden Klä- 
ger zeigend und ihn durch Anre- 
den und durch Antworten, welche 
er seiner Anklagerede entnimmt 
und ihm von neuem in den Mund 
legt, blofsstellend, die Anklage wie 
mit dem Seciermesser und weist 
je langsamer, um so bitterer die 
Haltlosigkeit derselben nach. Nur 
darf man sich, ich wiederhole es, 
ja nicht einbilden, dafs Meletos die 
Fragen des Redners wirklich jedes- 
mal so beantwortet, wie die Rede 
es anführt. Was würde das für 
eine Rede gewesen sein, die den 
Redner nach jedem Satze eine Pause 


machen und auf die Antwort des 
Gegners, die zögernde Antwort 
eines an dem Pranger stehenden 
Mannes warten läfst! Nein, Mele- 
tos hat in seiner Rede in deklama- 
torischer Art gesagt, Sokrates ge- 


_ höre zu jener Art von Philosophen, 


welche überhaupt an keine Götter 
glauben, welche die Sonne für einen 


 glühenden Stein und den Mond für 


eine Erde halten u. s. w. und diese 
seine Ausführung vergleicht nun 
Sokrates mit der Formel der An- 
klage. Also langsamen Schrittes wi- 
derlegt er die Klageformel, nach 


jedem Schritt halt machend und auf 


seinen Ankläger mit dem Finger 
zeigend. Zuerst nimmt er das Wort 
διδάσχων aus der Klageformel her- 
aus und beschwört dann den Geg- 
ner ironisch gerade bei den Göttern, 
von denen die Klage spricht — πρὸς 


ATOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 81 


ει , ο ’ - - τ er < ,ὔ 
τοίνυν, ὦ Πέλητε, τούτων τῶν ϑεῶν, ὧν νῦν ὁ λόγος 
’ ’ « > ’ 
ἐστίν, εἰτεὲ ἔτι σαφέστερον zul ἐμοὶ χαὶ τοῖς ἀνδράσι 
τουτοισί. ἐγὼ γὰρ οὐ δύναμαι μαϑεῖν, πότερον λέγεις 
᾿ 5 , ’ \ 3 \ ΡΥ) 
διδάσχειν μὲ νομίζειν εἶναί τινας ϑεοὺς, καὶ αὑτὸς ἄρα 
’ 5 ’ ’ ’ 
γομέζω εἶναι ϑεούς, χαὶ οὐκ εἰμὶ τὸ παράπαν ἄϑεος 
> y [4 > - ? , ο ς I > > 
οὐδὲ ταύτῃ ἀδικῶ, οὐ μέντοι οὕστιερ γε ἢ πόλις, αλλ 
᾿ x - ’ - “ N Η ᾽Ὰ 
ἑτέρους, καὶ τοῦτ᾽ ἔστιν ὅ μοι ἐγχαλεῖς, ὅτι ἑτέρους" ἢ 
παντάπασέ μὲ φὴς οὔτε αὐτὸν νομίζειν ϑεοὺς τούς τε 
ἄλλους ταῦτα διδάσκειν. Ταῦτα λέγω, ὡς τὸ τταράτταν 
οὐ νομίζεις ϑεούς. 2 ϑαυμάσιε έλητε, ἵνα τέ ταῦτα 
λέγεις: οὐδὲ ἥλιον οὐδὲ σελήνην ἄρα νομίζω ϑεοὺς εἶναι, 
ὥσπερ οἱ ἄλλοι ἄνϑρωποι; Ma Ai’, ὦ ἄνδρες δικασταί, 
3 \ Ἁ \ co ’ 4 5 4 \ ’ 
ἐπεὶ τὸν μὲν ἥλιον λέϑον φησὶν εἶναι, τὴν δὲ σελήνην 
- 3 [4 BJ} - 5 ’ ’, \ 
γῆν. Avusayogov οἴει χατηγορεῖν, ὦ φίλε Meinre, καὶ 
τῷ -Ὁ ‚ > ’ 
οὕτω χαταφρονεῖς τῶνδε χαὶ οἴει αὐτοὺς Arseigovg γραμ- 
’ 5 “ 2 > , x [43 x > [4 
μάτων εἶναι, ὥστε οὐχ εἰδέναι ὅτι τὰ AvaSayogov βι- 
βλία τοῦ Κλαζομενίου γέμει τούτων τῶν λόγων; χαὶ δὴ 
χαὶ οἱ νέοι ταῦτα cap’ ἐμοῦ μανϑάνουσιν ἃ ἔξεστιν 
ἐνίοτε, εἰ πάνυ πολλοῦ, δραχμῆς ἐκ τῆς ὀρχήστρας πρι- 
αμένους Σωχράτους καταγελᾶν, ἐὰν προσποιῆται ἑαυτοῦ 


αὐτῶν τούτων τῶν ϑεῶν -- 
das Objekt der Sokratischen Lehre 
zu bestimmen. Dann vergleicht er 
das νομίζειν ϑεούς der Klage mit 
dem der Rede des Meletos. Die 
Klageformel behauptet nur, dafs der 
Angeklagte die Götter des Staates 
verleugne; die Klagerede sagt: ro 
παράπαν Σωχράτης οὐ νομίζει 
ϑεούς. Würde ein einigermalsen 
überlegender Mann, durch den Frage- 
steller aufmerksam gemacht, eine 
solche Antwort gegeben und sich 
nicht vielmehr einfach auf den Wort- 
laut der ἀντωμοσία berufen ha- 
ben? Sehr drastisch verweilt der 
Redner bei dieser Antwort; ὦ ϑαυ- 
μᾶσιε Ἰέλητε nennt er ironisch 
den Gegner und wirft ihm sofort 
das Gedankenlose seines Satzes 
vor: va τί ταῦτα λέγεις; (ἵνα τί 


seil. γένηται, wie gewöhnlich er- 
klärt wird) d. i. „damit du was be- 
weisest, sagt du das?“ oder: „was 
willst du damit sagen?“ Treffend 
benutzt er das angezogene Beispiel 
von der Sonne und dem Monde. 
Die Anklage ist formell falsch; denn 
sie trifft nicht den Angeklagten, 
sondern den Anaxagoras; sie ist 
rücksichtslos gegen die Richter; 
denn sie hält diese für ἀπείρους 
γραμμάτων, für Männer, die in der 
attischen Litteratur (γράμματα) 
nicht zu Hause sind; sie zeugt end- 
lich von der Beschränktheit des 
Klägers; denn soviel wenigstens 
mulste er sich sagen können, dafs 
Sokrates keine Zuhörer finden 
werde für Sätze, die man bereits 
von der Bühne herab zu hören be- 
kommen konnte, 


32 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


εἶναι, ἄλλως τε χαὶ οὕτως ἄτοττα ὄντα. ἀλλ᾽ ὦ πρὸς 
Διός, οὑτωσί σοι δοκῶ οὐδένα νομίζειν ϑεὸν εἶναι; Οὐ 
μέντοι μὰ Δ οὐδ᾽ διτωστιοῦν. "Α πιστός γ᾽ εἶ, ὦ ME&- 
λητε, χαὶ ταῦτα μέντοι, ὡς ἐμοὶ δοκεῖς, σαυτῷ. ἐμοὶ γὰρ 
δοχεῖ οὗτοσί, ὦ ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, πιάνυ εἶναι ὑβριστὴς 
χαὶ ἀχόλαστος, χαὶ ἀτεχνῶς τὴν γραφὴν ταύτην ὕβρει 
tivi χαὶ ἀχολασίᾳ καὶ νεότητι γράψασϑαι. ἔοικε γὰρ 
ὥστειερ αἴνιγμα ξυντιϑέντι διατιειρωμένῳ, ἀρα γνώσεται 
Σωχράτης ὃ σοφὸς δὴ ἐμοῦ χαριεντιζομένου καὶ ἐναντέ᾽ 
ἐμαυτῷ λέγοντος, ἢ ἐξαττατήσω αὐτὸν καὶ τοὺς ἄλλους 
τοὺς ἀκούοντας; οὗτος γὰρ ἐμοὶ φαίνεται τὰ: ἐναντία 
λέγειν αὐτὸς ἑαυτῷ ἐν τῇ γραφῇ, ὥσπερ ἂν εἰ εἴποι" 


ἀδιχεῖ 


Die Worte ἄλλως TE καὶ οὕτως 
ἄτοπα ὄντα heilsen: „zumal da 
es sich um Fragen so seltsamer, 
auffälliger Art handelt“. Zu einem 
abfälligen Urteil über Anaxagoras 
ist hier gar nicht der Ort, wenn 
auch nicht blofs nach der von Cron 
angezogenen Stelle (Xenoph. IV, 
7, 1), sondern aus Aulserungen Pla- 
tos selbst geschlossen werden muls, 


dafs Sokrates und er keine grofsen 


Verehrer des Klazomeniers gewe- 
sen sind. — Die auf die nächste 
höhnische Frage erfolgende Ant- 
wort kann nun Meletos sicher nicht 
gegeben haben, schon deshalb nicht, 
weil er sie kurz vorher (τὸ παρά- 
παν οὐ νομίζεις ϑεούς) schon ein- 
mal gegeben hatte und nach der 
Auseinandersetzung des Sokrates 
über die Lehre des Anaxagoras, 
durch die er blamiert ist, doch un- 
möglich in noch stärkerer Form 
wiederholen kann; denn eine stär- 
kere Versicherung als οὐ μέντοι μὰ 
AU οὐδ᾽ ὅπωστιοῦν 
kaum denken. „Nein, die rhetorische 
Frage (ἀλλ᾽ ὦ πρὸς Διὸς κ. τ. &.) 
dient mit ihrer Antwort nur als 
Übergang zu dem absprechendsten, 
schärfsten Urteile: ἄπιστος εἶ du 


läfst sich- 


Σωχράτης ϑεοὺς οὐ νομίζων, ἀλλὰ ϑεοὺς νομίζων. 
χαί τοι τοῦτό ἐστι παίζοντος. 


verdienst keinen Glauben, χαὲ 
ταῦτα μέντοι σαυτῷ und zwar 
nicht einmal seitens deiner selbst 
d. i. „du glaubst selbst nicht, was 
du sagst“. Und nun die in der 
Apostrophe an die Richter gebrauch- 
ten niederschmetternden Ausdrücke, 
die an Demosthenes’ Urteil über 
Philipp oder an Ciceros Catilinarien 
in ihrer Fülle erinnern.: ὑρβιστῆς 
zul ἀκόλαστος, ὕβρει καὶ ἀκχο- 
λασίᾳ καὶ νεότητι, ferner die Aus- 
drücke αἴνιγμα ξυντιϑέναι, χαρι- 
εντίζεσϑαι, ἐξαπατᾶν, ἐναντία 
λέγειν ἑαυτῷ und endlich die ver- 
besserte Klageformel: ἀδικεῖ Σω- 
χράτης ϑεοὺς οὐ νομίζων, ἀλλὰ 
ϑεοὺς νομίζων mit ihrem Schlufs- 
wort: τοῦτό ἐστι παίζοντος „das 
ist dummes Zeug“. 

Zu den Worten δὲ ἔξεστιν ἐνίοτε 
δραχμῆς ἐχ τῆς ὀρχήστρας πρια- 
μένοις x. τ. &. ist zu bemerken, 
dafs Dichter, wie Euripides, es lieb- 


ten, von der Bühne herab oder in 


den Chorgesängen (die ὀρχήστρα 
ist der dem Chor zugewiesene 
Raum zwischen Bühne und Zu- 
schauerraum) philosophische Leh- 
ren vorzutragen. Mit δραχμή ist 
auf das geringe Eintrittegzid hin- 


ἈΠΟΛΟΓῚΑ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 99 


15. Ξυνεπισχέψασϑε δή, ὦ ἄνδρες, ἣ μοι φαίνεται 
ταῦτα λέγειν" σὺ δὲ ἡμῖν ἀπόκριναι, ὠ Μέλητε" ὑμεῖς 
δέ, ὅπερ κατ᾽ ἀρχὰς ὑμᾶς παρητησάμην, μέμνησϑέ μοι 
μὴ ϑορυβεῖν, ἐὰν ἐν τῷ εἰωθότι τρόπῳ τοὺς λόγους 
ποιῶμαι. ἔστιν ὅστις ἀνθρώπων, ὦ Meinte, ἀνθρώπεια 
μὲν γομέζει πράγματ᾽ εἶναι, ἀνθρώπους δὲ οὐ νομίζει; 
ἀποχρινέσϑω, ὦ ἄνδρες, καὶ μὴ ἄλλα χαὶ ἄλλα ϑορυ- 
βείτω" ἔσϑ᾽ ὅστις ἵππους μὲν οὐ νομίζει εἶναι, ἱππικὰ 
δὲ πράγματα; ἢ αὐλητὰς μὲν οὐ γομίξει, αὐλητιχὰ δὲ 
πράγματα; οὐχ ἔστιν, ὦ ἄριστε ἀνδρῶν" ei μὴ σὺ βούλει 
ἀποχρίνασϑαι, ἐγὼ σοὶ λέγω καὶ τοῖς ἄλλοις τουτοισί. 
ἀλλὰ τὸ ἐπὶ τούτῳ γε ἀπόχριναι" ἔσϑ᾽ ὅστις δαιμόνια 


μὲν νομίζει πράγματ᾽ 
Οὐχ ἔστιν. 
τωνὶ ἀναγχαζόμενος. 


gewiesen: für eine Drachme konnte 
man das Theater dreimal besuchen. 

Kap. 15. Formell ist der Beweis 
auch dieses Kapitels tadellos: Mele- 
tos sagt in seiner Klage, ich, So- 
krates, glaube an δαιμόνια (ἕτερα 
δὲ ϑαιμόνια καινὰ εἰσηγούμενος); 
δαιμόνια weisen auf δαίμονες hin, 
wer also an δαιμόνια glaubt, muls 
auch an δαίμονες glauben; δαίμο- 
vec sind aber Kinder der ϑεοί; der 
Glaube an δαίμονες hat also den 
an ϑεοί zur Voraussetzung; folg- 
lich leidet die Anklage an einem 
Widerspruch, wenn sie meinen Glau- 
ben an δαιμόνια zugiebt und mir 
den an ϑεοί abspricht. Hätte sich 
Meletos in seiner Rede streng an 
seine Anklageformel gehalten, so 
würde ihm Sokrates mit seiner 
Schlufsfolgerung nicht haben bei- 
kommen können; denn die ἄντω- 

μοσία sagt nur: οὕς ἡ πόλις νομί- 
ζει ϑεοὺς οὐ νομίζων, sie schlielst 
also den Glauben an Götter über- 
haupt nicht aus. Der Kläger hat 
sich aber in seiner Rede, wie wir 
sahen, bis zu dem Satze verstiegen: 

Plato, Apologie. Krito. 


εἶναι, δαίμονας δὲ οὐ νομίζει; 
Ὡς ὥνησας, ὅτι μόγις ἀπεκρίνω ὑπὸ Tov- 
οὐχοῦν δαιμόνια μὲν φής μὲ καὶ 
γομίζειν χαὶ διδάσχειν, εἴτ᾽ 


οὖν χαινὰ εἴτε παλαιά" ἀλλ᾽ 


Σωχράτης τὸ παράπαν οὐ νομί- 
ζει ϑεούς, deshalb kann er jetzt 
kaum ausweichen. Anders steht die 
Sache aber mit den Richtern, die 
sich mit dem Kläger zu verrennen 
nicht nötig haben. Die ἀντωμο- 
σία hat augenscheinlich das soge- 
nannte δαιμόνιον des Sokrates im 
Auge, wenn sie ‚sagt, er führt δαι- 
μόνια χαινά ein d. 1. δαιμόνια, 
welche als χαινά mit den δαίμο- 
γες und den ϑεοί der Götterlehre 
gar nichts zu thun haben. Sokrates 
widerlegt also nur die Rede, nicht die 
Anklage. Sodann aber verliert der 
Beweis seine erste Voraussetzung 
und fällt damit zusammen, sobald 
wir unter δαιμόνια Arten des δαι- 
μόνιον verstehen, von dem Sokra- 
tes als von einer inneren Stimme, 
welche ihn vor allem Unrecht warnt, 
redet. Sein δαιμόνιον ist nichts als 
ein bildlicher Ausdruck, der als sol- 
cher auf einen Glauben an δαΐμο- 
veg oder an ϑεοί gar nicht schlielsen 
läfst. 

Dafs klare Köpfe wie Sokrates 
und Plato das nicht Stichhaltige 


3 


94 ΠΑΑΤΩΝΟΣ 


οὖν δαιμόνιά γε νομίζω χατὰ τὸν σὸν λόγον, χαὶ ταῦτα 
χαὶ διωμόσω ἐν τῇ ἀντιγραφῇ. εἰ δὲ δαιμόνια νομέζω, 
χαὶ δαίμονας Önmov πολλὴ ἀνάγχη νομέζειν μέ ἐστιν" 
οὐχ οὕτως ἔχει; ἔχει δή" τίϑημι γάρ σὲ ὁμολογοῦντα, 
ἐπειδὴ οὐκ ἀτιοχρένει. τοὺς δὲ δαίμονας οὐχὶ ἤτοι 
ϑεούς γε ἡγούμεϑα ἢ ϑεῶν παῖδας; φὴς ἢ οὔ; Πάνυ γε. 
Οὐκοῦν εἴπερ δαίμονας ἡγοῦμαι, ὡς σὺ φής, εἰ μὲν ϑεοί 
τινές εἰσιν οἱ δαίμονες, τοῦτ᾽ ἂν εἴη ὃ ἐγώ φημέ σε 
αἰνέττεσϑαι καὶ χαριεντίζεσϑαι, ϑεοὺς οὐχ ἡγούμενον 
φάναι ἐμὲ ϑεοὺς αἱ ἡγεῖσϑαι πάλιν, ἐπειδήπερ γε δαί- 
μονας ἡγοῦμαι" εἰ δ᾽ αὖ οἱ δαίμονες ϑεῶν παῖδές εἰσι 
γόϑοι τινὲς ἢ ἐκ νυμφῶν ἢ ἔχ τινων ἄλλων, ὧν δὴ xal 
λέγονται, τίς ἂν ἀγϑρώπων ϑεῶν μὲν παῖδας ἡγοῖτο 
εἶναι, ϑεοὺς δὲ μή; ὁμοίως γὰρ ἂν Arorıov εἴη, ὥσπερ 
ἂν εἴ τις ἵσιπτων μὲν παῖδας ἡγοῖτο --- ἢ καὶ ὄνων τοὺς 
ἡμιόνους ---, ἵππτους δὲ καὶ ὄνους μὴ ἡγοῖτο εἶναι. ἀλλ᾽, 


auch dieses Beweises nicht sollten 
erkannt haben, ist natürlich nicht 
anzunehmen, und noch weniger, 
dafs so edle Herzen sich eines Ad- 
vokatenkniffes sollten bedient ha- 
ben, um den Gegner zu schlagen. 
Nein, Sokrates verfolgt hier viel- 


mehr nur ein anderes Ziel, als das, 


sich selbst zu ver teidigen ; er will 
nur nachweisen, ὅτι “Μελήτῳ οὐ- 
δὲν “μεμέληχε περὶ ὧν Σωκράτη 
εἰσάγεε oder, wie er Kap. 10 sagt, 
ὅτι οὐχ ἀδικῶ 'κατὰ τὴν Me- 
λήτου γραφήν. Dem eigent- 
lichen Wesen der Klage geht er da- 
bei nicht aus dem Wege, wie der 
erste Teil der Apologie und wie 
der bald folgende Teil zeigt; er 
bietet ihm vielmehr mit edler Über- 
zeugungstreue und klarem Mannes- 
mute die Stirn. Diese Art der Wi- 
derlegung des Meletos hat dann für 


die ganze Rede noch eine andere _ 


Bedeutung: sie giebt ein Beispiel 
des τρόπος ἐξετάσεως, von dem 
der 1. Teil der Apologie gespro- 
chen hatte, Mit viel rhetorischer 
Kunst wiederholt der Redner die 


Aufforderung an Meletos zu ant- 
worten: σὺ δὲ ἡμῖν ἀπόκριναι -- 
ἀποχρινέσϑω, ὦ ἄνδρες --- εἰ μὴ 
σὺ βούλει ἀποχρίνασϑαι «. τ. ἑ. 
— ὡς ὥνησας (d. i. was du gut 
bist!), ὅτι μόγις ἀπεχρίνω und 
endlich τέϑημι γάρ σε ὁμολογοῦν- 
τα, ἐπειδὴ οὐκ ἀποκρίνει. So- 
krates braucht aber nach jedem 
Schritte vorwärts ein retardieren- 
des Moment, um seinen Hohn wir- 
ken zu lassen, und das bietet ihm 
jede solche Anrede. 

Mit Stallbaum habe Ach .die Les- 
art der Handschriften ὥσπερ ἂν el 
τις ἵππων μὲν παῖδας ἡγοῖτο ἢ 
χαὶ ὄνων, τοὺς ἡμιόνους, beibe- 
halten und weder mit Hermann 
τοὺς ἡμιόνους noch mit Cron das 
χαὶ eingeklammert, ‚habe aber zwi- 
schen ἡγοῖτο und” ἤ einen Gedan-. 
kenstrich gesetzt, weil ich mir 
denke, ein "fingierter Zwischenruf: 
„zul ὄνων“ veraulasse ‚den Redner 
zu den Worten ἡ ἢ καὶ ὄνων 1. 6. ῇ 
ἵππων zal ὄνων, τοὺς ἡμιόνους. 
Ein solcher Zwischenruf ist bei der 
Unruhe einer Versammlung, die ja 


Ir 


AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 35 


5 , 2 >» [4 \ - Er > ’ 
ὦ Μέλητε, οὐκ ἔστιν ὅπως σὺ ταῦτα οὐχὶ ἀποπειρώμε- 
- ’ ’ > » 
γος ἡμῶν ἐγράψω τὴν γραφὴν ταύτην ἢ ἀπορῶν ὅ τι 
2 “-», 3 δ. \ 2 ἈΠ Τὰ \ ’ , 
ἐγχαλοῖς ἐμοὶ ἀληϑὲς ἀδίκημα" ὅπως δὲ σὺ τινα πείϑοις 
” - ,ὔ »-» > 
ἂν καὶ σμικρὸν νοῦν ἔχοντα ἀνθρώπων, ὡς οὐ τοῦ av- 
τοῦ ἐστὶ καὶ δαιμόνια χαὶ ϑεῖα ἡγεῖσϑαι, χαὶ αὖ τοῦ 
αὐτοῦ μήτε δαίμονας μήτε ϑεοὺς μήτε ἥρωας, οὐδεμία 
μηχανή ἔστιν. 
16. Alla γάρ, ὦ ἄνδρες Asmvaloı, ὡς μὲν ἐγὲ 
Ἐν 3 - \ \ ’ ’ 2 - 
οὐκ ἀδιχῶ χατὰ τὴν ἥελητου γραφήν, οὐ πολλῆς μοι 
- , 2 - c 
δοχεῖ εἶναι ἀπολογίας, ἀλλ᾽ inava χαὶ ταῦτα᾽ ὃ δὲ καὶ 
2 - 2 2 a ΄, a ’ 
ἐν τοῖς ἔμπροσϑεν ἔλεγον, ὅτε πολλή μοι ἀπέχϑεια γέ- 
yove χαὶ πρὸς πολλούς, ev ἴστε ὅτε ἀληϑές ἐστι. καὶ 
IE Wi > νῶν RN ἔχ. ἃ ER; m > 
τοῦτ ἔστιν ὁ ἑἕμὲ αἱρήσει, ἕανπερ αἱρῇ, οὐ Meinrog 
οὐδὲ “Ἄνυτος, ἀλλ᾽ ἡ τῶν πολλῶν διαβολή τε καὶ φϑόνος. 
a x \ \ » \ > \ Υ [43 
ἃ δὴ πολλοὺς χαὶ ἄλλους χαὶ ἀγαϑοὺς ἄνδρας ἥρηκεν, 
οἶμαι δὲ καὶ αἱρήσειν" οὐδὲν δὲ δεινὸν μὴ ἐν ἐμοὶ στῇ. 
5 - ἅ 2 ΕἸ ’ 
ἔσως δ᾽ ἂν οὖν εἴποι τις" εἶτ᾽ οὐκ αἰσχύνει, ὦ Σώκχρα- 
- T ’ 
τες, τοιοῦτον ἐπιτήδευμα ἐπιτηδεύσας, ἐξ οὗ κινδυνεύεις 
ἄς a li , 
γυνὶ ἀποϑανεῖν; ἐγὼ δὲ τούτῳ ἂν δίκαιον λόγον ἀντεί- 
zo, ὅτε οὐ χαλῶς λέγεις, ὦ ἄνϑρωπε, εἰ οἴει δεῖν 


die Rede selbst mit ihrem oft wie- 
derkehrenden un ϑορυβεῖτε zuge- 
steht, nicht unwahrscheinlich, zu- 
mal von jemand, der des Redners 
Art Pferde und Kühe und Esel zum 
Vergleich heranzuziehen, kannte; 
er kennzeichnet diese Unruhe 
vielmehr ganz gut. 

Kap. 16. Der folgende Teil der 
Rede trägt eine ganz andere Fär- 
bung als die bisherige Verteidigung. 
Sokrates wendet sich gegen einen 
ehrenwerteren oder wenigstens 
würdigeren Ankläger, als es der 
unreife Meletos war, dessen er nur 
. noch beiläufig Erwähnung thut, 
gegen den älteren Staatsmann Any- 
tos. Dem würdigeren Gegner tritt 
er mit der vollen Manneswürde, 
mit dem edelsten Selbstgefühl ent- 
gegen, dem er dabei die reinste 
Bescheidenheit zu paaren versteht. 


Und wie kunstvoll leitet er mit 
einem Satze von der bisherigen 
Ironie zum tiefen Ernst über! Er 
erinnert mit kurzem Wort an die 
früher von ihm in ihrem Entstehen 
erklärte ἀπέχϑεια und sagt dann: 
ich weils, dafs ich verloren bin; 
ς - - ’ 

ἡ τῶν πολλῶν διαβολὴ TE καὶ 
φϑόνος hat viele wackere Männer 
hinweggerafft und wird auch mich 
fortrafien: οὐδὲν δὲ δεινὸν μὴ ἐν 
ἐμοὶ στῇ „es hat gar keine Gefahr, 
dafs das bei mir halt mache!“ Dann 
weist er den scheinbar verstän- 
digen Vorwurf, dafs er sich einer 
Lebensweise schämen müsse, wel- 
che ihm eine Anklage auf Leben 
und Tod eintrage, mit den herr- 
lichen Worten zurück: οὐ χαλῶς 
λέγεις, ὦ ἄνϑρωπε, εἰ οἴει δεῖν 
χίνδυνον ὑπολογίζεσϑαι x. τ. ἕ. 
Worte, welche das unumstöfsliche 


3%* 


36 TIAATQNOL 


χένδυνον ὑπολογίζεσθαι τοῦ ζῆν ἢ τεϑνάναι ἄνδρα ὕτου 
τι zal σμικρὸν ὄφελός ἐστιν, ἀλλ᾽ οὐχ ἐκεῖνο μόνον σχο- 
πεῖν, ὅταν πράττῃ, πότερον δίχαια ἢ ἄδικα τιράττει, χαὶ 
ἀνδρὸς ἀγαθοῦ ἔργα ἢ καχοῦ. φαῦλοι γὰρ ἂν τῷ γε σῷ 
λόγῳ εἶεν τῶν ἡμιϑέων ὅσοι ἐν Τροίᾳ τετελευτήκασιν 
οἵ ve ἄλλοι χαὶ ὃ τῆς Θέτιδος υἱός, ὃς τοσοῦτον τοῦ 
χινδύνου κατεφρόνησε παρὰ τὸ αἰσχρόν τι ὑπομεῖναι, 
ὥστε ἐπειδὴ εἶπεν ἡ μήτηρ αὐτῷ προϑυμουμένῳ Ἕχτορα 
ἀπτοχτεῖναι, ϑεὸς οὖσα, οὑτωσί πως, ὡς ἐγῴμαιε" ὦ παῖ, 
εἰ τιμωρήσεις Πατρόχλῳ τῷ ἑταίρῳ τὸν φόνον χαὶ Ἕχτορα 
ἀποχτενεῖς, αὐτὸς ἀποϑανεῖ" αὐτίχα γάρ τοι, φησί, μεϑ᾽ 
Ἕχτορα πότμος ἑτοῖμος" ὃ δὲ ταῦτ᾽ ἀχούσας τοῦ μὲν 
ϑανάτου καὶ τοῦ κινδύνου ὠλιγώρησε, πολὺ δὲ μᾶλλον 
δείσας τὸ ζῆν καχὸς ὧν καὶ τοῖς φίλοις μὴ τιμωρεῖν, 
αὐτίκα, φησέ, τεϑναίην δίκην ἐπιϑεὶς τῶ ἀδικοῦντι, ἵνα 
μὴ ἐνθάδε μένω καταγέλαστος παρὰ νηυσὶ κορωνίσιν, 
ἄχϑος ἀρούρης. μὴ αὐτὸν οἴει φροντέσαι ϑανάτου χαὶ 
χινδύνου; οὕτω γὰρ ἔχει, ὦ ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, τῇ ἀλη- 
Fein‘ οὗ ἄν τις ἑαυτὸν τάξη ἢ ἡγησάμενος βέλτιστον 
εἶναι ἢ ὑπ᾽ ἄρχοντος ταχϑῆῇ, ἐνταῦϑα δεῖ, ὡς ἐμοὶ δοκεῖ, 
μένοντα κινδυνεύειν, μηδὲν ὑπτολογιζόμενον μήτε ϑάνατον 
μήτε ἄλλο μηδὲν πρὸ τοῦ αἰσχροῦ. 

17. Ἐγὼ οὖν δεινὰ ἂν εἴην εἰργασμένος, ὦ ἄνδρες 


Grundgesetz aller wahren Ethik ent- ihres Sohnes wieder in direkter 


halten, und führt zum Beweise eine 


der schönsten Stellen des grölsten 


und populärsten Dichters der Grie-- 


chen an, deren letzte Worte den 
Sokrates leiteten, als er trotz der 
Einrede all seiner Freunde den Tod 
der Flucht vorzog: ἵνα μὴ ἐνθάδε 
μένω καταγέλαστος παρὰ 
νηυσὶ χορώνισιν ἄχϑος ἀρούρης. 
rt de grolsen ee ru 
zeichnet das Kapitel. Zuerst führt 
er seinen Satz in der Form einer 
direkten Antwort (οὐ χαλῶς λέ- 
γεις, ὦ ἀνϑρωπεὶ)ὶ ein, dann folgt 
in einer langen Periode, die den 
Rat der Thetis und die Antwort 


Rede giebt, das Beispiel und zum 
Schluls das Gesetz in abstrakter 
Form: οὗ ἄν τις ξαυτὸν τάξῃ — 
ἄλλο μηδὲν πρὸ τοῦ αἰσχροῦ. --- 
In vr letzten Satze ist die Stel- 
ung des ersten ἢ in ἢ ἡγησάμενος 
— Tey37 auffellig τ {u etsfeper 
Rede würde es heilsen: οὗ ἄν τις 
ἢ ἑαυτὸν τάξῃ, ἡγησάμενος βέλ- 
τιστον εἶναι Sc. ἐνταῦϑα ταττε- 
σϑαι, ἢ ὑπ᾽ ἄρχοντος (von einem 
Höheren) ταχϑῇ. : 

Kap. 17. Der Gedankengang ist: 
Ich würde schlimm handeln, wenn 
ich auf dem Posten, welchen mir in 
den drei Feldzügen, an denen ich 


ἈΠΟΛΟΓΙᾺ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 37 


’43 voi WER ςς ΄, ST, » a ς σὰ 
ηναῖοι, εἰ, OTE μέν μὲ οἱ ἄρχοντες ἔταττον, οὺς ὑμεῖς 
εἵλεσϑε ἄρχειν μου, χαὶ ἐν Ποτιδαίᾳ καὶ ἐν ᾿Αμφιπόλει 
’ T - 
nal ἐπὶ Ζηλίῳ, τότε μὲν οὗ Exeivor ἔταττον ἔμενον ὥσττερ 
χαὶ ἄλλος τις καὶ ἐκινδύνευον ἀποϑανεῖν, τοῦ δὲ ϑεοῦ 
’ c [4 ,ὔ Ev 
Tarrovrog, ὡς ἐγὼ φήϑην τε καὶ ὑπέλαβον, φιλοσοφοῦντά 
- “-» \ > , I \ \ Ἁ ” 
μὲ δεῖν ζῆν καὶ ἐξετάζοντα ἐμαυτὸν χαὶ τοὺς ἄλλους, 
5 - x ΡλῚ , « . «ἄν 
ἐνταῦϑα δὲ φοβηϑεὶς ἢ ϑάνατον ἢ ἄλλο ὅτιοῦν πρᾶγμα 
λέποιμε τὴν τάξιν. δεινὸν μέντ᾽ ἂν εἴη, χαὶ ὡς ἀληϑῶς 
τότ᾽ ἂν με δικαίως εἰσάγοι τις εἰς δικαστήριον, ὅτι οὐ 
, \ 5 2 “- - , \ x ’ 
νομίζω ϑεοὺς εἶναι ἀπειϑῶν τῇ μαντείᾳ καὶ δεδιὼς ϑά- 
γατον χαὶ οἰόμενος σοφὸς εἶναι οὐκ ὦν. τὸ γάρ τοι 
ϑάνατον δεδιέναι, ὦ ἄνδρες, οὐδὲν ἄλλο ἐστὶν ἢ δοκεῖν 
σοφὸν εἶναι μὴ ὄντα' δοκεῖν γὰρ εἰδέναι ἐστὶν ἃ οὐκ 
οἶδεν. οἶδε μὲν γὰρ οὐδεὶς τὸν ϑάνατον οὐδ᾽ εἰ τυχχάνει 
τῷ ἀνθρωώττῳ πάντων μέγιστον ὃν τῶν ἀγαϑῶν, δεδίασι 
> c 5 [4 , τ - - , 
ὃ ὡς εὖ εἰδότες ὅτι μέγιστον τῶν χκαχῶν ἐστί. χαὶ 
τοῦτο πῶς οὐκ ἀμαϑία ἐστὶν αὕτη ἢ ἐπονείδιστος, ἡ 


teilnahm, die von euch erwählten 
Oberen (οἱ ἄρχοντες sagt er mit 
Rückblick auf den letzten Satz des 
16. Kapitels: 7 ὑπ᾿ ἄρχοντος 
ταχϑῇ) erwiesen, verharrte und da- 
gegen den Posten, den mir der &o- 
χων $eoganwies, verliefse. Schlimm 
wäre es, wenn ich das aus Todes- 
furcht thäte; denn diese ist eine 
Thorheit, da niemand weils, ob der 
Tod ein Übel oder ein Glück sei. 
Ich versichere euch vielmehr, dafs 
mich euer Urteil in keiner Weise 
ändern wird: auch wenn ihr mich 
freisprecht, werde ich meine Le- 
bensweise beibehalten. 

Das Kapitel ist ein Muster edler 
Beredsamkeit durch die Reihenfolge 
der Gedanken und der durch sie 
wachgerufenen Empfindungen,durch 
den Wechsel der Konstruktionen 
und durch die Fülle des Ausdrucks. 
Er stellt ihnen zuerst in voller 
Periode, die wie nebenbei seiner 
eigenen höchst ehrenvollen Kriegs- 
thaten erwähnt, die Erbärmlichkeit 


des λείπων τὴν τάξιν vor, den 
nach athenischem Recht Atimie 
traf, und appelliert damit an ihr 
Ehrgefühl. Er wendet sich dann 
mit einer logischen Deduktion, der 


-die Form kurzer Sätze und das 


wiederkehrende γάρ entsprechen 
(τὸ γάρ τοι ϑάνατον δεδιέναι --- 
δοκεῖν γὰρ εἰδέναι --- οἷδε μὲν 
γὰρ οὐδείς) an den Verstand 
der Richter und beruft sich dann 
anihrEhrgefühl zugleich, das 
in ihm den Ehrenmann schätzen, 
und an ihre Überlegung, 
welche ihm die Konsequenz des 
Gedankens und des Handelns zuge- 
stehen soll. Das, was ihm nun 
Ehre und Logik als Lebensaufgabe 
zu lösen vorschreiben, giebt er dann 
in eindringlichster Weise durch die 
verschiedensten Wendungen, ganz 
wie es Demosthenes, wenn er einen 
Gedanken recht sicher haften lassen 
will, thut. Er bietet sein Lebens- 
prinzip zuerst im logischen Ge- 
gensatz und dem entsprechend in 


98 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


τοῦ οἴεσθαι εἰδέναι ἃ οὐχ οἶδεν; ἐγὼ δέ, ὦ ἄνδρες, 
τούτῳ χαὶ ἐνταῦϑα ἴσως διαφέρω τῶν ττολλῶν ἀνϑρώ- 
πων, χαὶ εἰ δή τῳ σοφώτερός του φαίην εἶναι, τούτῳ 
ἄν, ὅτι οὐχ εἰδὼς ἱχανῶς ττερὶ τῶν ἐν Ἅιδου οὕτω καὶ 
οἴομαι οὐχ εἰδέναι" τὸ δὲ ἀδικεῖν καὶ ἀπειϑεῖν τῷ βελ- 
τίονι, καὶ ϑεῷ χαὶ ἀνθρώπῳ, ὅτι χαχὸν χαὶ αἰσχρόν 
ἐστιν οἶδα. πρὸ οὖν τῶν καχῶν, ὧν οἶδα ὅτι χαχά ἔστιν, 
ἃ μὴ οἶδα εἰ ἀγαθὰ ὄντα τυγχάνει οὐδέποτε φοβήσομαι 
οὐδὲ φεύξομαι' ὥστε οὐδ᾽ εἴ με νῦν ὑμεῖς ἀφίετε ᾿Ανύτῳ 
ἀπιστήσαντες, ὃς ἔφη ἢ τὴν ἀρχὴν οὐ δεῖν ἐμὲ δεῦρο 
εἰσελϑεῖν ἤ, ἐττειδὴ εἰσῆλϑον , οὐχ οἷόν τε εἶναι τὸ μὴ 
ἀποχτεῖναί με, λέγων πρὸς ὑμᾶς ὡς, εἰ διαφευξοίμην, 
ἤδη ἂν ὑμῶν οἱ υἱεῖς ἐπιτηδεύοντες ἃ Σωκράτης διδά- 
σχει πάντες παντάπασι διαφϑαρήσονται, --- εἴ μοι 7roög 
ταῦτα εἴποιτε, ὦ Σώχρατες, νῦν μὲν ᾿Ανύτῳ οὐ πεισό- 
μεϑα, ἀλλ᾽ ἀφίεμέν σε, ἐπὶ τούτῳ μέντοι, ἐφ᾽ ᾧτε μη- 
χέτι ἐν ταύτῃ τῇ ζητήσει διατρίβειν μηδὲ φιλοσοφεῖν" 
ἐὰν δὲ ἁλῷς ἔτι τοῦτο πράττων, ἀποϑανεῖ" εἰ οὖν με, 
ὅττερ εἶττον, ἐπὶ τούτοις ἀφίοιτε, εἴποιμ᾽ ἂν ὑμῖν ὅτι 
ἐγὼ ὑμᾶς, ὦ ἄνδρες ᾿41ϑηναῖοι, ἀσπάζομαι μὲν χαὶ φιλῶ, 
πείσομαι δὲ μᾶλλον τῷ ϑεῷ ἢ ὑμῖν, nal ἕωσπερ ἂν 
ἐμπινέω χαὶ οἷός τε ὦ, οὐ μὴ σεαύσωμαι φιλοσοφῶν καὶ 
ὑμῖν παρακελευόμενός τε καὶ ἐνδειχνύμενος ὅτῳ ἂν ἀεὶ 
ἐντυγχάνω ὑμῶν, λέγων οἷάπερ εἴωϑα, ὅτι ὦ ἄριστε ἀν- 
δρῶν, ᾿4ϑηναῖος ὦν, πόλεως τῆς μεγίστης χαὶ εὐδοκιμω- 


kurzer Satzform: οὐχ εἰδὼς περὶ 
τῶν ἐν Ἅιδου καὶ οἴομαι οὐχ εἰ- 
δέναι" τὸ δὲ ἀπειϑεῖν τῷ βελτίονι 
ὅτι αἰσχρόν ἐστιν οἶδα. Er giebt 
es dann im psychologischen 
Gegensatz (ἀσπάζομαι ὑμᾶς χαὶ 
φιλῶ, πείσομαι δὲ τῷ ϑεῷ), wie- 
der die vollste Satzform anwen- 
dend, wie das gute Redner immer 
thun, wenn sie das Gemüt mitreden 
lassen, mit zweimal wieder aufge- 
nommener Prodosis: el μὲ νῦν 
ὑμεῖς ἀφίετε er μοι πρὸς ταῦ- 
τα εἴποιτε --- el οὖν με, ὅπερ εἶ- 


. πον, ἐπὶ τούτους ἀφίοιτε, mit einer 


indirekten (λέγων πρὸς ὑμᾶς ὡς, 
εἰ διαφευξοίμην x. τ. ξ.) und zwei 
direkten Redewendungen (ὦ Σώ- 
κράτες, νῦν μὲν Ἀνύτῳ οὐ πει- 
σόμεϑα: x. τ. ἕξ. und ἐγὼ ὑμᾶς, ὦ 

ἄνδρες ᾿ϑηναῖοι, ἀσπάζομαι μὲν 
x. τ. &), d. 1. mit einer überaus 
grolsen Geschicklichkeit in der 
Form der Rede: die Periode ist 
trotz ihrer Länge, trotz der ver- 
schiedensten Redewendungen durch- 
sichtig, klar, wie die einfachsten 
Sätze. Er zeigt uns zuletzt seinen 


ἈΠΟΛΟΓΙᾺ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 99 


τάτης εἰς σοφίαν χαὶ ἰσχύν, χρημάτων μὲν οὐχ αἰσχύνει 
ἐπιμελούμενος, ὅπως σοι ἔσται ὡς πλεῖστα, καὶ δόξης 
καὶ τιμῆς, φρονήσεως δὲ καὶ ἀληϑείας καὶ τῆς ψυχῆς, 
ὅπως ὡς βελτίστη ἔσται, οὐκ ἐπιμελεῖ οὐδὲ φροντίζεις; 
χαὶ ἐάν τις ὑμῶν ἀμφισβητῇ καὶ φῇ ἐπιμελεῖσθαι, οὐκ 
εὐθὺς ἀφήσω αὐτὸν οὐδ᾽ ἄπειμι, ἀλλ᾽ ἐρήσομαι αὐτὸν 
χαὶ ἐξετάσω καὶ ἐλέγξω, χαὶ ἐάν μοι μὴ δοκῇ κεχτῆσϑαι 
ἀρετήν, φάναι δέ, ὀνειδιῶ ὅτι τὰ πλείστου ἄξια περὶ 
ἐλαχίστου ποιεῖται, τὰ δὲ φαυλότερα περὶ πλείονος. 
ταῦτα καὶ γεωτέρῳ xal πρεσβυτέρῳ, ὅτῳ ἂν ἐντυγχάνω, 
ποιήσω, καὶ ξένῳ καὶ ἀστῷ, μᾶλλον δὲ τοῖς ἀστοῖς, ὅσῳ 
μου ἐγγυτέρω ἐστὲ γένει. ταῦτα rag χελεύει ὃ ϑεός, εὖ 
ἔστε, καὶ ἐγὼ οἴομαι οὐδέν πω ὑμῖν μεῖζον ἀγαϑὸν γε- 
γέσϑαι ἐν τῇ πόλει ἢ ἢ τὴν ἐμὴν τῷ ϑεῷ ὑπηρεσίαν. οὐδὲν 
γὰρ ἄλλο πράττων ἐγὼ περιέρχομαι ἢ πείϑων ὑμῶν καὶ 
γεωτέρους καὶ rgsoßvregovg μήτε σωμάτων ἐπιμελεῖσϑαι 
μήτε χρημάτων πρότερον μηδὲ οὕτω σφόδρα ὡς τῆς 
ψυχῆς, ὅπως ὡς ἀρίστη ἔσται, λέγων ὅτι οὐκ ἐκ χρημά- 
των ἀρετὴ γίγνεται, ἀλλ᾽ ἐξ ἀρετῆς χρήματα καὶ τἀλλα 
ἀγαϑὰ τοῖς ἀνθρώποις ἅπαντα χαὶ ἰδίᾳ χαὶ δημοσίᾳ. 
εἰ μὲν οὖν ταῦτα λέγων διαφϑεέρω τοὺς νέους, ταῦτ᾽ ἂν 
εἴη βλαβερά" εἰ δέ τίς μέ φησιν ἄλλα λέγειν ἢ ταῦτα; 
οὐδὲν λέγει. πρὸς ταῦτα, φαίην ἄν, ὦ Adıyaloı, K 
πείϑεσϑε ᾿Ανύτῳ ἢ un, καὶ ἢ ἀφίετε ἢ μὴ ἀφίετε, ὡς 


ἐμοῦ οὐκ ἂν ποιήσοντος ἄλλα, οὐδ᾽ εἰ μέλλω πολλάκις 
τεϑγαναι. 
Grundsatz als den eines zielbe- φροντίζεις — οὐχ ἀφήσω αὖὐ- 


wulsten Mannes: οἴομαι οὐδέν πω 
ὑμῖν μεῖζον ἀγαϑὸν γενέσϑαι ἐν 
τῇ πόλει ἢ ἢ τὴν ἐμὴν τῷ ϑεῷ ὑπη- 
ρεσίαν, wieder mit grofser Kunst 
zuerst den Stolz der Richter 
. weckend: ὦ ἄριστε ἄνδρων, ϑη- 
γναῖος ὦν, πόλεως τῆς μεγίστης 
χαὶ εὐδοχιμωτάτης x. τ. &, und 
sie so empfänglich machend für den 
männlichen Stolz, der aus den fol- 
genden Worten blickt. Die Fülle 
des Ausdrucks: οὐκ ἐπιμελεῖ οὐδὲ 


τὸν οὐδ᾽ ἄπειμι --- ἐρήσομαι αὖ- 
τὸν χαὶ ἐξετάσω χαὶ ἐξελέγξω 
u. 8. w. braucht blofs angedeutet 
zu werden. Auch der sehr effekt- 
volle Schluls einzelner Sätze fällt 
leicht ins Auge: οὐδέποτε͵ ‚gopn- 
σομαι οὐδὲ φεύξομαι = ἅπαντα 
χαὶ ἰδίᾳ καὶ δημοσίᾳ — οὐδ᾽ εἰ 
μέλλω πολλάκις τεϑνάναι. 

Zu dem τούτῳ ἄν in den Worten 
εἰ δὴ τῳ ᾿σοφώτερός του φαίην 
εἶναι, τούτῳ ἄν, ist εἴην zu er- 


40 ΠΛΑΤΩΝΟΣ 


18. Mn ϑορυβεῖτε, ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, ἀλλ᾽ ἐμμείνατέ 
μοι οἷς ἐδεήϑην ὑμῶν, μὴ ϑορυβεῖν ἐφ᾽ οἷς ἂν λέγω, 
ἀλλ᾽ ἀχούειν" χαὶ γάρ, ὡς ἐγὼ οἶμαι, ὀνήσεσϑε ἀκούοντες. 
μέλλω γὰρ οὖν ἄττα ὑμῖν ἐρεῖν καὶ ἄλλα, ἐφ᾽ οἷς ἴσως 
βοήσεσϑε' ἀλλὰ μηδαμῶς ποιεῖτε τοῦτο. εὖ γὰρ ἔστε, 
ἐὰν ἐμὲ ἀποχτείνητε τοιοῦτον ὄντα, οἷον ἐγὼ λέγω, οὐχ 
ἐμὲ μείζω βλάψετε ἢ ὑμᾶς αὐτούς" ἐμὲ μὲν γὰρ οὐδὲν 
ἂν βλάψειεν οὔτε έλητος οὔτε ᾿Ανυτος" οὐδὲ γὰρ ἂν 
δύναιτο" οὐ γὰρ οἴομαι ϑεμιτὸν εἶναι ἀμείνονι ἀνδρὶ ὑττὸ 
χεέρονος βλάπτεσϑαι. ἀποχτείνειε μέντ᾽ ἂν ἴσως ἢ ἐξελά- 
σειεν ἢ ἀτιμώσειεν᾽ ἀλλὰ ταῦτα οὗτος ἴσως οἴεται καὶ 
ἄλλος τίς που μεγάλα καχά, ἐγὼ δ᾽ οὐκ οἴομαι, ἀλλὰ 
πολὺ μᾶλλον ποιεῖν ἃ οὗτος νυνὶ ποιεῖ, ἄνδρα ἀδίκως 
ἐπιχειρεῖν ἀποχτιννύναι. νῦν οὖν, ὦ ἄνδρες “41ϑηναῖοι, 
πολλοῦ δέω ἐγὼ ὑπὲρ ἐμαυτοῦ ἀπολογεῖσϑαι, ὥς τις ἂν 
οἴοιτο, ἀλλ᾽ ὑπὲρ ὑμῶν, μή τι ἐξαμάρτητε περὶ τὴν τοῦ 


ϑεοῦ δόσιν ὑμῖν ἐμοῦ καταψηφισάμενοι. 


gänzen; andere sprachliche Schwie- 
rigkeiten bietet das Kapitel nicht. 

"Kap. 18. Die ersten Worte un 
ϑορυβεῖτε x. τ. δ. haben das oben 
a gteim Auge, die Absage, welche 


der letzte Saz des vorigen Kapitels. 


enthielt, und den Lärm, welchen 
wegen derselben die ihm feindlich 
gesinnten Geschworenen erheben 
mufsten. Das ὀνήσεσϑε ἀχούοντες 


leitet dann als der erste Ausdruck des . 


Stolzes das Folgende ein: „es wird 


euch nützen mich anzuhören“. Den 


Hauptgedanken des „Kapitels ‚ent- 
halten die Worte: ἐὰν ἐμὲ ἀπο- 
χτείνητε, οὐχ ἐμὲ μείζω βλάψετε 
ἢ ὑμᾶς αὐτούς. Der Redner spricht 
zuerst über den ersten Teil der 
Apodosis: οὐχ ἐμὲ βλάψετε, in der 
Form logischen Beweises, in kurzen 
Sätzen, mit dem wiederholten γάρ, 
die volle hypothetische Periode ver- 
meidend; denn der Satz anoxrel- 
γξιξ μέντ᾽ ἂν --- ἐπιχειρεῖν ἀπο- 
χτιννύναι ist dem Gedanken nach 
eine Hypothese: εἰ ἀποχτενεῖ, αὐ- 


ἐὰν γὰρ ἐμὲ 


τὸς μὲν οἰήσεται ταῦτα μεγάλα 
χαχά, ἐγὼ δὲ x. τ. &. Das zweite 
stolze Wort ist: ἐμὲ οὐκ ἂν βλα- 
ψειεν οὔτε έλητος οὔτε Ἄνυτος 
„mir wird kein M. und. kein A. 
schaden“, mit dem die edelste Hoch- 
achtung vor dem unwandelbaren 
Sittengesetz kundgebenden Aus- 
drucke: οὐ γὰρ οἴομαι N δεν 

τὸν εἶναι κ. τ. &,, mit diesem Hin 

weis auf die ϑέμιστες, die ewigen 
Satzungen der Götter. In „längerer 
Rede behandelt er das anoxtel- 
ναντες ἐμὲ βλάψετε ὑμᾶς αὐτούς. 
Wieder mit einem stolzen Worte 
geht er zum Beweise dieses zwei- 
ten Satzes über: „ich halte hier 
eine Verteidigungsrede nicht in mei- 
nem, sondern in eurem Interesse, 
zu eurem Besten“ πολλοῦ δέω ἐγὼ 
ὑ πὲ 9 ἐμαυτοῦ ἀπολογεῖσϑαι, 
ἀλλ᾽ ὑπὲρ ὑμῶν, und scheut sich 
dann nicht, den kühnsten Gedanken 
der Rede auszusprechen: m τι 
ἐξαμάρτητε περὶ τὴν τοῦ ϑεοῦ 
δόσιν ὑμῖν ἐμοῦ χαταψηφισάμε- 


AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 41 


ἀποχτείνητε, οὐ ῥᾳδίως ἄλλον τοιοῦτον εὑρήσετε, ἀτε- 
χνῶς, εἰ καὶ γελοιότερον εἰπεῖν, προσχείμενον τῇ πόλει 
ὑπὸ τοῦ ϑεοῦ, ὥσττερ ἵπττῳ μεγάλῳ μὲν καὶ γενναίῳ, 
ὑπὸ μεγέϑους δὲ νωϑεστέρῳ χαὶ δεομένῳ ἐγεέρεσϑαι ὑπὸ 
μύωπός τινος" οἷον δή μοι δοχεῖ ὃ ϑεὸς ἐμὲ τῇ πόλει 
σπροστεϑειχέναι τοιοῦτόν τινα, ὃς ὑμᾶς ἐγείρων χαὶ πεί- 
ϑων καὶ ὀνειδίζων ἕνα ἕκαστον οὐδὲν παύομαι τὴν ἡμέ- 
ραν ὅλην πανταχοῦ προσκαϑίζων. τοιοῦτος οὖν ἄλλος οὐ 
ῥᾳδίως ὑμῖν γενήσεται, ὦ ἄνδρες, ἀλλ᾽ ἐὰν ἐμοὶ πεί- 
ϑησϑε, φείσεσϑέ μου" ὑμεῖς δ᾽ ἴσως τάχ᾽ ἂν ἀχϑόμενοι, 
. ὥσπερ οἱ νυστάζοντες ἐγειρόμενοι, ὀρούσαντες ἂν με, 
σπειϑόμενοι ᾿Ανύτῳ, ῥᾳδίως ἂν ἀποχτείναιτε, εἶτα τὸν 
λοιττὸν βίον χαϑεύδοντες διατελοῖτ᾽ ἄν, ei un τινὰ ἄλλον 
ö ϑεὸς ὑμῖν ἐπιπέμψεεξ κηδόμενος ὑμῶν. ὅτι δ᾽ ἐγὼ 
τυγχάνω ὧν τοιοῦτος, οἷος ὑπὸ τοῦ ϑεοῦ τῇ πόλει δε- 
δόσϑαι, ἐνθένδε ἂν χατανοήσαιτε᾽ οὐ γὰρ ἀνϑρωπίένῳ 
ἔοιχε τὸ ἐμὲ τῶν μὲν ἐμαυτοῦ ἁπάντων ἠμεληκχέναι καὶ 
ἀνέχεσϑαι τῶν οἰχείων ἀμελουμένων τοσαῦτα ἤδη ἔτη, 


γοι (ὑμῖν von δόσις abhängig), in 
welchem er denen, die in ihrer 
Mehrzahl ihn zu verurteilen ge- 
neigt sind, sagt: „ich bin eine Got- 
tesgabe für euch“, ein Gedanke, 
der an die stolzesten Worte der 
alten Propheten erinnert. Sobald 
er nun mit dieser Wendung wieder 
zu einem Appell an das Gemüt der 
Athener übergegangen ist, fällt er 
wieder, wie oben, in vollere Pe- 
rioden, in eine gröfsere Fülle des 
Ausdrucks, i in eine Häufung der Sy- 
nonymen: μέγας καὶ γενναῖος, νω- 
ϑέστερος χαὶ δεόμενος ἐγείρε- 
σϑαι, ἐγείρων χαὶ πείϑων καὶ 
ὀνειδίζων u. 5. χ. Und mit wel- 
cher psychologischen Klugheit führt 
. er wieder seine Warnung durch! 
Er verbindet dem warnenden Tadel 
das Lob in dem ersten Vergleiche: 
οὐ ῥᾳδίως ἄλλον εὑρήσετε 1 προσ- 

χείμενον τῇ πόλει ὑπὸ τοῦ ϑεοῦ 
(προσχεῖσϑαι als Passivum von 
προστιϑέναε mit ὑπό verbunden), 


ὥσπερ ἵππῳ μεγάλῳ καὶ γεν- 
ναίω x. τ. &.; er spricht in dem 
zweiten Vergleiche nicht von einem 
sittlichen Fehler, sondern von einem 
unbewulsten Irrtum, einem γυστά- 
Gew, wo ein ἁμαρτάνειν nicht zu 
viel sagen würde. Die Begründung 
des ὑμᾶς αὐτοὺς βλάψετε giebt er 
dann zuletzt durch eine demonstra- 
tio ad oculos, durch den Hinweis 
auf seine Uneigennützigkeit: „seht, 
ich bin blutarm geblieben!“ und 
schliefst dann mit einer Hervor- 
hebung der Schamlosigkeit seiner 
Ankläger, die es nicht verdienen, 
dafs die Richter ihnen folgen. Auch 
hier ist aufmerksam zu machen auf 
den kraftvollen Schlufs einzelner 
Perioden, kraftvoll deshalb, weil 
die letzten Worte einen Hauptbe- 
griff, einige oder ein stark, zu be- 
tonendes Wort enthalten: τὴν ἡμέ- 
ραν ὅλην πανταχοῦ προσχαϑί- 
ζων --- χηδόμενος ὑμῶν. το πεί- 
ϑοντα ἐπιμελεῖσϑαι ἀρετῆς --- τὸν 


42 ΠΑΑΤΩΝΟΣ 


τὸ δὲ ὑμέτερον rrgarreıv ἀεί, ἰδίᾳ ἑχάστῳ προσιόντα 
ὥσπερ πατέρα ἢ ἀδελφὸν πρεσβύτερον, πείϑοντα ἐπι- 
μελεῖσϑαι ἀρετῆς. χαὶ εἰ μέν τι ἀττὸ τούτων ἀττέλαυον 
χαὶ μισϑὸν λαμβάνων ταῦτα πτιαρεχελευόμην, εἶχον ἄν 
τινα λόγον" νῦν δὲ ὁρᾶτε δὴ χαὶ αὐτοί, ὅτε οἱ χατήγοροι 
τἄλλα πάντα ἀναισχύντως οὕτω. κατηγοροῦντες τοῦτό γε 
οὐχ οἷοί τε ἐγένοντο ἀπαναισχυντῆσαι παρασχόμενοι μάρ- 
τυρα, ὡς ἐγώ ποτέ τινὰ ἢ ἐπραξάμην μισϑὸν ἢ ἤτησα. 
ἱχανὸν γάρ, οἶμαι, ἐγὼ παρέχομαι τὸν μάρτυρα, ἀληϑῆ 
ὡς λέγω, τὴν πενίαν. 

19. Ἴσως ἂν οὖν δόξειεν ἄτοττον εἶναι, ὅτι- δὴ ἐγὼ. 
ἰδίᾳ μὲν ταῦτα ξυμβουλεύω περιιὼν χαὶ ττολυτεραγμονγῶ, 
δημοσίᾳ δὲ οὐ τολμῶ ἀναβαίνων εἰς τὸ τιλῆϑος τὸ ὑμέ- 
τερον ξυμβουλεύειν τῇ τιόλει. τούτου δὲ αἴτιόν ἔστιν ὃ 
ὑμεῖς ἐμοῦ πολλάχις ἀχηχόατε πολλαχοῦ λέγοντος, ὅτι 
μοι ϑεῖόν τι χαὶ δαιμόνιον γίγνεται [φωνή], ὃ δὴ καὶ 
ἐν τῇ γραφῇ ἐπικωμῳδῶν Ιἤέλητος ἐγράψατο" ἐμοὶ δὲ 


μάρτυρα, ἀληϑὴῆ ὡς λέγω; τὴν 
πενίαν. 

Zu ἀπαναισχυντῆσαι bemerkt 
Cron: „In ἀπὸ liegt der Begriff der 
Vollendung, wie „ihrer Unver- 


schämtheit damit die Krone auf-- 


setzen“, oder der Erfüllung einer 
Aufgabe, wie „etwas leisten in der 
Unverschämtheit“. — Das ἀνά des 
Kompositums bezeichnet die Wie- 
derholung. 


Kap.19. Sokrates geht zur Wür- | 
digung des letzten Teiles der An-. 


klage über: ἕτερα δὲ καινὰ δαιμό- 
για εἰσηγούμενος. Den natürlichen 
Übergang bildet ein angenommener 
Einwurf: ἔσως ἂν οὖν δόξειεν ἄτο- 
πον εἶναι χ. τ. ξ., der Vorwurf, 
den man ihm vielleicht daraus ma- 
chen könnte, dafs er nur ἐδέᾳ und 
nicht δημοσίᾳ sein Ziel verfolge. 
Er erklärt seine Art des Vorgehens 
einmal aus einer angeborenen Ab- 
neigung gegen Staatsgeschäfte und 
zweitens aus einer logischen Über- 
zeugung. Die angeborene Antipathie 


nennt er eine ϑεία φωνή, eine 
göttliche und deshalb glückliche 
Stimme in seiner Brust, die ihm 
öfter ein Halt! zurufe, wenn er et- 
was unternehmen wolle „ ein δαι- 


-uovıov, die Gabe eines glücklichen 


Dämon, wie er es nenne, eine Be- 
zeichnung, aus welcher dann Mele- 
tos, wie ein Komödiendichter etwas 
hinzudichtend (£rızwuodor») die 
ἕτερα δαιμόνια χαινά gemacht 
habe. Dals Sokrates von Meletos, 
wie immer, so auch hier ironisch 
spricht, beweist aufser dem ange- 
führten Beiwort, das er ihm giebt 
(ἐπικωμῳδῶν), auch der Umstand, 
dafs er ihn wie beiläufig in einem 
Nebensatze abfertigt. In Bezug auf 
die innere Stimme, die Sokrates 
sich beilegt, ist jedenfalls darauf 
zu achten, dafs er ihr nicht blind- 
lings folgt, sondern sich von ihr 
nur zur Überlegung antreiben läfst, 
dafs er mit dem δαιμόνιον (wie 
hier, so im Phädrus Kapitel 20 u. 
a. a. Ὁ.) nur die äufsere Veranlas- 


ἈΠΟΛΟΓῚΑ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 48 


τοῦτ᾽ ἐστὶν ἐχ παιδὸς ἀρξάμενον φωνή τις γιγνομένη, ἢ 
ὅταν γένηται, ἀεὶ ἀποτρέπει μὲ τούτου, ὃ ἂν μέλλω 
πράττειν, πιροτρέτεει δὲ οὔττοτε" τοῦτ᾽ ἔστιν ὅ μοι ἔναν- 
τιοῦται τὰ πολιτικὰ πιράττειν. χαὶ παγχάλως γέ μοι 

u - 9 5 \ ’ = 3 ᾿Ξ 
δοχεῖ ἐναντιοῦσϑαι" εὖ γὰρ ἴστε, ὦ ἄνδρες Admvaloı, εἰ 
ἐγὼ πάλαι ἐπεχείρησα πράττειν τὰ πολιτικὰ πράγματα, 

’ E pP) I ΄ \ Min a c - 2 ’ 2 \ 
πάλαι ἂν ἀτπολώλη xal οὔτ᾽ av ὑμᾶς ὠφελήχη οὐδὲν 
ΡΨ, 3 [4 \ ᾽, 2 , ΡῚ m. 
οὔτ᾽ ἂν ἐμαυτόν. χαὶ un μοι ἄχϑεσϑε λέγοντι τἀληϑῆ 
οὐ γὰρ ἔστιν ὅστις ἀνθρώπων σωϑήσεται οὔτε ὑμῖν 
ΤΥ ” [4 > \ ᾽ὔὕ 2 4 \ 
οὔτε ἄλλῳ πλήϑει ovdevi γνησίως Evavrıovusvog xal 
διαχκωλύων πολλὰ ἄδιχα καὶ παράνομα ἐν τῇ πόλει yi- 
γνεσϑαι, ἀλλ᾽ ἀναγχαῖόν ἔστι τὸν τῷ ὄντι μαχούμενον 
ὑπὲρ τοῦ δικαίου, καὶ εἰ μέλλει ὀλίγον χρόνον σωϑήσε- 
2 ’ 3 x κ ͵ 

σϑαι, ἰδιωτεύειν ἀλλὰ μὴ δημοσιεύειν. 

20. Meyala δ᾽ ἔγωγε ὑμῖν τεχμήρια παρέξομαι 
τούτων, οὐ λόγους, ἀλλ᾽ ὃ ὑμεῖς τιμᾶτε, ἔργα. ἀχούσατε 
δή μου τὰ ἐμοὶ ξυμβεβηκότα, iv’ εἰδῆτε ὅτι οὐδ᾽ ἂν Evi 
ὑπεεικάϑοιμι παρὰ τὸ δίκαιον δείσας ϑάνατον, μὴ ὑτεεί- 
χων δὲ ἅμ᾽ ἂν καὶ ἀπολοίμην. ἐρῶ δὲ ὑμῖν φορτικὰ μὲν 
χαὶ δικανικά, ἀληϑῆ δέ. ἐγὼ γάρ, w Admvaioı, ἄλλην 
sung seines Nachdenkens zu be- 
gründen sucht. Das Resultat sei- 
nes Nachdenkens über die Frage, 
ob ein δίχαιος ἀνήρ sich den 


Staatsgeschäften widmen müsse, 
giebt der letzte Satz des Kapitels: 


rechten Verurteilung der Feldherrn, 
welche nach der Schlacht bei den 
Arginusen sich um die Leichen der 
umgekommenen Athener nicht soll- 
ten gekümmert haben, viele der 
Anwesenden teilgenommen hatten. 


οὐ γὰρ ἔστιν ὅστις ἀνϑρώπων 
σωϑήσεται x. τ. ἕ. 

Kap. 20. Das Kapitel giebt zwei 
Beispiele zu dem Satze, dafs, wer 
für das Recht eintreten will, Pri- 
vatmann bleiben mufs, wenn er 
nicht bald verloren sein will. Iro- 
nisch leitet der Redner die Bei- 
spiele ein: οὐ λόγους, ἀλλ᾽ ὃ ὑμεῖς 
τιμᾶτε (zu schätzen wilst), ἔργα. 
Hatte man ihm doch vorgeworfen, 
dals er ein Nichtsthuer sei. „Frei- 
lich — sagt er — werden es für 
euch lästige Prozefsgeschichten sein, 
aber sie sind wahr“. Φορτιχά sind 
die τεχμήρια, weil an der unge- 


Bei der Verurteilung der zehn, oder 
richtiger acht Feldherrn, von denen 
aber zwei entkommen waren, war 
man παρανόμως vorgegangen, weil 
man sie nicht einem zuständigen 
Gerichtshofe überwiesen, sondern 
in der Volksversammlung verurteilt 
hatte, und weil man über sie 
ἀϑρόους͵ d. i. insgesamt, über alle 
zugleich in einer Abstimmung und 
nicht über jeden einzelnen in be- 
sonderem Stimmgang abgestimmt 
hatte (δίχα ἕχαστον "zolvew), wie 
das Gesetz es vorschrieb. Aber 
auch die zweite Erzählung hat ihr 
φορτιχόν; es liegt in dem Satze 


44 TAATQNOL 


\ 2 \ 2 " , 3 b) - , > ΄ 
μὲν ἀρχὴν οὐδεμίαν τεώτεοτε ἤρξα ἐν τῇ πόλει, ἐβούλευσα 
δέ" καὶ ἔτυχεν ἡμῶν ἡ φυλὴ ᾿Αντιοχὶς τερυτανεύουσα, ὅτε 
ὑμεῖς τοὺς δέκα στρατηγοὺς τοὺς οὐχ ἀνελομένους τοὺς 
ἐχ τῆς ναυμαχίας ἐβούλεσθε ἀϑρόους κρίνειν, πιααρανό- 
μως, ὡς ἐν τῷ ὑστέρῳ χρόνῳ πᾶσιν ὑμῖν ἔδοξε. τότ᾽ 
ἐγὼ μόνος τῶν πρυτάνεων ἠναντιώϑην ὑμῖν μηδὲν ποιεῖν 
παρὰ τοὺς νόμους χαὶ ἐναντία ἐψηφισάμην, καὶ ἑτοίμων 
ὄντων ἐνδειχνύναι us χαὶ ἀπάγειν τῶν ῥητόρων, καὶ 
ὑμῶν κελευόντων χαὶ βοώντων, μετὰ τοῦ νόμου xal τοῦ 
δικαίου ᾧμην μᾶλλόν μὲ δεῖν διαχινδυνεύειν ἢ μεϑ' 
ὑμῶν γενέσϑαι μὴ δίχαια βουλευομένων, φοβηϑέντα δε- 
σμὸν ἢ ϑάνατον. καὶ ταῦτα μὲν ἣν ἔτι δημοχρατουμένης 
τῆς πόλεως" ἐπειδὴ δὲ ὀλιγαρχία ἐγένετο, οἱ τριάχοντα 
av μεταπεμψάμενοίέ μὲ πέμπτον αὐτὸν εἰς τὴν ϑόλον 
προσέταξαν ἀγαγεῖν ἐκ Σαλαμῖνος Δέοντα τὸν Σαλαμί- 
ῶἰ ἈΠ 3 , ᾿: τ x Te 3:200) 4 
vıov, iv ἀποϑανοι" οἷα δὴ καὶ ἄλλοις ἐκεῖνοι ττολλοῖς 
πολλὰ προσέταττον, βουλόμενοι ὡς scheiotovg ἀναπλῆσαι 
αἰτιῶν τότε μέντοι ἐγὼ οὐ λόγῳ ἀλλ᾽ ἔργῳ av ἐνεδει- 
ξάμην, ὅτι ἐμοὶ ϑανάτου μὲν μέλει, el μὴ ἀγροικότερον 
ἣν εἰπεῖν, οὐδ᾽ ὁτιοῦν, τοῦ δὲ μηδὲν ἄδιχον μηδ᾽ ἀνό- 
2 ’ , x \ - ΄ DB. δ N 2 

σιον ἐργάζεσϑαι, τούτου δὲ τὸ πᾶν μέλει. ἐμὲ γὰρ Exeivn 
ΕΝ x 2 257 ᾿ a en x 5 “ ” ‚ 

ἢ ἀρχὴ οὐχ ἐξέπληξεν οὕτως ἰσχυρὰ οὐσα, ὥστε ἄδικόν 


οἷα δὴ καὶ ἄλλοις ἐκεῖνοι πολ- 
λοῖς --- ἀναπλῆσαι αἰτιῶν. Die 
Dreifsig wollten möglichst viele in 
ihre Schuld verwickeln, zu ihren 
Mitschuldigen machen, und die Er- 
innerung an dies Bestreben mag 
manchen haben erröten lassen, der 
sich gegen ihre Befehle nicht gleich 
Sokrates aufgelehnt oder sie nicht 
unberücksichtigt gelassen hatte. 
Die Erzählung hat übrigens eine 
sehr wohl berechnete Breite. Der 
Redner hat zweierlei im Auge: er 
will die Richter überzeugen, dafs 
er den Tod nicht fürchte und sich 
durch nichts von dem, was er für 
ein δίκαιον halte, abbringen lasse, 
und er will sie sodann daran erin- 
nern, dafs in Athen das Recht nicht 


immer auf seiten der Verurteilen- 
den gewesen sei, will ihnen ihre 
eigenen Sünden in das Gedächtnis 
zurückrufen. Daher. die wieder- 
holte Zurückweisung der . Todes- 
furcht: οὐδ᾽ av ἑνὶ ὑπεικάϑοιμι 
- zal ἀπολοίμην, φοβηϑέντα δε- 
σμὸν ῆ ϑάνατον. ἐμοὶ ϑανάτου 
μὲν μέλει οὐδ᾽ ὁτιοῦν, ‚und das 
Hervorheben des ὑμεῖς: ὃ ὑμεῖς 
τιμᾶτε, Ö uiv φορτιχόν, ὅτε 
ὕμε ες «τοὺς δέχα στρατηγους. 
χ: τ. &, ὡς ἐν τῷ ὑστέρῳ χρόνῳ 
πᾶσιν ὑμῖν ἔδοξε, ἐγὼ μόνος, 
Ἰναντιώϑην ὕμτν (wo Cron das 
ὑμῖν mit Unrecht fallen läfst), χαὲ 
ὑμῶν κελευόντων χαὶ βοώντων 
u. ἃ. ἃ. St. 

Zu εἰς τὴν 3040» bemerkt Stall- 


ANOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 45 


τι ἐργάσασϑαι, ἀλλ᾽ ἐπειδὴ ἐκ τῆς ϑόλου ἐξήλϑομεν, οἱ 
μὲν τέτταρες ᾧχοντο sig Σαλαμῖνα xal ἤγαγον “έοντα, 
ἐγὼ δὲ ὠχόμην ἀπιὼν οἴχαδε. χαὶ ἴσως ἂν διὰ ταῦτ᾽ 
2 3 \ ς > \ \ ΄, \ ’ 
ἀπέϑανον, εἰ μὴ ἡ ἀρχὴ διὰ ταχέων χατελύϑη" nal τού- 
τῶν ὑμῶν ἔσονται πολλοὶ μάρτυρες. 

21. Ao’ οὖν ἄν μὲ οἴεσϑε τοσάδε ἔτη διαγενέ- 
σϑαι, εἰ ἔπραττον τὰ δημόσια, καὶ πράττων ἀξίως ἀν- 
δρὸς ἀγαϑοῦ ἐβοήϑουν τοῖς δικαίοις καί, ὥσττερ χρή, 
τοῦτο περὶ πλείστου ἐπτοιούμην; πολλοῦ γε δεῖ, ὦ ἂν- 
does ᾿Αϑηναῖοι. οὐδὲ γὰρ ἂν ἄλλος ἀνϑρώπων οὐδείο. 
θ N γὰρ θ ς 
ἀλλ᾽ ἐγὼ διὰ παντὸς τοῦ βίου δημοσίᾳ Te εἴ πού τι 
U - - ’ EL ἧλον 2, 
ἔπραξα, τοιοῦτος φανοῦμαι. χαὶ ἰδίᾳ, ὁ αὐτὸς οὗτος, 
οὐδενὶ wrote ξυγχωρήσας οὐδὲν παρὰ τὸ δέκαιον οὔτε 
2 Zu ΄ 2 , a ς ΄ , , 
ἄλλῳ οὔτε τούτων οὐδενί, οὺς οἱ διαβαλλοντές μέ φασιν 
2 \ \ 2 2 \ \ , \ 2 \ 
ἐμοὺς μαϑητὰς εἶναι. ἐγὼ δὲ διδάσκαλος μὲν οὐδενὸς 
πώποτ᾽ ἐγενόμην" εἰ δέ τίς uov λέγοντος καὶ τὰ ἐμαυ- 
τοῦ πράττοντος ἐπιϑυμεῖ ἀκούειν, εἴτε νεώτερος εἴτε 
πιρεσβύτερος, οὐδενὶ wrote ἐφϑόνησα, οὐδὲ χρήματα 
μὲν’ λαμβάνων διαλέγομαι, μὴ λαμβάνων δ᾽ οὔ, ἀλλ᾽ 
ὁμοίως καὶ πλουσίῳ xal πένητι παρέχω ἐμαυτὸν ἐρω- 


baum: fait 904.05 aedificium pu- 
blieum prope τὸ βουλευτήριον 
τῶν πενταχοσίων, auctore Paus. 
1. 5, in quo prytanes quotidie epu- 
labantur et sacrificabant, ita dic- 
tum a forma et figura testudinis, 
quam referebat. 

Leon ist seines Vermögens wegen 
von den Dreifsig verfolgt ‚worden. 

Kap. 21. In den Wor ten εἰ ἔπρατ- 
τον τὰ δημόσια -- ἐποιούμην ist 
zu πράττων zu ergänzen τὰ δη- 
μόσια und deshalb nicht mit C. 
Hermann zwischen τὰ δημόσια und 
χαί ein Komma zu setzen, ἀξίως 
‚gehört zu ἐβοήϑουν und nicht zu 
πράττων, τοῖς δικαίοις ist der dat. 
gen. neutr. und das χρή ist das 
ethische, „man soll“, wie oft bei 
Plato und Thucydides. Auch im 
folgenden Satze habe ich anders, 
als es gewöhnlich geschieht, inter- 


pungiert. In diesem Satze gehört 
offenbar das δημοσίᾳ nicht zu φα- 
νοῦμαι; wie der hinzugefügte Ao- 
rist εἰ ἔπραξα beweist und wie 
der zu Grunde liegende Gedanke 
auch darlegt. Denn Sokrates will 
ja nach dem, was er Kap. 19 zum 
Schlufs gesagt hat, in Zukunft gar 
nicht δημόσια πράττειν, sondern 
vielmehr wie bisher ἐδιωτεύειν. 
Die Worte enthalten vielmehr eine 
Breviloquenz: ἐγὼ δημοσίᾳ τε ei 
ποὺ τι ἔπραξα, τοιοῦτος ἐφάνην 
καὶ ἰδίᾳ τοιοῦτος φανοῦμαι κ. τ. ἕ. 
Der Deutsche spricht übrigens eben- 
so: „nein (ἀλλά), ich für meine 
Person, all mein Lebtag, bin ich 
öffentlich wo aufgetreten, so will 
ich auch im Privatleben ebenso er- 
scheinen, derselbe Mann, der kei- 
nem je nachgiebt“ u. 8. w. : 

In den Worten ἀλλ᾽ ὁμοίως χαὶ 


Ν 


46 TAATQNOZ 


τᾶν καὶ ἐάν τις βούληται ἀποχρινόμενος ἀχούειν ὧν ἂν 
λέγω. καὶ τούτων ἐγὼ εἴτε τις χρηστὸς γίγνεται εἴτε 
μή, οὐχ ἂν δικαίως τὴν αἰτίαν ὑπέχοιμι, ὧν μήτε ὕπε- 
σχόμην μηδενὶ μηδὲν πώποτε μάϑημα μήτε ἐδίδαξα" εἰ 
δέ τίς φησι παρ᾽ ἐμοῦ πώποτέ τι μαϑεῖν ἢ ἀκοῦσαι 
ἰδίᾳ ὅ τι μὴ καὶ οἱ ἄλλοι πάντες, εὖ ἴστε ὕτι οὐκ ἀλη- 
In λέγει. 

22. ᾿Αλλὰ διὰ τί δή ποτε μετ᾽ ἐμοῦ χαίρουσέ τινες 
πολὺν χρόνον διατρίβοντες; ἀχηχόατε, ὦ ἄνδρες AIM- 
γαῖοι᾽ πᾶσαν ὑμῖν τὴν ἀλήϑειαν ἐγὼ εἶπον" ὅτε ἀκούον- 
τες χαίρουσιν ἐξεταζομένοις τοῖς οἰομένοις μὲν εἶναι σο- 
φοῖς, οὖσι δ᾽ οὔ" ἔστι γὰρ οὐκ ἀηδές. ἐμοὶ δὲ τοῦτο, 


πλουσίῳ καὶ πένητι ὧν ἂν λέγω 
ist nach ἐρωτᾶν χαὶ wiederholt zu 
denken παρέχω ἐμαυτόν: „ich 
stelle mich zur Verfügung, mich zu 
fragen, und (stelle mich zur Ver- 
fügung), wenn jemand wünscht ant- 
wortend (durch Rede und Antwort) 
zu hören, was ich behaupte d. i. 
wenn jemand sich meiner dialek- 
tischen Methode fügen will“. 

Der Gedanke des Kapitels ist 
klar: ich habe niemand jemals eine 
Wissenschaft (wie die Sophisten) 
zugesagt (ὑπεσχόμην), noch auch 
eine solche gelehrt (ἐδίδαξα καὶ 

:$nue); deshalb trage ich auc 
hd Schuld (im Griechischen 


. < r 14 
ist ‚auf das ὑπέχοιμε und ὑπεσχο- 
> 


μὴν zu achten) εἴτε τις χρηστὸς 
᾿ a” r 
γίγνεται εἴτε μή. 


p. 22. Der Redner sagt, die 


jungen Männer folgen ihm aus Lust 
an den Prüfungen derer, die weise 
zu sein glauben, ohne es zu sein. 
Dafs sie aber von ihm nicht ver- 
dorben werden, -dafür. sei der beste 
Beweis, dafs einmal keiner seiner 
Schüler, älter geworden und zu 
selbständigem Urteil fortgeschrit- 
ten, sich jemals über ihn beschwert 
habe, und sodann, dafs auch keiner 
ihrer Verwandten gegen ihn auf- 
trete, da/s Meletos keinen von ihnen 


als Zeugen gegen ihn habe gewin- 
nen können. 

In dem ersten Satze tritt das 
Wort χαίρουσι etwas ironisch her- 
vor, und wir geben es mit unse- 
rem „gern“ in zu schwacher Fär- 
bung wieder. Es liegt eine Ironie 
darin, weil die Anklage das Wort 
nicht hat gebrauchen können: die 
Ankläger konnten nicht sagen: οἱ 
νέοι χαίρουσι μετὰ Σωχράτους 
διατρίβοντες πολὺν χρόνον --- Sie 
durften sich höchstens ausdrücken : 
οἱ νέοι μετὰ Σωχράτους πολὺν 
χρόνον διατρίβουσιν. Es liegt also 
in χαίρουσι schon ein Schlag gegen 
Meletos und Genossen. In den fol- 
genden Worten’ bin ich in Bezug 
auf die Interpunktion Stallbaum 
gefolgt, der nach πᾶσαν ὑμῖν τὴν 
ἀλήϑειαν ἐγὼ εἶπον ein stärkeres 
Interpunktionszeichen, ein Semiko- 
lon statt eines Komma setzt, um 
anzudeuten, dals ὅτι ἀχούοντες 
χαίφονσεν nicht von εἶπον abhängig 
zu denken, sondern als Antwort auf 
das δια τί χαίρουσι zu fassen ist Ὁ 
und nur von der Frage durch einen 
Zwischensatz ἀχηχόατε — εἶπον, 
wie ihn der Redner liebt, getrennt 
ist. Neckisch ist das ἔστε γὰρ οὐχ 
ἀηδές „denn es ist nicht uninteres- 
sani“, wie wir mit einem Fremd- 


ἈΠΟΛΟΓῚΛ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 47 


ws ἐγώ φημι, προστέταχται ὑπὸ τοῦ ϑεοῦ πράττειν χαὶ 
ἐχ μαντείων καὶ ἐξ ἐνυτινίων χαὶ τταντὶ τρόττῳ, ᾧττἊερ 
τές ποτε χαὶ ἄλλη ϑεία μοῖρα ἀνϑρώττῳ καὶ ὅτιοῦν προσ- 
ἔταξε πράττειν. ταῦτα, ὦ ᾿Αϑηναῖοι, καὶ ἀληϑῆ ἔστι 
καὶ εὐέλεγχτα. εἰ γὰρ δὴ ἔγωγε τῶν νέων τοὺς μὲν δια- 
φϑείρω, τοὺς δὲ διέφϑαρχα, χρὴν δήττου, εἴτε τινὲς αὖ- 
τῶν πρεσβύτεροι γενόμενοι ἔγνωσαν ὅτι νέοις οὐσιν. αὖ- 
τοῖς ἐγὼ καχὸν στώττοτέ τε ξυνεβούλευσα, νυνὶ αὐτοὺς 
ἀναβαίνοντας ἐμοῦ κατηγορεῖν καὶ τιμωρεῖσϑαι" εἰ δὲ 
μὴ αὐτοὶ ἤϑελον, τῶν οἰκείων τινὰς τῶν ἐχείνων, πα- 
τέρας χαὶ ἀδελφοὺς καὶ ἄλλους τοὺς προσήκοντας, εἴπερ 
ὑπ ἐμοῦ τι χαχὸν ἐττεττόνϑεσαν αὐτῶν οἱ οἰκεῖοι, νῦν 
μεμνῆσϑαι χαὶ τιμωρεῖσϑαι. πάντως δὲ πάρεισιν αὐτῶν 
πολλοὶ ἐνταυϑοῖ, οὺς ἐγὼ ὁρῶ, πρῶτον μὲν Κρίτων οὗ- 
τοσί, ἐμὸς ἡλικιώτης καὶ δημότης, Κριτοβούλου τοῦδε 
πατήρ᾽ ἔπειτα Avoaviag ὃ Σφήττιος, Aloxivov τοῦδε 
πατήρ᾽ ἔτι ᾿Αντιφῶν ὃ Κηφισιεὺς οὑτοσί, ᾿Ἐπιγένους 
πατήρ᾽ ἄλλοι τοίνυν οὗτοι, ὧν οἱ ἀδελφοὶ ἐν ταύτῃ τῇ 
διατριβῆ γεγόνασι, Νικόστρατος, ὃ Θεοζοτίδου, ἀδελφὸς 
Θεοδότου --- χαὶ ὃ μὲν Θεόδοτος τετελεύτηχεν, ὥστε 
οὐκ ἂν ἐχεῖνός γε αὐτοῦ χαταδεηϑείη —, χαὶ Πάραλος 
ὅδε, ὃ Φημοδόκου, οὗ ἦν Θεάγης ἀδελφός" ὅδε δὲ ᾿4δεί- 
μαντος, ὃ ᾿Αρίστωνος, οὗ ἀδελφὸς οὑτοσὶ Πλάτων, καὶ 
«Αἰαντόδωρος, οὗ ᾿Απολλόδωρος ὅδε ἀδελφός. καὶ ἄλλους 
πολλοὺς ἐγὼ ἔχω ὑμῖν εἰπεῖν, ὧν τινὰ ἐχρῆν μάλιστα 
μὲν ἐν τῷ ἑαυτοῦ λόγῳ :τταρασχέσϑαι Meimtov μάρτυρα" 
ei δὲ τότε ἐπελάϑετο, νῦν παρασχέσϑω, ἐγὼ παραχωρῶ, 
χαὶ λεγέτω, εἴ τι ἔχει τοιοῦτον. ἀλλὰ τούτου πᾶν τοῦὐ- 


worte sagen würden, wenn wir 
nicht mit etwas anderer Wendung 
unserer Sprache getreu bleiben wol- 
len: „denn es macht Spafs“. Wei- 
terhin ist das χαί in πράττειν καὶ 
EX μαντείων „und zwar“; denn die 
Worte ἐχ μαντείων --- προσέταξε 
πράττειν zerlegen den Ausdruck 
ὑπὸ τοῦ ϑεοῦ. Dem εἴτε in εἴτε 
τινὲς αὐτῶν πρεσβύτεροι γενό- 


μενοι ἔγνωσαν entspricht, wie öf- 
ter das δέ dem τε, das εἰ δέ in εἰ 
δὲ um αὐτοὶ ἤϑελον. Der Aufzäh- 
lung der einzelnen Männer nimmt 
der Redner das Langweilige, das 
jede Aufzählung hat, durch kleine 
Zusätze, durch das ἐμὸς ἡλικιώτης 
καὶ δημότης „der mit mir in dem- 
selben Demos aufgewachsen ist“, 
und den Zwischensatz: χαὲὶ ὃ μὲν 


48 ΠΑΆΤΩΝΟΣ 


γαντίον εὑρήσετε, ὦ ἄνδρες, πιάντας ἐμοὶ βοηϑεῖν Eroi- 
μους τῷ διαφϑείροντι, τῷ κακὰ ἐργαζομένῳ τοὺς οἰχείους 
αὐτῶν, ὥς φασι Πέλητος χαὶ "Avvrog. αὐτοὶ μὲν γὰρ oi 
N “Ὁ > ΄ ’ Ind x 
διεφρϑαρμένοι ray ἂν λόγον ἔχοιεν βοηϑοῦντες" ol δὲ 
ἀδιάφϑαρτοι, πρεσβύτεροι ἤδη ἄνδρες, οἱ τούτων προ- 
᾽ N} >» » [4 αν 2 \ γ > 
onxovres, tiva ἄλλον ἔχουσι λόγον βοηϑοῦντες ἐμοὶ ἀλλ 
> \ > ΄ \ ΄ co ΄, ΄ Ἁ 
ἢ τὸν ὀρϑόν τε καὶ δίκαιον, ὅτε ξυνίσασι ελήτῳ μὲν 
[2 P} \ \ 2 4 + 
ψευδομένῳ, ἐμοὶ δὲ ἀληϑεύοντι; 
a , >. ἮΣ ΒΡ > \ 2 u» oe ἢ 2 
23. Εἶεν δή, ὦ ἄνδρες" ἃ μὲν ἐγὼ ἔχοιμ᾽ ἂν ἀπο- 
λογεῖσϑαι, σχεδόν ἐστι ταῦτα καὶ ἄλλα ἴσως τοιαῦτα. 
τάχα δ᾽ ἄν τις ὑμῶν ἀγαναχτήσειεν ἀναμνησϑεὶς ἕαυ- 
τοῦ, εἰ ὃ μὲν χαὶ ἐλάττω τουτουὶ τοῦ ἀγῶνος ἀγῶνα 
ἀγωνιζόμενος ἐδεήϑη τε χαὶ ἱχέτευσε τοὺς διχαστὰς 
μετὰ πολλῶν δαχρύων, παιδία τε αὑτοῦ ἀναβιβασάμενος, 
[4] oc ͵ > ’ \ 2} η - > ’, x 
ἵνα ὅ τι μάλιστα ἑλεηϑείη, καὶ ἄλλους τῶν οἰκείων χαὶ 
φίλων πολλούς, ἐγὼ δὲ οὐδὲν ἄρα τούτων ποιήσω, καὶ 
- , ς ’ ’ , 
ταῦτα χινδυνεύων, ὡς ἂν δόξαιμι, τὸν ἔσχατον χένδυνον. 
τάχ᾽ οὖν τις ταῦτα ἐννοήσας αὐϑαδέστερον ἂν πρός μὲ 
σχοίη, καὶ ὀργισϑεὶς αὑτοῖς τούτοις ϑεῖτο ἂν μετ᾽ ὀργῆς 
τὴν ψῆφον. εἰ δή τις ὑμῶν οὕτως Ἔχει, --- οὐχ ἀξιῶ 
μὲν γὰρ ἔγωγε" εἰ δ᾽ οὖν, ἐπιεικῆ ἂν wor δοχῶ πρὸς 
τοῦτον λέγειν λέγων ὅτι ἐμοί, ὠ ἄριστε, . εἰσὶ μέν πού 
τινὲς χαὶ οἰχεῖοι" χαὶ γὰρ τοῦτο αὐτὸ τὸ τοῦ Ὁμήρου. 
οὐδ᾽ ἐγὼ ἀπὸ δρυὸς οὐδ᾽ ἀττὸ πέτρης πέφυχα, ἀλλ᾽ ἐξ 
ἀνϑρώπων, ὥστε καὶ οἰχεῖοί μοί εἰσι χαὶ υἱεῖς, ὦ ἄνδρες 
᾿ϑηναῖοι, τρεῖς, εἷς μὲ ά ἤδη, δύο δὲ παιδία" 
N , τρεῖς, eig μὲν μειράχιον ἤδη, δύο δὲ ί 
2 ὦ a 2 ν΄ τῷ 3 - me I ΄ ’ 
ἀλλ᾽ ὅμως οὐδέν᾽ αὐτῶν δέῦρο ἀναβιβασάμενος δεήσο- 
μαι ὑμῶν ἀποψηφέσασϑαι. τέ δὴ οὖν οὐδὲν τούτων ποιή- 
΄ 5 , = Ψ 3 
σω; οὐχ αὐϑαδιζόμενος, ἰ ἄνδρες ᾿Α΄ϑηναῖοι, --- οὐ 
ς m I ΄ 2459 2 \ ΄ > ΒΝ Ν 
ὑμᾶς ἀτιμάζων — ἀλλ᾽ εἰ μὲν ϑαρραλέως ἐγὼ ἔχω πρὸς 


Θεόδοτος τετελεύτηκεν κ. τ. ἕ. Der 
bittere Sarkasmus der Worte πάν- 
τας ἐμοὶ βοηϑεῖν ἑτοίμους τῷ 
διαφϑείροντι, τῷ χαχὰ ἐργαζο- 
μένῳ κ. τ. &. liegt zutage. Der kräf- 
tige "Schlußs des Kapitels ὅτι ξυ- 
νέσασι --- ἀληϑεύοντι erinnert leb- 


haft an den Schlufs des 19. Kapi- 
tels. 

Kap. 23. Mit dem εἶεν δή, ὦ 
ἄνδρες beginnt die peroratio, in 
welcher der Redner die Unsitte der 
Angeklagten schildert, das Mitleid 
der Richter zu wecken. Er sagt, 


AIOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 49 


ϑάνατον ἢ μή, ἄλλος λόγος, πρὸς δ᾽ οὖν δόξαν καὶ ἐμοὶ 
χαὶ ὑμῖν χαὶ ὅλῃ τῇ πόλει οὔ μοι δοκεῖ καλὸν εἶναι ἐμὲ 
τούτων οὐδὲν τιοιεῖν χαὶ τηλιχόνδε ὄντα χαὶ τοῦτο Tov- 
γομα ἔχοντα, εἴτ᾽ οὖν ἀληϑὲς εἴτ᾽ οὖν ψεῦδος" ἀλλ᾽ οὖν 
δεδογμένον γέ ἔστι τὸ Σωκράτη διαφέρειν τινὶ τῶν πιολ- 
λῶν ἀνθρώπων. εἰ οὖν ὑμῶν οἱ δοχοῦντες διαφέρειν 
εἴτε σοφίᾳ εἴτε ἀνδρείᾳ εἴτε ἄλλῃ ἡτινιοῦν ἀρετῇ τοιοῦ- 
τοι ἔσονται, αἰσχρὸν ἂν ein‘ οἵουσπτερ ἐγὼ ττολλάχις 
ἑώραχά τινας ὅταν χρίνωνται, δοχοῦντας μέν τι εἶναι, 


ϑαυμάσια δὲ ἐργαζομένους, 


ihm verbiete die δόξα d. i. die Ach- 
tung vor dem guten Rufe, vor dem 
eigenen, dem der Richter und dem 
des ‚ganzen Staates, so zu handeln: 
πρὸς δ᾽ οὖν δόξαν χαὶ ἐμοὶ χαὶ 
ὑμῖν καὶ ὅλῃ, τῇ πόλει οὐ μοι δο- 
χεῖ χαλὸν εἶναι. Es ist gewils die 
schwerste Aufgabe, welche der Red- 
ner sich hier stellt, wenn er, der 
Angeklagte, in den letzten Worten 
seiner Verteidigung als Sittenrich- 
ter derer, die über ihn abzuurteilen 
‚haben, auftritt. Kehrt er doch den 
Spiels geradezu um. Die Aufgabe 
ist schwierig, weil sie leicht den 
Eindruck des Hochmutes aufkom- 
men lälst. 
vor dadurch, dafs er selbst sagt, 
er sehe die Gefahr ein, welche er 
laufe, und dadurch, dafs er den Be- 
weggrund, welchen ihm niedrig 
denkende Menschen unterschieben 
könnten, nennt und zurückweist: 
τί δὴ. οὖν οὐδὲν τούτων ποιήσω; 
οὐχ αὐϑαδιζόμενος x. τ. &., „nicht 
aus Trotz, sondern aus Ehrgefühl“. 
Er lälst dann den Vorwurf als eitel 
erscheinen durch die edlen Beweg- 
gründe, die sein Ehrgefühl bestim- 
men: einmal die Rücksicht auf seine 
Person: τηλικόνδε ὄντα καὶ τοῦτο 
τοὔνομα ἔχοντα, mit der schönen, 
selbstbewulsten und doch auch be- 
scheidenen Erklärung des Beina- 
mens σοφός: δεδογμένον γέ ἐστι 
τὸ Σωχράτη διαφέρειν τινὲ τῶν 
πολλῶν ἀνθρώπων --- und sodann 
Plato, Apologie. Krito. 


Dem beugt der Redner. 


ὡς δεινόν τι οἰομένους 7rei- 


die Rücksicht auf die Richter und 
mit ihnen auf das ganze Vater- 
land, welches die erwähnte Unsitte 
schändet. 

Wieder spricht der Redner in 
vollen Perioden, weil er sich an 
das Gemüt der Richter und der 
übrigen Zuhörer wendet, ihr Ehr- 
gefühl zu wecken bestrebt ist. Er 
verschmäht dabei auch die rheto- 
rische Figur nicht, wie denn gleich 
im ersten Satze der Chiasmus klar 
herv ortritt: ὃ μὲν καὶ ἐλάττω του- 
τουὶ τοῦ ἀγῶνος ἀγῶνα ἄγωνι- 
ζόμενος ἐδεήϑη τε καὶ ἱχέτευσε 
τοὺς δικαστάς, ἐγὼ δὲ οὐδὲν τού- 
των ποιή σω, καὶ ταῦτα κινδυνεύων 
τὸν ἔσχατον κίνδυνον. Und mit 
wie kunstgerechter psychologischer 
Kenntnis geht er vor: er lälst den 
einzelnen Sich an einen groben Feh- 
ler erinnern (ἀναμνησϑεὶς ἑαυτοῦ), 
erweckt also in ihm die Reue; er 
setzt als möglich eine ungerechte 
That, die dieser Reue entspringen 
könnte (ταῦτα ἐννοήσας αὐϑαδέ- 
στερον ἂν πρός με σχοίη), ruft 
damit also zur Überlegung auf; er 
führt dann sich als Beispiel vor mit 
einem Scherze, der immer zur Milde 
stimmt: οὐδ᾽ ἐγὼ ἀπὸ δρυὸς οὐδ᾽ 
ἀπὸ πέτρης πέφυχα; er giebt nach 
dem guten Beispiele dann das ‚böse: 
οἵουσπερ ἐγὼ πολλάκις ξώραχάα 


τινας — ἐργαζομένους („derlei 
Männer habe, ich oft gesehen vor 
Gericht — ἑώραχαά τινὰς ὅταν 


4 


δ0 ΠΑΑΤΩΝΟΣ 


> > - u 3 ‚ >) y 
σεσϑαι εἰ ἀττοϑανοῦνται, ὥσπερ αϑανάτων ἐσομένων, 
ἐὰν ὑμεῖς αὐτοὺς μὴ ἀποχτείνητε" οἱ ἐμοὶ δοχοῦσιν αἷ- 
σχύνην τῇ πόλει πτεριάτετειν, ὥστ᾽ ἄν τινα χαὶ τῶν ξένων 
ς = a ς ΄ > 2 > 3 ‚ a 
ὑπολαβεῖν ὅτι οἱ διαφέροντες AImvaliov εἰς ἀρετήν, οὺς 

> - - - - , - 
αὐτοὶ ἑαυτῶν ἔν τε ταῖς ἀρχαῖς χαὶ χαῖς ἄλλαις τιμαῖς 
χεροχρίνουσιν, οὗτοι γυναιχῶν οὐδὲν διαφέρουσι. ταῦτα 
’, 5 ’ ἊΨ ς - x “ . 
γάρ, ὦ ἄνδρες ᾿Δϑηναῖοι, οὔτε ὑμᾶς χρὴ ποιεῖν τοὺς 
ee « - 5 ΒΨ x «ὦ - 
δοκοῦντας χαὶ ὁτιοῦν εἶναι, οὔτ᾽, ἂν ἡμεῖς ποιῶμεν, 
ς - > ,ὕ > \ - 9 \ > ’ a 
ὑμᾶς ἐπιτρέπειν, ἀλλὰ τοῦτο αὐτὸ ἐνδείχνυσθϑαι, ὅτε 
πολὺ μᾶλλον καταψηφιεῖσϑε τοῦ τὰ ἐλεεινὰ ταῦτα δρά- 
ματα εἰσάγοντος χαὶ καταγέλαστον τὴν τστόλιν ᾽τοεοῦντος 
ἢ τοῦ ἡσυχίαν ἄγοντος. 4 
24. Χωρὶς δὲ τῆς δόξης, ὠ ἄνδρες, οὐδὲ δίκαιόν 

μοι δοκεῖ εἶναι δεῖσϑαι τοῦ διχαστοῦ οὐδὲ δεόμενον ἀπο- 
φεύγειν, ἀλλὰ διδάσχειν καὶ reise. οὐ γὰρ ἐπὶ τούτῳ 
χάϑηται ὃ διχαστής, ἐπὶ τῷ χαταχαρίζεσϑαι τὰ δίχαια, 
ἀλλ᾽ ἐπὶ τῷ χρίνειν ταῦτα᾽ χαὶ ὀμώμοχεν οὐ χαριεῖσϑαι 
"τ y - Dr \ ΄ Ἀ x ΄ 
οἷς ἂν δοχῆ αὐτῷ, ἀλλὰ διχάσειν χατὰ τοὺς νόμους. 
’ x ς - = - -ν - 
οὔκουν χρὴ οὔτε ἡμᾶς ἐϑίζειν ὑμᾶς ἐπιορκεῖν, οὐϑ᾽ ὑμᾶς 
we x ἄν ἐν \ a ἐνῶ, 2 Be \ 3 
ἐϑίζεσθϑαι᾽ οὐδέτεροι γὰρ ἂν ἡμῶν εὐσεβοῖεν. μὴ οὖν 
5 ri > = 7 = - er N ὦ Er 

ἀξιοῦτέ με, ὦ ἄνδρες .“ϑηναῖοι, τοιαῦτα δεῖν 77005 ὑμᾶς 
πράττειν, ἃ μήτε ἡγοῦμαι καλὰ εἶναι μήτε δίκαια μήτε 
ὅσια, ἄλλως τε μέντοι νὴ Jia πάντως χαὶ ἀσεβείας φεύ- 


bietet es die δίκη, die Richter durch 


χρίνωνται = ξἑώραχα ὅταν τινὲς 
Bitten gewinnen zu wollen: nach er- 


χρίνωνται — die schienen was 


vorzustellen, hatten sich aber wun- 
derlich“) und weist endlich mit einer 
sehr scharfen Wendung auf des Va- 
terlandes Ehre hin, wenn er einem 
ξένος die Worte i in den Mund legt: 

οἱ διαφέροντες ᾿᾿Αϑηναίων εἰς RE 
τὴν — γυναιχῶν οὐδὲν ϑιαφέθου: 
σιν. 

Die Worte οὐδ᾽ ὑμᾶς ἀκίδων 
in der Mitte des Kapitels habe ich 
in Parenthesen geschlossen, um an- 
zudeuten, dafs der Satz ἀλλ᾽ εἰ 
ϑαρραλέως — ἄλλος λόγος auf 
αὐϑαδιζόμενος zurückweist. 

Kap. 24. Aufser der δόξα ver- 


sterer ist dies kein χαλόν, ‚nach! letz- 
terer istes οὔτε δίχαιον οὔτε ὅσιον. 


"Das δεῖσϑαι ist kein δίχαιον, ὅτι 


χάϑηται ὃ δικαστὴς οὐχ ἐπὶ τῷ 
χαταχαρίζεσϑαι τὰ δίχαια „nicht 
um nach Gunst das Recht zu hand- 
haben“, ἀλλ᾽ ἐπὶ τῷ zolvsıw ταῦ- 
τα. sondern ee ein Urteil darüber 
zu fällen d. i. die Thätigkeit des 
Richters darf. ‚keine Gemüts-, son- 
dern soll eine Verstandesthätigkeit 
sein. Es ist sodann kein ὅσιον, 
weil der Richter durch seinen 
Schwur dem Gotte verpflichtet ist, 
weil also er ein ἀσεβής wird, wenn 


ἈΠΟΛΟΓΙᾺ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 5l 


c \ [4 hr - \ δ» > ’ 
γοντα ὑπὸ Meintov vovrovi. σαφῶς γὰρ ἂν, εἰ πεέϑοιμε 
ὑμᾶς χαὶ τῷ δεῖσϑαι βιαζοίμην ὀμωμοχότας, ϑεοὺς ἂν 

΄ ς - - 5 - 
δεδάσχκοιμε μὴ ἡγεῖσϑαι ὑμᾶς εἶναι, χαὶ ἀτεχνῶς ἄπο- 
λογούμενος κατηγοροέην ἂν ἐμαυτοῦ ὡς ϑεοὺς οὐ νομίζω. 
MAC - ὃ ἘΞ [4] I R ΓΝ ΄, Fan 
ἀλλὰ πολλοῦ δεῖ οὕτως ἔχειν" νομίζω τὲ γάρ, ὦ ἄνδρες 

- 2 m - , τὰ 
᾿Αϑηναῖοι, ὡς οὐδεὶς τῶν ἐμῶν χατηγόρων, χαὶ ὑμῖν 
Errırgenw καὶ τῷ ϑεῷ κρῖναι περὶ ἐμοῦ ὅπτῃ μέλλει ἐμοί 
τὲ ἄριστα εἶναι χαὶ ὑμῖν. 


25. Τὸ μὲν μὴ ἀγαναχτεῖν, α ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, ἐπὶ 
τούτῳ τῷ γεγονότι, ὅτι μου χατεψηφίσασϑε, ἄλλα τέ μοι 

N ’ \ 2 2 κα [4 ΄ x 
πολλὰ ξυμβαλλεται, καὶ οὐκ ἀνέλπιστον μοι γέγονε τὸ 

% - 3 N \ - ΄ € [2 
γεγονὸς τοῦτο, ἀλλὰ πολὺ μᾶλλον ϑαυμάζω Exaregwv 
τῶν ψήφων τὸν γεγονότα ἀριϑμόν. οὐ γὰρ ᾧμην ἔγωγε 
[4 2 295, > 2 \ \ ΄ - ξ 
οὕτω παρ᾽ ὀλίγον ἔσεσϑαι, ἀλλὰ παρὰ πολύ" viv δέ, ὡς 
ἔοιχεν, Ei τριάχοντα μόναι μετέπεσον τῶν ψήφων, Arto- 


er nach Gunst urteilt und weil 
_ ebenso der Angeklagte sich einer 
ἀσέβεια schuldig macht, wenn er 
versucht, durch Bitten den Richter 
von seiner Pflicht abzuziehen. Der 
Schlufsgedanke ist jedenfalls sehr 
wirksam ; denn er stellt den der ἀσέ- 
βεια Angeklagten (ἀσεβείας φεύ- 
yovre) als frommer denn all seine 
Gegner, Richter wie Publikum, hin. 


Kap. 25. Bei der Abstimmung 
sollen von den 500 oder 501 Rich- 
tern 281 gegen und 220 für So- 
krates sich ausgesprochen haben. 
Da es sich um einen τιμητὸς ἀγών 
handelte, folgte eine zweite Ver- 
handlung über die festzusetzende 
Strafe. 

Dafs der Redner sein Todesurteil 
voraussah, ist wohl selbstverstän- 
lich; um so imponierender ist die 
wahrhaft göttliche Ruhe, welche 
die zweite, kurze Rede atmet. 
Gleich das erste Wort — τὸ μὴ 
ἀγαναχτεῖν — weist die Unruhe 


zurück, und die Breite der Sprache 
kennzeichnet die gröfste Gemüts- 
ruhe. Οὐκ ἀγανακτῶ, ὅτι οὐκ 
ἀνέλπιστόν μοι γέγονε τὸ γεγο- 
γὸς τοῦτο --- diese Worte würden 
den Gedanken vollkommen wieder- 
geben; die Worte ἐπὲ τούτῳ τῷ 
γεγονότι — ξυμβάλλεται sind be- 
häbige Beigaben. Der Redner er- 
geht” sich sodann, was auch nur 
ein ruhiger Mensch thut, in einem 
längeren Rechenexempel,, welches 
eigentlich schon mit dem ξυμιβάλλε- 
ται „beisteuern“ und mit der rech- 
nenden Wendung ἄλλα τε πολλὰ 
- χαὶ οὐχ ἀνέλπιστον eingeleitet 
wird. Das Exempel selbst wird 
auch mit der ruhigsten Breite ge- 
geben: die Worte οὐ γὰρ ῴμην --- 
ἀλλὰ παρὰ πολὺ sind, wenn es 
blofs auf die Rechnung ankommt, 
überflüssig, ebenso das” ὡς ξοικειν. 
Den Meletos behandelt er in seiner 
Rechnung, wie immer, als einen un- 
reifen Menschen, insofern als er 
dem Siegesbewulstsein des jungen _ 
Mannes ein Scherzexempel vorrech- 


ΔῈ 


52 ΠΛΑΊΤΩΝΟΣ 


σιεφεύγη ἄν. ἸΠέλητον μὲν οὖν, ὡς ἐμοὶ δοχῶ, χαὶ νῦν 
ἀποπέφευγα, καὶ οὐ μόνον ἀττοτεέφευγα, ἀλλὰ παντὶ 
δῆλον τοῦτό γε, ὅτι, εἰ μὴ ἀνέβη "Avyvrog καὶ ““ύκων 
χατηγορήσοντες ἐμοῦ, χἂν ὦφλε χιλίας δραχμάς, οὐ με- 
ταλαβὼν τὸ ττέμπιτον μέρος τῶν ψήφων. 
20. Τιμᾶται δ᾽ οὖν μοι ὃ ἀνὴρ ϑανάτου. εἶεν" 
ἐγὼ δὲ δὴ τίνος ὑμῖν ἀντιτιμήσομαι, ὠ ἄνδρες “᾿ϑηναῖοι; 
ἢ δῆλον ὅτι τῆς ἀξίας; τί οὖν; τί ἄξιός εἰμι παϑεῖν ἢ 
ee ὅ τι μαϑὼν ἐν τῷ βίῳ οὐχ ἡσυχίαν ἦγον, ἀλλ᾽ 
ἀμελήσας ὧνπτερ οἱ πολλοί, χρηματισμοῖ τε καὶ οἴἶχονο- 
μίας καὶ στρατηγιῶν χαὶ δημηγοριῶν καὶ τῶν ἄλλων ἀρ- 
χῶν χαὶ ξυνωμοσιῶν χαὶ στάσεων τῶν ἐν τῇ πόλει γιγνο- 
μένων, ἡγησάμενος ἐμαυτὸν τῷ ὄντι ἐτπειιειχέστερον εἶναι 
ἢ ὥστε εἰς ταῦτ᾽ ἰόντα σώζεσϑαι, ἐνταῦϑα μὲν οὐχ ἦα, 


net: 280 haben mich verurteilt; 
3 Kläger sind es; also kamen auf 
Meletos 90 Stimmen, oder, da Any- 
tos und Lykon schwerer wiegen als 
er, noch nicht 90 Stimmen, noch 
nicht der fünfte Teil der 500. Stim- 
men, ein Resultat, das ihm eigent- 
lich die für so wenige Stimmen 
erzielende Kläger festgesetzte Strafe 
von 1000 Drachmen eintragen 
mülste. 

Kap. 26. In einen Scherz läuft 
auch dies Kapitel aus, in einen 
harmlosen Scherz, den ich nicht als 
Ironie oder gar als Sarkasmus auf- 
fassen möchte. Wieder mit aller 
Behäbigkeit leitet er den Scherz 


ein. „Es schlägt also der Mann 


als Strafe für mich den Tod vor. 
Gut. Aber ich, welche Strafe soll 
ich euch dagegen vorschlagen? na- 
türlich die verdiente? Was also? 
Was verdiene ich“ u. s. w. Hieron. 
Müller übersetzt die Worte τεμᾶται 
δ᾽ οὖν μοι ὃ ἀνὴρ ϑανάτου wohl 
nicht richtig, wenn er, den Dativ 
μοι nicht als ethischen, sondern als 
Dativ bei Passiven (= ὑπό c. gen.) 
auffassend sagt: „Sonach acht’ ich 
den Mann des Todes schuldig“ und 
in der Stelle ein Citat aus des Me- 


letos Rede sieht. Τιμᾶσϑαί τιν 
τινος sagt ja Sokrates auch im fol- 
genden Kapitel: ὡς ἄξιός εἰμί του 
καχοῦ καὶ τιμήσεσϑαι τοιούτου 
τινὸς. ἐμαυτῷ — ἡ μὴ πάϑω τοῖ- 
το, οὗ Μέλητός μοι τιμᾶται κι τ. ξ. 
Zu ὅτι μαϑών bemerkt Cron: ὅτι 
μαϑὼν ist ‚eigentlich die indirekte 
Form zu τί μαϑών, welches, we- 
nig unterschieden von τί παϑών, 
mit Verwunderung oder Mifsbilli- 
gung nach dem ‘Grund einer Hand- 
lung fragt, ungefähr wie im Deut- 
schen „was hast du dir in den Kopf 
gesetzt“ oder „was wandelte dich 
an, dafs“, statt des einfachen „war- 
um?“ Hier hängt der indirekte Aus- 
druck nur lose mit dem Hauptsatze 
zusammen, der implieite den Be- 
griff der Erwägung in sich schliefst: 
„was verdiene ich für eine Strafe, 
insofern die Frage ist, was 
ich mir in den Sinn kommen liefs* 
ete. statt „dafür „dafs ich mir“. In 
dem Ausdrucke ἢ ἢ ὥστε εἰς ταῦτ᾽ 

ἐόντα -σώζεσϑαι steht σώζεσϑαι 
für σῶν εἶναι, σῶν ὄντα διάγειν. 
„unversehrt bleiben“. Die lange 
polysyndetische Aufzählung: χρη- 
ματισμοῦ τε καὶ οἰχονομίας -- 
χαὶ στάσεων τῶν ἐν τῇ πόλει γι- 


ἈΠΟΛΟΓῚΑ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 59 


οἱ ἐλϑὼν μήτε ὑμῖν. μήτε ἐμαυτῷ ἔμελλον μηδὲν ὄφελος 
εἶναι, ἐπὶ δὲ τὸ ἰδίᾳ ἕκαστον ἰὼν εὐεργετεῖν τὴν μεγί- 
ς ’ὔ - 5 3 “ 
στην εὐεργεσίαν, ὡς ἐγώ φημι, ἑνταῦϑα Na, ἐπιχειρῶν 
ἕχαστον ὑμῶν πείϑειν μὴ πρότερον μήτε τῶν ἑαυτοῦ 
μηδενὸς ἐπιμελεῖσθαι, πρὶν ἑαυτοῦ ἐπιμεληϑείη, ὅπως 
ὡς βέλτιστος καὶ φρονιμώτατος ἔσοιτο, μήτε τῶν τῆς 
πόλεως, πρὶν αὑτῆς τῆς πόλεως, τῶν τε ἄλλων οὕτω 
’ «ὦ ΜΞ ὔ 5 
κατὰ τὸν αὐτὸν τρόπον ἐπιμελεῖσθαι" τί οὖν εἶμι ἄξιος 
" de ” > " 5» 2 = 2 
παϑεῖν τοιοῦτος ὦν; ἀγαϑίύν τι, ὦ ἄνδρες ᾿Αϑηναῖοι, εἰ 
δὲ \ \ 32» --ψ 8 , - x \ ai 
δεῖ γε χατὰ τὴν ἀξίαν τῇ ἀληϑείᾳ τιμᾶσϑαι" nal ταῦτά 
- u > , > ᾽ὔ ’, 3 ᾽ὔ 
γε ἀγαϑὸν τοιοῦτον, ὅ τι ἂν πρέποι ἐμοί. τί οὐν πρέπει 
ἀνδρὶ πένητι εὐεργέτῃ, δεομένῳ ἄγειν σχολὴν ἐπὶ τῇ 
ς , > 2 3, .6Ὁ - Ξι 
ὑμετέρᾳ παραχελεύσει; οὐχ ἔσϑ' 0 τι μᾶλλον, ὦ ἄνδρες 
Asnveioı, πρέπει οὕτως, ὡς τὸν τοιοῦτον ἄνδρα ἐν 
πρυτανείῳ σιτεῖσϑαι, πολύ γε μᾶλλον ἢ εἴ τις ὑμῶν 
cr Bi N IN ΄ , 3 , ς \ 
ἕσσττῳ ἢ ξυνωρίδι ἡ ζεύγει vevinmaev Ολυμπίασιν. 0 μὲν 
γὰρ ὑμᾶς ττοιεῖ εὐδαίμονας δοχεῖν εἶναι, ἐγὼ δὲ εἶναι" 
δυν ὦ \ - 2 φὰ > SL Ὁ \ FT 
xal ὁ μὲν τροφῆς οὐδὲν δεῖται, ἐγὼ δὲ δέομαι. εἰ οὖν 
δεῖ μὲ χατὰ τὸ δίκαιον τῆς ἀξίας τιμᾶσϑαι, τούτου τι- 
μῶμαι, ἐν πρυτανείῳ σιτήσεως. 
27. Ἴσως ουν ὑμῖν χαὶ ταυτὲ λέγων παραπλησίως 
» -» - > ΄ 
δοχῶ λέγειν ὥσπερ περὶ τοῦ οἴχτου χαὶ τῆς ἀντιβολή- 


γνομένων charakterisiert scherz- 
haft die Vielgeschäftigkeit der πο- 
Jırıxol gegenüber der einfachen 
Thätigkeit des Weisen: ἐπιχειρῶν 
ἕχαστον ὑμῶν πείϑειν x. τ. ὃ. 
Scherzhaft ist die Frage τί ovv 
πρέπει ἀνδρὲ πένητι εὐεργέτῃ, in 
welcher die Stellung der Adjektiva 
bezeichnend ist: die Worte ἀνδοὶ 
πένητι εὐεργέτῃ Sind wohl recht 
langsam gesprochen worden; denn 
ihr Sinn verlangt es: „was ziemt 
einem Manne, welcher arm ist und 
᾿ς ein Wohlthäter?“ Spafsend ist der 
Zusatz δεομένῳ ἄγειν σχολὴν ἐπὶ 
τῇ ὑυμετέρᾳ παραχελεύσει: die 
Vorstellung, dafs Sokrates nach 
dem, was er in seiner Verteidigungs- 
rede gesagt hat, als δεόμενος ἄγειν 


σχολήν auftreten sollte, litte an 
einem Widerspruche in sich und 
die, dafs der δεόμενος seine Ent- 
schuldigung in der παραχέλευσις 
τῶν ᾿Αϑηναίων suchen sollte, aus 
der seine διαβολή entstanden, reizt 
zum Lachen. 

Das Pıytaneum lag auf der Akro- 
polis; es wurden dort die Gäste 
des Staates gespeist. Ἵππῳ νικᾶν 
ist „mit dem Rennpferd siegen“ 
bei den olympischen Spielen, wäh- 
rend zwei, drei und vier Rosse vor 
den Wagen gespannt in den Kampf 
eintreten. Die Sportsmen waren 
natürlich nur reiche Leute; daher: 
ὃ μὲν τροφῆς οὐδὲν δεῖται. 

Kap. 27. Von dem Scherz geht 
er wieder über in eine ruhige Be- 


54 TAATONOE 


σεως, ἀπαυϑαδιζόμενος" τὸ δὲ οὐκ ἔστιν, ὦ ᾿4ϑηναῖοι, 
τοιοῦτον, ἀλλὰ τοιόνδε μᾶλλον πέπεισμαι ἐγὼ ἑχὼν 
εἶναι μηδένα ἀδιχεῖν ἀνθρώπων, ἀλλὰ ὑμᾶς τοῦτο οὐ 
πείϑω" ὀλίγον γὰρ χρόνον ἀλλήλοις διειλέγμεϑα" ἐπεί, 
ὡς ἐγῴμαι, εἰ ἣν ὑμῖν νόμος, ὥσπερ χαὶ ἄλλοις ἀνϑρώ- 
ποις, περὶ ϑανάτου μὴ μίαν ἡμέραν μόνον χρίνειν, ἀλλὰ 
πολλάς, ἐπείσϑητε ἄν" νῦν δ᾽ οὐ δάδιον ἐν χρόνῳ ὀλίγῳ 
μεγάλας διαβολὰς ἀπολύεσϑαι. πεπεισμένος δὴ ἐγὼ μη- 
δένα ἀδικεῖν σπτολλοῦ δέω ἐμαυτόν γε ἀδικήσειν χαὶ χατ᾽ 
ἐμαυτοῦ ἐρεῖν αὐτός, ὡς ἄξιός εἰμί του κακοῦ, χαὶ τιμή- 
σεσϑαι τοιούτου τινὸς ἐμαυτῷ, τί δείσας; ἢ μὴ πάϑω 
τοῦτο, οὗ ἸΠέλητός μοι τιμᾶται; ὅ φημι οὐχ εἰδέναι οὔτ᾽ 
εἰ ἀγαϑὸν οὔτ᾽ εἰ κακόν ἐστιν; ἀντὶ τούτου δὴ ἕλωμαι 
ὧν εὖ οἶδ᾽ ὅτι καχῶν ὄντων, τούτου τιμησάμενος; πότε- 
ρον δεσμοῦ; χαὶ τέ μὲ δεῖ ζῆν ἐν δεσμωτηρίῳ, δου- 
λεύοντα τῇ ἀεὶ χαϑισταμένῃ ἀρχῇ, τοῖς ἕνδεχα; ἀλλὰ 


χρημάτων, χαὶ δεδέσϑαι ἕως ἂν ἐχτίσω; 
μοί ἔστιν, Orceg νῦν δὴ ἔλεγον" 


rechnung. „Haltet meinen Scherz, 
sagt er, nicht für einen Ausflufs 
trotzigen Sinnes (ἀπαυϑαδιζόμε- 
γος); das ist er so wenig, wie 


meine obige Auseinandersetzung _ 
über die Erregung des Mitleids und. 


den Wert der Fürbitte. Ich ziehe 
vielmehr nur die Konsequenz ausder 
Überzeugung von meiner Unschuld, 
wenn ich eine ernste Strafe nicht 
in ‚Vorschlag , bringe (zer ἐμαυ- 
τοῦ ἐρεῖν αὐτός, τὸς ἄξιός εἰμί 
του χαχοῦ „ich bin weit entfernt 
gegen mich selbst zu erklären, ich 
hätte etwas verdient, das ein χα- 
x0v wäre“). Sodann habe ich nichts 
zu fürchten; denn des Meletos „zi- 
μημα ϑάνατος"“ fürchte ich nicht, 
da ich den Tod für ein χαχόν nicht 
halte; also kann ich statt der To- 
desstrafe eine andere Strafe, die 
wirklich ein z&20v meiner Ansicht 
nach ist, auch nicht vorschlagen“. 

Im folgenden wägt er dann andere 
Strafen nach dem Werte, den sie 


ἀλλὰ ταὐτόν 
οὐ γὰρ ἔστε μοι χρήματα, 


für ihn haben, ab. Das Leben im 
Gefängnis erscheint ihm als das 
eines δουλεύων, als eines Mannes, 
der immer von der den Gefängnissen 
vorstehenden Behörde, den Evdexe, 
abhängig ist, nicht lebenswert; eine 
Geldstrafe würde ihn, da er arm 
ist, auch zunächst in das Gefängnis 
bringen: sie gilt also für ihn das- 


selbe, wie eine Gefängnisstrafe (ταὺ- 


τόν μοί ἐστιν, ὅπερ γῦν δὴ ἔλε- 
yo»); auf Verbannung endlich an- 


᾿ zutragen widerrät ihm die vernünf- 


tige Berechnung, die ihm sagt, den 


Bürgern eines anderen Staates werde 


er noch weniger erträglich erschei- 
nen, als seinen Mitbürgern. 

Mit den Worten εἰ ἦν ὑμῖν vo- 

oc — un μίαν ἡμέραν μόνον 
Zar I er. er die Lace- 
damonier hindeuten, die ein Todes- 
urteil nicht nach einmaliger Bera- 
tung gefällt haben sollen. Da aber 
die aus Plutarch und aus Thucy- 
dides angeführten Stellen durchaus 


et eh μονα 


ἈΠΟΛΟΓῚᾺΑ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 55 


ὁπόϑεν ἐχτίσω. ἀλλὰ δὴ φυγῆς τιμήσωμαι; ἴσως γὰρ 
ἄν μοι τούτου τιμήσαιτε. πολλὴ μέντ᾽ ἄν us φιλοψυχία 
ἔχοι, εἰ οὕτως ἀλόγιστός εἶμι, ὥστε μὴ δύνασϑαι λογί- 
ζεσϑαι, ὅτι ὑμεῖς μὲν ὄντες πτολῖταί μου οὐχ οἷοί τε 
ἐγένεσϑε ἐνεγχεῖν τὰς ἐμὰς διατριβὰς καὶ τοὺς λόγους, 
ἀλλ᾽ ὑμῖν βαρύτεραι γεγόνασι χαὶ ἐτειφϑονώτεραι, ὥστε 
ξητεῖτε αὐτῶν νυνὶ ἀπαλλαγῆναι, ἄλλοι δὲ ἄρα αὐτὰς 
οἴσουσι ῥᾳδίως. πολλοῦ γε δεῖ, ὦ ᾿΄ϑηναῖοι. χαλὸς οὖν 
ἄν μοι ὃ βίος εἴη ἐξελϑόντι τηλικῷδε ἀνϑρώπῳ ἄλλην 
ἐξ ἄλλης σεόλεν πόλεως “ἀμειβομένῳ χαὶ ἐξελαυνομένῳ 
ζῆν. εὖ γὰρ οἶδ᾽ ὅτι, ὅποι ἂν ἔλθω, λέγοντος ἐμοῦ 
ἀκροάσονται οἱ νέοι ὥσπερ ἐνθάδε" χἂν μὲν τούτους 
ἀπελαύνω, οὗτοι ἐμὲ αὐτοὶ ἐξελῶσι, πείϑοντες τοὺς 
πρεσβυτέρους" ἐὰν δὲ μὴ ἀπελαύνω, οἱ τούτων πατέρες 
τε χαὶ οἰκεῖοι δι᾿ αὐτοὺς τούτους. 

28. Ἴσως οὖν ἄν τις εἴποι" σιγῶν δὲ καὶ ἡσυχίαν 
ἄγων, ὦ Σώκχρατες, οὐχ οἷός τ᾿ ἔσει ἡμῖν ἐξελϑὼν ζῆν; 
τουτὶ δή ἔστι πάντων χαλεπώτατον πεῖσαί τινας ὑμῶν. 
ἐάν τὲ γὰρ λέγω ὅτι τῷ ϑεῷ ἀπειϑεῖν τοῦτ᾽ ἐστὶ καὶ 
διὰ τοῦτ᾽ ἀδύνατον ἡσυχίαν ἄγειν, οὐ πείσεσϑέ μοι ὡς 
εἰρωνευομένῳ᾽" ἐάν τ᾽ αὖ λέγω ὅτι καὶ τυγχάνει μέγιστον 
ἀγαϑὸν ὃν ἀνθρώπῳ τοῦτο, ἑκάστης ἡμέρας περὶ ἀρετῆς 
τοὺς λόγους ποιεῖσϑαι χαὶ τῶν ἄλλων, περὶ ὧν ὑμεῖς 


nicht mit Sicherheit beweisen, dafs 
die Spartiaten ein Todesurteil im- 
mer erst nach mehrtägiger Berat- 
schlagung gesprochen haben, ist 
unsere Stelle vielleicht anders zu 
erklären. „Wenn es bei euch Rich- 
tern Sitte wäre, wie bei anderen 
Leuten, z. B. bei mir und meinen 
Freunden, περὲ ϑανάτου d. i. über 
den Tod, über das, was der Tod 
ist und zu bedeuten hat, nicht an 
einem Tage schlüssig zu werden, 
sondern wenn ihr, wie wir, viele 
Tage auf die Betrachtung wenden 
würdet“ u. s. w. 

In Bezug, auf die Worte ἀντὶ 
τούτου δὴ ἕλωμαι ὧν εὖ οἶδ᾽ ὅτι 


καχῶν. ὄντων ist zu bemerken, dafs 
εὖ οἶδ᾽ ὅτι wie δῆλον ὅτι zur ad- 
verbialen Formel geworden ist. Die 
Worte sind gesagt für ᾿ξλωμαί (τὴ 
τῶν χαχῶν ἃ εὖ οἶδ᾽ ὅτι SC. χαχά 
ἔστιν „soll ich wählen aus den 
Ubeln, die, wie ich wohl weils, 
wirklich Übel sind?“ 

Kap. 28. Noch einmal weist er 
den Einwand zurück, er könne ja 
σιγῶν χαὶ ἡσυχίαν ἄγων im Aus- 
lande (ἐξελϑών) leben ἀ. i. als τί- 
unue die Verbannung vorschlagen, 
und zwar wehrt er die Einrede wie- 
der mit einer gewissen Umständ- 
lichkeit ab, wie sie die mit ἐάν re 
— ἐάν τε eingeleiteten Sätze kenn- 


56 ΠΑΛΤΩ͂ΝΟΣ 


ἐμοῦ ἀχούετε διαλεγομένου χαὶ ἐμαυτὸν χαὶ ἄλλους ἐξε- 
τάζοντος, ὃ δὲ ἀνεξέταστος βίος οὐ βιωτὸς ἀνϑρώπῳ, 
ταῦτα δ᾽ ἔτι ἧττον πείσεσϑέ μοι λέγοντι. τὰ δὲ ἔχει μὲν 
οὕτως, ὡς ἐγώ φημι, ὦ ἄνδρες, πείϑειν δὲ οὐ ῥᾷδιον. 
χαὶ ἐγὼ ἅμ᾽ οὐχ εἴϑισμαι ἐμαυτὸν ἀξιοῦν καχοῦ οὐδενός. 
el μὲν γὰρ ἣν μοι χρήματα, ἐτιμησάμην ἂν χρημάτων 
ὅσα ἔμελλον ἐχτίσειν᾽ οὐδὲν γὰρ ἂν ἐβλάβην" νῦν δέ -- 
οὐ γὰρ ἔστιν, εἰ μὴ ἄρα ὅσον ἂν ἐγὼ δυναίμην ἐκχτῖσαι, 
τοσούτου βούλεσϑέ μοι τιμῆσαι. ἴσως δ᾽ ἂν δυναίμην 
ἐχτῖσαι ὑμῖν μνᾶν ἀργυρίου" τοσούτου οὖν τιμῶμαι. 
Πλάτων δὲ ὅδε, ὦ ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, καὶ Κρίτων rail 
Κριτόβουλος καὶ “Ἵπολλόδωρος xehevovol μὲ τριάχοντα 
μνῶν τιμήσασϑαι, αὐτοὶ δ᾽ ἐγγυᾶσϑαι' τιμῶμαι οὖν 
τοσούτου, ἐγγυηταὶ δ᾽ ὑμῖν ἔσονται τοῦ ἀργυρίου οὗτοι 


> , 
ἀξιόχρεῳ. 


» 2 ΄ > 
29. Οὐ πολλοῦ γ᾽ ἕνεχα χρόνου, ua ἄνδρες ᾿ϑη- 
γαῖοι, ὄνομα ἕξετε xal αἰτίαν ὑπὸ τῶν βουλομένων τὴν 


zeichnen; denn die Worte ὃ δὲ satzes — will ich eine Mine, etwa 
> \ > . 

ἀνεξέταστος loc οὐ μονάδος «v- 8 Μδιῖκ, bezahlen und wenn Krito 
. ϑρώπῳ würden als egründung und Plato u. s. w. sich gar nicht 
eines οὐχ οἷός τέ εἶμι σιγῶν ζῆν beruhigen, meinetwegen, auch 
vollkommen genügen. Als ihn so _dreilsigmal soviel — dafür müssen 
seine ‚Freunde zu einem τίμημα, sie dann aber aufkommen. 
φυγή“, wie es scheint, nicht bestim- - 

men können, drängen sie ihn — 


wie das Πλάτων δὲ ὅδε καὶ Koi- 
τῶν zul ee mr x. τ. &. deut- 
lich verrät — dazu, auf eine Geld- 
strafe anzutragen. Die erste Ant- 
wort auf ihr Zureden ist sicherlich: 
καὶ ἐγὼ οὐκ εἰϑισμαι ἐμαυτὸν 
ἀξιοῦν καχοῦ οὐδενός. Da fällt 
ihm wohl der von ihm oft ausge- 
sprochene Satz, dafs das Geld kein 
hohes Gut sei, ein, und er sagt: 
Ja, wenn ich Geld hätte, würde ich 
eine beliebige Summe nennen (ὅσα 
ἔμελλον ἐχτίσει»); denn ich achte 
das Geld nicht (οὐδὲν ἀν ἐβλά- 
gun); damit ihr aber den guten 

illen seht — das ist ungefähr der 
Gedanke des scherzenden Schlufs- 


Kap. 29. Die Schlufsrede zer- 


fällt in zwei Teile: der erste Teil 


wendet sich an- die Geschworenen, 
welche das Todesurteil über den 


‘Redner gefällt, der zweite an die 


anderen, welche ihn freigesprochen 
hatten. Der Grundzug der Rede ist 
ebenfalls die philosophische Ruhe, 
welche durch die sichere Aussicht 
auf den Tod in keiner Weise ge- 
stört ist. Seinen Feinden wirft 
er sehr wirksam nicht das Unrecht 
vor, das sie durch seine Verurtei- 
lung auf sich geladen haben, son- 
dern die Thorheit, in welcher 
sie dem Vorwurfe eines Justizmor- 
des verfallen sind. „Euer Urteil ist 


ee ee. Me 


AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 57 


σόλεν λοιδορεῖν, ὡς. ΞΣωχράτη ἀπεκτόνατε, ἄνδρα σοφόν" 
φήσουσι γὰρ δή we σοφὸν εἶναι, εἰ χαὶ μὴ εἰμί, οἱ βου- 
λόμενοι ὑμῖν ὀνειδίζειν. εἰ οὖν περιεμείνατε ὀλίγον χρό- 
γον, ἀπὸ τοῦ αὐτομάτου ἂν ὑμῖν τοῦτο ἐγένετο" ὁρᾶτε 
γὰρ δὴ τὴν ἡλικίαν, ὅτι nogew ἤδη ἐστὶ τοῦ βίου, ϑανά- 
του δὲ ἐγγύς. λέγω δὲ τοῦτο οὐ πρὸς πάντας ὑμᾶς, ἀλλὰ 
πρὸς τοὺς ἐμοῦ χαταψηφισαμένους ϑάνατον. λέγω δὲ 
χαὶ τόδε πρὸς τοὺς αὐτοὺς τούτους. ἴσως μὲ οἴεσϑε, ὦ 
ἄνδρες, ἀπορίᾳ λόγων ἑαλωκέναι τοιούτων, οἷς ἂν ὑμᾶς 
ἔπεισα, εἰ ᾧμην δεῖν ἅπαντα ποιεῖν χαὶ λέγειν, ὥστε 
ἀποφυγεῖν τὴν δίκην. πολλοῦ γε δεῖ. ἀλλ᾽ ἀπορίᾳ μὲν 
δάλωχα, οὐ μέντοι λόγων, ἀλλὰ τόλμης καὶ ἀναισχυντίας 
χαὶ τοῦ ἐϑέλειν λέγειν πρὸς ὑμᾶς τοιαῦτα, οἵ ἂν ὑμῖν 
ἥδιστ᾽ ἦν ἀκούειν, ϑρηνοῦντός τέ μου χαὶ ὀδυρομένου 
χαὶ ἄλλα ποιοῦντος χαὶ λέγοντος πολλὰ καὶ ἀνάξια ἑμοῦ, 
ὡς ἐγώ φημι οἷα δὴ καὶ εἴϑισϑε ὑμεῖς τῶν ἄλλων 
ἀκούειν. ἀλλ᾽ οὔτε τότε φήϑην δεῖν ἕνεχα τοῦ κινδύνου 
πρᾶξαι οὐδὲν ἀνελεύϑερον, οὔτε νῦν μοι μεταμέλει oV- 
τως ἀπολογησαμένῳ, ἀλλὰ πολὺ μᾶλλον αἱροῦμαι ὧδε 
ἀπολογησάμενος τεϑνάναι ἢ ἐχείνως ζῆν" οὔτε γὰρ ἐν 


δέκῃ οὔτ᾽ 


thöricht, sagt er, einmal weil ihr 
damit etwas erzielt, was ihr nicht 
beabsichtigt habt (φήσουσι γὰρ δή 
με σοφὸν εἶναι x. τ. ξ.), und zwei- 
tens, weil ihr einen so schlimmen 
Vorwurf durch Übereilung euch zu- 
gezogen habt; denn bei verstän- 
diger Überlegung hättet ihr die 
kurze Zeit abgewartet, die euren 
Wunsch euch, ohne dafs ihr gehäs- 
sig geworden wäret, erfüllt haben 
würde“ (δρᾶτε γὰρ δὴ τὴν ἡλι- 
ziav κ. τ. ἕ }» τω ip εἴθ 
οΠπδηροϊπάδη Klugheit giebt er ihnen 

in um so wirksamerer Form, als er 
sie anfangs nicht ahnen läfst, dafs 
er nur sie, die verurteilenden Rich- 
ter, ins Auge fasse. Ὦ ἄνδρες 
᾿ϑηναῖοι lautet die erste Anrede, 
die verurteilende und freispre- 


2 [2 >» 
ἐν πολέμῳ οὔτ 


ἐμὲ οὔτ᾽ ἄλλον οὐδένα δεῖ 
chende Geschworene scheinbar zu- 
sammenfafst und die erst nach aus- 
gesprochenem Tadel ihre Beschrän- 
kung erfährt: λέγω δὲ τοῦτο οὐ 
πρὸς “πάντας ὑμᾶς, ἀλλὰ πρὸς 
τοὺς ἐμοῦ καταψηφισαμένους ϑά- 
νατον. Der Vorwurf selbst ist aber 
um so packender, als sich jeder 
sagen mufs: „Hier wird ein Moment 
eingeführt, das in der ersten Rede 
wirksam gewesen wäre, aber stolz 
verschwiegen worden ist.“ Die sich 
steigernde Wirksamkeit des näch- 
sten Vorwurfes bezeichnen einzelne 
Ausdrücke: „ich bin unterlegen ἀπο- 
οἰᾳ τόλμης καὶ ἀναισχυν- 
τίας (frecher Unverschämtheit) ; 
ich bin unterlegen, weil ich mich 
nicht entschliefsen konnte πρᾶξαι 
οὐδὲν ἀνελεύϑερον; ich bin un- 


58 TAATQONOE 


τοῦτο μηχανᾶσϑαι, ὅπως ἀποφεύξεται sıav zrowv ϑάνα- 
τον. χαὶ γὰρ ἐν ταῖς μάχαις ττολλάκις δῆλον γίγνεται 
ὅτι τό γε ἀποϑανεῖν ῥᾷον ἂν τις ἐκφύγοι καὶ ὅπλα ἀφεὶς 
χαὶ ἐφ᾽ ἱχετείαν τρατιόμενος τῶν διωχόντων᾽" χαὶ ἄλλαι 
μηχαναὶ πολλαί εἰσιν ἐν ἑχάστοις τοῖς κινδύνοις, ὥστε 
διαφεύγειν ϑάνατον, ἐάν τις τολμᾷ χεᾶν ττοιεῖν χαὶ λέγειν. 
ἀλλὰ μὴ οὐ τοῦτ᾽ ἢ yaheııcv, ὦ ἄνδρες, ϑάνατον ἐκφυ- 
γεῖν, ἀλλὰ πολὺ χαλεπώτερον πονηρίαν. ϑᾶττον γὰρ 
ϑανάτου ϑεῖ. καὶ νῦν ἐγὼ μὲν ἅτε βραδὺς ὧν zal πτρε- 
σβύτης ὑπὸ τοῦ βραδυτέρου ἑάλων, οἱ δ᾽ ἐμοὶ χατήγο- 
ροι ἅτε δεινοὶ καὶ ὀξεῖς ὄντες ὑπὸ τοῦ ϑάττονος, τῆς 
χαχίας. χαὶ νῦν ἐγὼ μὲν ἄπειμι ὑφ᾽ ὑμῶν ϑανάτου δίκην 
ὄφλων, οὗτοι δ᾽ ὑπὸ τῆς ἀληϑείας ὠφληκότες μοχϑηρίαν 
χαὶ ἀδικίαν. καὶ ἐγώ τε τῷ τιμήματι ἐμμένω χαὶ οὗτοι. 
ταῦτα μέν σου ἴσως οὕτω χαὶ ἔδει σχεῖν, χαὶ οἶμαι αὐτὰ 


μετρίως ἔχειν. 


30. Τὸ δὲ δὴ μετὰ τοῦτο ἐπιϑυμῶ ὑμῖν χρησμῳ- 


δῆσαι, ὠ καταψηφισάμενοί uov' 
ἄνϑρωποι χρησμῳδοῦσιν, ὅταν 
φημὶ γάρ, w ἄνδρες, οἱ ἐμὲ 


ταῦϑα, ἐν ᾧ μαλιστ᾽ 
μέλλωσιν ἀποϑανεῖσϑαι. 


terlegen, weil ich mich nicht ent- 


schliefsen konnte ἀποφεύγειν. 
πᾶνποιῶν θάνατον." Die Rede 


steigt also von der τόλμα zum ἄγε- 
λεύϑερον und zum πᾶν ποιῶν i. 6. 
πανοῦργος. Die Geschworenen 
trifft. der indirekte Vorwurf, dafs 
sie derlei haben provozieren wollen. 


Zum direkten Vorwurf gegen sie geht 


er zuerst mit einer Maxime über: 
οὐ χαλεπὸν ϑάνατον ἐχφυγεῖν, 
ἀλλὰ πολὺ χαλεπώτερον πονη- 
ρίαν. Er giebt in dem allgemeinen 
Satze einen Vergleich, den er dann 
in jedenfalls auch kaum erwarteter 
und darum um so mehr packender 
Weise spezialisiert: χαὶ νῦν ἐγὼ 
μὲν ἅτε βραδὺς ὧν — οἱ δ᾽ ἐμοὶ 
κατήγοροι are δεινοὶ καὶ ὀξεῖς 
ὄντες 2. τ. ὃν und zwar von sei- 
nen Feinden in der dritten Person 
sprechend d. i. verächtlich. Die di- 


χαὶ γάρ εἰμι ἤδη ἐν- 


rekten Vorwürfe steigert er dann 
ebenfalls, von der novngla zur χα- 
κία bis zur μοχϑηρία χαὶ ἀδι- 
χκία, dem schärfsten Ausdrucke für 
die δικαστ αἰ, fortschreitend. 
Kap. 30. Besser konnte der Red- 
ner seine Gegner’ kaum züchtigen, 
als dadurch dafs er ihnen unter der 
Form eines Scherzes die herbsten 
Wahrheiten sagt. Er beginnt mit 
der Versicherung, er wolle ihnen 
weissagen, und erweckt damit die. 
Erwartung, als ob er in tragischem 
Pathos Verwünschungen gegen sie 
ausstolsen werde. Er macht sie 
wie die Kinder ängstlich mit dem 
in der That tragisch klingenden Aus- 
spruche, er stehe jetzt auf dem 
Punkte, in welchem allermeist den 
Menschen ein Blick in die Zukunft 
vergönnt sei, ὅταν μέλλωσιν ἀπο- 
ϑανεῖσϑαι. Und welches ist nun 


AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 59 


ἀπεχτόνατε, τιμωρίαν ὑμῖν ἥξειν εὐθὺς μετὰ τὸν ἐμὸν 
΄ ,ὕ ,2 ΡῚ # 
ϑάνατον πολὺ χαλεττωτέραν νὴ Ai ἢ οἵαν ἐμὲ ἀπτεκτό- 
γατε᾽ νῦν γὰρ τοῦτο εἰργάσασϑε οἰόμενοι μὲν ἀπαλλάξε- 
- / » In , N U ἣν . 
σϑαι τοῦ διδόναι ἔλεγχον τοῦ βίου, τὸ δὲ ὑμῖν πολὺ Evar- 
τίον ἀποβήσεται, ὡς ἐγα' φημι. πλείους ἔσονται ὑμᾶς οἱ 
ἐλέγχοντες, οὺς νῦν ἐγὼ κατεῖχον, ὑμεῖς δὲ οὐκ ἠσϑάνε- 
σϑε' χαὶ χαλεττώτεροι ἔσονται ὅσῳ νεώτεροί εἶσι, καὶ 
ὑμεῖς μᾶλλον ἀγαναχτήσετε. εἰ γὰρ οἴεσϑε ἀποχτείνοντες 
ἀνθρώπους ἐπισχήσειν τοῦ ὀνειδίζειν τινὰ ὑμῖν ὅτι οὐχ 
- - - - ’ 7 
ὀρϑῶς ζῆτε, οὐχ ὀρϑῶς διανοεῖσϑε" οὐ γάρ ἐσϑ᾽ αὕτη 
« Ξ- \ 2 ΄ \ Ῥω ’ > ἂν Ἢ ,ὔ 
ἢ ἀπαλλαγὴ οὔτε πάνυ δυνατὴ οὔτε χαλή, ἀλλ᾽ ἐχείνη 
καὶ καλλίστη καὶ δάστη, μὴ τοὺς ἄλλους κολούειν, ἀλλ᾽ 
’, ’ ς -- 
ἑαυτὸν παρασχευάζειν ὅπως ἔσται ὡς βέλτιστος. ταῦτα 
5 = εξ , 
μὲν οὖν ὑμῖν τοῖς χαταψηφισαμένοις μαντευσάμενος 


ἀπαλλάττομαι. 


31. 


das Schrecknis, das er ihnen vor 
Augen führt ? Πλείους ἔσονται 
ὑμᾶς οἱ ἐλέγχοντες — empfindet 
man nicht, wie diese flachen Ge- 
müter aufatmen, da ihnen nichts 
weiter als dies in Aussicht gestellt 
wird? Sagen sie sich nicht ein je- 
der: vor diesem Unglück werden 
wir uns zu wahren wissen? Und 
doch, wie scharf, wie beifsend steht 
hinter der scherzenden Form_ der 
ernste Gedanke! Die Anrede ὦ χα- 
ταψηφισάμενοί μου klingt erst un- 
verfänglich; aber sie ergänzt sich, 
sie definiert sich gewissermalsen, in 
der stechendsten Weise durch das 
ω ἄνδρες, οἱ ἐμὲ ἀπεχτόνατε, de- 
ren strenges, eigentlich prolepti- 
sches Perfektum mit, den folgenden 
Worten τιμωρίαν ὑμῖν ἥξειν — 
οἵαν ἐμὲ ἀπεχτόνατε das erste 
ἀπεχτόνατε der Anrede, sozu- 
sagen, der Empfindung nur tiefer 
einimpft. Es folgt dann der Vor- 
wurf der Furcht — οἰόμενοι μὲν 
ἀπαλλάξεσϑαι τοῦ διδόναι ἔλεγ- 
χον τοῦ βίου ---, dem sich treff- 
lich wieder ein Motiv der Beängsti- 


Τοῖς δὲ ἀποψηφισαμένοις ἡδέως ἂν διαλε- 


gung der χαταψηφισάμενοι an- 
schliefst: „aber wartet nur; es ‚wird 
viel schlimmer kommen (τὸ Evav- 
tiov ἀποβήσεται); ihr werdet von 
vielen Sokrates zu leiden haben 
(πλείους ἔσονται ὑμᾶς οἱ ἐλέγχον- 
tes)“; und der wieder mit dem 
schrillen Anklang an das ὦ ἄνδρες, 


- Oi ἀπεχτόνατε, an das „ihr Herrn 


Mörder“ abschliefst: εἰ γὰρ οἴεσϑε 
ἀποκτείνοντες ἀνϑρώπους 
x. τ. & Mit einem milden Scherz 
schliefst er dann, den χαταψηφι- 
σάμενοι das ἀπαλλάττομαι ent- 
gegensetzend, den Verurteilenden 
das Freikommen: „Das ist's, wo- 
mit ich von euch den Verurteilen- 
den wie ein Seher mich löse!“ 
Kap. 31. Auch aus jedem Satze 
der Anrede, welche er an die ihn 
und sein Thun anerkennenden Ge- 
schworenen richtet, spricht die 
Ruhe des Philosophen, den das To- 
desurteil nicht im geringsten er- 
schüttert hat. Der Redner geht auch 
hier gar nicht sparsam mit den 
Worten um, sondern spricht, als 
ob er seinen Schülern etwas genau 


60 IIAATQNOZ 


χϑείην ὑπὲρ τοῦ γεγονότος τουτουὶ πράγματος, ἐν ᾧ οἱ 
ἄρχοντες ἀσχολίαν ἄγουσι καὶ οὔτεω ἔρχομαι ol ἐλϑόντα 
μὲ δεῖ τεϑνάναι. ἀλλά μοι, ὦ ἄνδρες, παραμεένατε το- 
-" ’ 3 7 - 
σοῦτον χρόνον" οὐδὲν γὰρ χωλύει διαμυϑολογῆσαι πρὸς 
2 ΄ 4“ » Ei x ς , 3 > ν᾿ 
ἀλλήλους, ἕως ἔξεστιν. υμῖν γὰρ ὡς φίλοις οὖσιν ἐπιδεῖ-- 
ξαι ἐϑέλω τὸ νυνέ μοι ξυμβεβηχὸς τί more νοεῖ. ἐμοὶ 
γάρ, w ἄνδρες διχασταί -- ὑμᾶς γὰρ δικαστὰς χαλῶν 
ὀρϑῶς ἂν xaloinv --- ϑαυμάσιόν τι γέγονεν. ἡ γὰρ 
εἰωϑυῖά μοι μαντικὴ ἢ τοῦ δαιμονίου ἐν μὲν τῷ πρό- 
σϑεν χρόνῳ παντὶ πάνυ πτυχνὴ ἀεὶ ἣν χαὶ ττάνυ ἐπεὶ σμι- 
χροῖς ἐναντιουμένη, εἴ τι μέλλοιμι μὴ ὀρϑῶς πράξειν" 
\ \ ΄ [4 ς - \ > ı ca 
γυνὶ δὲ ξυμβέβηχέ μοι, αττὲερ ὁρᾶτε xal avrol, ταυτὶ & 
γε δὴ οἰηϑείη ἄν τις χαὶ νομίζεται ἔσχατα καχῶν εἶναι. 
2 \ \ »” 3 ΄ [dj 2} 2 4 x -" 
ἐμοὶ δὲ οὔτε ἐξιόντι ἕωϑεν οἴχοϑεν ἠναντιώϑη τὸ τοῦ 
ϑεοῦ σημεῖον, οὔτε ἡνίχα ἀνέβαινον ἐνταυϑοῖ ἐπὲ τὸ 
δικαστήριον, οὔτ᾽ ἐν τῷ λόγῳ οὐδαμοῦ μέλλοντί τι ἐρεῖν" 
, ΥΥ [4 - ΄ , 
χαίτοι ἐν ἄλλοις λόγοις πολλαχοῦ δή μὲ ἐπέσχε λέγοντα 
μεταξύ" νυνὶ δὲ οὐδαμοῦ περὶ ταύτην τὴν πρᾶξιν οὔτ᾽ 
ἐν ἔργῳ οὐδενὶ οὔτ᾽ ἐν λόγῳ ἠναντίωταί μοι. τέ οὖν 
αἴτιον εἶναι ὑπολαμβάνω; &ya ὑμῖν ἐρῶ" κινδυνεύει γάρ 
μοι τὸ ξυμβεβηχὸς τοῦτο ἀγαϑὸν γεγονέναι, χαὶ οὐκ 
3} 3 ’ c = > PR ς ΄ “ 277 
ἐσϑ᾽ ὅπως ἡμεῖς ὀρϑῶς ὑπολαμβάνομεν, ὅσοι οἰόμεϑα 


auseinandersetzte. Unbeschadet des ἡνίχα ἀνέβαινον, οὔτ᾽ ἐν τῷ λόγῳ 


Sinnes könnten aus dem Kapitel 
die Worte ἐν ᾧ oi ἄρχοντες ΞΞΞ 
ἕως ἔξεστιν, das Kompliment © ὑμᾷς 
γὰρ δικαστὰς͵ ,καλῶν ὀρϑῶς av 
καλοίην, das ἅπερ ρᾶτε καὶ αὖὐ- 
τοί und das ἐγὼ ὑμῖν ἐρῶ. die 
Worte χαίτοι ἐν ἄλλοις λόγοις --- 
ἠναντίωταί μοι wegfallen. Auch 
sonst zeigt der Ausdruck Fülle; 
statt eines einfachen πρότερον ἀεί 
sagt er ἐν τῷ πρόσϑεν χρόνῳ 
παντί: er sagt πάνυ πυκνὴ ἢν 
χαὶ πάνυ ἐπὶ σμικροῖς (ἐπὶ πάνυ 
σμικροῖς) ἐναντιουμένη, wo nach 
dem ersten Epitheton das zweite 
sich von selbst versteht; er zer- 
legt die Zeit des ganzen Tages 
mit dem οὔτε ἐξιόντι ἔωϑεν, οὔτε 


isch 


οὐδαμοῦ u. 5. w. Dabei ist doch 
die Breite der Rede wieder rheto- 
trefflich berechnet. Weder 
die frühere Darlegung über das 
Wesen des Todes, noch die jetzige 


'Auseinandersetzung über das daı- 


uovıov lassen den so sehr über- 
raschenden Satz ahnen: κινδυνεύει 
μοι τὸ ξυμβεβηκὸς τοῦτο ἀγα- 
ϑὸν γεγονέναι. Denn früher hatte 
Sokrates ja nur behauptet, man 
könne nicht wissen, ob der Tod 
ein χαχόν oder ein ἀγαϑόν 56], 
und die Rede vom δαιμόνιον läfst 
eigentlich nur den Schlufs erwar- 
fen: „die innere Stimme rief mir 
heute kein halt! zu; folglich habe 
ich meiner Überzeugung nach heute 


AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 61 


χαχὸν εἶναι τὸ τεϑνάναι. μέγα μοι τεχμήριον τούτου 
γέγονεν" οὐ γὰρ ἔσϑ᾽ ὅττως οὐκ ἠναντιώϑη ἂν μοι τὸ 
εἰωθὸς σημεῖον, εἰ μή τι ἔμελλον ἐγὼ ἀγαϑὸν τιράξειν, 
32. Ἐννοήσωμεν δὲ χαὶ τῇδε, ὡς πολλὴ ἐξλτείς 
ἔστιν ἀγαθὸν αὐτὸ εἶναι᾽ δυοῖν γὰρ ϑάτερίν ἔστι τὸ 
ἢ ἔα, ἦν \ ξ \ z a, 
τεϑναάναι" ἢ γὰρ οἷον μηδὲν εἶναι und αἴσϑησιν unde- 
, - ὉΝ x D 
μίαν μηδενὸς ἔχειν τὸν τεϑνεῶτα, ἡ χατὰ τὰ λεγόμενα 
μεταβολή τις τυγχάνει οὐσα χαὶ μετοίχησις τῇ ψυχῇ τοῦ 
τόπου τοῦ ἐνθένδε εἰς ἄλλον τότεον. καὶ εἴ γε μηδεμία 
αἴσϑησίς ἔστιν, ἀλλ᾽ οἷον ὕτενος, ἐτιειδάν τις καϑεύδων 
ΑΕ. \ ς - , ΄ pP) „ ς , 
μηδ᾽ ὄναρ μηδὲν ὁρᾷ, ϑαυμάσιον κέρδος ἂν εἴη ὁ ϑανα- 


recht gehandelt“. Sokrates fügt 
sich dieser natürlichen Schlufsfol- 
gerung auch mit den letzten Wor- 
ten εἰ un τι ἔμελλον ἐγὼ ἀγα- 
ϑὸν πράξειν, die auf das εἴ τι 
μέλλοιμε μὴ ὀρϑῶς πράξειν 
mit einem Anflug von Scherz zu- 
rückblicken; denn das ἀγαϑὸν 
πράττειν ist nur äufserlich dem 
ὀρϑῶς πράττειν ähnlich, aber ihm 
nicht synonym, da es dem εὖ πράτ- 
τειν vielmehr entspricht, also ein 
Leiden und nicht eine Thätigkeit 
bezeichnet. 

Im einzelnen ist der Gedanke der 
Worte ἐν ᾧ οἱ ἄρχοντες ἀσχο- 


λίαν ἄγουσι nicht klar; wir wis- Ὁ 


sen weder, wer die ἄρχοντες sind, 
noch womit beschäftigt sie dem 
Sokrates zu einer Ansprache Zeit 
lassen. Stallbaums Annahme ist 
wahrscheinlich, aber doch immer 
willkürlich: „dum undecimviri 
occupati sunt. Widelicet judices 
tradebant undecimviris eos, qui ad 
supplicium damnati essent. Hos 
igitur oportebat ministris διεὶς im- 
perare, ut damnalum in carce- 
rem abducerent et sumerent ab eo 
supplicium, quod constitutum es- 
set. — Zu διαμυϑολογῆσαι sagt 
Cron: „verfraulicher als διαλέγε- 
σϑαι, insofern das Folgende nicht 
mehr zur Sache gehört und zugleich 
ein Gebiet berührt, das mehr der 
Vorstellung als dem Begriff anheim- 


fällt.“ Im Kommentar zum Phädo 
habe ich darauf hingewiesen, dafs 
in dem Worte die beiden Begriffe 
μῦϑος und λόγος vertreten sind. 
Phädo Kap. 5. 

Kap. 32. Der Redner sagt: Der 
Tod kann kein Übel sein. Denn 
entweder ist er ein Aufhören alles 
Empfindens; dann führt er uns in 
einen Zustand hinüber, welcher 
dem des traumlosen, glücklichen 
Schlafes gleich ist. Oder er ist der 
Übergang zu dem Leben nach dem 
Tode, an welches die Menschen 
glauben; dann ist er eine Fort- 
setzung dieses Lebens bis in alle 
Ewigkeit: τά τε γὰρ ἄλλα εὐδαι- 
μονέστεροί εἰσιν οἱ ἐχεῖ τῶν Ev- 
ϑάδε καὶ ἤδη τὸν λοιπὸν χρόνον 
ἀϑάνατοί εἰσιν. Das Kapitel ist, 
wie kein anderes der Apologie, mit 
feinem Sokratischem Scherz durch- 
setzt. Schon das Entweder, wel- 
ches er auistellt, ist ein Scherz; 
Sokrates denkt gar nicht an die 
Möglichkeit, dafs der Mensch mit 
dem Tode in das ewige Nichts zu- 
rücksinken könne; wir wissen aus 
dem Phädo, wie fest er an die Un- 
sterblichkeit der Seele glaubt, und 
die ganze Art seiner Philosophie 
weist den Ernst eines solchen Ge- 
dankens zurück. Der Scherz liegt 
aber auch zutage schon in dem 
überschwänglichen Ausdruck ϑαυ- 
μάσιον κέρδος, mit dem er den 


62 ΠΑΛΤΩ͂ΝΟΣ 


_ 


τος. ἐγὼ γὰρ ἂν οἶμαι, εἴ τινα ἐκλεξάμενον δέοι ταύτην 
τὴν νύχτα, ἐν ἧ οὕτω χατέδαρϑεν, ὥστε μηδ᾽ ὄναρ ἰδεῖν, 
χαὶ τὰς ἄλλας νύχτας τε καὶ ἡμέρας τὰς τοῦ βίου τοῦ 
ἑαυτοῦ ἀντιπαραϑέντα ταύτῃ τῇ νυχτὶ δέοι σχεψάμενον 
εἰχεεῖν, πόσας ἄμεινον καὶ ἥδιον ἡμέρας καὶ νύχτας ταύ- 
της τῆς νυχτὸς βεβίωχεν ἐν τῷ ἑαυτοῦ βίῳ, οἶμαι ἂν 
, [4 > x x [4 
μὴ ὅτι ἰδιώτην τινά, ἀλλὰ τὸν μέγαν βασιλέα εὐαριϑμή- 
τους ἂν εὑρεῖν αὐτὸν ταύτας πρὸς τὰς ἄλλας ἡμέρας καὶ 
γύχτας. εἶ οὖν τοιοῦτον ὃ ϑανατός ἔστι, χέρδος ἔγωγε 
2 ᾽ ς > ’ ’, 
λέγω" καὶ γὰρ οὐδὲν πλείων ὁ ττᾶς χρόνος φαίνεται οὕτω 
o >) ’ ΄, 5 = r ’ 
δὴ εἶναι ἢ μία νύξ. εἰ δ᾽ αὖ οἷον ἀποδημῆσαέ ἔστιν ὃ 
΄ ’ - ᾿ 
ϑάνατος ἐνθένδε εἰς ἄλλον τόπον, καὶ ἀληϑῆ ἔστι τὰ 
λεγόμενα, ὡς ἄρα ἐχεῖ εἰσὶν ἅπαντες οἱ τεϑνεῶτες, τί 
μεῖζον ἀγαθὸν τούτου εἴη ἄν, ὠ ἄνδρες διχασταί; εἶ 
γάρ τις ἀφιχόμενος εἰς “Ἅιδου, ἀπαλλαγεὶς τούτων τῶν 
φασχόντων διχαστῶν εἶναι, εὑρήσει τοὺς ἀληϑῶς δικα- 
στάς, οἵπερ χαὶ λέγονται ἐχεῖ δικάζειν, Mivwg τε καὶ 
Ῥαδάμανϑυς καὶ Alaros χαὶ Τριπτόλεμος καὶ ἄλλοι 
ὅσοι τῶν ἡμιϑέων δίχαιοι ἐγένοντο ἐν τῷ ἑαυτῶν βέῳ, 
5 , a » Εν ΄ a 23 - 
ἄρα φαύλη ἂν εἴη ἢ ἀποδημία; ἢ αὖ Ὀρφεῖ ξυγγενέσϑαι 
\ ‚ 5 ’ νς ’ ee \ ’ ” 
χαὶ Movoaiw καὶ Ἡσιόδῳ καὶ Ὁμήρῳ ἐπὶ πόσῳ ἄν τις 
δέξαιτ᾽ ἂν ὑμῶν; ἐγὼ μὲν γὰρ πολλάκις ἐϑέλω τεϑνά- 
γαι, εἰ ταῦτ᾽ ἐστὶν ἀληϑῆ" ἐπεὶ ἔμοιγε καὶ αὐτῷ ϑαυ- 
\ a » c \ > [4 ς ‚ 3 ' 
μαστὴ av εἴη ἢ διατριβὴ αὐτόϑι, οττότε ἐντύχοιμε Παλα- 
μήδει χαὶ Αἴαντι τῷ Τελαμῶνος χαὶ εἴ τις ἄλλος “τῶν 
empfindungslosen Tod wie den em- ten eine solche μέα νύξ für ein 
pfindungslosen Schlaf bezeichnet, χέρδος gehalten haben? Ebenso 
in der langen Periode, in welcher blickt der Schelm aus dem zweiten 
er die süls durchschlafene Nacht Teile des Kapitels, aus der Gegen- 
preist‘ mit vollen Worten, in der überstellung seiner Richter und der 
Wendung um ὅτι ἰδιώτην τινά, der Unterwelt, des Minos und Rha- 
ἀλλὰ τὸν μέγαν βασιλέὰ „ich rede damanthys und Aiakos und Tripto- 
nicht von einem einfachen Bürgers- lemos, wie er sie alle vier nament- 
mann, nein, selbst der Grofskönig“ lich aufführt; aus der Vorstellung, 
u. 8. W.; endlich in der spafshaften er werde mit dem euböischen Kö- 
Begründung des κέρδος: καὶ γὰ nigssohne Palamedes, den nach einer 


οὐδὲν πλείων ὃ πᾶς χθόνος φαί- nachhomerischen Sage die Griechen, 


νεται οὕτω δὴ εἶναι ἢ μία νύξ. bei denen ihn Odysseus des Ver- 
Wie viele der Geschworenen dürf- rats anklagte, ungerechter Weise 


ἈΠΟΛΟΓΙᾺ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 63 


- x , ’ ᾿ 3 - ᾿ 
παλαιῶν διὰ κρίσιν. ἄδικον τέϑνηχεν, ἀντιπαραβαάλλοντι 
- ’ x N c 5 

τὰ ἐμαυτοῦ πτάϑη 71005 τὰ Exreivwv, ὡς ἐγὼ οἶμαι, οὐχ 
a > \ ΡῚ \ x \ , \ 3 Pre | ΄ 
ἂν ἀηδὲς εἴη. καὶ δὴ τὸ μέγιστον, τοὺς ἐκεῖ ἐξετάζοντα 
χαὶ ἐρευνῶντα ὥσπερ τοὺς ἐνταῦϑα διάγειν, τίς αὐτῶν 
σοφός ἐστι χαὶ τίς οἴεται μέν, ἔστι δ᾽ οὔ. ἐπὶ τεόσῳ δ᾽ 
»᾿ Ze", N , 2 ’ \ a 
av τις, ὦ ἄνδρες δικασταί, δέξαιτο ἐξετάσαι τὸν ἐπὶ 

N , \ N ’ 
Τροίαν ἀγαγόντα τὴν πολλὴν στρατιὰν ἢ Ὀδυσσέα ῇ 
Σίσυφον, ἢ ἄλλους μυρίους ἄν τις εἴποι χαὶ ἄνδρας χαὶ 
γυναῖχας; οἷς ἐχεῖ διαλέγεσθαι καὶ ξυνεῖναι χαὶ ἐξετά- 

3 ’ N ‚ 2 ͵ 4 ’ 
ζειν ἀμήχανον ἂν εἴη εὐδαιμονίας. πάντως οὐ δήπου 
τούτου γὲ ἕνεχα οἱ ἐχεῖ ἀποχτείνουσι᾽ τά τε γὰρ ἄλλα 
2 ‚ ’ > Er, - - 2 4 \ 2 \ 
εὐδαιμονέστεροί εἰσιν οἱ ἐκεῖ τῶν Evdade, καὶ ἤδη τὸν 
λοιττὸν χρόνον asavaroi εἶσιν, εἴπτερ γε τὰ λεγόμενα 
and ἔστιν. 

. \ ς « ᾿ 3 , » 

33. Alla καὶ ὑμᾶς χρή, ὦ ἄνδρες διχασταί, εὐέλ- 

σειδας εἶναι πρὸς τὸν ϑάνατον, χαὶ ἕν τι τοῦτο διανοεῖ- 
3 , u > > P} \ I - \ I o\ 
osaı ἀληϑές, ὅτε οὐκ ἔστιν ἀνδρὶ ἀγαϑῷ καχὸν οὐδὲν 
οὔτε ζῶντι οὔτε τελευτήσαντι, οὐδὲ ἀμελεῖται ὑττὸ ϑεῶν 
τὰ τούτου πραάγματα᾽ οὐδὲ τὰ ἐμὰ νῦν ἀπὸ τοῦ αὐτομά- 
2 ’ - 2 - a » 4 

τοῦ γέγονεν, ἀλλά μοι δῆλόν ἔστι τοῦτο, ὅτε ἤδη τεϑνά- 
var χαὶ ἀπηλλάχϑαι πραγμάτων βέλτιον ἣν μοι. διὰ 


steinigten, und mit dem Telamoni- 
schen ‚Ajax über seinen Prozefs re- 
den, ἀντιπαραβάλλοντα τὰ ἐμαυ- 
τοῦ πάϑη πρὸς τὰ ἐχείνων, sein 
Geschick mit dem ihren verglei- 
chend; aus dem Gedanken, er werde 
den Agamemnon und den listenrei- 
chen Odysseus und den schlausten 
in der Unterwelt, den Sysyphus 
prüfen und auch ihnen nötigen- 
falls nachweisen, dals sie zwar 
glaubten, etwas zu wissen, aber 
nichts wülsten; aus dem spals- 
haften Schlufs endlich: πάντως οὐ 
δήπου τούτου γε (τοῦ ἐξετάζειν) 
ἕνεχα οἱ ἐχεῖ ἀποχτείνουσι, und 
endlich aus der Begründung dieses 
Satzes: sie verurteilen niemand zum 
Tode; denn das hilft nichts, da es 
keinen Tod mehr giebt. 


'Kap. 33. Treffend hat der harm- 
lose Scherz gezeigt, mit welcher 
freudigen Hoffnung der Redner dem 
Tode ins Auge sieht. Verwundert 
mögen die Richter zu ihm auf- 
blicken, staunend über die Ruhe 
und Sicherheit, mit welcher er zum 
letzten Gange sich anschickt. Um 
so tiefer müssen sie in ihrer Ver- 
wunderung die herrlichen Worte 
packen: „auch ihr müfst freudiger 
Hoffnung sein; denn für einen Mann, 
der wacker ist, giebt es kein Übel, 
sondern die Götter wachen über 
sein Geschick“. Mit edlem Stolze 
wendet er sich dann an seine An- 
kläger und an die, welche ihn ver- 
dammt haben, um ihnen zu sagen: 
„Ihr wufstet nicht, was ihr thatet; 
darum scheide ich von euch auch 


64 HAATQONOE AIOAOTIA ZQKPATOTE. 
τοῦτο zul ἐμὲ οὐδαμοῦ ἀπέτρεψψε τὸ σημεῖον, καὶ ἔγωγε 
τοῖς χαταψηφισαμένοις μου χαὶ τοῖς χατηγόροις οὐ πάνυ 
χαλεπαίνω. χαίτοι οὐ ταύτῃ τῇ διανοίᾳ κατεψηφέζοντό 
μου χαὶ χατηγόρουν, ἀλλ᾽ οἰόμενοι βλάπιτειν" τοῦτο αὖ- 
τοῖς ἄξιον μέμφεσϑαι. τοσόνδε μέντοι αὐτῶν δέομαι" 
τοὺς υἱεῖς μου, ἐπειδὰν ἡβήσωσι, τιμωρήσασϑε, ὦ ἄν- 
ὄρες, ταὐτὰ ταῦτα λυποῦντες, ἅπερ ἐγὼ ὑμᾶς ἐλύπουν, 
ἐὰν ὑμῖν δοχῶσιν ἢ χρημάτων ἢ ἄλλου του πρότερον 
ἐπιμελεῖσθαι ἢ ἀρετῆς, χαὶ ἐὰν δοχῶσί τι εἶναι μηδὲν 
ὄντες, ὀνειδίζετε αὐτοῖς, ὥσττερ ἐγὼ ὑμῖν, ὅτε οὐχ ἔττι- 
μελοῦνται ὧν δεῖ, zul οἴονταί τι εἶναι ὄντες οὐδενὸς 
ἄξιοι. καὶ ἐὰν ταῦτα τιοιῆτε, δίκαια πιεττονϑὼς ἐγὼ 
ἔσομαι ὕφ᾽ ὑμῶν αὐτός τε χαὶ οἱ υἱεῖς. 

᾿Αλλὰ γὰρ ἤδη ὥρα ἀτπιιέναι, ἐμοὶ μὲν ἀτεοϑανου- 


’ c τ N ΄ 
μένῳ, ὑμῖν δὲ βιωσομένοις" 
ἐστὶ ἄμεινον τρρᾶγμα, ἄδηλον 


nicht im Zorne, sondern tadele euch 
nur, weil ihr schädigen wolltet 
(οἰόμενοι βλάπτειν ohne Objekt) 
und das soll man nicht“. Sie for- 
dert er vielmehr auf zur Rache 
(τιμωρήσασϑε): sie sollen seinen 
Söhnen vergelten, was er ihnen 
gethan; sie sollen sie vornehmen, 
wenn sie auf falschem Wege sind: 


örcorsgoL δὲ ἡμῶν ἔρχονται 
\ - \ a - - 
χυαντὶ schnv ἢ τῷ ϑεῷ. 


das ist das δίκαιον, was die unge- 
rechten Ankläger und Richter ihm 
schulden. Das Abschiedswort end- 
lich imponiert durch seine klassische 
Einfachheit: „Es ist Zeit zu gehen, 
für mich zum Tode, für euch in 
das Leben: wer von uns zum bes- 


- seren Ziele kommt, das weils nie- 


mand aulser der Gottheit!“ 


x 
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KPIT2N 


[ἢ περὶ πραχτέου, 7Yı20c.] 


TA ΤΟΥ͂ AIAAOTOY ΠΡΟΣΩΠᾺ 
ΣΩΚΡΑΤΗΣ, ΚΡΙΤ ΩΝ. 


Ν , A > , 2 r 
1. Ti τηνιχάδε ἀφῖξαι, ὦ Κρίτων; ἢ οὐ row ἔτι 


ἐστίν; 
ΚΡ. Hoavv μὲν οὗν. 


ΣΩ. Πηνίχα μάλιστα; 


Kap. 1. Die Frage, ob unserem 
Dialoge ein historischer Vorgang 
zu grunde liege oder nicht, wird 
sich kaum entscheiden lassen; je- 
denfalls trägt er gleich dem Phädo 
eine sehr lebensfrische Farbe. Die 
Persönlichkeit des Krito schildert 
Plato mit tiefer Verehrung aulser 
in unserem Dialoge besonders im 
Phädo. Dort erscheint uns der ἥλε- 
κιώτης καὶ δημότης des Sokrates, 
wie ihn die Apologie nennt, als der 
reiche alte Herr, welcher nicht nur 
seinem Freunde alle äufsere Sorge 
abnimmt, — Plato läfst deutlich 
durchblicken, dafs Krito nach des 
Sokrates Tode für die Frau und 
die Kinder des Weisen sorgen wird 
— nicht nur sein und seiner Fa- 
milie Patron ist, sondern auch durch 
die tiefste Herzensfreundschaft mit 
ihm verbunden ist. Der Phädo ver- 
rät das mit wenigen Meisterstri- 
chen: Krito allein ist zugegen, als 

Sokrates von Weib und Kind Ab- 
schied nimmt; Krito bittet den 
Freund, als dieser den Giftbecher 
nehmen will, die kurze Spanne Zeit, 
die ihm gestattet sei, zu zögern, zu 


warten, bis der letzte Strahl der 
untergehenden Sonne geschieden 
sei; zu ihm spricht Sokrates sein 
letztes Wort, und er ist es, der dem 
toten Weisen die Augen zudrückt. 
Will man ihn kurz charakterisieren, 
so kann man vielleicht sagen: er 
ist des Sokrates praktischer Bruder. 
Den Sokrates macht die Philoso- 
phie, die Gottesgabe, unbefangen 
und konsequent denken zu können, 
zum edlen Menschen, den Krito das 
mit dieser Gabe korrespondierende 
Geschenk der Götter, der natürliche 
Hang zum Guten, das gute Herz. 

Die philosophische Erörterung des 
Dialogs knüpft an die ernste Frage: 
darf der verurteilte Sokrates, der 
unschuldig ist, entfliehen oder nicht? 
Diesem Ernste entsprechend hat 
Plato den Dialog eingeleitet. Er 
verlegt ihn in das Dunkel der Nacht, 
in die tiefe Dämmerung vor Sonnen- 
aufgang. Zwei Greise sind die han- 
delnden Personen; der eine, ob- 
wohl zum Tode verurteilt, liegt in 
ruhigem Schlafe auf seinem Lager; 
der andere, der ihn so gern retten 
möchte, sitzt tief betrübt da und 


5* 


68 IIAATQONOZ 


ΚΡ. Ὄρϑρος Bass. 

ΣΩ. Θαυμάζω, ὅπως ἠϑέλησέ σοι ὃ τοῦ δεσμωτη- 
ρέου φύλαξ ὑπακοῦσαι. ö 

ΚΡ. ΞἘυνήϑης ἤδη μοί ἔστιν, ὦ Σώχρατες, διὰ τὸ 
πολλάκις δεῦοο φοιτᾶν, καί τι καὶ εὐεργέτηται ὑπ᾿ ἐμοῦ. 

ΣΩ. Aorı δὲ ἥκεις ἢ πάλαι; 

ΚΡ. Ἐπιειχῶς πάλαι. 

ΣΩ, Εἶτα πῶς οὐκ εὐθὺς ἐπήγειράς με, ἀλλὰ σιγῇ 
σπιαραχάϑησαι; 

ΚΡ. Οὐ μὰ τὸν 44, ὦ Σώκρατες, οὐδ᾽ ἂν αὐτὸς 
ἤϑελον ἐν τοσαύτῃ τε ἀγρυπνίᾳ χαὶ λύπῃ εἶναι, ἀλλὰ καὶ 
σοῦ πάλαι ϑαυμάζω αἰσϑανόμενος ὡς ἡδέως καϑεύδεις" 
χαὶ ἐπίτηδές σε οὐχ ἤγειρον, ἵνα ὡς ἥδιστα διάγῃς. καὶ 


schaut verwundert auf den süls 
schlummernden Freund: ihn selbst 
hat die Sorge nicht schlafen lassen. 
Da erwacht Sokrates und fragt ganz 
wie ein Erwachender, der sich den 
Schlaf noch aus den Augen reibt: 
„warum kommst du um diese Zeit? 
oder irre ich mich in meiner Schläf- 
rigkeit und ist es nicht mehr früh ?* 
Dann entwickelt sich das Gespräch 
allmählich, mit kurzer Frage und 
kurzer Antwort, bis Krito sich in 
längerer, bewundernder Rede er- 
geht. Schwierig sind in dieser Rede 
die Worte οὐδ᾽ ἂν αὐτὸς ἤϑελον 
— λύπῃ εἶναι. „Möcht’ ich doch 
selbst nicht so schlaflose Nächte 
und so betrübte Stunden haben!“ 
übersetzt Hieron. Müller, und Stall- 
baum sagt: Ne ipse quidem vellem 
in tanta insomnia tantoque moe- 
rore versari propter curam ac sol- 
licitudinem, qua tua causa disceru- 
cior; atque adeo te dudum ad- 
miror (hie assidens) sentiens et 
animadvertens, quam suaviter dor- 
mias etc. Müllers Übersetzung ist 
gewils nicht richtig: wir fragen 
vergeblich nach dem Vergleich zu 
dem τοσαύτῃ, wo ist ein ὅσος, 
das dem τοσοῦτος entspräche? 
Denn dafs Sokrates ruhig schläft, 


weils Krito, weils, dafs die Verur- 
teilung seine Gemütsruhe nicht im 
geringsten gestört hat. Stailbaum 
andrerseits giebt zwar einen den 
vorhergehenden und den folgenden 
vermittelnden Gedanken, übersetzt 
aber zu dem Zwecke Worte, die 
Plato nicht geschrieben hat (pro- 
pter curam ac sollieitudinem, qua 
tua causa diserueior) und die man 
kaum ergänzen darf. Ich möchte 
die Worte οὐδ᾽ ἂν ἤϑελον εἶναι 
für nicht viel mehr ansehen, als ein 
οὐδ᾽ ἂν ἦν, und übersetzen: „auch 
ich würde nicht wollen, würde mich 
nicht dazu verstehen (ἐθέλειν eig. 
entschlossen sein, gegenüber Bov- 
λεσϑαι wünschen) in einer so 
grolsen Schlaflosigkeit und Trauer 
zu leben (nämlich wie sonst die 
zum Tode Verurteilten in ihr leben 
sollen), aber doch bewundere ich 
dich lange, wenn ich sah, wie süls 
du schläfst“. Dieser Auffassung 
nach habe ich das stärkere Inter- 
punktionszeichen, welches die Aus- . 
gaben hinter εἶναι haben, in ein 
Komma verändert. Im übrigen ist 
darauf zu achten, wie Krito mit sei- 
ner, wie er meint, bösen Botschaft 
nicht recht wagt hervorzytreten, 
wenn er auch von der Ruhe, mit 


ΚΡΙΤΩΝ. 69 


πολλάκις μὲν δή σε καὶ πρότερον ἐν παντὶ τῷ βίῳ εὐδαι- 
μόνισα τοῦ τρόπου, πολὺ δὲ μάλιστα ἐν τῇ νῦν παρε- 
στώσῃ ξυμφορᾷ, ὡς ῥᾳδίως αὐτὴν χαὶ πράως φέρεις. 

ΣΩ, Καὶ γὰρ ἄν, ὦ Κρίτων, πλημμελὲς εἴη ἀγα- 
ναχτεῖν τηλικοῦτον ὄντα, εἰ δεῖ ἤδη τελευτᾶν. 

ΚΡ. Καὶ ἄλλοι, ὦ Σώχρατες, τηλικοῦτοι ἐν τοιαύ- 
ταις ξυμφοραῖς ἁλίσκονται, ἀλλ᾽ οὐδὲν αὐτοὺς ἐπιλύεται 
ἡ ἡλικία τὸ μὴ οὐχὶ ἀγαναχτεῖν τῇ παρούσῃ τύχῃ. 

ΣΩ. Ἔστι ταῦτα. ἀλλὰ τέ δὴ οὕτω πρῷ ἀφῖξαι; 

ΚΡ. ᾿Δγγελίαν, ὦ Σώκρατες, φέρων χαλεπήν, οἱ 
σοί, ὡς ἐμοὶ φαίνεται, ἀλλ᾽ ἐμοὶ χαὶ τοῖς σοῖς ἐπιτη- 
δείοις πᾶσι καὶ χαλεττὴν nal βαρεῖαν, ἣν ἐγώ, ὡς ἐμοὶ 
δοκῶ, ἐν τοῖς βαρύτατ᾽ ἂν ἐνέγχκαιμι. 

ΣΩ. Τίνα ταύτην; ἢ τὸ πλοῖον ἀφῖχται Er Ankov, 
οὗ δεῖ ἀφικομένου τεϑνάναι με; 

ΚΡ. Οὔ τοι δὴ ἀφῖχται, ἀλλὰ δοχεῖ μέν μοι ἥξειν 
τήμερον ἐξ ὧν ἀπαγγέλλουσιν ἥκοντές τινες ἀπὸ Σουνίου 
χαὶ καταλιπόντες ἐχεῖ αὐτό. δῆλον οὖν ἐκ τούτων τῶν 
ἀγγέλων ὅτι ἥξει τήμερον, καὶ ἀνάγχη δὴ εἰς αὔριον 


ἔσται, ὦ Σώχρατες, τὸν βίον σε τελευτᾶν. 
2. 22. AM, ὦ Κρίτων, τύχῃ ἀγαϑῇ. εἰ ταύτῃ 


- - ,ὕ A „ 
τοῖς ϑεοῖς φίλον, ταύτῃ ἕστω. 


αὐτὸ τήμερον. 


welcher der Freund sie aufnehmen 
wird, überzeugt ist. Auf des So- 
krates Frage: τέ οὕτω πρῷ ἀφῖ- 
ξαι; kann er sich nicht überwinden, 
die klare Antwort zu geben; Sokra- 
tes selbst muls die χαλεπὴ zal βα- 
ρεῖα ἀγγελία aussprechen, und die 
Ruhe, mit welcher er sie erwartet, 
zeigt sich in seinen Worten. Ein 
anderer würde mit den Worten τὸ 
πλοῖον ἀφῖχται ἐχ Δήλου sich be- 
gnügt und sich gescheut haben, 
die folgenden selbstverständlichen 
Worte οὗ δεῖ ἀφικομένου τεϑνά- 
ναι oe hinzuzufügen. Sokrates 
selbst spricht die kalten Worte ruhig 
“ aus, geradeso wie er auch im Phädo 
gar nicht zögert sich ähnlich zu 


οὐ μέντοι οἶμαι ἥξειν 


äufsern und das in Worte zu fas- 
sen, was seine Freunde nur anzu- 
deuten wagen. Auch in seiner Ant- 
wort vermeidet Krito das τεϑνά- 
ναι und gebraucht dafür das mil- 
dere τὸν βίον τελευτᾶν. 

Kap. 2. Sokrates erwidert die 
Nachricht von seinem nahe bevor- 
stehenden Ende zunächst mit einem 
Worte der Ergebung in den gött- 
lichen Willen. Weit mehr als dies 
kennzeichnet aber seine Seelenruhe 
die kleinere Episode, welche folgt. 
Schon die Worte οὐ μέντοι οἶμαι 
ἥξειν αὐτὸ τήμερον klingen, als 
ob der Redende von einem Ereig- 
nisse spräche, das ihn wenig oder 
gar nicht angehe. Dann erzählt er 


70 HAATQONOE 


ΚΡ, Πόϑεν τοῦτο τεχμαίρει; 


ΣΩ. 


> 
ἀ:τοϑνήσχειν ἢ 


Ἐγώ σοι ἐρῶ. 


τῇ γάρ που ὑστεραίᾳ δεῖ μὲ 
ἀν δ » x - 
ἡ ἂν ἔλθῃ τὸ πλοῖον. 


ΚΡ. Φασί γέ τοι δὴ οἱ τούτων χύριοι. 


Yo, 


ἥξειν, ἀλλὰ τῆς ἑτέρας. 


Οὐ τοίνυν τῆς ἐπιούσης ἡμέρας οἶμαι αὐτὸ 
τεχμαίρομαι δὲ ἔχ τινος ἐνυ- 


seviov, ὃ ἑώραχα ὀλίγον πρότερον ταύτης τῆς νυχτός" 
χαὶ χινδυνεύεις ἐν χαιρῷ τινε οὐχ ἐγεῖραί με. 

ΚΡ. Ἦν δὲ δὴ τί τὸ ἐνύτινιον; 

ΣΩ. Ἐδόχει τίς μοι γυνὴ τροσελϑοῦσα καλὴ καὶ 
εὐειδής, λευχὰ ἱματια ἔχουσα, χαλέσαι μὲ χαὶ εἰπεῖν" 


3 


w Σώχρατες, ἤματί AEV τριτάτῳ Φϑίην ἐρίβωλον ἵὕκοιο. 


KP. Ὡς ἄτοπον τὸ ἐνύπνιον, ὠ ΞΣώχρατες. 
ΣΩ. Ἐναργὲς μὲν οὖν, ὥς γέ μοι δοχεῖ, ὦ Κρίτων. 


3. KP. 


seinen Traum mit einer Art Be- 
quemlichkeit; erst die dritte Frage 
des Krito lockt aus ihm die Erzäh- 
lung des Traumbildes heraus. Der 
Vers, welchen ihm die Traumer- 
scheinung zuruft, ist eine Remini- 
scenz an llias IX 363. Dort droht 
Achilleus dem Odysseus, welcher 
ihn mit dem Atriden versöhnen will, 
er werde nach Hause zurückkehren 
und sagt: ἡματί ze τριτάτῳ φϑίην 
ἐρίβωλον ἱκοίμην. Will man aber 


hier den Vers verstehen, so muls 


man den ihm in der Dias vorher- 


gehenden anziehen: εἰ δέ χεν εὐ-. 


πλοίην δώῃ κλυτὸς ἐννοσίγαιος, 
ἤματί χε τριτάτῳ κ. τ. δ. Die εὖ- 
πλοία des ersten Verses, die glück- 
liche Fahrt in den Hades, auf die 
Sokrates hofft, späht hinter dem 
zweiten Verse hervor. 

Kap. 3. Der Anfang der Aus- 
einandersetzung beider Männer weist 
in dem ἔτε χαὶ νῦν nei$ov, in dem 

„auch jetzt noch“ auf frühere Un- 
terredungen zurück. Wahrschein- 
lich ist der Dialog von Plato erst 
nach dem Tode des Krito heraus- 


΄ ς r 
Aiav γε, ὡς ἔοιχεν.͵ 
π΄. ar x - 2 \ / Re. 4 . 
Σωχρατες, ἔτι χαὶ γῦν Euol zreidov χαὶ σωϑητι 


ἀλλ᾽, w δαιμόνιε 
ὡς 
gegeben worden; wäre es doch 
sonst eigentümlich gewesen, ihm 
die Rolle eines Mannes zuzuweisen, 
der zur Auflehnung gegen die 
Staatsgesetze auffordert. Nennt 
doch auch im folgenden Plato keinen 
einzigen der athenischen Freunde 
des Meisters, wenn er den Krito 
erklären läfst, dafs die Geldsumme, 
welche die Thüren des Gefängnis- 
ses öffnen würde, leicht aufzubrin- 
gen sei, sondern nur den Simmias 
und den Kebes, die beiden theba- 
nischen Verehrer des Sokrates, mit 
denen er an seinem letzten Lebens- 
tage das Gespräch über die Un- 
sterblichkeit der Seele führte, wel- 
ches den Namen des Phädo trägt. 
Krito führt zwei Gründe an, die 
ihm die Erhaltung des Sokrates er- 
sehnen lassen, den Verlust eines so - 
wackeren Freundes, der ihm droht, 
und den Schaden, den er durch den 
Tod des Sokrates an seinem guten 
Rufe nehmen kann. Auf den erste- 
ren Grund geht er als auf einen 
sich von selbst verstehenden nur 
kurz ein; in Bezug auf den zweiten 


ΚΡΙΤΩΝ, 71 


ἐμοί, ἐὰν σὺ ἀποϑάνῃς, οὐ μία ξυμφορά. ἐστιν, ἀλλὰ 
χωρὶς μὲν σοῦ ἐστερῆσϑαι τοιούτου ἐπιιτηδείου, οἷον 
ἐγὼ οὐδένα μή score εὑρήσω, ἔτι δὲ χαὶ πολλοῖς δόξω, 
oi ἐμὲ καὶ σὲ μὴ σαφῶς ἴσασιν, ὡς οἷός τ᾽ ὧν σε σώζειν, 
εἰ ἤϑελον ἀναλίσκειν χρήματα, ἀμελῆσαι. καίτοι τίς ἂν 
αἰσχίων εἴη ταύτης δόξα ἢ δοχεῖν χρήματα τιερὶ τυλείο- 
γος ποιεῖσϑαι ἢ φίλους; οὐ γὰρ τιείσονται οἱ πολλοί, 
ὡς σὺ αὐτὸς οὐχ ἠϑέλησας ἀτιιέναι ἐνθένδε ἡμῶν τπιρο- 
ϑυμουμένων. 

ΣΩ. ᾿Αλλὰ τί ἡμῖν, ὦ μαχάριε Κρίτων, οὕτω τῆς 
τῶν πολλῶν δόξης μέλει; οἱ γὰρ ἐπιεικέστατοι, ὧν μᾶλ- 
λον ἄξιον φροντίζειν, ἡγήσονται αὐτὰ οὕτω τιετερᾶχϑαι, 
ὥσττερ ἂν πραχϑῇ. 

ΚΡ. ᾿Αλλ ὁρᾷς δὴ ὅτι ἀνάγκη, ὦ Σώχρατες, χαὶ 
τῆς τῶν πολλῶν δόξης μέλειν. αὐτὰ δὲ δῆλα τὰ παρόντα 
γυνέ, ὅτι οἷοί τ᾽ εἰσὶν οἱ πολλοὶ οὐ τὰ σμιχρότατα τῶν 
χκαχῶν ἐξεργάζεσϑαι, ἀλλὰ τὰ μέγιστα σχεδόν, ἐάν τις 
ἐν αὐτοῖς διαβεβλημένος ἢ. 

ΣΩ. Ei γὰρ ὥφελον, ω Κρίτων, οἷοί ve εἶναι οἱ 
πολλοὶ τὰ μέγιστα χαχὰ ἐξεργάζεσϑαι, iva οἷοί τε ἦσαν 
αὖ καὶ ἀγαϑὰ τὰ μέγιστα, χαὶ χαλῶς ἂν εἶχε᾽ γῦν δὲ 
οὐδέτερα οἷοί τε" οὔτε γὰρ φρόνιμον οὔτε ἄφρονα δυ- 


» - - - a ’ 
varoi ποιῆσαι, ποιοῦσι δὲ τοῦτο ὅ τι ἂν τύχωσιν. 


ist darauf hinzuweisen, dals er den 
Ausdruck οἱ πολλοί vermeidet und 
nur sagt: ἔτι δὲ χαὶ πολλοῖς δόξω; 
in Bezug auf den zweiten führt er 

treffend einen von Sokrates oft be- 
sprochenen Satz an, die Lehre, dafs 
man materielle Güter 1x0 ρήματα) 
nicht höher als ideelle (7 φίλους) 
schätzen dürfe. Sokrates macht aus 
den πολλοί des Freundes das, was 
sie sind, die οἱ πολλοί, und stellt 
ihnen die ἐπιειχέστατοι entgegen, 
zu welchem als ergänzendes Ver- 
bum aus dem vorhergehenden δό- 
ξης ‚ein δοχεῖν zu nehmen ist: ἔπι- 
εἰκέστατοι SC. δοχεῖν i. 6. die tüch- 
tigsten zu meinen, zu urteilen. Der 
nächste Einwurf des Krito (ἀλλ᾽ 


δρᾷς δὴ ὅτι x. τ: δ.) ist der des 
eifrigen Freundes, der seine Worte 
nicht abwägt; sonst würde er das 
ἀλλὰ τὰ μέγιστα σχεδόν nicht,ge- 
sagt haben. Sokrates knüpft in 
seiner Antwort an das ὅτε οἷοί 
τέ εἰσιν οἱ πολλοί des Krito an, 
den Ausdruck dreimal wiederholend 
und ihn zum viertenmal mit dem 
δυνατοί wieder aufnehmend. „Die 
Macht der grofsen Menge ist nichts 
wert, sagt er; denn sie vermag 
nicht zum Thoren zu machen d. i. 
sie vermag mich nicht zu einer un- 
überlegten That zu bewegen, weil 
die grofse Menge selbst unüberlegt 
handelt: ποιοῦσι τοῦτο ὅτι ἂν τύ- 
wor“. 


72 TAAT2NOE 


4. ΚΡ, Ταῦτα μὲν δὴ οὕτως ἐχέτω" τάδε δέ, 
Σώκρατες, εἶχιέ μοι. ἀρά γε μὴ ἐμοῦ προμηϑεῖ καὶ τῶν 
ἄλλων ἐπιτηδείων, μή, ἐὰν σὺ ἐνθένδε ἐξέλϑης, οἱ συχο- 
φάνται ἡμῖν πράγματα παρέχωσιν ὡς σὲ ἐνθένδε ἐκκλέ- 
ψασι, καὶ ἀναγχασϑῶμεν ἢ xal πᾶσαν τὴν οὐσίαν ἀπο- 
βαλεῖν ἢ συχνὰ χρήματα, ἢ καὶ ἄλλο τι πρὸς τούτοις 
παϑεῖν; εἰ γάρ τι τοιοῦτον φοβεῖ, ἔασον αὐτὸ χαίρειν" 
ἡμεῖς γάρ που δίκαιοί ἐσμεν σώσαντές σε χινδυνεύειν 
τοῦτον τὸν κίνδυνον χαὶ ἐὰν δέῃ Erı τούτου μείζω. ἀλλ᾽ 
ἐμοὶ τιείϑου καὶ μὴ ἄλλως ττοίει. 

ΣΩ. Καὶ ταῦτα προμηϑοῦμαι, ὦ Κρίτων, καὶ ἄλλα 
σολλα. 

ΚΡ. More τοίνυν ταῦτα φοβοῦ" καὶ γὰρ οὐδὲ πολὺ 
τἀργύριόν ἐστιν, ὃ ϑέλουσι λαβόντες τινὲς σῶσαί σε καὶ 
ἐξαγαγεῖν ἐνϑένδε. ἔπειτα οὐχ ὁρᾷς τούτους τοὺς συχο- 
φάντας ὡς εὐτελεῖς, καὶ οὐδὲν ἂν δέσι ἐπ᾽ αὐτοὺς πολ- 
λοῦ ἀργυρίου; σοὶ δὲ ὑπάρχει μὲν τὰ ἐμὰ χρήματα, ὡς 
ἐγῴμαι, ἵχανά" ἔπειτα καὶ εἴ τι ἐμοῦ κηδόμενος οὐχ 
οἴει δεῖν ἀναλίσχειν τἀμά, ξένοι οὗτοι ἐνϑάδε ἕτοιμοι 
ἀναλίσκειν" εἷς δὲ χεχόμικεν Er’ αὐτὸ τοῦτο ἀργύριον 
. inavov, Σιμμίας ὃ Θηβαῖος" ἕτοιμος δὲ καὶ Κέβης καὶ 
ἄλλοι πολλοὶ ττάνυ. ὥστε, ὅστερ λέγω, μήτε ταῦτα φο- 
βούμενος ἀποχάμῃς σαυτὸν σῶσαι, μήτε ὃ ἔλεγες ἐν τῷ 


sein ‚und um seine anderen Freunde 


Kap. 4. Krito kennt seines Freun- 
(ὧρά γε μὴ ἐμοῦ προμηϑεῖ du 


des Ansichten über das berührte 


Thema, weils, dafs er ihn nicht 
widerlegen kann, und bricht des- 
halb mit dem zevza δὴ οὕτως 
ἐχέτω, mit dem Zugeständnis, dafs 
Sokrates recht habe, ab und geht 
zu einer neuen Begründung über. 
Die Gründe, mit denen er seinen 
Freund zu bestimmen sucht, sind 
die eines schlicht verständigen Man- 
nes, die aber natürlich einer höhe- 
ren Auffassung der Lebensaufgabe 
gegenüber, wie sie Sokrates ver- 
tritt, nicht standhalten. Die Be- 
deutung, die Kraft der Gründe stei- 
gert sich. Zuerst bittet Krito, der 
Freund möge nicht um ihn besorgt 


bist doch nicht um mich besorgt? 


Das um also abwehrend), dafs ihnen, 
wenn sie den Sokrates befreien, un- 


angenehme Folgen erwachsen mö- 


gen. Dann sucht er ihn darüber 
zu beruhigen, dafs seine Befreiung 
zuviel Geld kosten könne, und end- 
lich stellt er ihm das Leben im 
Auslande, etwa in Thessalien, als 
nicht so abstofsend hin, wie es So- 
krates sich in- der Apologie ausge- 
malt hatte. Das μήτε in μήτε τοί- 
νυν ταῦτα φοβοῦ wird später wie- 
der aufgenommen in ὥστε, ὅπερ 
λέγω μήτε. ταῦτα φοβούμενος 
x. ar &. εὐνῇ findet in a eolgen- 


ΚΡΙΤΩΝ. 73 


διχαστηρίῳ δυσχερές σοι γενέσϑω, ὅτι οὐχ ἂν ἔχοις 
ἐξελϑὼν ὅ τι χρῷο σαυτῷ" πολλαχοῦ μὲν γὰρ χαὶ ἄλλοσε 
ὅποι ἂν ἀφίκῃ ἀγατιήσουσέ σε" ἐὰν δὲ βούλῃ εἰς Θετ- 
ταλίαν ἰέναι, εἰσὶν ἐμοὶ ἐκεῖ ξένοι, οἵ σε πτερὶ πολλοῦ 
ποιήσονται καὶ ἀσφάλειάν σοι παρέξονται, ὥστε σε μη- 
δένα λυπεῖν τῶν κατὰ Θετταλίαν. 

5. Ἔτι δέ, ὦ Σώχρατες, οὐδὲ δίχαιόν μοι δοχεῖς 
ἐπιχειρεῖν πρᾶγμα, σαυτὸν προδοῦναι, ἐξὸν σωθῆναι" 
χαὶ τοιαῦτα σπεύδεις περὶ σεαυτὸν γενέσϑαι, ἅπερ ἂν 
καὶ ol ἐχϑροί σου σπεύσαιέν τε καὶ ἔστεευσάν σε διαφϑεῖ- 
ραι βουλόμενοι. πρὸς δὲ τούτοις καὶ τοὺς υἱεῖς τοὺς 
σαυτοῦ ἔμοιγε δοκεῖς προδιδόναι, οὕς σοι ἐξὸν χαὶ ἐχ- 
ϑρένψαι χαὶ ἐχπαιδεῦσαι οἰχήσει καταλιττών, χαὶ τὸ σὸν 
μέρος, ὅ τι ἂν τύχωσι, τοῦτο πράξουσι" τεύξονται δέ, 
6 τὸ εἰχός, τοιούτων οἵἷάττερ εἴωϑε γίγνεσϑαι ἐν ταῖς 
ὀρφανίαις περὶ τοὺς ὀρφανούς. ἢ γὰρ οὐ χρὴ ποιεῖσϑαι 


den μήτε in μήτε 6 ἔλεγες sein 
ice. Die Eon, die I über- 
redende Freund anwendet, ist die 
der herzlichen Bitte. Er erklärt 
sich bereit, sein ganzes Vermögen 
reiszugeben (πᾶσαν τὴν οὐσίαν 
ἀποβαλεῖν) und mehr als das zu 
wagen (ἄλλο τι πρὸς τούτοις); 
er bittet dringend: ἀλλ᾽ Zuol πεί- 
$ov χαὶ un ἄλλως ποίει; er giebt 
mit aller Herzlichkeit blinder Freun- 
desliebe Versicherungen, die er 
nicht beweist: ὅποι ἂν ἀφίχῃ ἀγα- 
πήσουσί σε und οἵ σε περὶ πολ- 
λοῦ ποιήσονται zul ἀσφάλειάν 
σοι παρέξονται, ὥστε σε μηδένα 
λυπεῖν „sie werden für dich ein- 
treten, sodafs dich niemand betrü- 
ben darf“. 

Kap. 5. Das vorige Kapitel ver- 
langte von Sokrates, un προμη- 
ϑεῖσϑαι τῶν φίλων, suchte et- 
waige Rücksichten auf die Freunde 
als unberechtigt hinzustellen; das 
vorliegende Kapitel wird dringen- 
der mit dem Hauptsatze: οὐδὲ δί- 
χαιον δοχεῖς ἐπιχειρεῖν πρᾶγμα. 
Das vorige wandte sich an das Herz, 


das jetzige an die sittliche Über- 
zeugung des Sokrates. Das οὐ di- 
zauov wird als solches dreifach be- 
gründet: es ist kein δίχαιον πρᾶ- 
γμα, σαυτὸν προδοῦναι, ἐξὸν 
σωϑῆναι; es ist kein δίκαιον πρᾶ- 
yue, die Kinder dem Zufall zu über- 
lassen — die Worte ὅτε ἂν w- 
4001, τοῦτο πράξουσι weisen zu- 
rück auf den Schlufs des Kap. 3: 
ποιοῦσι τοῦτο ὅτι ἂν τύχωσιν 
und bedeuten: „du sagtest, dals das 
ποιεῖν nach dem Zufall nichts wert 
sei, das πράττειν (intrans. τοῦτο 
πράττειν --οι χαχῶς πράττειν) nach 
dem Zufall taugt aber erst recht 
nicht* —; es ist endlich kein d/- 
χαιον πρᾶγμα, Sich und die Freunde 
dem Vorwurfe der Feigheit und 
Unmännlichkeit und dem Spotte 
preiszugeben. Den Krito als prak- 
tischen Mann charakterisiert Plato 
trefflich durch einzelne Begründun- 
gen, die er ihn geben lälst; so 
durch das σπεύδεις περὲ σαυτὸν 
γενέσϑαι, ἅπερ οἱ ἐχϑροὶ ἔσπευ- 
σάν σε διαφϑείρειν βουλόμενοι 
und durch das derbere ἢ οὐ χρῇ 


74 ΠΑΑΤΩΝΟΣ 


; ξυνδιαταλαιττωρεῖν χαὶ τρέφοντα χαὶ σιαιδεύ- 
ovra' σὺ δέ μοι δοχεῖς τὰ ῥᾳϑυμότατα αἱρεῖσϑαε" χρὴ 
δέ, ἅπερ ἂν ἀνὴρ ἀγαϑὸς καὶ ἀνδρεῖος ἕλοιτο, ταῦτα 
αἱρεῖσϑαι, φάσχοντά γε δὴ ἀρετῆς διὰ τιαντὸς τοῦ βίου 
ἐπειμελεῖσθϑαι" ὡς ἔγωγε χαὶ ὑπὲρ σοῦ καὶ ὑπὲρ ἡμῶν τῶν 
σῶν ἐπιτηδείων αἰσχύνομαι, μὴ δόξη ἅτταν τὸ τπιορᾶγμα 
τὸ zregi σὲ ἀνανδρίᾳ τινὶ τῇ ἡμετέρᾳ πεπρᾶχϑαι, καὶ ἡ 
εἴσοδος τῆς δίχης εἰς τὸ δικαστήριον ὡς εἰσῆλθες, ἐξὸν 
μὴ εἰσελϑεῖν, χαὶ αὐτὸς ὃ ἀγὼν τῆς δίχης ὡς ἐγένετο, 
χαὶ τὸ τελευταῖον δὴ τουτί, ὥσττερ κατάγελως τῆς πρά- 
ξεως, χκαχίᾳ τινὶ χαὶ ἀνανδρίᾳ τῇ ἡμετέρᾳ διαπεφευ- 
γέναι ἡμᾶς δοχεῖν, οἵτινές σε οὐχὶ ἐσώσαμεν οὐδὲ σὺ 
σαυτόν, οἷόν A ὃν καὶ δυνατόν, εἴ τι χαὶ σμικρὸν ἡμῶν 
ὄφελος ἦν. ταῦτ᾽ οὖν, ὦ Σώχρατες, ὅρα μὴ ἅμα τῷ χαχῷ 
χαὶ αἰσχρὰ 7 σοί τε καὶ ἡμῖν. ἀλλὰ βουλεύου, μᾶλλον δὲ 
οὐδὲ βουλεύεσϑαι ἔτε ὥρα, ἀλλὰ βεβουλεῦσϑαι. μία δὲ 
βουλή τῆς γὰρ ἐπιούσης νυχτὸς πάντα ταῦτα δεῖ πι- 
πρᾶχϑαι. εἰ δέ τι περιμενοῦμεν, ἀδύνατον καὶ οὐχέτι 
οἷόν τε. ἀλλὰ παντὶ τρόπῳ, ὦ Σώχρατες, πεείϑου μοι καὶ 


κεαῖδας, ἢ 


μηδαμῶς το: σοέει. 


Se 


ποιεῖσϑαι παῖδας, ἢ ξυ ξυνδιαταλαι- 
πωρεῖν z. τ. &, durch das φά- 
σχοντά γε δὴ ἀρετῆς διὰ παντὸς 
τοῦ βίου ἐπιμελεῖσϑαι und .end- 
lich durch den zur That, drängen- 
den Schlufs der Rede: ἀλλὰ βου- 
λεύου κ. τ. £&. 

Zu den Worten καὶ ἢ εἴσοδος 
τῆς δίχης εἰς τὸ δικαστήριον κ. τ. ἑ. 
ist zu bemerken, dafs dem Krito 
der Vergleich mit einem Drama vor- 
schwebt, dessen Teile er angiebt 
als die εἴσοδος. den ἀγών und das 
τελευταῖον. Letzteres nennt er 
„gleichsam einen χατάγελως τῆς 
πράξεως d. i. einen Hohn auf die 
Handlung des Dramas“. Wir haben 
hier, sagt er, eine Art Tragödie 
aufgeführt, die aber nicht ernsten 
Eindruck hinterlassend ausläuft in 


2 φίλε Κρίτων, ἢ 


einer χαταστροφή, 


προϑυμία σου πολλοῦ 


sondern zum 
Schlusse den Schauspielern einen 
χατάγελως, Verhöhnung einträgt. 
Diese Schauspieler aber sind wir 
(ἡμᾶς δοχεῖν) d. i. deine Freunde 


“und du selbst. mit ihnen (οἵτινές 


σε οὐχὲ ἐσώσαμεν οὐδὲ σὺ σαυ- 


- τόν). 


Es sind ernste, teilweise selbst 
bittere Worte, die Krito gesprochen . 
hat. Darum wiederholt er aus Kap. 4 
das bittende ἐμοὶ πείϑου καὶ μὴ 
ἄλλως ποίει hier mit fordernder 
Entschiedenheit: παντὶ τρόπῳ πεί- 
$ov μοι καὶ μηδαμῶς ἄλλως ποίει. 

Kap. 6. Den ersten Satz der 
Erwiderung des Sokrates übersetzt 
Stallbaum: studium Tuum mei ser- 
vandi magni faciendum est et lau- 
dandum, si cum recta ratione con- 


ΚΡΙΤΏΝ. 18 


ἀξία, εἰ μετὰ τινὸς ὀρϑότητος εἴη" εἰ δὲ μή, ὅσῳ μεί- 
ζων, τοσούτῳ χαλετιωτέρα. σκοτιεῖσϑαι οὖν χρὴ ἡμᾶς, 
εἴτε ταῦτα τιραχτέον εἴτε μή" ὡς ἐγὼ οὐ μόνον νῦν ἀλλὰ 
'χαὶ ἀεὶ τοιοῦτος, οἷος τῶν ἐμῶν μηδενὶ ἄλλῳ πεέϑεσϑαι 
ἢ τῷ λόγῳ, ὃς ἄν μοι λογιζομένῳ βέλτιστος φαίνηται. 
τοὺς δὲ λόγους, οὕς ἐν τῷ ἔμτιροσϑεν ἔλεγον, οὐ δύνα- 
μαι γῦν ἐχβαλεῖν, ἐπειδή μοι ἥδε ἣ τύχη γέγονεν, ἀλλὰ 
σχεδόν τι ὅμοιοι φαίνονταί μοι, χαὶ τοὺς αὐτοὺς τιρε- 
σβεύω xal τιμῶ, οὕστεερ καὶ τιρότερον" ὧν ἐὰν μὴ βελ- 
tim ἔχωμεν λέγειν ἐν τῷ παρόντι, εὖ ἴσϑι ὅτι οὐ μή σοι 
ξυγχωρήσω, οὐδ᾽ ἂν πλείω τῶν νῦν παρόντων ἡ τῶν 
πολλῶν δύναμις ὥσττερ παῖδας ἡμᾶς μορμολύττηται, δε- 
σμοὺς καὶ ϑανάτους ἐτπειττέμπτουσα καὶ χρημάτων ἄφαι- 
ρέσεις. πῶς οὖν ἂν μετριώτατα σχοποέμεϑα αὐτά; εἰ 
τερῶτον μὲν τοῦτον τὸν λόγον ἀναλάβοιμεν, ὃν σὺ λέγεις 
περὶ τῶν δοξῶν, scoregov χαλῶς ἐλέγετο ἑκάστοτε ἢ οὔ, 


iunetum sit; Schleiermacher: „Deine 
Sorge um mich ist viel wert, wenn 
sie nur irgend mit dem Richtigen 
bestehen könnte; wo aber nicht, 
so ist sie je dringender um desto 
peinlieher*; und Hieron. Müller: 
„Dein Eifer wäre viel wert, wenn 


er einigermalsen die rechte Rich- 


tung hätte; wo aber nicht, dann 
wird er um so peinlicher, je grölser 
er ist“. Müller nimmt offenbar An- 
stols an der Übersetzung des Wortes 
προϑυμία, das er denn auch rich- 
tiger als Stallbaum und Schleier- 
macher wiedergiebt; ich würde es 
mit „Zuversichtlichkeit“ übersetzen. 
Das τινὸς habe ich accentuiert, 
weil mir seine Stellung dafür zu 
sprechen scheint, dafs der Redner 
es betont und in der Bedeutung 
des lateinischen aliquid gebraucht 
hat, wo dasselbe „etwas Bedeuten- 
des“ bezeichnet. Dafs aber Sokra- 
tes sagen sollte, die προϑυμία des 
Freundes sei ihm peinlich, 
scheint mir der ganzen Art des 
Philosophen wenig zu entsprechen. 
Ich übersetze also: „Mein lieber 


Krito, deine Zuversichtlichkeit 
dürfte viel wert sein (zu ἀξία ist 
nicht mit Stallbaum ἐστί, sondern, 
dem sin des Vordersatzes entspre- 
chend, ἂν εἴ zu ergänzen), wenn 
ihr eine nennenswerte Richtigkeit 
zur Seite stände; wo nicht, je grölser 
sie ist, um so schlimmer“ ἃ, i. 
wenn sie nicht auf richtigem Grunde 
ruht, dann wird es ihr schlimm er- 
gehen, insofern sie als nichtig er- 
wiesen werden wird. Dem Gedan- 
ken nach fährt Sokrates dann fort: 
Nicht προϑύμως ἔχειν heilst es 
hier, sondern σχοπεῖσϑαι und dann 
πείϑεσϑαι nicht der προϑυμία, 
sondern τῷ λόγῳ, ὃς av βέλτι- 
στος φαίνηται; unter den λόγοι 
welche du vorbrachtest, war auch 
der περὶ τῶν δοξῶν; mit Bezug 
auf ihn wollen wir nun fragen: 
muls man jeder δόξα τῶν πολλῶν 
folgen, oder nur der δόξα τῶν 
φρονίμων 3 ᾿ 

"In den Worten «ei τοιοῦτος. 
οἷος (= ὥστε) τῶν ἐμῶν μηδενὶ 
ἄλλῳ πείϑεσθαι ἡ τῷ Aoyo ist 
die erste Antwort auf die zuver- 


76 ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


ὅτι ταῖς μὲν δεῖ τῶν δοξῶν προσέχειν τὸν νοῦν, ταῖς δὲ 
οὔ: ἢ πρὶν μὲν ἐμὲ δεῖν ἀποϑνήσκειν καλῶς ἐλέγετο, 
γῦν δὲ κατάδηλος ἄρα ἐγένετο, ὅτι ἄλλως ἕνεχα λόγου 
ἐλέγετο, ἣν δὲ παιδιὰ χαὶ φλυαρία ὡς ἀληϑῶς; ἐπιϑυμῶ 
δ᾽ ἔγωγε ἐπισχέψασθϑαι, w Κρίτων, κοινῇ μετὰ σοῦ, εἴ 
τί μοι ἀλλοιότερος φανεῖται, ἐπειδὴ ὧδε ἔχω, ἢ ὃ αὐτός, 
zul ἐάσομεν χαίρειν ἢ πεισόμεϑα αὐτῷ. ἐλέγετο δέ πως, 
ὡς ἐγῴμαι, ἑκάστοτε ὧδε Uno τῶν οἰομένων τί λέγειν, 
ὥσττερ νῦν δὴ ἐγὼ ἔλεγον, ὅτι τῶν δοξῶν, ἃς οἱ ἄνϑρω- 
στοι δοξάζουσι, δέοι τὰς μὲν περὶ πολλοῦ ποιεῖσϑαι, τὰς 
δὲ μή. τοῦτο πρὸς ϑεῶν, ὠ Κρίτων, οὐ δοκεῖ χαλῶς 
σοι λέγεσϑαι; σὺ γάρ, Ἢ: γε τἀνϑρώπεια, ἐχτὸς εἶ τοῦ 
μέλλειν ἀποϑνήσχειν αὔριον, χαὶ οὐχ ἄν σε παραχρούοι 
ἡ παροῦσα ξυμφορά" σκχόττει δή" οὐχ ἱχανῶς δοχεῖ σοι 
λέγεσθαι, ὅτι οὐ πάσας χρὴ τὰς δόξας τῶν ἀνϑρώπων 
τιμᾶν, ἀλλὰ τὰς μέν, τὰς δ᾽ οὔ; οὐδὲ πάντων, ἀλλὰ τῶν 
μέν, τῶν δ᾽ οὔ; τί φής; ταῦτα οὐχὶ καλῶς λέγεται; 

ΚΡ. Καλῶς. 

ΣΩ. Οὐκχοῦν τὰς μὲν χρηστὰς τιμᾶν, τὰς δὲ πο- 
γηρὰς μή; 


ΚΡ. Ναί. 


sichtliche Aufforderung Kritos: 
παντὶ τρόπῳ. πείϑου μοι enthal- 
ten. Τῶν ἐμῶν fasse ich gegen- 
über Stallbaum und Cron als Ge- 
netiv von οὗ ἐμοί, nicht von τὰ 
ἐμά. Zu den οἱ ἐμοί zählt So- 
krates auch den Krito und, was er 
hier sagt, wiederholt er bald mit 
deutlicheren Worten: οὐ μή σοι 
ξυγχωρήσω. Die Worte begegnen 
dem Ernst des Krito mit einem 
Scherze, dem ein Anflug von Ironie 
beigegeben ist. 

In der Stelle ὅτι. ἄλλως ἕνεχα 
λόγου ἐλέγετο weist ἄλλως ZU- 
rück auf die Worte πρὲν μὲν --- 
χαλῶς “ἐλέγετο und wird durch 
ἕνεχα λόγου erklärt: 
die Behauptung, ehe mein Tod be- 
schlossen war, richtig (χαλῶς ἐλέ- 
γετο), erwies sich jetzt aber offen- 


„oder war 


bar anders, als eine die nur eben 
ἕνεχα λόγου, eines Grundes halber, 
um einen Grund vorbringen zu kön- 
nen, gemacht und nichts als ein 
Scherz und ein Gesch wätz war?“ 
Neckend sind die Worte. σὲ γάρ, 
ὅσα γε ἀνϑρώπέια (nach mensch- 
lichen Verhältnissen - und mensch- 
licher Beurteilung) — N παροῦσα 
ξυμφορά gesprochen; denn ihr Sinn 
ist: „du, alter Freund, tratst so 
sicher mit deinen Behauptungen 
auf; nun zeige einmal, ob du dem 
besten λό; γος auch so Sicher stand- 
halten kannst; brauchst du doch 
morgen nicht zu sterben, und es 
dürfte dich also das gegenwärtige 
Milsgeschick nicht irre leiten“. So- 
krates meint mit den letzten Wor- 
ten das Gegenteil dessen, was er 
sagt; er meint gerade, dafs Krito 


ΚΡΙΤΩΝ. 77 


ΣΩ. Χρησταὶ δὲ οὐχ ai τῶν φρονίμων, πονηραὶ δὲ 
αἱ τῶν ἀφρόνων; 

ΚΡ. Πῶς δ᾽ οὔ; 

7. ΣΩ. Φέρε δή, πῶς αὖ τὰ τοιαῦτα ἐλέγετο, 
γυμναζόμενος ἀνὴρ καὶ τοῦτο πράττων πότερον παντὸς 
ἀνδρὸς ἐπαίνῳ καὶ ψόγῳ καὶ δόξῃ τὸν νοῦν προσέχει, 
ἢ ἑνὸς μόνου ἐκείνου, ὃς ἂν τυγχάνῃ ἰατρὸς ἢ παιδοτρί- 


βης ὦν; 
ΚΡ, ἙἝνὸς μόνου. 


- - 3 [4 TA: ’ 

ΣΩ. Οὐχοῦν φοβεῖσϑαι χρὴ τοὺς ψόγους χαὶ ἀστια- 

. N x = \ , 2 \ \ 
ζεσϑαι τοὺς ἐπαίνους τοὺς τοῦ ἑνὸς Exeivov, ἀλλὰ μὴ 


τοὺς τῶν ττολλῶν. 
ΚΡ. 4ῆλα δή. 


ΣΩ. Ταύτῃ ἄρα αὐτῷ πραχτέον, --- καὶ γυμναστέον 


0 

= ἐπ \ ΄ [4 
al ἐδεστέον γε χαὶ ποτέον — N 
3 , MR. > ν᾿» - ἈἌ K = 
ἐπιστάτῃ χαὶ ἐπαΐοντι, μᾶλλον ἢ 


ΚΡ. Ἔστι ταῦτα. 


BP) - Γ᾿ - - 
ἂν τῷ ἕνὶ δοκῇ τῷ 
ξύμπασι τοῖς ἄλλοις. 


5 > ΄ “ , 7 

ΣΏΩ. Εἶεν. ἀπειϑήσας δὲ τῷ ἑνὶ χαὶ ἀτιμάσας av- 

τοῦ τὴν δόξαν καὶ τοὺς ἐπαίνους, τιμήσας δὲ τοὺς τῶν 
πολλῶν λόγους καὶ μηδὲν ἐπαϊόντων, ἀρα οὐδὲν χαχὸν 


πείσεται; 


sich in seinen Behauptungen durch 
des Freundes παροῦσα ξυμφορά 
habe beirren lassen. 

Kap.?7. Das Kapitel führt einen 
Vergleich durch. Wie ein yvure- 
ζόμενος ἀνὴρ καὶ τοῦτο πράτ- 
τῶν, ein Mann, welcher Gymnastik 
treibt und hierin d. i. in dem yvu- 
νάζεσϑαι seine πρᾶξις, seine Le- 
bensbeschäftigung sucht, nur denen, 
welche von der Gymnastik etwas 
verstehen, dem Arzt und dem παι- 
δοτρίβης d. i. dem Turnlehrer fol- 
gen darf, wenn er nicht seinen 
Körper zu grunde richten will, so 
mufs derjenige, welcher durch Phi- 
losophie seine Seele veredlen, also 
gewissermafsen geistige Gymnastik 
treiben will, nur dem folgen, wel- 
cher Verständnis hat von dem di- 
xcıov und dem ἄδικον, dem «i- 


Pr 


σχρόν und dem χακόν, nicht aber 


. der grofsen Menge, die offenbar 


davon nichts begreift, sondern eben 
nur, ‚wie es oben hiels, ποιοῦσιν 
ὁτι ἂν τυχωσιν. 

Sokrates zerlegt den Begriff δόξα 
in die Unterabteilungen ἔπαινος 
und ψόγος und den Begriff τὸν 
γοῦν προσέχειν τῇ δόξῃ in die 
beiden φοβεῖσϑαι τοὺς ψόγους und 
ἀσπάζεσϑαι (eigentlich freudig be- 
grüfsen) τοὺς ἐπαίνους, und wei- 
terhin das πραχτέον des Gymnas- 
tikers in die drei dasselbe ausma- 
chenden Thätigkeiten des γυμνα- 
στέον und ἐδεστέον und ποτέον; 
denn die Praxis des Gymnastikers 
war nicht einseitig auf das γυμνά- 
ζεσϑαι gerichtet; sonst hätte er ja 
nur den παιδοτρίβης, aber nicht 
den ἐατρός nötig gehabt; er mulste 


78 ΠΑΑΤΩ͂ΝΟΣ 


- x ” 

ΚΡ. Πῶς γὰρ οὔ; 

ΣΩ. Ti δ᾽ ἔστι τὸ χακὸν τοῦτο; χαὶ sroi τείνει, καὶ 
εἰς τέ τῶν τοῦ ἀπειϑοῖντος; 

ΚΡ. 4ῆλον ὅτι εἰς τὸ σῶμα" τοῦτο re δεόλλυσι. 

ΣΩ. Καλῶς λέγεις. οὐχοῦν χαὶ τάλλα, ὦ Κρίτων, 

a 4 “ἤν - 
οὕτως, ἵνα μὴ πάντα διΐωμεν, καὶ δὴ zal er τῶν Öt- 
χαίων χαὶ ἀδίχων καὶ αἰσχρῶν χαὶ καλῶν xal ἀγαϑῶν 

Ἁ “0 4 - ς x - ,᾿ ΄ - 
χαὶ καχῶν, περὶ ὧν νῦν ἡ βουλὴ ἡμῖν ἐστί, πότερον τῇ 

- - ᾽ « ς - - 
τῶν πολλῶν δόξῃ δεῖ ἡμᾶς ἕπεσϑαι καὶ φοβεῖσϑαι αὐ- 

[2 ᾽Ὰ » - ς ΄ ’ ’ .h N - x 
τὴν, ἢ τῇ τοῦ ἕνός, εἴ τίς ἐστιν ἐπαΐων, ὃν δεῖ zai ai- 
σχύνεσϑει χαὶ φοβεῖσϑαι μᾶλλον ἢ ξύμτιαντες τοὶς ἄλ- 
ν᾽ T > x > - ‚ - τ 
λους; ᾧ εἰ μὴ ἀχολουϑήσομεν, διαφϑεροῦμεν ἐχεῖνο χαὶ 
λωβησόμεϑα, ὃ τῷ μέν δικαίῳ βέλτιον ἐγίγνετο, τῷ δὲ 
2 ᾽ 2 ’ r 
ἀδίκῳ ἀπώλλυτο. ἢ οὐδέν ἔστι τοῦτο; 

ΚΡ. Οἶμαι ἔγωγε, ὦ Σώκρατες. 

8. 202. Φέρε δύ, ἐὰν τὸ ὑπὸ .τοῦ ὑγιεινοῦ μὲν 
βέλτιον γιγνόμενον, ὑπτὸ τοῦ νοσώδους δὲ διαφϑειρόμε- 
γον διολέσωμεν πειϑόμενοι μὴ τῇ τῶν ἐπταϊόντων δόξῃ, 
53 \ κ΄. Ὁ , - , 
ἄρα βιωτὸν ἡμῖν ἐστὶ διεφρϑαρμένου αὐτοῦ; ἔστι δέ ττου 
τοῦτο τὸ σῶμα᾽ ἢ οὐχί; 

ΚΡ. Ναί. 

ΣΩ, Ao’ οὖν βιωτὸν ἡμῖν ἐστι μετὰ μοχιϑηθοῦ χαὶ 
διεφϑαρμένου σώματος: 

ΚΡ. Οὐδαμῶς. 

22. Alla μετ᾽ ἐχείνου ἄρα ἡμῖν βιωτὸν διερϑαρ- 
μένου, ᾧ τὸ ἄδιχον μὲν λωβᾶται, τὸ δὲ δίκαιον ὀνίνησιν; 
vielmehr auch auf die verständige, σῶδες verdorbene Körper das Leben 
planmälsige Ernährung des Körpers nicht mehr lebenswert erscheinen 
seine Sorge richten. läfst, ebenso nimmt die durch das 

Kap. 8. Der Gedanke, auf wel- ἑ ἄδικον herbeigeführte Verderbnis 
chen Sokrates zielt, ist am Schlusse der Seele dem Leben den Wert. 
des Kapitels ausgesprochen: οὐ to Das tertium comparationis liegt 
ζῆν περὶ πλείστου: ποιητέον, ἀλλὰ einerseits in den Worten τὸ ὑπὸ 
τὸ εὖ ζῆν. Wieder spricht er in τοῦ ὑγιεινοῦ μὲν βέλτιον γιγνό- 
einem Vergleiche. DasLebensglück, μενον, ὑπὸ τοῦ νοσώδους ὃὲ δια- 
sagt er nach griechischer An- φϑειρόμενον. und andrerseits in 
schauung, ist bedingt durch die Ge- dem ᾧ τὸ ἄδικον μὲν λωβᾶται, 


sundheit des Körpers und die der τὸ ὁὲ δίχαιον ὀνίνησιν, Worte, in 
Seele. Wie nun der durch das vo- denen das ᾧ selbstverständlich nicht 


ΚΡΙΤΩΝ. 79 


3 


[4 € ’ 5 - ’ - , 
ἢ φαυλότερον ἡγούμεϑα εἶναι τοῦ σώματος ἐκεῖνο, ὅ τί 
> - ’ 4 {πε 
or ἐστὶ τῶν ἡμετέρων, τειερὶ ὃ ἵ΄ τε ἀδικία καὶ ἡ δικχαιο- 
σύνη ἐστίν; 


ΚΡ. Οὐδαμῶς. 

ER. ᾿Αλλὰ τιμιώτερον; 

ΚΡ. Πολὺ γε. 

ΣΩ. Οὐκ ἄρα, ὦ βέλτιστε, πάνυ ἡμῖν οὕτω φρον- 


τιστέον, τί ἐροῦσιν οἱ ττολλοὶ ἡμᾶς, ἀλλ᾽ ὅ τι ὃ ἐπαΐων 
\ - N \ 0, ‚ c T \ 24 πα. ἢ , 
σπεερὶ τῶν δικαίων χαὶ ἀδίχων, ὁ εἷς, χαὶ αὐτὴ ı, ἀλήϑεια. 
-» 2 - «- [4 
ὥστε πρῶτον μὲν ταύτῃ οὐχ ὀρϑῶς εἰσηγεῖ, εἰσηγούμενος 
τῆς τῶν ττολλῶν δόξης δεῖν ἡμᾶς φροντίζειν τιερὶ τῶν δι- 
- 2 »-» x as N n 
χαέων χαὶ καλῶν καὶ ἀγαϑῶν καὶ τῶν ἐναντίων. ἀλλὰ μὲν 
[έ ΄, πὶ 2 τ Ἂν 2 ς » 
δή, φαίη γ᾽ @v τις, οἷοί τ᾽ εἰσὶν ἡμᾶς οἱ στολλοὶ ἀπτο- 
χτινγύναι; 
ΚΡ. 4]ῆλα δὴ καὶ ταῦτα" φαίη γὰρ ἄν, ὦ Σώκρατες. 
2 - , 3 2 > ΄ ΩΣ 
ΣΩ. ᾿4ληϑῆ λέγεις. ἀλλ᾽, ὦ ϑαυμάσιε, οὗτός τε ὃ 
͵ a ͵ Υ ; δι ὦ 3 - 
λόγος, ὃν διεληλύϑαμεν, ἔμοιγε δοχεῖ ὑμοξοφιλδέναινεῷ 
\ ᾽ 3 \ [4 > 14 ' ’, - 
καὶ πρότερον" χαὶ τόνδε av σχόττξι, εἰ ἔτε μένει ἡμῖν 
ΒᾺῚ » ca 9 N m | \ , ΄, 2.5 x \ 
ἢ οὔ, ὅτι οὗ τὸ ζῆν περὶ πλείστου ποιητέον, ἀλλὰ τὸ 
ev ζῆν. 
2 , 
ΚΡ, Alla μένει. 
ΣΩ. Τὸ δὲ εὖ χαὶ χαλῶς χαὶ δικαίως ὅτι ταὐτόν 
᾿ ᾽Χ 
ἔστι. μένει ἢ οὐ μένει; 
ΚΡ. Mevaı. 
9. ΣΩ, Οὐκοῦν ἐκ τῶν ὁμολογουμένων τοῦτο σχε- 
χυτέον, πότερον δίχαιον ἐμὲ ἐνθένδε πειρᾶσϑαι ξξιέναι 
> , ΄ὔ \ ’ , 
μὴ ἀφιέντων AInvalwv, ἢ οὐ δίκαιον" καὶ ἐὰν μὲν φαί- 
γηται δίκαιον, πειρώμεϑα, εἰ δὲ μή, ἐῶμεν. ἃς δὲ σὺ 


zu dem den Akkusativ regierenden 
Verbum ὀνενάναι zu wiederholen 
ist, die vielmehr nach echt grie- 
chischer Redeweise, wie sie schon 
im Homer sich findet, gesagt sind, 
wie das deutsche (s. Luther): „dem 
das Ungerechte Schaden bringt, das 
Gerechte aber nützt ihm“. 

Das zal in ὃ εἷς καὶ αὐτὴ ἡ 
Int . 
αἀληϑεια ist „und zwar“, das χαί 


in δοχεῖ ὅμοιος εἶναι τῷ χαὶ πρό- 
τερον das zei des Vergleiches, das 
der Grieche nach ὥσπερ So häufig 
setzt. 

Kap. 9. Sokrates fixiert nach dem 
bisher Gesagten das Thema der wei- 
teren Auseinandersetzung dahin: 
adıznaousv ἐξάγοντες zul ἐξαγό- 
μενοι ἢ οὔ; ἀ. 1. begehen wir ein 
ἄδικον, schaden also unserer Seele 


80 ΠΛΑΤΩΝΟΣ 


λέγεις τὰς σχέψεις περί TE ἀναλώσεως χρημάτων χαὶ 
δόξης καὶ παίδων τροφῆς, μὴ ὡς ἀληϑῶς ταῦτα, W Κρί- 
των, σκέμματα 7 τῶν ῥᾳδίως ἀποχτιννύντων καὶ ἀνα- 
βιωσχομένων γ᾽ ἄν, εἰ οἷοί τε ἦσαν, οὐδενὶ ξὺν νῷ, τού- 
- - - ὕ x ’ = 
των τῶν πολλῶν. ἡμῖν δ᾽, ἐτιειδὴ ὁ λόγος οὕτως αἱρεῖ, 
μὴ οὐδὲν ἄλλο σχετιτέον ἡ ἢ ὅτεερ νῦν δὴ ἐλέγομεν, τεό- 
τερον δίχαια πράξομεν χαὶ χρήματα τελοῦντες τούτοις 
τοῖς ἐμὲ ἐνθένδε ἐξάξουσι χαὶ χάριτας, χαὶ αὐτοὶ ἐξα- 
γοντές τε καὶ ἐξαγόμενοι, ἢ τῇ ἀληϑείᾳ ἀδικήσομεν ταῦτα 
χεάντα πιοιοῦντες᾽" χἂν φαινώμεϑα ἄδιχα αὐτὰ ἐργαζό- 
\ 2 ΄ ς ,ὔ wu... > 2 ‘ 
μενοι, μὴ οὐ δέῃ ὑπολογίζεσθαι οὔτ΄ εἰ AnodVnoKEıV 
- , \ , ἂς να - 
δεῖ παραμένοντας καὶ ἡσυχίαν ἄγοντας, οὔτε ἄλλο ὁτιοῦν 
σπιάσχειν τιρὸ τοῦ ἀδικεῖν. 
ΚΡ. Καλῶς μέν μοι δοχεῖς λέγειν, ὦ Σώχρατες, 
ὅρα δὲ τί δρῶμεν. 
x << - 3.3 , " - - \ » " 
IR. Σχοπῶμεν, ὦ ᾿᾽γαϑέ, κοινῇ, καὶ εἴ zum ἔχεις 
ἀντιλέγειν ἐμοῦ λέγοντος, ἀντίλεγε, καί 001 πείσομαι" 
εἰ δὲ μή, παῦσαι ἤδη, ὦ μαχάριε, ττολλάχις μοι λέγων 
\ I \ Rd ς \ 2 ΄ 2 ΄ 2 ΄ 
τὸν αὐτὸν λόγον, ὡς χρὴ ἐνϑένδε ἀκόντων “ϑηναίων 
ἐμὲ ἀπιέναι" ὡς ἐγὼ τιερὶ πολλοῦ τιοιοῦμαι τιείσας σὲ 
wendet er sich mit voller Herzlich- 


keit an den Freund und bittet ihn, 
seiner Darlegung .zu folgen (oxo- 


ihr, wenn ihr die Sykophanten 
und die Wachen bestecht, und ich, 
wenn ich dem zustimme und gegen- ° 


den Willen der Athener von hier 


entweiche. Er giebt dies Thema 
mit jener Breite, mit welcher Plato 
ihn immer reden läfst, wenn er 
einen für den Gang des Dialogs be- 
sonders wichtigen Satz aufstellt. 
Er falst den Satz zuerst in die 
Worte πότερον δίκαιον — ἢ οὐ 
δίκαιον; er stellt dagegen die Ge- 
fahr auf, welche man läuft, wenn 
man sich gleich seinem Freunde 
durch äuflsere Rücksichten, wie die 
ἀνάλωσις χρημάτων, die δόξα und 
die παίδων τροφή, leiten lälst; er 
wiederholt dann den Satz, ihn ge- 
nauer auf den vorliegenden kon- 
kreten Fall anwendend: πότερον 
δίχαια πράξομεν - ταῦτα πάντα 
ποιοῦντες χκ. τ. ξ. Zuletzt endlich 


πῶμεν 207, weil es ihn glück- 
lich mache, mit Zustimmung des 
treuen Alters sgenossen so zu handeln, 
wie es ihm das δίχαιον und die 


᾿ ἀλήϑεια vorzuschreiben scheinen). 


Das ist, glaube ich, der Sinn der 


‚vielfach besprochenen Worte ὡς 


ἐγὼ περὶ πολλοῦ ποιοῦμαι -- 
ἄκοντα, und dieser Sinn stimmt zu 
der Lesart einer Handschrift, die 
ἄκοντα statt ἄχοντος bietet. Tev- 
τα πράττειν ist in diesem Satze 
zu erklären nach Analogie deszovro 
πράττων im ‚Anfange "des 7. Kapi- 
tels: γυμναζόμενος ἀνὴρ καὶ τοὺ- 
To πράττων x. τ. &.; ZU ἄχοντα 
liegt aber der Gegensatz in πεῖσαι, 
sodafs, mit grammatischer Genauig- 
keit gesprochen, Sokrates gesagt 


ΚΡΙΤΩΝ. 81 


ταῦτα τιράττειν, ἀλλὰ un ἄκοντα. ὅρα δὲ δὴ τῆς σχέψεως 
τὴν ἀρχήν, ἐάν σοι ἱχανῶς λέγηται, χαὶ στειρῶ ἀποχρί- 
γεσϑαι τὸ ἐρωτώμενον, ἧ ἂν μάλιστα οἴῃ. 

ΚΡ, ᾿Αλλὰ πειράσομαι. 

10. ΣΩ. Οὐδενὶ τρόπῳ φαμὲν Exovrag ἀδικητέον 
εἶναι, ἢ τινὶ μὲν ἀδικητέον τρόπῳ, τινὶ δὲ 00; ἢ οὐδα- 
μῶς τό γε ἀδικεῖν οὔτε ἀγαϑὸν οὔτε χαλόν, ὡς ποολλά- 
zus ἡμῖν χαὶ ἐν τῷ ἔμπιροσϑεν χρόνῳ ὡμολογήϑη᾽ ὕπερ 
χαὶ ἄρτι ἐλέγετο" ἢ τιᾶσαι ἡμῖν. ἐκεῖναι al τερόσϑεν öuo- 
λογίαι ἐν ταῖσδε ταῖς ὀλίγαις ἡμέραις ἐχχεχυμέναι εἰσί, 
χαὶ πάλαι, ὦ Κρίτων, ἄρα τηλιχοίδε γέροντες ἄνδρες 
πρὸς ἀλλήλους στιουδῇ διαλεγόμενοι ἐλάϑομεν ἡμᾶς αὖ- 
τοὺς παίδων οὐδὲν διαφέροντες; ἢ παντὸς μᾶλλον οὕ- 
τως ἔχει, ὥσττερ τότε ἐλέγετο ἡμῖν, εἴτε φασὶν οἱ πολ- 
λοὶ εἴτε μή, καὶ εἴτε δεῖ ἡμᾶς ἔτι τῶνδε χαλεπώτερα 
πάσχειν εἴτε χαὶ πιραότερα, ὅμως τό γε ἀδιχεῖν τῷ adı- 


haben würde: περὶ πολλοῦ ποιοῦ- 
μαι πεισϑέντα σε ταῦτα πρός 
τειν, ἀλλὰ μὴ ἄκοντα scil. 

ταῦτα πράττειν. Die Worte hei BAR: 

„Ich gebe viel darum, wenn ich 
dich zu einer solchen. Praxis be- 
reden kann (nämlich ῇ ἀντιλέγειν 
εἴ πῃ ἔχεις ἢ παῦσαι πολλάκις 
μοι λέγοντα τὸν αὐτὸν λόγον), 
wünsche aber nicht, dafs du sie mit 
Widerstreben befolgst“. 

Kap. 10. Der Gedankengang ist: 
Unrecht thun ist unter allen Um- 
ständen unerlaubt; folglich ist es 
auch nicht gestattet, Unrecht mit 
Unrecht zu vergelten; zwischen 
ἀδικεῖν und χαχῶς ποιεῖν ist aber 
kein Unterschied; folglich ist auch 
dem χαχῶς πάσχων ein χαχῶς 
᾿ἀντιδρᾶν unter allen Verhältnissen 
untersagt. 

Krito ist während der ganzen 
Beweisführung des Freundes ein- 
silbig in seinen Antworten, und 
wir müssen uns denken, dafs er 
einzelne Fragen des Sokrates ‚nur 
mit einem Kopfnicken beantwortet. 
Plato führt uns ja eben in ihm 

Plato, Apologie. Krito. 


einen alten verständigen Mann 
vor, der zudem im Umgange mit 
seinem weisen Altersgenossen einer 
Auseinandersetzung mit Verständ- 
nis zu folgen gelernt hat. Plato 
erinnert wohl absichtlich, wie auch 
in unserem Kapitel wieder (τηλι- 
χοίδε γέροντες ἄνδρες), daran, dals 
wir uns nicht in der Gesellschaft 
eines sophistischen Schwätzers be- 
finden, sondern eines Mannes, der 
die Entwicklung des Gedankens 
nicht aufhält, vielmehr sie mit Wen- 
dungen, wie ὅρα δὲ τί δρῶμεν 
(Kap. 9) oder mit einem ἀλλὰ λέγε 
(wie im vorliegenden Kapitel) zu 
fördern bestrebt ist. 

Die Worte ὅπερ καὶ ἄρτι ἐλέ- 
yero halte ich nicht (wie Cron) für 
einen Zusatz von späterer Hand; 
sie erscheinen mir vielmehr, da sie 
einen wenige Minuten zuvor aus- 
gesprochenen Gedanken (Kap. 6 
τοὺς δὲ λόγους; οὺς ἐν τῷ ἔμ- 
προσϑεν ἔλεγον, οὐ δύναμαι νῦν 
ἐχβαλεῖν), der sich so schnell wie- 
derholt, einleiten, ihre volle Berech- 
tigung zu haben. Charakteristisch 


6 


89 | ΠΑΛΤΏΝΟΣ 


χοῦντι χαὶ χαχὸν χαὶ αἰσχρὸν τυγχάνει ὃν παντὶ τρύπῳ; 
᾽Ὰ 
φαμὲν n οὔ; 
ΚΡ. Φαμέν. 
ΣΩ, Οὐδαμῶς ἄρα δεῖ ἀδιχεῖν. 
ΚΡ. Οὐ δῆτα. 
22. Οὐδὲ ἀδικούμενον ἄρα ανταδιχεῖν, ὡς οἱ πολ- 
Lot οἴονται, ἐτεειδή γε οὐδαμῶς δεῖ ἀδιχεῖν. 
ΚΡ. Οὐ φαίνεται. 
- - > , δ.) 
ΣΩ, Τί δὲ δή; καχουργεῖν δεῖ, ὦ Κρίτων, ἢ οὔ; 
> =” ’ > ’ 
ΚΡ. Ov dei δή που, ὦ Σώχρατες. 
ΣΩ. Τί δέ; ἀντιχαχουργεῖν χαχῶς πάσχοντα, ὡς 
οἱ πολλοί φασι, δίκαιον ἢ οὐ δίκαιον; 
ΚΡ. Οὐδαμῶς. 
ΣΩ, To γάρ που χαχῶς ποιεῖν ἀνϑρώτιους τοῦ 
ἀδικεῖν οὐδὲν διαφέρει. 
ΚΡ. ᾿«ληϑῆ λέγεις. 
ΣΩ, Οὔτε ἄρα ἀνταδιχεῖν δεῖ οὔτε χαχῶς ποιεῖν 
2 ΄ 0) ΡΒ} ς - ΄ ς 2 3 - 
οὐδένα ἀνϑρώτιων, οὐδ᾽ ἂν ὁτιοῦν πάσχῃ ὑπ αὐτῶν. 
χαὶ ὅρα, ὦ Κρίτων, ταῦτα χαϑομολογῶν, ὅττως μὴ παρὰ 
ς m je x , - 
δόξαν ὁμολογῆς. οἶδα γὰρ ὅτι ὀλίγοις τισὶ ταῦτα χαὶ 
δοχεῖ χαὶ δόξει. οἷς οὖν οὕτω δέδοχται καὶ οἷς μή, 
΄ b) ΡΥ) \ ΄ 2 3 2 ΄ Υ ἐ:5 2 
τούτοις οὐχ ἔστι χοινὴ βουλή, ἀλλ᾽ ἀνάγχη τούτους ἀλ- 
[4 ᾿- c - x > mn. : 4 
λήλων καταφρονεῖν, ὁρῶντας τὰ ἀλλήλων βουλεύματα. 
ἢ \ 3 \ \ 3 ’ r ΤῊ ι 
σχόπει δὴ οὖν χαὶ σὺ εὖ μαλα, πότερον χοινωγεῖς χαὶ 
- x 2 ’ - G 
ξυνδοχεῖ σοι χαὶ ἀρχώμεϑα ἐντεῦϑεν βουλευόμενος, ὡς 
οὐδέποτε ὀρϑῶς ἔχοντος οὔτε τοῦ ἀδιχεῖν οὔτε τοῦ ἂντ- 
αδιχεῖν οὔτε χαχῶς τιάσχοντα ἀμύνεσϑαι ἀντιδρῶντα 
χαχῶς" ἢ ἀφίστασαι χαὶ οὐ χοινωνεῖς τῆς ἀρχῆς; ἐμοὶ 
ist in den von ihnen eingeleiteten deiner. Meinung Widersprechendes 
Worten der Ausdruck ἐχχεχυμένοι zugiebst“. Von einem „dein“ steht 
εἰσί, den wir vielleicht mit „über aber in den Worten nichts, und 
Bord werfen“ „übersetzen dürften. die Stelle muls wohl übersetzt wer- 
Die Worte ὅπως un παρὰ do- den: „sieh, dafs du nichts Seltsames 
ξαν ὁμολογῇς übersetzt Schleier- zugestehst“. Denn Sokrates erklärt 
macher: „siehe wohl zu, dafs. du das παρὰ δόξαν im folgenden Satze, 
es nicht gegen deine Meinung ein- wie ich glaube: τοῦτο παρὰ δό- 


gestehest“ und Hieronymus Müller: ξαν ἐστίν, 6 ὀλίγοις τισὶ χαὶ do- 
„sieh dich vor, ob du nicht etwas ze χαὶ δόξει. 


ΚΡΙΤΩΝ, 89 


μὲν γὰρ καὶ τιάλαι οὕτω καὶ νῦν ἔτι δοχεῖ, σοὶ ὃ εἴ en 
ἄλλῃ δέδοχται, λέγε καὶ δίδασχε. εἰ δὲ ἐμμένεις τοῖς 
σχιρόσϑεν, τὸ μετὰ τοῦτο ἄχουε. 
ΚΡ. Al) ἐμμένω ve καὶ ξυνδοχεῖ wor‘ ἀλλὰ λέγε. 
ΣΩ. Ayo δὴ αὐ τὸ μετὰ τοῦτο, μᾶλλον δ᾽ ἐρωτῶ" 
76078009 ἃ ἄν τις ὁμολογήσῃ τῳ δίκαια ὄντα σιοιητέον ἢ 


ἐξαπατητέον:; 
KP. Ποιητέον. 
11. ΣΩ, Ex τούτων δὴ ἄϑρει᾽ ἀπιόντες ἐνϑένδε 


m , [4 » x 
ἡμεῖς μὴ zreioavres τὴν oliv ττότερον καχῶς τινὰς ποι- 
οὔμεν, χαὶ ταῦτα οὺς ἥκιστα δεῖ, ἢ οὔ; χαὶ ἐμμένομεν 

x " 5 \ 
οἷς ὡμολογήσαμεν δικαίοις ovow ἢ οὔ; 

ΚΡ, Οὐκ ἔχω, ὦ Σώχρατες, δαοχοθᾶσϑαι σιρὸς 
ὃ ἐρωτᾷς" οὐ γὰρ ἐννοῶ. 

ΣΩ. ᾿Αλλ ὧδε σχόπει" εἰ μέλλουσιν ἡμῖν ἐνϑένδε 
32 2 , 2} Be ZrPER | ΄ - 3 
εἴτε ἀποδιδράσχειν, ELF ὅπως δεῖ ὀνομάσαι τοῦτο, ἐλ-- 
ϑόντες οἱ νόμοι χαὶ τὸ χοινὸν τῆς ττόλξως ἐτπιιστάντες 
ἔροιντο᾽ εἶσχτέ μοι. ὦ Σώχρατες, τέ ἐν νῷ ἔχεις ποιεῖν ; 

a - {τ - - 

ἄλλο τι ἢ τούτῳ τῷ ἔργῳ, ᾧ ἐπιχειρεῖς, διανοεῖ τούς 

’ ς - > ’ x 

τὸ νόμους ἡμᾶς ἀπολέσαι χαὶ ξύμπασιν τὴν πόλιν τὸ 

a - Eu ΄ 53 

σὸν μέρος; ἢ δοχεῖ σοι οἷόν τε ἔτι ἐχείνην τὴν πτόλιν εἶ- 
\ > ΄ € ΄ 

var χαὶ μὴ ἀνατετράφϑαι, ἐν n αἱ γενόμεναι δίκαι μη- 

δὲν ἰσχύουσιν, ἀλλ᾽ ὑπὸ ἰδιωτῶν ἄχυροί Te γίγνονται 

καὶ διαφϑείρονται; τί ἐροῦμεν, ὦ Κρίτων, πρὸς ταῦτα 

wm -“ ὴ x x 2 BU ΥΥ͂ \ 

χαὶ ἄλλα τοιαῦτα; ττολλὰ γὰρ ἂν τις ἔχοι, ἄλλως TE καὶ 

= ς ’ m , 
δήτωρ, Eirtelv ὑττὲρ τούτου τοῦ νόμου ἀπολλυμένου, ὃς 


„wer sind die τίνες, 


Ζυ ἢ | ἐξαπατητέον bemerkt Cron: 
„S. sagt ῇ ἐξαπατητέον statt ein- 
fach ἢ ἢ οὐ ποιητέον in Rücksicht 
auf das vorhergehende & ἂν τις 
ὁμολογήσῃ τῳ, da ein solches Zu- 
geständnis die Verpflichtung danach 
zu handeln einschliefst. 

Kap. 11. Da die ersten Fragen 
des Sokrates ganz allgemein gehal- 
ten sind, läfst sie Plato den "prak- 
tischen Kopf Krito nicht verstehen; 
die Antwort desselben ist unter an- 
derer Form nichts weiter, als eine 


Gegenfrage: 
denen wir unrecht thun? und wel- 
ches ist das δίκαιον, dem wir nicht 
getreu bleiben? (Die Dative οἷς δι- 
χαίοις οὐσιε sind von ἐμμένειν ab- 
hängig.) In dem folgenden werden 
diese letzten Fragen beantwortet: 
die zıveg, denen Sokrates durch 
eine Flucht unrecht thun würde, 
sind seine Mitbürger, seine Vater- 
stadt, τὸ χοινὸν τῆς πόλεως, und 
das δίκαιον, das er verletzen würde, 
ist in den Satz gefalst: ὃ νόμος 


ΘῈ 


84 | ΠΛΆΤΩΝΟΣ 


τὰς δίχας τὰς διχασϑείσας τιροστάττει χυρίας εἶναι. ἢ 
ἐροῦμεν τιρὸς αὐτοὺς ὅτε ἠδίκει γὰρ ἡμᾶς ἡ πόλις καὶ 
οὐχ ὀρϑῶς τὴν δίχην ἔχρινε; ταῦτα ἢ τί ἐροῦμεν; 

ΚΡ, Ταῦτα νὴ I, ὦ Σώκρατες. 

12. ΣΩ. Ti ow, av einwow oi γόμοι" ὦ Σώχρα- 
τὲς, ἡ χαὶ ταῖτα ὡμολόγητο ἡμῖν τε χαὶ σοί, ἢ ἐμμένειν 
ταῖς δίχαις αἷς ἂν ἢ πόλις δικάζῃ; εἰ οὖν αὐτῶν ϑαυ- 
μάζοιμεν λεγόντων, ἴσως ἂν εἴποιεν ὅτε ὦ Σώχρατες, μὴ 
ϑαύμαζε τὰ λεγόμενα, ἀλλ᾽ ἀποχρίνου, ἐπειδὴ χαὶ εἴω- 
ϑὰς χρῆσϑαι τῷ ἐρωτᾶν τε χαὶ ἀτεοχρίνεσϑαι. φέρε γάρ, 
τί ἐγχαλῶν ἡμῖν καὶ τῇ πόλει ἐτιιχειρεῖς ἡμᾶς ἀπτολλύ- 
γαι; οὐ πρῶτον μέν σε ἐγεννήσαμεν ἡμεῖς, καὶ δι᾿ ἡμῶν 
ἐλάμβανε τὴν μητέρα σου ὃ πατὴρ καὶ ἐφύτευσέ σε; 
φράσον οὖν, τούτοις ἡμῶν, τοῖς νόμοις τοῖς περὶ τοὺς 
γάμους, μέμφει τι ὡς οἱ καλῶς ἔχουσιν; οὐ μέμφομαι, 


φαίην av. 


ἀλλὰ τοῖς περὶ τὴν τοῦ γενομένου τροφήν τὲ 


χαὶ γαιδείαν, ἐν N χαὶ σὺ ἐτταιδεύϑης; ἡ οὐ χαλῶς 


τὰς δίχας τὰς δικασϑείσας προ- 
στάττει κυρίας εἶναι. Charakte- 
ristische Ausdrücke sind das ἀποϑι- 
δράσκειν, welches einem ἀποφεύ- 
γειν gegenüber verächtlich klingt, 
und die Perfektiorm ἀνατετρά- 


φϑαι, welche wir nicht übersetzen ἡ 
dürfen: „glaubst du, dafs derjenige 


Staat nicht umgestürzt werde“ 
(Hieron. Müller), sondern: „glaubst 
du, dafs der Staat nicht verloren 
sel“. 
Sokrates dem Freunde eine Ant- 
wort, 
Flucht aus dem Munde, die Ant- 
wort des weniger philosophise h ge- 
schulten Mannes: ἀλλ᾽ ἠδίκει ἡμᾶς 
ἡ πόλις d.i. „einem gerechten Ur- 
teile soll man sich wohl unterwer- 
fen, nimmermehr aber einem un- 
gerechten“. 

Kap. 12. Den Gedanken, auf 
welchen Sokrates ausgeht, enthal- 
ten am Schlusse des Kapitels die 
Worte βιάζεσθαι οὐχ ὅσιον οὔτε 
μητέρα οὔτε πατέρα, πολὺ δὲ 


Mit der letzten Frage nimmt ἡ 


eine Entschuldigung für die - 


τούτων ἔτι ἧττον τὴν πατρίδα. 
Er läfst die Gesetze, die er weiter- 
hin personifiziert, anknüpfend an 
die letzten Worte des vorigen Ka- 
pitels, fragen: ἡ ταῦτα i. 6. δΔλέγειν 
ὅτι ἀδιχεῖ ἡμᾶς 7 πόλις; ὦμολό- 
γητο ἡμῖν τ τε χαὶ σοί, ἢ ἐμμένειν 
χ τ᾿ & 4 1 u du als Bürger 
gelobt, den Gesetzen und ihren Ent- 
scheidungen dich zu unterwerfen 
oder dich gelegentlich gegen sie 
aufzulehnen, wenn du glaubst, sie 
thäten dir unrecht?“ Er läßt sie 
dann gerade ihn, den Sokrates, 
scharf aufs Korn nehmen, mit dem 
ἀποκρίνου, ἐπειδὴ χαὶ εἴωϑας --. 
ἀποκρίνεσϑαι d. i. „stehe uns Rede 
und Antwort, da du gerade dir auf 
deine Dialektik etwas zu gute thust; 
folge also dialektischen und keinen 
andern Gründen“, und weiter unten 
mit dem sarkastischen ὁ τῇ ἀλη- 
ϑείᾳ τῆς ἀρετῆς ἐπιμελόμενος und 
der folgenden jronischen Frage ἡ 
οὕτως εἶ 00905 x. τ. ξ. Sie legen 
sodann dar, dafs vermöge der Ord- 


KPITQN. 85 


χεροσέταττον ἡμῶν oi ἐπὶ τούτοις τεταγμένοι vouoı, 
παραγγέλλοντες τῷ πατρὶ τῷ σῷ σὲ ἐν μουσιχῇ καὶ γυ- 
μναστιχῇ τταιδεύειν; καλῶς, φαίην ἄν. εἶεν. ἐτπιειδὴ δὲ 
ἐγένου χαὶ ἐξετράφης χαὶ ἐπαιδεύϑης, ἔχοις ἂν eirceiv 
πρῶτον μὲν ὡς οὐχὶ ἡμέτερος ἦσϑα χαὶ ἔχγονος χαὶ 
δοῦλος, αὐτός τε χαὶ οἱ σοὶ πιρόγονοι; nal εἰ τοὖϑ᾽ οὕ- 
τως ἔχει, ἀρ᾽ ἐξ ἴσου οἴει εἶναι σοὶ τὸ δίκαιον χαὶ ἡμῖν, 
χαὶ ἅττ᾽ ἂν ἡμεῖς σε ἐτειιχειρῶμεν σπιοιεῖν, χαὶ σοὶ ταῦτα 
ἀντιτιοιεῖν οἴει δίχαιον εἶναι; ἢ πρὸς μὲν ἄρα σοι τὸν 
πατέρα οὐκ ἐξ ἴσου ἦν τὸ δίχαιον καὶ πρὸς τὸν δεσπό- 
τὴν, εἴ 001 ὧν ἐτύγχανεν, ὥστε, ἅττερ πάσχοις, ταῦτα χαὶ 
ἀντιτιοιεῖν, οὔτε χαχῶς ἀχούοντα ἀντιλέγειν οὔτε τυτιτό- 
μενον ἀντιτύπτειν οὔτε ἄλλα τοιαῦτα πολλά" πρὸς δὲ 
τὴν πατρίδα ἄρα χαὶ τοὺς νόμους ἐξέσται σοι, ὥστε, 
ἐάν σε ἐπιχειρῶμεν ἡμεῖς ἀττολλύναι δίχαιον ἡγούμενοι 
εἶναι, καὶ σὺ δὲ ἡμᾶς τοὺς νόμους χαὶ τὴν πατρίδα καϑ' 
ὅσον δύνασαι ἐιιχειρήσεις ἀνταπιολλύναι, χαὶ φήσεις 
ταῦτα ποιῶν δίχαια τιράττειν, ὃ τῇ ἀληϑείᾳ τῆς ἀρετῆς 
ἐπιμελόμενος; ἢ οὕτως εἶ σοφός, ὥστε λέληϑέ σε ὅτι 
μητρός Te καὶ πατρὸς καὶ τῶν ἄλλων προγόνων ἅτταν- 
των τιμιώτερόν ἐστιν ἡ πατρὶς καὶ σεμνότερον χαὶ ἁγιώ- 
τερον χαὶ ἐν μείζονι μοίρᾳ καὶ παρὰ ϑεοῖς καὶ παρ᾽ ἂν- 


nung des Staates der Mensch ent- 
steht, erzogen und geistig wie kör- 
perlich (ἐν μουσικῇ καὶ γυμναστι- 
x7) herangebildet wird, dafs er also 
dem χοινόν seine ganze Existenz 
verdankt. Deshalb darf der Bürger 
sich dem Vaterlande nicht gleich- 
berechtigt gegenüberstellen (οὐχ ἐξ 
ἰσου σοὶ τὸ δίκαιον καὶ ἡμῖν) und, 
wenn die Gesetze ihn verderben 
wollen, sie nicht wieder zu ver- 
derben bestrebt sein, so wenig er 
dem Vater oder einem Herrn Glei- 
ches mit Gleichem, einen Schlag 
mit einem Schlage vergelten dürfe. 
Im Gegenteil stehe das Vaterland 
viel höher als Vater und Mutter 
nach göttlichem Recht und nach 
dem vernünftiger Menschen (παρὰ 


ϑεοῖς καὶ παρ᾽ ἀνϑρώποις τοῖς 
γοῦν ξχουσι) U. 8. W. 

Die Darstellung ist ungleich 
schwungvoller als die bisherige. Sie 
bietet eine Menge rhetorischer Fra- 
gen, eine Steigerung im Ausdruck, 
wie in dem &xyovos χαὶ δοῦλος, 
αὐτός TE καὶ οἱ σοὶ πρόγονοι „du 
bist unser Sprofs und unser Knecht, 
du und deine Ahnen“ oder in dem 
τιμιώτερον καὶ σεμνότερον καὶ 
ἁγιώτερον χαὶ ἕν μείζονι μοίρᾳ 
(„Ev μείζονε μοίρᾳ εἶναι dieitur 
quod pluris aestimatur, quod in 
maiore pretio est et honore“. Fi- 
scher; wogegen Gron sagt: „aus 
dem Homerischen Sprachgebrauch 
zu erklären, wie Il. XV, 195 Posei- 
don von Zeus sagt: ueverw τρι- 


86 | ΠΛΑΤΏΝΟΣ 


ϑρώτστοις τοῖς νοῦν ἔχουσι, χαὶ σέβεσϑαι δεῖ καὶ μᾶλλον 
ὑχιείχειν χαὶ ϑωττεύειν πατρίδα χαλεπαίνουσαν ἢ πατέρα, 
χαὶ ἢ πείϑειν ἢ ποιεῖν ἃ ἂν κελεύῃ, καὶ σπιάσχειν, ἐάν 
τι προστάττῃ παϑεῖν, ἡσυχίαν ἄγοντα, Eav TE τύπτεσϑαι 
ἐάν ve δεῖσϑαι, ἐάν τε εἰς ττόλεμον ἄγῃ τρωϑησόμενον 
ἢ ἀποϑανούμενον, τιοιητέον ταῦτα, χαὶ τὸ δίκαιον οὕτως 
ἔχει, καὶ οὐχὶ ὑτιειχτέον οὐδὲ ἀναχωρητέον οὐδὲ heırreov 
τὴν τάξιν, ἀλλὰ χαὶ ἐν πολέμῳ χαὶ ἐν διχαστηρίῳ χαὶ 
σταγταχοῦ ποιητέον ἃ ἂν χελεύῃ ἡ πόλις χαὶ ἡ πατρίς, 
ἢ τεείϑειν αὐτὴν ἡ τὸ δίκαιον σπιέφυχε, βιάζεσϑαι δ᾽ οὐχ 
ὅσιον οὔτε μητέρα οὔτε ττατέρα, πολὺ δὲ τούτων ἔτι ἧτ- 
τον τὴν πατρίδα; τέ φήσομεν πρὸς ταῦτα, ὦ Κρίτων; 
ἀληϑῆ λέγειν τοὺς νόμους ἢ οὔ; 

ΚΡ. Ἔμοιγε δοκεῖ. 

13. ΣΩ, Σχόπει τοίνυν, ὦ Σώχρατες, φαῖεν ἂν 
ἔσως οἱ νόμοι, εἰ ἡμεῖς ταῦτα ἀληϑῆ λέγομεν, ὅτε οὗ 
δέκαια ἡμᾶς ἐπιχειρεῖς δρᾶν ἃ νῦν ἐπιχειρεῖς. ἡμεῖς γάρ 
σὲ γεννήσαντες, ἐκϑρέψαντες, παιδεύσαντες, μεταδόντες 
ἁπάντων ὧν οἷοί τ΄ ἦμεν καλῶν σοὶ καὶ τοῖς ἄλλοις πᾶσι 
γολέταις, ὅμως προαγορεύομεν τῷ ἐξουσίαν τεεττοιηκέναι 
᾿ϑηναίων τῷ βουλομένῳ, ἐπειδὰν δοκιμασϑῆ καὶ ἴδη τὰ 


τάτῃ ἐνὶ μοίρῃ, als dem Anteil der 


Welt, welcher von den drei Söhnen 


des Kronos dem Zeus zugefallen 
ist“); sie bieiet ferner eine sehr 
grolse Fülle des Ausdrucks: zai 
σέβεσϑαι δεῖ καὶ ὑπείχειν καὶ 
ϑωπεύειν. οὐχὲ ὑπειχτέον οὐδὲ 
ἀναχωρητέον οὐδὲ λειπτέον τὴν 
τάξιν ἃ. 8. W. 

Zur ἢ πείϑειν αὐτὴν y τὸ δίκαιον 
πέφυχε sagt Stallbaum: infinitivus 
σπείϑειν positus est ac si praeces- 
sisset ποιεῖν del, quae ratio est 
longe [requentissima. Die Worte 
πείϑειν ἡ τὸ δίχαιον πέφυχε 
heifsen deutsch wohl: „von der Na- 
tur, dem Wesen des Gerechten über- 
zeugen“. 

Kap.13. „Wer sich uns von den 
Bürgern widersetzt, sagen die Ge- 


setze, vergeht sich in dreifacher 
Beziehung: er verletzt in uns, wie 
dargelegt, seine γενγρηταί, seine 
τροφεῖς, und er bricht drittens 
einen mit uns eingegangenen Ver- 


trag. Denn weil wir Freiheit ins 


Land gebracht haben (τῷ ἐξουσίαν 


- πεποιηχέναι dadurch dafs wir Frei- 


heit geschaffen haben, statt der 
früheren Despotie, welche dem ein- . 
zelnen die freie Bewegung, das 
Auswanderungsrecht nicht zuge- 
stand), lassen wir jeden wissen, er 
dürfe auswandern, wenn wir ihm 
nicht behagen, mit Hab und Gut, 
ja bieten ihm in unseren Kolonien 
eine sichere Stätte oder nehmen 
uns selbst seiner noch an, wenn er 
als Metöke anderswo leben will. 
Bleibt er aber, so unterwirft er sich 


ΚΡΙΤΩΝ. 87 


ἐν τῇ πόλει γιράγματα χαὶ ἡμᾶς τοὺς vöuous, ᾧ ἂν μὴ 
ἀρέσχωμεν ἡμεῖς, ἐξεῖναι λαβόντα τὰ αὑτοῦ ἀτιιέναι ὅττοι 
ἂν βούληται. χαὶ οὐδεὶς ἡμῶν τῶν νόμων ἐμττοδών ἐστιν 
οὐδ᾽ ἀπαγορεύει, ἐάν τέ τις βούληται ὑμῶν εἰς ἀποικίαν 
ἰέναι, εἶ μὴ ἀρέσχοιμεν ἡμεῖς ve καὶ ἣ πόλις, ἐάν Te 
μετοικεῖν ἄλλοσέ ποι ἐλϑών, ἰέναι ἐκεῖσε ὅττοι ἂν βού- 
ληται, ἔχοντα τὰ αὑτοῦ. ὃς δ᾽ ἂν ὑμῶν τιαραμεένῃ, 
ὁρῶν ὃν τρόπον ἡμεῖς τάς τε δίχας δικάζομεν χαὶ τάλλα 
τὴν πόλιν διοιχοῦμεν, ἤδη φαμὲν τοῦτον ὡμολογηχέναι 
ἔργῳ ἡμῖν ἃ ἂν ἡμεῖς κελεύωμεν ποιήσειν ταῦτα, χαὶ 
τὸν μὴ πειϑόμενον τριχῇ φαμὲν ἀδικεῖν, ὅτι TE γεννη- 
ταῖς οὐσιν ἡμῖν οὐ πείϑεται, χαὶ ὅτι τροφεῦσι, χαὶ ὅτι 
ὅμολογήσας ἡμῖν τιείϑεσϑαι οὔτε πείϑεται οὔτε τιείϑει 
ἡμᾶς, εἰ μὴ καλῶς τι ποιοῦμεν, προτιϑέντων ἡμῶν χαὶ 
οὐκ ἀγρίως ἐπιταττόντων τιοιεῖν ἃ ἂν χελεύωμεν, ἀλλὰ 
ἐφιέντων δυοῖν ϑάτερα, ἢ τιείϑειν ἡμᾶς ἢ ποιεῖν, τού- 


των οὐδέτερα ποιεῖ. 


14. Ταύταις δή φαμεν χαὶ σέ, ὦ Σώχρατες, ταῖς 


2; ee: » ΄, a 
αἰτίαις ἐνέξεσθαι, εἴστερ “οιήσεις ἃ 


uns thatsächlich (φαμὲν τοῦτον 
ὡμολογηκέναι ἔργῳ), und dann 
sind wir berechtigt von ihm Gehor- 
sam zu verlangen. Aber selbst dann 
treten wir nicht ἀγρίως (sondern 
πράως, wie der Gegensatz lauten 
würde) gegen ihn auf, sondern stel- 
len ihm immer noch die Wahl zwi- 
schen ‚dem πείϑεσϑαι oder πείϑειν 
ἡμᾶς." 

Mit ἐπειδὰν δοχιμασϑῇ weist 
Sokrates auf die Prüfung hin, wel- 
che der mündig Werdende in Bezug 
auf seine Abkunft zu bestehen 
hatte, wenn er seinen Namen in 
die Bürger-Stammrolle eingetragen 
wissen wollte. 

Kap. 14. Ganz besonders So- 
Krater hat thatsächlich die Gesetze 
anerkannt; denn er hat seltener als 
fast alle anderen Bürger die Stadt 
verlassen; er hat in ihr Kinder ge- 
zeugt; er hat die Strafe der Ver- 


2 


- > 
ἐπινοεῖς, χαὶ οὐχ 


bannung in seiner Verteidigungsrede 
für schlimmer erachtet als selbst 
die ihm drohende Todesstrafe; er 
würde deshalb, wie ein erbärm- 
licher Sklav handeln, wenn er jetzt 
entlaufen wollte; er ist endlich den 
Gesetzen in hervorragender Weise 
verpflichtet, weil er sie längere 
Zeit, als die meisten seiner Mit- 
bürger, 70 Jahre lang anerkannt hat. 

In den Worten ταύταις δή φα- 
μεν — ἐνέξεσϑαι heilst Heer wohl 
nicht die Verschuldung (Schleier- 
macher) oder der Vorwurf (H. Mül- 
ler), sondern der Grund; denn in 
der vorhergehenden Rede haben ja 
die Gesetze dem Sokrates nicht so- 
wohl Vorwürfe gemacht, als viel- 
mehr das Recht, welches sie an 
ihm zu haben glauben, begründet. 
„Mit diesen Gründen wirst auch du 
gefalst werden können, wenn du 
deinen Plan ausführen wirst u.s. w.“ 


88 ΠΑΛΤΏΝΟΣ 


ἥχιστα Adyvalwv σέ, ἀλλ᾽ ἐν τοῖς μάλιστα. εἰ οὖν ἐγὼ 
εἰστοιμε" διὰ τί δή; ἴσως ἄν μου δικαίως καϑάτσττοιντο 
λέγοντες, ὅτι ἐν τοῖς μάλιστα Asmvalov ἐγὼ αὐτοῖς ὧμο- 
λογηχὼς τυγχάνω ταύτην τὴν ὁμολογίαν. φαῖεν γὰρ ἂν 
ὅτι ὦ Σώχρατες, μεγάλα ἡμῖν τούτων τεχμήριά ἔστιν, 
u \ ς - 2 ΄, ΄ 
ὅτι σοι χαὶ ἡμεῖς ἠρέσχομεν χαὶ ἡ πόλις" οὐ γὰρ ἄν 
- »” > , c ΄ ΄ > 7 
rote τῶν ἄλλων «.ϑηναίων ἀττάντων διαφερόντως ἐν αὖ- 
τῇ ἐπεδήμεις, εἰ μή σοι διαφερόντως ἤρεσχε, καὶ οὔτ᾽ 
> \ ’ ΄ 3 - ΄ > - a x 
ἐπὶ ϑεωρίαν πώποτε En τῆς πόλεως ἐξῆλϑες, ὅτι μὴ 
co 5 2 ’ B]} » > ΄ 7 ’ “ 
ἅπαξ εἰς ᾿Ισϑμόν, οὔτε ἄλλοσε οὐδαμόσε, εἰ un τοι στρα- 
τευσόμενος, οὔτε ἄλλην ἀποδημίαν ἐττοιήσω τεώστοτε, 
΄“ ει » 2 2 > , »” [4 
ὥστεερ οἱ ἄλλοι ἄνϑρωποι, οὐδ᾽ ἐπιϑυμία σε ἄλλης σιό-- 
λεως οὐδ᾽ ἄλλων γόμων ἔλαβεν εἰδέναι, ἀλλὰ ἡμεῖς σοι 
ἱχανοὶ ἦμεν χαὶ ἡ ἡμετέρα ιόλις" οὕτω σφόδρα ἡμᾶς 
ἡροῦ, καὶ ὡμολόγεις χαϑ᾽ ἡμᾶς πολιτεύεσϑαι, τά τε ἄλλα 
χαὶ παῖδας ἐν αὐτῇ ἐποιήσω, ὡς ἀρεσχούσης σοι τῆς 
πόλεως. ἔτι τοίνυν ἐν αὐτῇ τῇ δίχῃ ἐξῆν σοι φυγῆς 
τιμήσασϑαι, εἰ ἐβούλου, χαὶ ὅπερ νῦν ἀχούσης τῆς πό- 
λεως ἐπιχειρεῖς, τότε ἑχούσης ποιῆσαι. σὺ δὲ τότε μὲν 
ἐχαλλωτοίζου ὡς οὐχ ἀγαναχτῶν, εἰ δέοι τεϑνάναι σε, 
> ) ς - ς „ x - » G 7 - Α 
ἀλλ᾽ ἡροῦ, ὡς ἔφησϑα, πρὸ τῆς φυγῆς ϑανατον᾽" νῦν δὲ 
μ'Ψ , ὃ ’ὔ = - - 
οὔτ᾽ ἐκείνους τοὺς λόγους αἰσχύνει, οὔτε ἡμῶν τῶν νό- 
μων ἐντρέτιει, ἐτιιχειρῶν διαφϑεῖραι, πράττεις TE ἅττερ 
N - ’ 
ἂν δοῦλος φαυλότατος πράξειεν, ἀττοδιδράσκειν ἐπιχει- 
Sokrates’ Absicht ist, wie die 
Darstellung beweist, nicht nur sei- 
nen Freund durch logische Gründe 
zu überzeugen; er will ihn auch 
durch ethische Gründe gewinnen 
und verrät ihm deshalb, wie er em- 
pfindet. Er sagt, dafs ihn, wenn 
er fliehe, gerechter Tadel treffe (dı- 
καίως χαϑάπτοιντο), dafs er sich 


also in der schlimmen Lage befin- 
den werde, den über ihn ausge- 


einen andern an die Heimat fes- 
selte, ihn, den keine ‚erudvula ἀλ- 
λης πόλεως οὐδ᾽ ἄλλων νόμων 
ἔλαβεν 801}. εἰδέναι ἄλλην πόλιν 
χαὶ ἄλλους νόμους. Er fürchtet 
sich als Prahler (ἐκαλλωπίζου) 
blofszustellen durch eine Flucht, 
weil er die Strafe der Verbannung 
zurückgewiesen habe. Ihm bangt 
ferner vor der gröfsten Schande, 
die er kennt, vor dem gerechten 


sprochenen Tadel nicht zurückwei- 
sen zu können, Er giebt dann der 
gerade ihm eigentümlichen Anhäng- 
lichkeit an seine Vaterstadt Aus- 
druck, die ihn mehr als irgend- 


Vorwurfe des ἀνελεύϑερον, davor 
dafs man sagen werde, er sei wie 
ein δοῦλος φαυλότατος entlaufen 
(ἀποδιδράσκειν). -Er weist endlich 


im letzten Absehnitte die Entschul- 


ΚΡΙΤΩ͂Ν, | 89 


ρῶν παρὰ τὰς ξυνϑήχας re nal τὰς ὁμολογίας, χαϑ᾽ ἃς 
ἡμῖν ξυνέϑου τιολιτεύεσϑαι. πρῶτον μὲν οὖν ἡμῖν τοῦτ᾽ 
αὐτὸ ἀπόχριναι, εἰ ἀληϑῆ λέγομεν φάσχοντές σε ὧμολο- 
)ηκένοι πολιτεύεσθαι χαϑ'᾽ ἡμᾶς ἔργῳ, ἀλλ᾽ οὐ λόγῳ, ἢ 
οὐχ ἀληϑῆ. τί φῶμεν τιρὸς ταῦτα, ὠ Κρίτων; ἄλλο τι 
ἢ ὁμολογῶμεν; 

ΚΡ. ᾿Ανάγκη, ὦ Σώκρατες. 

ΣΩ. ᾿.1λλο τι οὖν, ἂν φαῖεν, ἢ ξυγϑήχας τὰς πρὸς 
ἡμᾶς αὐτοὺς καὶ ὁμολογίας παραβαίνεις, οὐχ ὑτι᾽ ἀνάγ- 
χης δμολογήσας οὐδὲ ἀπατηϑεὶς οὐδὲ ἐν ὀλίγῳ χρόνῳ 
ἀναγχασϑεὶς βοιλεύσασϑαι, ἀλλ᾽ ἐν ἔτεσιν ἑβδομήχοντα, 
ἐν οἷς ἐξῆν σοι ἀπιέναι, εἰ μὴ ἠρέσχομεν ἡμεῖς μηδὲ 
δίκαιαι ἐφαίνοντό σοι ai δμολογίαι εἶναι. σὺ δὲ οὔτε 
Aarsdaluova τιροηροῦ οὔτε Κρήτην, ἃς δὴ ἑκάστοτε φὴς 
εὐνομεῖσθαι, οὔτε ἄλλην οὐδεμίαν τῶν “Ἑλληνίδων πό- 
λεων οὐδὲ τῶν βαρβαρικῶν, ἀλλ᾽ ἐλάττω ἐξ αὐτῆς ἄπε- 
δήμησας ἢ οἱ χωλοί re χαὶ τυφλοὶ χαὶ οἱ ἄλλοι ἀνάπηροι" 
οὕτω σοι διαφερόντως τῶν ἄλλων AInvalwv ἤρεσχεν ἡ 
χώλις τε χαὶ οἱ νόμοι ἡμεῖς δῆλον ὅτι" τίνι γὰρ ἂν τιόλις 
ἀρέσχοι ἄνευ νόμων; νῦν δὲ δὴ οὐκ ἐμμένεις τοῖς ὧμο- 
λογημένοις; ἐὰν ἡμῖν γε τιείϑῃ, ὦ Σώχρατες" χαὶ οὐ κα- 
ταγέλαστός γε ἔσει ἐχ τῆς πόλεως ἐξελϑών. 

15. Σχόπει γὰρ δή, ταῦτα παραβὰς χαὶ ἐξαμαρ- 
τάνων τι τούτων τί ἀγαϑὸν ἐργάσει σαυτὸν ἢ τοὺς ἔπι- 
τηδείους τοὺς σαυτοῦ. ὅτι μὲν γὰρ κινδυνεύσουσί γέ σου 
οἱ ἐπιτήδειοι χαὶ αὐτοὶ φεύγειν χαὶ στερηϑῆναι τῆς πό- 
λεως ἢ τὴν οὐσίαν αἀτιολέσαι, σχεδόν τι δῆλον" αὐτὸς δὲ 


digungen, die vielleicht für einen 
anderen gelten könnten, als für ihn 
ungiltig zurück: er kann weder 
einen Zwang, der gegen ihn aus- 
geübt, noch eine Täuschung, die 
ihm widerfahren, noch endlich bei 
seinen 70 Jahren Mangel an Er- 
fahrung vorschützen. Sehr drastisch 
schliefst er: „Und nach alledem (γῦν 
δὲ δή) bleibst du nicht getreu dem 
Vertrage? Ὁ doch (γε), wenn du 


uns folgen wirst, o Sokrates; wirst 
dich doch nicht lächerlich machen 
durch den Abschied von deiner Hei- 
mat?“ 

Kap. 15. Die Gesetze behaupten 
weiter, dals Sokrates durch eine 
Flucht weder sich noch seinen 
Freunden ein ἀγαϑόν͵ verschaffen 
werde (τί ἀγαϑὸν ἐργάσει x. τ. &.). 
Seine Freunde werde Verbannung 
und Vermögenseinbufse treffen, 


90 IIAATQNOZ 


πρῶτον μὲν ἐὰν εἰς τῶν Eyyvrara τινα πόλεων ἔλθῃς, 
ἢ Θήβαζε ἢ Meyagade — εὐνομοῦνται γὰρ ἀμφότεραι --- 
πολέμιος ἥξεις, ὦ Σώκρατες, τῇ τούτων τιολιτείᾳ, καὶ 
ὅσοιτεερ κήδονται τῶν αὑτῶν τιόλεων, ὑτιοβλέψονταί σε 
διαφϑορέα ἡγούμενοι τῶν νόμων, καὶ βεβαιώσεις τοῖς 
διχασταῖς τὴν δόξαν, ὥστε δοκεῖν ὀρϑῶώς τὴν δίκην ὃδὲ- 
χάσαι᾽ ὅστις γὰρ νόμων διαφϑορεύς ἐστι, σφόδρα που 
ὁόξειεν ἂν νέων γε καὶ ἀνοήτων ἀνϑρώτιωων διαφϑορεὺς 
εἶναι. 71078009 οὖν φεύξει τάς τε εὐνομουμένας πόλεις 
χαὶ τῶν ἀνὸρῶν τοὺς χοσμιωτάτους ; χαὶ τοῦτο τιοιοῦντι 
ἀρα ἄξιόν σοι ζῆν ἔσται; ἢ τιλησιάσεις τούτοις καὶ avar- 
σχυντήσεις διαλεγόμενος — τένας λόγους, ὦ Σώχρατες, 
ἢ οὕσττερ ἐνθάδε, ὡς ἡ ἀρετὴ καὶ ἡ δικαιοσύνη τιλείστου 
ἄξιον τοῖς ἀνϑρώποις καὶ τὰ νόμιμα χαὶ οἱ νόμοι; καὶ 
οὐχ οἴει ἄσχημον ἂν φανεῖσϑαι τὸ τοῦ Σωχράτους πρᾶ- 
γμα; οἴεσθαί γε χρή. ἀλλ᾽ ἐκ 
ἀτταρεῖς, 


μὲν “τούτων τῶν τόπων 

ἕξεις δὲ εἰς Θετταλίαν πιαρὰ τοὺς ξένους τοὺς 

Ἴξεις ς ρ vg ξένους g 
᾿ «ν x Φὰ. ” s 2 , x P) ” ΄ 

Κρίτωνος" ἐχεῖ γὰρ δὴ πλείστη ἀταξία καὶ ἀκολασία, 
x ’ ςς, ’ “ ᾿, “- 

χαὶ ἴσως ἂν ἡδέως σου ἀκούοιεν ὡς γελοίως ἐκ τοῦ de- 


weil sie ihm geholfen hätten. Er salien, könne er sie nicht mitneh- 


selbst werde in einen gesitteten 
Staat (das εὐνομεῖται πόλις erklärt 


Plato in den Worten τῶν &vdowv . 
τους χοσμιωτατους), wie Theben. 


oder Megara nicht ziehen kön- 
nen; denn dort werde man in ihm 
einen διαφϑορεὺς τῶν νόμων er- 
kennen und ihn deshalb auch für 
einen διαφϑορεὺς τῶν νέων hal- 
ten ; Philosophie werde er auch dort 
nicht mehr treiben können, 
dem er selbst seinen Lehren untreu 
geworden. Aber auch in einem 
Staate, wie Thessalien, wo neben 
der ἀταξία (welcher er sich durch 
die Flucht schuldig mache) auch die 
grölste ἀχολασία herrsche, werde 
er nur das Leben eines δουλεύων 
führen können. Endlich gewinne 
er auch damit keinen Nutzen, dafs 
er sich durch die Rücksicht auf 
seine Kinder zur Flucht bewegen 
lasse. Denn in ein Land, wie Thes- 


nach- ᾿ 


men; liefse er sie aber zurück, so 
würden seine Freunde ebensogul 
für sie sorgen, wenn er in den Ha- 
des, wie wenn er in das Ausland 
gehe. 

Der ethischen Gründe hat auch 
dies Kapitel viele aufzuweisen: So- 


 krates wird in. einem gesitteten 


Staate scheel - angesehen werden 
(ὑποβλ ἐψονται); erwird den Spruch 
seiner Richter als einen gerechten 
hinstellen; er wird schamlos auf- 
treten müssen, wenn er ferner will 
Dialektik treiben (ἀναισχυντήσεις 
διαλεγόμενος _ τίνας λόγους): 
ἄσχημον φανεῖται τὸ τοῦ Σωκχρά- 
τους πρᾶγμα (in φανεῖσθαι Περί 
natürlich ein optat. fut., wie ἄν 
beweist), wo wir wohl sagen wür- 
den: „die ganze Geschichte mit 
Sokrates hat offenbar keine Hal- 
tung“; man wird ihn als lustige 
Person ansehen: ὡς γελοίως ἀπε- 


ΚΡΙΤΩΝ, 91 


σμωτηρίου ἀτιεδίδρασκες σκευήν τέ τινα πιεριϑέμενος, ἢ 
διφϑέραν λαβὼν ἢ ἄλλα οἷα δὴ εἰώϑασιν ἐνσκευάζεσϑαι 
οἱ ἀτιοδιδράσκοντες, χαὶ τὸ σχῆμα τὸ σαυτοῦ μεταλλα- 
ξας᾽ ὅτι δὲ γέρων ἀνὴρ σμιχροῦ χρόνου τῷ βίῳ λοιτιοῦ 
ὄντος, ὡς τὸ εἰκός, ἐτόλμησας οὕτω γλίσχρως ἐτιιϑυμεῖν 
ζῆν, νόμους τοὺς μεγίστους τιαραβάς, οὐδεὶς ὃς ἐρεῖ; 
ἴσως, ἂν μή τινα kung‘ εἰ δὲ μή, ἀκούσει, ὦ Σώκρατες, 
πολλὰ καὶ ἀνάξια σαυτοῦ. ὑτιερχόμενος δὴ βιώσει τιάν- 
τας ἀνϑρώπους καὶ δουλεύων" τί τιοιῶν 1) εὐωχούμενος 
ἐν Θετταλίᾳ, ὥστιερ ἐτιὶ δεῖτεινον ατιοδεδημηκὼς εἰς Θετ- 
ταλίαν; λόγοι δὲ ἐκεῖνοι οἱ τιερὶ δικαιοσύνης τὲ καὶ τῆς 
ἄλλης ἀρετῆς ποῦ ἡμῖν ἔσονται; ἀλλὰ δὴ τῶν παίδων 
ἕνεχα βούλει ζῆν, ἵνα αὐτοὺς ἐχκϑρέψης Hal παιδεύσης; 
τί δαί; εἰς Θετταλίαν αὐτοὺς ἀγαγὼν ϑρέψεις TE καὶ 
παιδεύσεις, ξένους ποιήσας, ἵνα καὶ τοῦτό σου ἀπολαύ- 
σωσιν; ἢ τοῦτο μὲν οὐ, αὐτοῦ δὲ τρεφόμενοι σοῦ ζῶν- 
τος βέλτιον ϑρέψονται χαὶ παιδεύσονται, μὴ ξυνόντος 
σοῦ αὐτοῖς; οἱ γὰρ ἐπιτήδειοι οἱ σοὶ ἐττιμελήσονται αὐ- 
τῶν. τιότερον ἐὰν εἰς Θετταλίαν ἀποδημήσῃς, ἐπιμελή- 
σονται, ἐὰν δὲ εἰς Audov ἀποδημήσῃς; οὐχὶ ἐπιμελήσον- 
ται; εἴπερ γέ τι ὄφελος αὐτῶν ἐστὶ τῶν σοι φασκόντων 
ἐπιτηδείων εἶναι, οἴεσϑαί γε χρή. 

61. All’, ὦ Σώχρατες, πειϑόμενος ἡμῖν τοῖς σοὶς 
τροφεῦσι μήτε παῖδας περὶ πλείονος ποιοῦ μήτε τὸ ζῆν 
μήτε ἄλλο μηδὲν πρὸ τοῦ δικαίου, ἵνα εἰς “Audov ἐλϑὼν 
ἔχῃς ταῦτα πάντα ἀτιολογήσασϑαι τοῖς ἐχεῖ ἄρχουσιν" 
οὔτε γὰρ ἐνϑάδε σοι φαίνεται ταῦτα τεράττοντι ἄμεινον 
εἶναι οὐδὲ δικαιότερον οὐδὲ ὁσιώτερον, οὐδὲ ἄλλῳ τῶν 


δίδρασχες; er wird kriechen müs- Mannes allein die Rücksicht auf das 


sen, wie eine Bedientenseele: ὑπερ- 
χόμενος βιώσει χαὶ δουλεύων; er 
wird nach Thessalien, wie zu einem 
langen Schmause ziehen u. s. w. 
Kap. 16. Die Gesetze schliefsen 
ihre Rede, indem sie auf den von 
Sokrates im 9. Kapitel aufgestellten 
Hauptsatz zurückweisen, dafs für 
die Handlungsweise eines weisen 


δίκαιον malsgebend sein könne. Sie 
bieten als letztes ethisches Moment 
die nötige Rücksicht auf die Rich- 
ter im Jenseits, vor denen ihm eine 
Apologie sehr schwer fallen werde; 
denn was ihm hier als ein ἄμεινον 
καὶ δικαιότερον χαὶ ὁσιώτερον 
für ihn erscheine, das werde dort 
ein ἄμεινον sein für ihn. Wenu 


99 τ ΠΛΑΛΑΤΏΝΟΣ ΚΡΙΤΩΝ, 


- )ς ΄ W 3 - 3 ΄, ” 5 > x 
σῶν οὐδενί, οὔτε ἐκεῖσε ἀφιχομένῳ ἄμεινον ἔσται. ἀλλὰ 
νῦν μὲν ἡδιχημένος ἄπει, ἐὰν Areing, οὐχ ὑφ᾽ ἡμῶν τῶν 
γόμων ἀλλ᾽ vr ἀνθρώπων" ἐὰν δὲ ἐξέλϑῃς οὕτως αἷ- 
σχρῶς ἀνταδιχήσας τὲ χαὶ ἀντιχαχουργήσας, τὰς σαυτοῦ 
ὁμολογίας re χαὶ ξυνϑήχας τὰς τιρὸς ἡμᾶς παραβὰς χαὶ 
χοαχὰ ἐργασάμενος τούτους ος ἥκιστα ἔδει, σαυτόν TE 

, δ τό - , ; 
καὶ φίλους καὶ πατρίδα χαὶ ἡμᾶς, ἡμεῖς τέ σοι yahenıa- 

- - \ 2 - ς ς ’ὔ 2 x ΕἼΣ δὲ 
γοῦμεν ζῶντι, χαὶ ἐκεῖ οἱ ἡμέτεροι ἀδελφοὶ οἱ ἐν Audov 

[4 - ς ,ὔ 4 - 
vouoı οὐκ εὐμενῶς σε ὑτιοδέξονται, εἰδότες ὅτι χαὶ ἡμᾶς 
ἐπιεχείρησας ἀπολέσαι τὸ σὸν μέρος. ἀλλὰ μή σε πείσῃ 
Κρίτων ποιεῖν ἃ λέγει μᾶλλον ἢ ἡμεῖς. . 

17. Ταῦτα, w φίλε ἑταῖρε Κρίτων, εὖ ἔσϑι ὅτε ἐγὼ 
δοχῶ ἀχούει», ὥσπερ οἵ χορυβαντιῶντες τῶν αὐλῶν δο- 
χοῦσιν ἀχούειν, χαὶ ἐν ἐμοὶ αὕτη ἡ ἠχὴ τούτων τῶν λό- 

- \ - Ἁ ’ - » > ᾿ . 
γων βομβεῖ χαὶ τιοιεῖ μὴ δύνασϑαι τῶν ἄλλων ἀχούειν 
> x » or \ - ᾿ Ἀ - = N « 
alla ἴσϑι, ὅσα γε τὰ νῦν ἐμοὶ δοχοῦντα, Eav τι λέγης 
παρὰ ταῦτα, μάτην ἐρεῖς. ὅμως μέντοι εἴ τι οἴει τιλέον 
ποιήσειν, λέγε. 

ΚΡ. ᾿Αλλ᾽, ὦ Σώχρατες, οὐκ ἔχω λέγειν. 

ΣΩ, Ἔα τοίνυν, ὦ Κρίτων, χαὶ πράττωμεν ταύτῃ, 


2 δὴ ’ ; c 9 x c pr 
 Erteiön ταύτῃ ὁ ϑεὸς ὑφηγεῖται. 


- 


er sich aber des ἀνταδιχεῖν und -haft überreizten und die rauschende 
y > ” . . δ. - 

αντιχαχουργεῖν hier gegen seine - Musik noch zu hören wähnten, 
Überzeugung schuldig mache, wür- nachdem sie längst verstummt war. 


den ihn die Gesetze des Hades nicht 
freundlich empfangen. 

Kap. 17. Es ist wohl ein Scherz, 
wenn sich Sokrates mit den Kory- 
banten, mit den Priestern der phry- 
gischen magna mater, der Kybele, 
vergleicht, die bei den Festen ihrer 
Göttin die Schwärmerei bis zur 
Mafslosigkeit trieben, sich krank- 


Wie vor ihren Ohren die Flöten- 
musik, so braust in die seinigen die 
laute Stimme der Gesetze. Der 
Scherz nimmt dem entschiedenen 
Schlufswort: ἐὰν λέγῃς παρὰ ταῦ- 
t« das Verletzende; die letzten 
Worte aber sind vollends versöh- 
nender Art: πράττωμεν ταύτῃ, 
ἐπειδὴ ταύτῃ ὃ ϑεὸς ὑφηγεῖται. 


Druck von J. B. Hirschfeld in Leipzig. 


Μ. 
, ausgew. Reden. VonR. Rauchenstein u.K. Fuhr. 1. Bd. 8. Aufl. 


BEER nee einen ως a τα 
8 ausg. RER, VonH, κὸν ϑα 2.Bd.: STE 8. Auf. Kia de 
ch, zusgew. Biographien. VonC.Sintenis,R.Hercheru.K.Fuhr. 


Bd.: Aristides und Cato maior. 3. Auf... . 2». 2.2... WERE 
Bd.: Agis und Kleomenes. Tiberius und G.Graechus. 4. Aufl, ... . 
Bd.: Themistokles und Perikles. 4. Auf. ...... 

kles. Von F. W.Schneidewin u. A.Nauck. 1.Bd. Aias, 8. ᾿Δαβ. 
-2.Bd.: Oedipus Tyrannos. 8. Aufl. .. ... 22 ποῖον Ὁ. 


Bd.: Oedipus auf Kolonos. 7. Aufl. M. 1. 50. — 4. Bd.: Antigone. 
Aufl. Μ. 1.20. — 5.Bd.: Elektra. 8, Aufl, M. 1.50. — 6. Bd.: 
schinierinnen. 5. Aufl, M. 1.50. — 7. Bd.: Philoktet, 8. Aufl. . 


lides. Von J. Classen. 1. Bd. Buch 1. 3. Aufl. . .. 2... 
Bd. Buch 2. 3. Aufl. M. 1.80. — 3.Bd. Buch 3. 2. Aufl. .... 
Bd. Buch 4. 2. Aufl. M. 2.25. — 5. Bd. Buch 5. 2. Aufl. .. 

Bd. Buch6. 2. Aufl. M.2.25.—7.Bd. Buch. fehlt.—8.Bd. Buch . 
ΙΑ ΚΕ μεν, VonC.Rehdantz.1.Bd. Buch1—3, 5.Aufl. .. . 
2. Bd. Buch 4—7, 4.Aufl. . . . 

zropädie. . VonF. E.Hertlein. 1. Bd. 8. Aufl. M. 1,50. — 2. Bd. ὃ. Aufl. 


emorabilien. Von L. Breitenbach. GA ee RS 


ines, Rede gegen Ktesiphon. Von A. Weidner .. 2.2... 
ylos, Agamemnon. VonF.W.8Schneidewin. 2. Aufl.v.O.Hense.. . 
ΟΣ „u „ie: ae ee eis welehe 
9, Bede gegen Leokratee. Von A. Nicolai .... 2.2.2.0. 
; ausgew. Dialoge. Von C. Schmelzer. 
ie ee 
Ct meine sein nen. naher 
ER Nele 
BO ei 
hs Demosthenes und Cicero. Von B. Büchsenschütz .... 


ons Hellenika. VonL. Breitenbach. 1. Bd.: Buchlu.2 ... 
Bd.: Buch 3 u, d, M. 2.25. — ὃ. Βά.: Buch 5—7 « wi ς ὁ 


B. Lateinische Schriftsteller. 
Von Fr. Kraner. De bello εἰμ δῦ, 13. Aufl. Von 


ΜΝ Ἢ οι ρον BE RER ER Be ae 
yello eivili. ὃ. Aufl. Won: Er. ER ER Te a RR ἘΣ ἡ 
tathia Pliniana.. Von L. Urlichs ......2..% a ττν 
3rutus. Von Ὁ. Jahn u. A. Eberhard. 4 Auf. ..... 
ἘΞ ahn δ᾽ Auf. en er 
ratore. Von . Sorof. 1. Bd.: 1. Buch 2. Aufl. M. 1.80. — 2. Bd.: 
ch M. 1.80. — 8. Bd.: 8. Buch ..... BE τῳ Ἔτι FE 
maior. Von J. Sommerbrodt. 9. Aufl. ..... er Ὑ ΓΤ χ" 
εκ. νὸν ΟὟ Nuuck 8; Δυὴῖ τς ee 

το aan. Disput. Von αι, Tischer u. α. Sorof. 1. Bd. Buch 1--2, 
τ, M.1.20. IL Bd. Buch 3—5. 1. Aufl. . .... DR 
stura deorum. Von G. Εἰ. Schoemann. 4. Auf. ..... 
fieiis. Von O. Heine. 5. Aufl... ... ER ἀξ λα ή  καὶ 


rs \ 
ΠΥ ΟΣ 


eros ausgewählte Briefe. Von Fr. Hofmann α. Οὶ Antchn ΒΝ 

I. BAG ΔΝ. 9.26. "2 ἘΔ ἀπ Fe ΔΝ ες ΕΝ 
ausgewählte ik=den. VonK.Halm. 1. Bd.: für Sex. Roscius und für d ᾿ 
Imperium des Cn. Pompeius. 9.Aufl.. .. 222.2. 
2. Bd.: gegen Q. Caecilius und gegen Verres IV und V. 8. λα" ἢ ΠΗ 
8. Bd.: gegen Catilina und für Archiss. 11, Αὐϑ... . , .., a | 
4. Bd.: für Publius Sestius. 5. All. . 2.2 2 2.. De. 
5. Bd.: für Milo, für Ligarius und für Deiotarus, 8. Aufl... . . 
6. Bd.: 1. w.-2, Philippische Rede. ΜΈΡΗ 
— 1. Bd.: für L. Murena und für P. Sulla. 3. Aufl... Ὄπ. 


] Cornelius Nepos. Von K. Nipperdey und Β. Lupus. 8. Aufl, „ 


Livius. Von W.Weissenbornu.H,.J. Müller. 1. Bd. 1.Heft: Buc 

7. Aufl. M. 2.10. 1. Bd. 2. Heft: Buch 2. 7. Aufl. Μ, 1.20. — 2.1 

1. Heft: Buch 3. 5. Aufl. M. 1.50. 2. Bd. 2. Heft: Buch 4-5. 5. Aufl. Ἷ 

— 8.Bd. 1. Heft: Buch 6-8. 4. Aufl. Μ, 2.40. 8. Βᾶ. 2.Heft: E 

9-10. 4. Aufl, M.1.80. — 4. Bd. 1. Heft: Buch 21. 7. Auf.” ir 

L 4. Bd. 2. Heft: Buch 22. 7. Aufl. M.1.20. 4. Βά. eh 

7. Aufl, M. 1.20. — 5. Ba. 1. Heft: Buch 24-25. 4. Aufl. .M. 1.80. 5.B 

2. Heft: Buch 26. 4. Aufl. M. 1.20. — 6. Bd.: 1. Heft: Buch 27-2HE. 

3. Aufl. Μ. 3.40. 6. Bd. 2, Heft: Buch 29-30. 3. Auf. M. 2.10. —1.B 3 HUHN 

1. Heft: Buch 31-32. 3. Auf. M. 1.50. — 7. Bd. 2. Heft: Bit τ- RT LEGE 

3. Aufl. im Druck. — 8. Bd.: Buch 35—38. 2. Aufl. .. . 00H | 

— 9. Bd. 1. Heft: Buch 39-40. 2. Aufl. M. 225. 9, Ba. 2. Heiß 
Buch 41-42. 2. Aufl. M. 1.80. — 10. Bd. 1. Heft: Buch 43-44. Pi‘ ΠΗ: 

- 10. Βά. 2. Ηοῖϊ: Buch 45 u. Fragmente. 2. Aufl... ... 2 ἘΠ ΜΉΝ 

Ovids Metamorphosen. VonM. Haupt u.0.Korn. HERREN 

1. Bd. Buch 1-7. 6. Aufl. M. 2.25. — 2. Bd. Buch 8-15. 2. Ἄνας 

Phaedrus. Von F. E. Raschig und R. Richter. 3. Aufl, . "I 


Plautus, ausgewählte Komödien. Von A. O.F. Lorenz. 
2. Bd.: Mostellaria. 2. Aufl. Im Druck. — 3. Βᾶ,: Miles ori 
ἃ: BR.: Paendolys Hu He er πο 


Quintiliani liber Von E. Boanelin) F, Meister. ὅ. And. Hi 
Sallustius. Von’R. Jacobs und H. Wirr. 8. Aufl, . «τς ΠΝ ii 


Tacitus. Von K. Nipperdey und G. Andresen. 1. Βᾶ.: A 
Buch 1-6. 7. Auf. M.3. — 2. Bd.: Annales Buch 11-16. 


Terentius Comedien. Von A. 8pengel. 1. Bd.: Andria . . we ᾿ IF HH 


-- Fe 3. Bd.: Adelphoa .. » .- 2... one & Kain 
Vergils Gedichte. Von Th. Ladewig und ©. Schaper. a Ὁ 

1. Bd.: Bucolica u. Georgiea. 7. Aufl... .... ae 

2. Bäd.: Aeneide. Buch i-6. 9. Aul ...:2». «ΩΝ 


3. Βᾶ.: Aeneide. Buch 7-18. 7. Al. -. 0.0 Ὁ «να ei 


Elegiker, Römische. Eine Anawal: aus Catull, Tibull, ‚Prop 

K. P. Schulse . = . . ων . . . . . . . = . . [zu .. 
Horatius Flaccus. Von H. Schütz. 1. Oden und Epoden. 3. 
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Berlin, im Juni 1883. Weidmannsche Bu: 


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‚Makers 
Syracuse, N. Y. 
PAT. JAN 21, 1908 


University of Toronio 
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Ausgewählte Dialoge; ed. by Schmelzer. 
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